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Veröffentlicht am 07.09.2025

Prag und die Liebe

Das kleine Zuhause in Prag
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Anna Love ist gerade etwas frustriert von ihrem Leben in England. Denn obwohl sie in der Brauerei ihrer verstorbenen Eltern arbeiten darf, hält sie nur so wenige Anteile, dass sie kein Mitspracherecht ...

Anna Love ist gerade etwas frustriert von ihrem Leben in England. Denn obwohl sie in der Brauerei ihrer verstorbenen Eltern arbeiten darf, hält sie nur so wenige Anteile, dass sie kein Mitspracherecht hat. Das führt dazu, dass sich das Bier, das vorallem von angestellten Brauern hergestellt wird, seelenlos anfühlt. Denn ihr Onkel und ihre Cousins brennen nicht für die Brauerei und ihr Produkt, sondern sehen sie als eine Firma, die sie leiten. Da kam die Ausschreibung einer Fortbildung in Prag zum perfekten Zeitpunkt. Dass Anna letztlich auch angenommen wurde, wirkt wie ein Wink des Himmels. Handelt es sich doch auch nicht nur um eine Schulung, enthält sie doch auch einen Wettbewerb, mit dessen Gewinn sie sich mit einer eigenen Brauerei selbständig machen könnte. Auch Leo Knight hat sich für die Fortbildung beworben und teilt sich schließlich auch die Wohnung für die beiden Fortbildungs- und Wettbewerbsteilnehmer mit Anna. Leider findet Anna diese WG alles andere als gelungen, denn Leo ist ihr Ex-Mann, mit dem sie vor sechs Jahren für kurze Zeit verheiratet war. Ab jetzt beginnt es kompliziert zu werden, denn Annas Freund Steve weiß nichts von der kurzen Ehe und obwohl Anna versucht, Leo distanziert und möglichst wenig zu begegnen, teilen sie eine gemeinsame Vergangenheit. Dank des wochenlangen Aufenthalts in Prag schleicht sich wieder eine gewisse Vertrautheit ein und droht alte Gefühle heraufzubeschwören...

Julie Caplin beherrscht es, die Geschichte von Anna und Leo auf eine fesselnde und berührende Weise zu erzählen. Doch obwohl viele Emotionen im Spiel sind, bleibt der gesamte Roman sehr unterhaltsam und wird durch Leos lockere Art dominiert. So fliegen die Seiten nur dahin und machen, aufgrund der vielen Eindrücke der Stadt Prag, die nebenbei die perfekte Kulisse für diesen Roman darstellt, Lust auf einen Kurztrip dorthin.

Bisher habe ich noch keinen Roman der Autorin gelesen und war vollkommen begeistert von ihrer Art, diese Second-Chance-Romance zu erzählen. Da sie die Kulisse so perfekt gewählt hat und immer wieder wunderbare Orte der Stadt in die Handlung einbaut, hat das Fernweh bei mir nicht allzu lange auf sich warten lassen. Ich hatte großartige, kurzweilige und wirklich romantische Lesestunden mit diesem Buchhighlight!

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Veröffentlicht am 07.09.2025

... und manchmal hilft ein Lächeln!

Wenn ich nicht so schüchtern wär, denkt der Bär
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Bär ist immer allein und wandert deshalb einfach durch den Wald. Währenddessen starrt er die anderen Waldbewohner an. Diese fühlen sich dann von ihm bedroht und wollen, dass er verschwindet. Erst als Bär ...

Bär ist immer allein und wandert deshalb einfach durch den Wald. Währenddessen starrt er die anderen Waldbewohner an. Diese fühlen sich dann von ihm bedroht und wollen, dass er verschwindet. Erst als Bär den Frosch am Teich trifft, kann dieser ihn verstehen und erklärt ihm, dass er statt alle anzustarren, doch einfach lächeln soll. Dann ist es auch gar nicht schlimm, wenn er nicht sofort weiß, was er sagen soll. Und als Bär am nächsten Morgen so durch den Wald geht, findet er viele neue Freunde und fühlt sich gleich viel glücklicher.

