Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag, illustriert von Anka Schwelgin, ist ein süßes Gutenachbuch für kleine Kinder.
Winnifrett das Frettchen möchte nicht ins Bett gehen und probiert - ...
Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag, illustriert von Anka Schwelgin, ist ein süßes Gutenachbuch für kleine Kinder.
Winnifrett das Frettchen möchte nicht ins Bett gehen und probiert - wie Menschenkinder das auch gerne tun - alle möglichen Tricks aus, um noch ein bisschen wach bleiben zu können. Dabei ist das Buch wertschätzend und verurteilt die Strategien nicht, zeigt aber auch, dass es für die Eltern nicht so einfach ist. Mit Leitfragen und kleinen Suchaktionen werden die Kinder animiert, mitzumachen.
Die Illustrationen sind wunderschön und liebevoll gestaltet.
Eine Schwäche sind für mich jedoch die Reime. Gerade bei einem Vorlesebuch finde ich es wichtig, dass man es flüssig lesen kann - und hier stolpert man doch das eine oder andere Mal über sehr holprige Sätze und Rhythmen. Sehr schade, denn der Rest des Buches ist wirklich gelungen!
Die Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe, die hier leider nicht hinterlegt ist:
Das Buch Wieso? Weshalb? Warum? - Bohrer, Lampe, Spülmaschine von Andrea Erne und mit Illustrationen ...
Die Rezension bezieht sich auf die Taschenbuchausgabe, die hier leider nicht hinterlegt ist:
Das Buch Wieso? Weshalb? Warum? - Bohrer, Lampe, Spülmaschine von Andrea Erne und mit Illustrationen von Joachim Krause vermittelt auf kindgerechte Weise Sachwissen rund um das Thema Technik. Dabei werden Situationen und Gegenstände in den Fokus gerückt, die aus dem Alltagsleben der Kleinen entstammen, sodass hier an vorhandenes Wissen angeknüpft wird. Durch die Klappen ist das Buch wunderbar interaktiv und die Kinder können selbstwirksam dabei sein. Eine kleine Schwäche ist für mich, dass teilweise Gründe nicht erklärt werden. Natürlich kann ich das als erwachsene Person beim Vorlesen hinzufügen, schade finde ich es trotzdem. Also zum Beispiel: warum ist es wichtig, dass nur Erwachsene die Spültabs in die Spülmaschine geben (vielleicht hatte mein Kind auch nur eine besonders ausgeprägte Warum-Phase, bzw. braucht mein Kind besonders triftige Gründe, etwas nicht zu tun - dennoch: "weil das sehr gefährliche Inhaltsstoffe hat" wird hier wesentlich eher akzeptiert als "weil das nur Erwachsene dürfen").
Alles in allem aber ein tolles Buch, das ich empfehlen kann!
Die Maus hat einen neuen Freund von Marc Uwe Kling, mit Illustrationen von Astrid Henn, ist ein tolles Kinderbuch, das mit Sprachwitz und wunderschönen Illustrationen punktet, und dabei auch ...
Die Maus hat einen neuen Freund von Marc Uwe Kling, mit Illustrationen von Astrid Henn, ist ein tolles Kinderbuch, das mit Sprachwitz und wunderschönen Illustrationen punktet, und dabei auch noch wichtige Botschaften vermittelt.
Die Maus freundet sich mit einem Dinosaurier an, und trotz ganz vieler Gemeinsamkeiten sind sie nun doch leider auch sehr unterschiedlich. Das führt zu verschiedenen Situationen, in denen die Kinder lernen, dass es 1. ganz normal ist, unterschiedlich zu sein und sich trotzdem zu mögen, 2. manchmal Situationen gibt, in denen man nicht das kriegt, was man gerne hätte, und es 3. ganz oft Möglichkeiten gibt, Kompromisse zu schließen oder kreative Lösungen zu finden.
Das Buch habe ich für den Sohn einer Freundin gekauft, daher habe ich es selber leider nicht laut vorgelesen sondern nur einmal für mich angesehen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es auch Erwachsenen viel Freude beim Vorlesen bereitet.
Auf Unter Grund von Annegret Liepold bin ich wegen des mega Covers aufmerksam geworden. Aber ich kann euch versichern: da steckt auch ein richtig gutes Buch dahinter.
Wir begleiten Franka auf zwei Zeitebenen: ...
Auf Unter Grund von Annegret Liepold bin ich wegen des mega Covers aufmerksam geworden. Aber ich kann euch versichern: da steckt auch ein richtig gutes Buch dahinter.
