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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

Interaktives Sachbuch für Kinder

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 15 - Mein Körper
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Das Erstleserbuch Mein Körper von Wieso? Weshalb? Warum? aus dem Ravensburger Verlag behandelt auf kindgerechte Weise viele verschiedene Themen rund um den menschlichen Körper.
Die Schrift hat eine gute ...

Das Erstleserbuch Mein Körper von Wieso? Weshalb? Warum? aus dem Ravensburger Verlag behandelt auf kindgerechte Weise viele verschiedene Themen rund um den menschlichen Körper.
Die Schrift hat eine gute Größe und hebt sich gut ab. Auch die Illustrationen sind schön gestaltet und unterstützen das Textverstehen. Ab und zu gibt es auch echte Bilder, wobei ich sagen muss, dass ich diese Mischung persönlich nicht so gerne mag - das ist aber absolute Ansichtssache und soll gar nicht in die Bewertung eingehen.
Zwischendrin gibt es immer wieder kleine Rätsel unterschiedlichster Art, die spielerisch überprüfen, ob das Gelesene auch verstanden wurde. Mir gefällt das sehr gut und ich finde es auch sehr gut aufbereitet. Ganz am Schluss gibt es sogar ein Kartenspiel, das man jedoch erst selbst ausschneiden muss und dann auch noch selbst einen Umschlag finden und ins Buch kleben muss, um die Karten dort aufzuheben. Bei einem Preis von ca. 9 Euro kann man vielleicht nicht mehr erwarten, aber ich finde das ein bisschen schwierig - nicht alle Kinder haben jemanden, der ihnen dabei helfen kann (und nicht jeder hat sofort einen Umschlag zu Hand). Die Idee mit dem Kartenspiel an sich ist natürlich eine schöne Erweiterung zum Buch. Ganz am Schluss kleben noch Aufkleber, die man für ein Rätsel braucht - das man dann logischerweise nur ein einziges Mal machen kann (schade, aber das ist bei den meisten Stickern ja so und eine wiederverwendbare Lösung wäre vermutlich beim Preis des Buches nicht machbar). Ich war allerdings etwas irritiert, da über den Stickern steht, dass man die Seite nicht heraustrennen kann, sondern an der Linie abschneiden muss - obwohl sie nur mit einem kleinen Klebepunkt befestigt ist, der sich sehr wohl lösen lässt. Vielleicht wurde hier in letzter Minute noch etwas geändert und der Text nicht angepasst?

Alles in allem gefällt mir das Buch trotz kleiner Kritikpunkte gut und ich werde es sicher einige Male mit meinem Sohn zusammen lesen.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Sehr interessant, aber anders als der Klappentext vermuten lässt

Die Lungenschwimmprobe
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Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg, übersetzt aus dem Norwegischen von Karoline Hippe und Ina Kronenberger, behandelt das Schicksal der Anna Voigt, einer jungen Frau, die bezichtigt wurde, ihr Kind ...

Die Lungenschwimmprobe von Tore Renberg, übersetzt aus dem Norwegischen von Karoline Hippe und Ina Kronenberger, behandelt das Schicksal der Anna Voigt, einer jungen Frau, die bezichtigt wurde, ihr Kind nach der Geburt umgebracht zu haben.
Es wird in relativ langen Kapiteln erzählt, die jeweils die Perspektive unterschiedlicher am Prozess beteiligter Personen fokussieren. Wir erfahren viel über die damaligen Gesetze (v.a. über die Carolina), die das gottesfürchtige und misogyne Weltbild widerspiegelten und darüber, wie schwierig es war, mit Logik und Argumenten dagegen anzukämpfen. Ab und zu empfand ich es als etwas langatmig und repetitiv, letztendlich hat das aber die Leselust nicht getrübt und ich bin durch die 700 Seiten innerhalb weniger Tage geflogen.