Duncan Beedie hat diesen Band über den Bär selbst geschrieben und illustriert. Mit viel Einfühlungsvermögen erzählt er über den Bär, dem häufig vorlauter Schüchternheit die Worte fehlen und der andere dann nur anstarrt. Doch ein Lächeln kann hier Großes bewirken! Da die Sprache kindgerecht ist und die Texte nicht allzu lang, eignet sich das Buch perfekt für Kinder ab drei Jahren. Auch die Illustrationen sind farbenfroh und sprechen Kinder sofort an, weshalb das Bilderbuch rundum gelungen ist.

Ich denke, jeder kennt diese Situationen, in denen die Worte fehlen und ein Blick dann vollkommen falsch gedeutet wird. Gerade Kinder sind häufig schüchtern und starren andere dann nur an, hierfür zeigt der Autor Verständnis, liefert mit seiner Geschichte über Bär aber auch eine tolle Lösung für dieses Problem gleich mit. Ein sehr gelungenes Kinderbuch!

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Ein Sommer voller Marmeladenglasmomente

Marmeladensommer
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Emmi liebt die Arbeit in der Catering-Firma ihrer Mutter und fühlt sich auch in ihrer Heimatstadt Frankfurt rundum wohl. Doch als sie eines Tages ein unscheinbares Kästchen auf einem Buffet im Keller der ...

Emmi liebt die Arbeit in der Catering-Firma ihrer Mutter und fühlt sich auch in ihrer Heimatstadt Frankfurt rundum wohl. Doch als sie eines Tages ein unscheinbares Kästchen auf einem Buffet im Keller der Villa ihrer Mutter findet, ändert sich schlagartig alles. Findet Emmi darin neben einem Brief, den sie aus Respekt ihrer Mutter gegenüber nicht liest, auch Fotos vom Bodensee, ihrer Mutter und einem unbekannten Mann vor einem Bauernhaus. Für Emmi ist schnell klar, dass es sich bei ihm durchaus um ihren Vater handeln könnte, den ihr ihre Mutter immer vorenthalten hat und auch nun, bei einer Konfrontation mit dem Foto, nicht preisgibt. Kurzentschlossen macht sie sich, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Lea, auf den Weg an den Bodensee. In dieser Woche findet Emmi nicht nur ihren Vater auf seinem Bio-Bauernhof, der leider kurz vor dem Konkurs steht und dringend Emmis Hilfe gebrauchen kann. Ganz nebenbei lernt Emmi aber auch den äußerst attraktiven Oliver kennen, von dem sie sich nicht nur Segelunterricht geben lässt, sondern auch Schwimmunterricht und erlebt so manchen wunderschönen Moment mit ihm. Als aber Tim, der ebenfalls sehr nette und gutaussehende Hotelier Interesse an Emmi zeigt, steht sie plötzlich zwischen den beiden Männern und muss sich entscheiden...

Persephone Haasis beherrscht es, in ihrem Roman eine sommerliche Stimmung und Leichtigkeit mit emotionalen Momenten, Familiengeheimnissen und dem wunderschönen Bodensee zu kombinieren. So entsteht ein gelungener Sommerroman, der die Sonne und Urlaubsstimmung einfängt. Außerdem beinhaltet der Roman einige Marmeladenrezepte, die Lust auf mehr machen und dazu einladen, sie einmal selbst nachzukochen.

Dieser Roman ist nicht mein erster der Autorin und ich habe mich schon sehr darauf gefreut. Daher ist es wunderbar, dass er mir von der ersten Seite an wunderschöne Lesestunden geschenkt hat und ich mich in der Handlung verlieren konnte. Hätte ich heute genügend Zeit gehabt, hätte ich das Rezept für die Apfel-Zucchini-Marmelade gleich ausprobiert, so muss es leider noch bis nächste Woche warten. Da die Autorin so schön flüssig schreibt und die Handlung nur so dahinfliegt, war ich leider viel zu schnell am Ende angelangt und war wirklich traurig, dass mein Lesevergnügen so schnell schon wieder zu Ende war.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Der Bär und die guten Naschereien

Der Naschbär
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Der Bär lebt mit seinen Freunden im Wald. Doch während er mit ihnen Verstecken spielt, denkt er an die vielen leckeren Sachen um ihn herum und genießt die Zeit zwischen all den reifen Beeren, die so lecker ...