Wir begleiten Franka auf zwei Zeitebenen: als Jugendliche im Jahr 2006 und als Referendarin zur Zeit der NSU-Prozesse etwa 12 Jahre später. Wir erfahren, dass sie als Teenager immer tiefer in die rechte Szene abgleitet und vor allem erfahren wir auch, wieso und wie das passiert. Ich will gar nicht zu viel vorwegnehmen, aber der Roman führt vor Augen, dass es gar nicht immer unbedingt die Fremdenfeindlichkeit ist, die Menschen in rechtsradikale Gruppierungen treibt. Selbstverständlich entschuldigt dies in keinster Weise die verübten Straf- und Gewalttaten, aber es macht deutlich, wie schnell der Weg gehen kann: von dem Mädchen, das sich für den Naturschutz engagiert zu dem Mädchen, das antisemitische Straftaten begeht, sind es gerade mal ein paar Monate (und einige Schnäpse und Enttäuschungen).
Die Aufarbeitung der eigenen und familiären Vergangenheit und die Konfrontation mit unbequemen Wahrheiten ist auch Thema des Buches. Hier gelingt es der Autorin gut, die Notwendigkeit einer ehrlichen Auseinandersetzung damit aufzuzeigen, ohne dabei jedoch anklagend zu sein. Generell gefällt mir der Ton des Buches sehr gut, denn es wird zwar nichts beschönigt, aber eben auch nicht eindimensional dargestellt. Und so erschreckend es auch zunächst sein mag: irgendwie kann man Frankas Entwicklung nachvollziehen. Die unaufdringliche, aber trotzdem überzeugende Sprache unterstützt hier die Fokussierung auf den Inhalt, und hilft gleichzeitig dabei, dass sich das Buch wunderbar zügig lesen lässt. Ich habe lediglich zwei klitzekleine Kritikpunkte an diesem insgesamt wirklich gelungenen Buch: manchmal fand ich die Zeitsprünge etwas verwirrend und habe ein paar Sätze gebraucht, mich zu orientieren; und ich fand es ein bisschen schade, dass wir über die Zeit zwischen den beiden Zeitebenen nichts erfahren.
Dennoch ist es ein tolles Debut, das hochaktuell ist und zum Nachdenken anregt – auch auf ganz persönlicher Ebene. Ich habe zum Beispiel einiges mit der Protagonistin gemeinsam: ich bin in unmittelbarer Nähe zu ihr aufgewachsen (zumindest bis zu meinem Umzug in ein oberfränkisches Dorf mit mehr Kühen als Einwohner:innen), in den Nullerjahren erwachsen geworden, und habe Lehramt studiert. Hier hören die Parallelen zum Glück auf. Und jetzt überlege ich, ob das vielleicht wirklich einfach Glück war. Natürlich möchte ich von mir behaupten, dass ich unter gar keinen Umständen in die rechte Szene abgedriftet wäre. Aber das Buch zeigt eindrücklich, wie subtil dieser Prozess vonstattengehen kann und dass einige Jugendliche etwas ganz anderes suchen als rechtes Gedankengut: Verständnis, Freundschaft, Zugehörigkeitsgefühl. Und vielleicht ist es auch einfach unsere Aufgabe als Gesellschaft, dafür zu sorgen, dass sie danach nicht am rechten Rand suchen müssen.
Hilda Hasenherz – Das Abenteuer auf der Adlerinsel von Tobias Goldfarb mit Illustrationen von Verena Körting ist ein lustiges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen.
Wir begleiten Hilda und ...
Hilda Hasenherz – Das Abenteuer auf der Adlerinsel von Tobias Goldfarb mit Illustrationen von Verena Körting ist ein lustiges und liebevoll gestaltetes Kinderbuch zum Vorlesen.
Wir begleiten Hilda und Lämpchen mitsamt ihren Freunden auf einem großen Abenteuer: die Hasen haben erfahren, dass die Mama von Lämpchen auf der Adlerinsel festgehalten wird und nun müssen sie sie natürlich befreien. Dabei begegnen sie vielen verschiedenen Tieren, die ihnen mal helfen, mal die Reise erschweren. Diese unterscheiden sich tatsächlich in vielen Details und sind auch nicht stereotyp konzipiert. Beim Vorlesen ist es manchmal gar nicht so einfach, denn teilweise nutzen sie sehr eigene Sprache (vor allem zum Beispiel die Zottelhasen) und ich bin immer mal wieder mit den Stimmen der Charaktere durcheinander geraten (es wurde mir verziehen 😉 ).
Einige der Charaktere kommen wohl schon im ersten Band vor. Wir haben diesen nicht gelesen, konnten dem Inhalt aber wunderbar folgen. Lediglich bei ganz wenigen Dingen habe ich mich gefragt, ob sie vielleicht im ersten Buch erklärt wurden (zum Beispiel, warum Eicho immer „Guppa!“ ruft).
Ich fand das Buch wirklich niedlich und eine schöne Abenteuergeschichte ohne Genderklischees. Mein Sohn wollte immer weiter lesen und das ist auch der einzige Kritikpunkt: die abendliche Vorlesezeit wurde immer länger und länger…