Sehr interessant fand ich die Erzählhaltung, denn der Erzähler präsentiert sich auf der einen Seite als allwissend (bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. im zweiten Buch), lässt aber an einigen Stellen auch seine Unzuverlässigkeit durchblicken, wenn er beispielsweise von Vermutungen spricht. Er präsentiert sich außerhalb des Geschehens und verweist auf die Forschungslage, verwendet aber die damals übliche Sprache (inklusive sehr verschachtelter Satzgefüge mit mehreren Einschüben, was sich jedoch nach ein paar Kapiteln relativ flüssig lesen ließ). Diese Gegensätze erzeugen eine gewisse Spannung, die sehr subtil wirkt, und für mich typisch für gute historische Romane ist. Man fragt sich beim Lesen, wo genau die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion verläuft, und passt die eigenen Erwartungen immer wieder neu an. Auch gibt es anekdotische Kapitel, in denen der Autor den Entstehungsprozess kommentiert.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Ausdauer und Genauigkeit, mit der der Autor recherchiert hat, erwähnen. Am Ende des Buches findet sich ein QR-Code, mit dem man ein Dokument herunterladen kann, in dem sich ein Register sämtlicher historischer Personen findet, die im Roman vorkommen, inklusive teils ausführlicher Beschreibungen. Zusätzlich enthält es eine umfangreiche Übersicht der Sekundärliteratur und Abbildungen (wie Zeichnungen und Karten), mithilfe derer man sich die Originalschauplätze noch besser vorstellen kann. Natürlich braucht es das nicht unbedingt, ich fand es bei diesem Roman jedoch sehr aufschlussreich. Ich hätte mich gefreut, dafür nicht extra das Handy zur Hand nehmen zu müssen und bei Erwähnung eines neuen Namens einmal schnell hinten im Buch nachschauen zu können, aber ich kann auch verstehen, dass das Buch dann noch um einiges dicker geworden wäre.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die bereits erwähnte Sprache für einige Leser:innen ein Grund sein könnte, das Buch zur Seite zu legen. Viele Latinismen oder gar gleich lateinische Passagen, viele gestelzte, gekünstelte Konstruktionen und ausschweifende Monologe, die sich an der Rhetorik des siebzehnten Jahrhunderts orientieren, sorgen für einen sehr eigenwilligen Stil. Auch schwingt bei den Herren der gehobenen Berufsstände (ob nun Juristen, Theologen oder Mediziner) eine gewisse Arroganz mit, die nicht immer sympathisch ist. Ich fand es schade, dass die männlichen Sichtweisen so viel Raum einnehmen und Anna vergleichsweise wenig zu Wort kommt bzw. wir wenig aus ihrer Perspektive erzählt bekommen. Das mag die damaligen Verhältnisse repräsentieren, muss in aktueller Literatur ja aber nicht unbedingt so reproduziert werden.

Aufgrund des Titels und des Klappentextes hatte ich erwartet, mehr Fokus auf der Lungenschwimmprobe, dem wissenschaftlichen medizinischen Prozess und den Bemühungen der Aufklärung zu finden. Tatsächlich geht es allerdings sehr viel um die Darstellung der Gesellschaft und die Innenwelt der Protagonisten.

Insgesamt war das ein sehr unterhaltsamer und interessanter Roman, den ich trotz der vielen Seiten sehr schnell gelesen habe, auch wenn er nicht unbedingt das fokussiert, was ich mir erhofft hatte. Bei der Bewertung mit Sternen tue ich mich gerade etwas schwer, denn hier spielen besonders viele Kriterien eine Rolle, die sehr unterschiedlich ausfallen. Ich denke, 3,5 passt insgesamt ganz gut; ein Buch, das ich ganz gerne gelesen habe, aber doch die ein oder andere kleine Schwäche hat.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Nicht ganz was ich erwartet hatte

Als wir im Schnee Blumen pflückten
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Der Titel hat mir richtig gut gefallen und auch die Prämisse klang spannend: eine Frau verheimlicht ihrem dementen Ehemann, dass sie schwer erkrankt ist und versucht stattdessen mit Hilfe einer ...

Der Titel hat mir richtig gut gefallen und auch die Prämisse klang spannend: eine Frau verheimlicht ihrem dementen Ehemann, dass sie schwer erkrankt ist und versucht stattdessen mit Hilfe einer KI-Stimme in ihrem Handy, ihren verschollenen Ziehsohn zu finden.

Aber leider ist diese Storyline nur eine von vielen und schöpft ihr Potenzial nicht aus. Es mag auch sein, dass ihr hier einfach eine falsche Vorstellung hatte, aber ich hätte mir diesen Teil der Geschichte irgendwie witziger vorgestellt.

Zudem springt die Erzählung zwischen verschiedenen Ebenen und Perspektiven, was mich ehrlich gesagt ein wenig verwirrt hat. Das ständige Hin und Her macht es für mich unnötig schwer, in die Geschichte einzutauchen und die Charaktere kennenzulernen. Es braucht auch immer kurz am Anfang eines Kapitels, um sich in die entsprechende Konstellation einzufinden.

Ich bin dennoch froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe, denn im letzten Viertel hat es mich dann doch irgendwie gepackt. Es kommen einige Informationen ans Licht, die noch einmal beeinflussen, wie man das Gelesene bzw. Gehörte wahrnimmt und der Abschluss von Mariddjas und Bieras Geschichte war gleichzeitig traurig und auch was fürs Herz.

Das letzte Kapitel wirkte auf mich dann leider etwas aufgesetzt und so, als hätte man es angehängt, um eine politische Aussage zu machen. Schade nach diesem eigentlich sehr schönen Schluss.