Der Bär lebt mit seinen Freunden im Wald. Doch während er mit ihnen Verstecken spielt, denkt er an die vielen leckeren Sachen um ihn herum und genießt die Zeit zwischen all den reifen Beeren, die so lecker schmecken. Doch sein Schmatzen verrät ihn und lässt die anderen Tiere über ihn lachen. Sie vergessen allerdings, dass es viele andere Genießer gibt, denen es ebenso geht, wie dem Naschbären. Und deshalb macht sich der Bär auf die Suche nach ihnen.

Michaela Holzinger erzählt die Geschichte über den Naschbären auf eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Weise in Reimform. Das bringt Kinder dank seiner eingängigen Sprachmelodie schnell dazu, sich die Texte zu merken und selbst mitzusprechen. Gemeinsam mit den Illustrationen von Saskia Gaymann wird das Buch noch unterhaltsamer und lustiger, denn jede Szene enthält mindestens ein witziges Detail, das dem Buch die Ernsthaftigkeit nimmt und dazu führt, dass die Botschaft nicht lautet: Jeder kann und darf so viel essen wie er mag.

Meine Tochter und ich haben vollstes Verständnis für den Naschbären, denn auch wir lieben es, im Garten zu naschen. Die Geschichte ist so lustig, dass wir immer wieder lachen mussten. Daher empfehlen wir das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Drei junge Frauen und ihre Liebe zur Medizin

Goldene Zeiten. Die Münchner Ärztinnen
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München, 1902: Die drei jungen Frauen Lulu, Fanny und Elsa haben ihren Traum, irgendwann einmal an der Münchner Universität Medizin studieren zu dürfen, noch lange nicht aufgegeben. Doch Lulu und Fanny ...

München, 1902: Die drei jungen Frauen Lulu, Fanny und Elsa haben ihren Traum, irgendwann einmal an der Münchner Universität Medizin studieren zu dürfen, noch lange nicht aufgegeben. Doch Lulu und Fanny müssen hierfür erst das Abitur bestehen, wofür sie schon einen steinigen Weg hinter sich bringen mussten. Bei Elsa dagegen scheitert es weiterhin an ihrer engstirnigen und extrem konservativen und gottesfürchtigen Mutter, die ihr die Apanage für das Studium verweigert. So verdient sie sich als Wärterin im Kinderhospital und könnte so viel mehr Wissen anwenden und weitergeben, wären die Assistenzärzte nicht so extrem gegen alle Frauen, die an ihrer Ehre kratzen könnten, indem sie mehr wissen. Dass Fanny bereits ein komplettes Medizinstudium in ihrer Verkleidung als ihr Zwillingsbruder Anton absolviert hat, wird umso mehr zur Farce, als dass sie sich damit sogar strafbar macht, da Frauen ein Studium strengstens untersagt ist. Dennoch fällt keiner von ihnen ein, ihren großen Traum einfach aufzugeben!

Ina Bach knüpft mit diesem zweiten Band perfekt an den ersten an. So wiederholt sie lediglich wichtige Informationen über vorangegangene Ereignisse im Lauf der Handlung, wenn das Wissen für das weitere Verständnis notwendig ist. Auf diese Weise sorgt sie für eine lückenlose Fortsetzung und keine langweiligen Momente. Da ihre drei Protagonistinnen und die beiden weiteren Freudinnen Änny und Ida sehr mutige und starke junge Frauen sind, sorgt die Autorin schnell für eine tiefe Verbundenheit zwischen ihnen und den Lesern.

Diese Reihe hat mich schon von der ersten Seite des ersten Bandes an gefesselt, denn die jungen Frauen sind so nahbar, realistisch und herzerwärmend sympathisch, dass ich mich deren Anziehung gar nicht verwehren konnte. So durfte ich in diesem zweiten Teil der Reihe wieder an deren Bemühungen, ihren Schicksalsschlägen und ihren Gefühlen teilhaben und war vollkommen in der Handlung versunken. Die Kombination aus Alltag, Medizin und historischen Ereignissen ist der Autorin perfekt gelungen und gibt einen großartigen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit. Schade, dass nun auch schon der zweite Band gelesen ist, aber schön, dass es noch einen dritten gibt.

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