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Veröffentlicht am 21.08.2025

Ein Bilderbuch, das Streit in der Kita klug anpackt

Ruppi Rüpelfisch
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Ruppi Rüpelfisch verkörpert den Typ Kind, den man wohl in jeder Kita kennt: quirlig, energiegeladen und nicht böse gemeint, aber eben auch mit einem Talent dafür, andere zu nerven. Ruppi stänkert, kneift ...

Ruppi Rüpelfisch verkörpert den Typ Kind, den man wohl in jeder Kita kennt: quirlig, energiegeladen und nicht böse gemeint, aber eben auch mit einem Talent dafür, andere zu nerven. Ruppi stänkert, kneift und pikst und irgendwann reicht es den anderen Meereskindern. Sie zeigen ihm die kalte Flosse. Pädagogisch gesehen ist das ein wertvoller Ansatz, weil er ohne erhobenen Zeigefinger auskommt und Kindern ermöglicht, die Folgen eines solchen Verhaltens nachzuvollziehen.

Besonders spannend finde ich, dass der Autor nicht die übliche „Jetzt bist du selbst das Opfer und lernst daraus“-Schiene fährt. Stattdessen bringt eine bedrohliche Situation – in diesem Fall ein hungriger Hai – Ruppi dazu, über sich hinauszuwachsen. Er handelt mutig, hilft anderen und merkt: Freundlich sein fühlt sich besser an als provozieren. Diese Wendung macht die Geschichte lebendig und vermeidet Klischees.

Für die Arbeit in der Kita ist das Buch gleich aus mehreren Gründen interessant. Zum einen ist der Text durchgängig gereimt und hat einen flüssigen Rhythmus. Das macht das Vorlesen angenehm und die Kinder merken sich den Inhalt leichter. Sprachförderung gibt’s da gleich mit dazu. Zum anderen ist die Unterwasserwelt farbenfroh und detailreich gestaltet. Das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein Gesprächsanlass. Kinder entdecken ständig Neues, was sich wunderbar für Bildgespräche eignet. Über einen QR-Code bekommt man acht Lieder zum Mitsingen. Das ist als Einstieg in den Morgenkreis, als Bewegungslied oder einfach, um eine kleine Streitgeschichte musikalisch aufzulockern super.

Wer erwartet, dass das Buch komplexe Streitlösungsstrategien vermittelt, wird merken, dass es auf einer einfachen Ebene bleibt. Aber für Kinder ab etwa vier Jahren ist das genau richtig. Die Geschichte zeigt Gefühle, Konsequenzen und die Möglichkeit, das eigene Verhalten zu ändern, ohne sie mit zu viel Theorie zu überfrachten.

Der Autor arbeitet selbst im Kindergarten und ist Rockmusiker. Diese Mischung merkt man. Die Texte sind kindgerecht und die Musik ist kein beiläufiges Extra, sondern durchdacht ins Konzept eingebunden.

Insgesamt ist Ruppi ein Bilderbuch, das nicht nur erzählt, dass Freundlichkeit wichtig ist, sondern es durch Rhythmus, Bilder und Musik erlebbar macht. In der Kita kann es helfen, über Streit zu sprechen, ohne die Kinder moralisch zu ermüden. Und zu Hause funktioniert es genauso.

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Veröffentlicht am 19.08.2025

Schön anzusehen – nur fehlt der Zauber im Inneren

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Wenn man „Irida und die Stadt der Geheimnisse“ zum ersten Mal in die Hand nimmt, hat man sofort das Gefühl, ein kleines Schmuckstück entdeckt zu haben. Hardcover, fantastischer Buchschnitt, stimmungsvolles ...

Wenn man „Irida und die Stadt der Geheimnisse“ zum ersten Mal in die Hand nimmt, hat man sofort das Gefühl, ein kleines Schmuckstück entdeckt zu haben. Hardcover, fantastischer Buchschnitt, stimmungsvolles Cover. Das Buch schreit regelrecht „Lies mich!“. Also habe ich mich in den Lesesessel gesetzt, Tee eingeschenkt, die Erwartungen hochgedreht und bin dann etwas unsanft gelandet. Inhaltlich hatte ich auf ein stimmiges Leseerlebnis gehofft, wurde aber nicht vollständig überzeugt.