Was mich aber leider am meisten gestört hat - und das ist eher selten der Fall - ist die Sprache. Auf der einen Seite wurden die blumigsten Metaphern verwendet und die Sätze lasen sich fast lyrisch, auf der anderen Seite fanden sich eher derbe, schroffe Worte und das hat für mich überhaupt nicht zusammengepasst. Ich habe mich öfter dabei ertappt, wie ich mit den Augen gerollt habe, wenn ein ganz trivialer Sachverhalt poetisch überhöht wurde.

Ich glaube, zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich nicht die richtige Leserin für das Buch war. Ich bin mir aber sicher, dass es anderen Menschen bestimmt richtig gut gefällt, weil durchaus viel Potenzial drin steckt. Also lasst euch von meiner Meinung nicht abschrecken!


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Veröffentlicht am 01.12.2024

Urban Fantasy mit kleineren Schwächen

Jewel & Blade, Band 1: Die Wächter von Knightsbridge (Knisternde New-Adult-Romantasy von der SPIEGEL-Bestseller-Autorin von "Silver & Poison")
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3,5 Sterne
Jewel & Blade von Anne Lück ist eine Urban Fantasy, die sich um die Artussage dreht. Die Zielgruppe ist vermutlich YA, also junge Erwachsene, wobei ich sie eher ein bisschen darunter ...

3,5 Sterne
Jewel & Blade von Anne Lück ist eine Urban Fantasy, die sich um die Artussage dreht. Die Zielgruppe ist vermutlich YA, also junge Erwachsene, wobei ich sie eher ein bisschen darunter ansetzen würde, vielleicht bei älteren Teenagern.
Grundsätzlich geht es darum, dass die Protagonistin Harper herausfindet, dass sie magische Kräfte hat, die mit Schmuckstücken aus der Artuszeit zusammenhängen. Sie folgt Archer nach London, wo dieser sie in die geheime Gesellschaft der Erben der Mitglieder der Tafelrunde einführt. Natürlich läuft hier nicht alles rund, und es gibt Intrigen, Verbrechen, Quests und noch einiges mehr, um die Spannung hoch zu halten. Anfangs gelingt dies der Autorin auch recht gut, sodass ich schnell in die Geschichte gefunden habe und auch wissen wollte, wie es weitergeht. Leider wird es zur Mitte hin etwas langatmig und auch vorhersehbar, bevor die Geschichte dann zum Ende hin wieder Fahrt aufnimmt.
Bei den Figuren ist mir aufgefallen, dass die Protagonistin zwar durchaus recht lebendig beschrieben wird, aber insgesamt so viele Personen auftauchen, dass einige davon doch sehr blass bleiben. Leider trifft dies auch in gewissem Maß auf die Männer in ihrem Leben zu: sowohl Lark als auch Archer wirken auf mich nicht so richtig rund und ich kann noch nicht wirklich nachvollziehen, wo die Anziehung herkommt. Meine Lieblingsfigur war definitiv die Cousine Ada, die hoffentlich auch im zweiten Teil weiter an Harpers Seite bleibt.
Auch wenn mir nicht alles gefallen hat (ich muss allerdings auch zugeben, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre und daher vielleicht auch andere Erwartungen hatte), glaube ich schon, dass ich den zweiten Teil lesen werde, denn die Geschichte hat mich schon insoweit gefesselt, dass ich wissen möchte, wie sie ausgeht.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Leider enttäuschend

Verbrannte Gnade
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Die Prämisse des Schwester-Holiday Romans klingt so vielversprechend: eine queere Nonne, die dabei hilft, Verbrechen aufzuklären. Leider fand ich die Umsetzung dann eher enttäuschend. Die Nonne ...

Die Prämisse des Schwester-Holiday Romans klingt so vielversprechend: eine queere Nonne, die dabei hilft, Verbrechen aufzuklären. Leider fand ich die Umsetzung dann eher enttäuschend. Die Nonne selbst wird zwar als durchaus vielschichtige Protagonistin präsentiert, was mir gefallen hat. Aber ihre Queerness wird so oft auch an unpassenden Stellen erwähnt und ins Zentrum gerückt, dass es hauptsächlich plakativ wirkt und nicht authentisch. Dazu kommt, dass zu viel passiert, das von der eigentlichen Krimigeschichte ablenkt. Die Abschnitte zu Holidays Vergangenheit sollen helfen, ihren Charakter auszuarbeiten, haben mich allerdings immer nur weiter verwirrt, warum sie denn nun Nonne geworden ist. Ihre Beziehung zu Nina, der Hintergrund der Brandermittlerin, und letztendlich auch die Auflösung des Falls erscheinen wie stereotype Versatzstücke, die unharmonisch nebeneinander stehen. Einziger Lichtblick war für mich die sehr gelungene Vortragsart der Sprecherin!
Zusammengefasst: Es wirkt, als hätte die Autorin viele individuell gute Ideen miteinander vermischt - und das ist schiefgegangen. Schade, denn Potential hätte die Geschichte definitiv gehabt.

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