Die Figuren treten von Beginn an als fertiges Gesamtkunstwerk auf. Das Aussehen, Eigenheiten und Rollen innerhalb der Gruppe stehen fest, ohne dass sie sich organisch entwickeln. Diese Fülle und Vielfalt an Details fand ich etwas erschlagend und ließen bei mir auch keine Nähe zu den Figuren aufkommen. Verstärkt wurde der Abstand durch den starken Fokus auf Äußerlichkeiten – Kleidung, Aussehen, Gegenstände – während Gedanken und Gefühle oft blass bleiben.

Dabei hat die Grundidee viel Potenzial: eine Außenseiterin mit eigenen Unsicherheiten, eine eingeschworene Clique, rätselhafte Vorkommnisse in einer Kleinstadt, über der ein Hauch von Magie liegt. Das sind alles gute Zutaten, die üblicherweise total meinen Geschmack treffen. Aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen.

Der Schreibstil wirkt für ein Kinder- und Jugendbuch mitunter schwerfällig. Statt mühelos mitzuziehen, fordert der Text immer wieder Konzentration. Positiv ist, dass die Handlung nicht vorhersehbar ist. Ich konnte bis zum Schluss nicht sagen, wie sich alles fügt. Allerdings bleiben viele Stränge lose und der abrupte Schluss lässt die Geschichte eher unvollständig wirken.

Für die Zielgruppe ab etwa zehn Jahren bietet das Buch dennoch einiges: geheimnisvolle Orte, magische Elemente und eine Gruppe von Freunden, die zusammenhält.

Mein Fazit: Rein optisch ein beeindruckender Auftakt mit spannenden Ansätzen, der erzählerisch nicht ganz die Wirkung entfaltet, die er haben könnte. Vielleicht findet die Reihe in den Folgebänden ihren Ton – und dann passt die Verpackung auch mehr zum Inhalt.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Wenn Minecraft auf die drei ??? Kids trifft – Ein Comicroman mit Höhen und Längen

Die drei ??? Kids, Geheimnis um CubeMax
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Wenn drei kleine Detektive plötzlich in einer virtuellen Welt landen, in der Lavaflüsse zischen, Pixelmonster lauern und Portale in fremde Spielzonen führen, dann klingt das nach einem Abenteuer, das nicht ...

Wenn drei kleine Detektive plötzlich in einer virtuellen Welt landen, in der Lavaflüsse zischen, Pixelmonster lauern und Portale in fremde Spielzonen führen, dann klingt das nach einem Abenteuer, das nicht nur Minecraft-Fans neugierig macht. Geheimnis um CubeMax, der Auftaktband einer neuen Trilogie, verknüpft die vertraute Welt der drei ??? Kids mit einer digitalen Spieleumgebung – bunt, blockig und voller Rätsel. Das Konzept funktioniert, wenn auch nicht an allen Stellen gleich gut.

Die Gestaltung des Buches sticht auf jeden Fall heraus. Wechselnde Text- und Comicseiten sorgen für Abwechslung beim Lesen und geben dem Ganzen Tempo. Besonders für Kinder, die sich mit längeren Texten schwertun oder die Bücher sonst langweilig finden, ist dieser Aufbau ein echter Gewinn. Die Illustrationen wirken lebendig und fangen die Atmosphäre der virtuellen Welt sehr überzeugend ein. Mein Sohn war vor allem von den kreativen Spielwelten angetan, die sich zwar an bekannten Vorbildern orientieren, aber eigene Ideen einbringen. Für ihn war das Buch „richtig cool gemacht“, gerade weil es nicht einfach nur Minecraft kopiert.

Inhaltlich bleibt die Geschichte eher auf einer einfachen Ebene. Ein verschwundener Entwickler, eine geheime Mission im Spiel, ein Gegenspieler mit zweifelhaften Absichten – alles solide Zutaten für ein Abenteuer. Doch die Handlung entwickelt sich eher gemächlich. Es gibt längere Dialoge, in denen die Figuren über das Geschehen sprechen, ohne dass wirklich viel passiert. Mein Sohn fand das stellenweise zu langatmig, gerade weil er eigentlich Spannung erwartet hatte. Der Lesefluss wurde für ihn immer dann unterbrochen, wenn zu viel geredet und zu wenig erlebt wurde.

Trotzdem hat er das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, was für sich spricht. Der Sog entsteht hier weniger durch überraschende Wendungen oder Nervenkitzel, sondern eher durch die Atmosphäre und den Wunsch, die nächste Spielwelt zu entdecken. Der Reiz liegt im Abenteuer selbst, nicht in einem klassischen Kriminalfall. Das passt zur Zielgruppe, die bei überladenen Plots oft ohnehin aussteigt.

Was die Figuren betrifft, bleiben Justus, Peter und Bob angenehm vertraut. Sie tun, was sie immer tun: beobachten, kombinieren, helfen. Tiefgang sollte man nicht erwarten, aber für die Altersgruppe ist das völlig in Ordnung. Neue Figuren fügen sich passend ins Geschehen ein, wirken aber eher als Bausteine für die Handlung als als echte Persönlichkeiten.

Insgesamt wirkt Geheimnis um CubeMax wie eine Einladung an junge Leserinnen und Leser, sich auf neue Wege mit den drei ??? Kids zu begeben. Wer Spielewelten liebt und gleichzeitig Lust auf Bücher hat, findet hier eine kindgerechte Mischung aus Comicroman, Abenteuer und Detektivgeschichte – mit viel optischer Abwechslung, einfachen Rätseln und einem modernen Setting. Die Spannung bleibt dabei eher auf mittlerem Level, die Ideenwelt hingegen macht Lust auf mehr.

Von Herzen Dankeschön an den Verlag und vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 16.07.2025

Flauschig, frech und kunterbunt

Der magische Kater Schnurrifluff (Bd. 1)
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Manche Bücher beginnen mit einem Knall, dieses hier mit einem POFF!
Und ehe man sich’s versieht, steckt man mittendrin im magischen Chaos. Schnurrifluff, der flauschige Held der Geschichte, findet sich ...

Manche Bücher beginnen mit einem Knall, dieses hier mit einem POFF!
Und ehe man sich’s versieht, steckt man mittendrin im magischen Chaos. Schnurrifluff, der flauschige Held der Geschichte, findet sich mit einem Schreck bis in die Schnurrhaarspitzen in einer Welt wieder, die wie das sprichwörtliche Woderpfefferwächst heißt.

Was genau passiert ist? Gute Frage. Schnurrifluff weiß es selbst nicht so genau. Man taumelt gemeinsam mit ihm in diese kunterbunte Anderswelt und ist genauso verwirrt wie der Kater. Alles ist bunt, wuselig, verwirrend, aber auch unglaublich charmant, auf seine skurrile Art. Wo ist seine Hexe? Warum ist plötzlich eine Pfefferkuchenschnecke sein Reisebegleiter? Und wie kann ein Vogel eigentlich so viel plappern? So muss es sich anfühlen, wenn man ins Kaninchenloch fällt.

Nina Müller erzählt warmherzig, witzig und mit einem feinen Gespür für kindliche Logik. Ihre Sprache hat Rhythmus, Klang und eine Prise Schalk, die das Vorlesen zum Vergnügen macht, nicht nur für kleine, sondern auch für große Ohren. Besonders gelungen sind die Figuren, die mit kleinen Eigenheiten und viel Persönlichkeit glänzen.

Und ob Schnurrifluff den Weg zurück zur Hexe findet? Das bleibt spannend. Nur so viel sei gesagt: Nicht alles ist so, wie es zunächst scheint. Manches ändert sich. Und manchmal bedeutet ein Ende auch den Beginn von etwas Neuem.

Im Herzen dieser Geschichte liegt eine Botschaft, die ganz nebenbei berührt: Zuhause ist nicht unbedingt ein fester Ort, sondern ein Gefühl. Etwas, das entsteht, wenn man sich wohlfühlt und Menschen (oder Schnecken und Vögel) um sich hat, mit denen man lachen und Pfefferküchlein essen kann.

Die detailreichen, liebevoll gezeichneten Illustrationen runden das Buch perfekt ab. Schnurrifluffs Gesichtsausdrücke sind eine Klasse für sich und bringen Kinder und Erwachsene immer wieder zum Kichern, aber auch zum Mitfühlen.

Insgesamt ist Schnurrifluff ein magisches, regenbogenfarbenes Vorlesebuch. Es bietet ein quirliges, herzerwärmendes Abenteuer mit einem pelzigen Helden, der einem schnell ans Herz wächst. Ein echter Vorleseschatz für Kinder ab fünf und alle, die gern zusammen lachen, staunen und sich ein bisschen verzaubern lassen möchten. Band zwei darf gern mit einem weiteren POFF! erscheinen – wir schnurren schon mal erwartungsvoll vor uns hin.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Eine Glücksgeschichte für die Kleinsten

Mister O'Lui sucht das Glück
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Glücklich ist, wer Käsebrot mit Marmelade hat, oder? Der Biberbär, Mister O’Lui, ist davon überzeugt, dass es ihm gut geht. Sein Alltag ist ruhig, sein Kakao dampft zuverlässig in der Lieblingstasse, und ...

Glücklich ist, wer Käsebrot mit Marmelade hat, oder? Der Biberbär, Mister O’Lui, ist davon überzeugt, dass es ihm gut geht. Sein Alltag ist ruhig, sein Kakao dampft zuverlässig in der Lieblingstasse, und die Welt scheint in Ordnung. Doch dann liest er in einer Zeitung die Frage: Bist du eigentlich glücklich?

Was für Erwachsene wie eine Einladung zur Selbstreflexion klingt, ist für Kindergartenkinder ein eher abstraktes Konzept. „Glück“ – das ist kein Wort, das Vierjährige im Alltag benutzen, jedenfalls nicht bewusst. In der ersten Buchhälfte wirkt dieses Thema daher fast etwas zu verkopft für die Zielgruppe. Aber sobald sich Mister O’Lui auf seine Suche begibt, wird das Ganze spürbar kindgerechter. Denn nun tauchen sie auf, die Glückssymbole, die Kindern vertraut oder wenigstens gut erklärbar sind: der Glückspilz, das Glücksschwein, der Glückskäfer. Und plötzlich wird ein großes Wort greifbar.

Dabei begegnet uns auch Rupert, ein kleines, eigensinniges Wildschwein, das sich an Mister O’Luis Fersen heftet. Einfach so, ohne sich vorzustellen, ohne großes Tamtam. Dass es „Rupert“ heißt, erfahren wir irgendwann mitten im Text. Zwar steht sein Name auf einem kleinen Steckbrief zu Beginn, doch im eigentlichen Geschehen bleibt sein Hintergrund etwas nebulös. Wo kommt dieses Schwein her? Was will es? Und warum lässt es sich nicht abschütteln?

Vielleicht liegt gerade in dieser Offenheit der Reiz. Er will dazugehören, koste es, was es wolle. Und weil er so hartnäckig ist, wächst er einem schnell ans Herz. Deutlich schneller als Mister O’Lui selbst, der eher kühl, abweisend und einzelgängerisch daherkommt. Sein Umgang mit Rupert ist nicht gerade herzlich, was beim Vorlesen durchaus für Gesprächsstoff sorgt. Manche Kinder könnten Mitleid mit Rupert empfinden oder sich sogar mit ihm identifizieren.

Die Illustrationen unterstreichen den Text wunderbar. In gedeckten Farben gehalten, vermitteln sie Ruhe, ohne langweilig zu wirken. Kleine Details wie Pilze, Käfer oder Vögel laden zum Entdecken ein und animieren die Kinder dazu, sich mit den Bildern auseinanderzusetzen. Der Vintage-Stil wirkt charmant und bewusst reduziert, aber nicht altbacken. Für wache Kinderaugen gibt es immer noch genug zu sehen. Ein besonderes Extra sind die letzten Seiten. Dort finden sich eine Bastelanleitung für Glückskäfer aus Walnussschalen und ein QR-Code, der zu einem Biberbärenkekse-Backrezept führt.

Für Kinder im Kindergartenalter ist das Thema „Glück“ noch schwer zu fassen und genau deshalb ist es spannend, wie das Buch daran heranführt. Die kleinen Zuhörer:innen begegnen Glückskäfern, Glückspilzen und anderen bekannten Symbolen, die das abstrakte Gefühl greifbarer machen. Sie erleben mit, wie jemand sich auf die Suche nach dem Glück macht und dürfen sich dabei ganz spielerisch fragen: Was macht mich eigentlich glücklich? Ist es der leckere Kakao von Mama? Das Lieblingskuscheltier oder neue Spielzeug? Oder vielleicht doch der Keks, den man teilt?

Das Buch bietet viele Anlässe, mit Kindern ins Gespräch zu kommen, über schöne Momente, über Wohlfühlen, über Dinge, die das Herz hüpfen lassen. Es geht nicht darum, eine Definition von Glück zu lernen, sondern eigene Vorstellungen davon zu entdecken.

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