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Veröffentlicht am 11.10.2016

zu viel gewollte

Küsse keine Capulet (Luca & Allegra 2)
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Der erste Band "Liebe keinen Montague" endete mit einem fiesen Cliffhanger.
Im Prolog erfahren wir nun, dass sich die Götter schlussendlich überzeugen liessen, eine erneute Prüfung der Liebe zuzulassen. ...

Der erste Band "Liebe keinen Montague" endete mit einem fiesen Cliffhanger.
Im Prolog erfahren wir nun, dass sich die Götter schlussendlich überzeugen liessen, eine erneute Prüfung der Liebe zuzulassen. Nun sei es jedoch an Luca Montague, sich der Prüfung zu stellen.

Und hier hat mein erstes Problem begonnen. Eigentlich erwartete ich, dass die Rollen getauscht würden, dass wir nun mehr von Luca erfahren würden. Nicht nur der Prolog liess darauf schliessen, auch Cover und Titel weckten diese Erwartungen in mir.

Doch auch in "Küsse keine Capulet" steht ganz klar Allegra im Mittelpunkt und auch dieses Mal ist sie die Unwissende und muss sich schlussendlich durch die Unterwelt kämpfen, um Luca zu retten. Ich hatte mich gefreut, Luca und seine Familie besser kennenzulernen, doch dies blieb mir leider verwehrt.

Die Grundidee, ihre eigene Geschichte mit der von "Romeo und Julia" und der griechischen Mythologie zu verweben, finde ich richtig klasse. Man merkt, dass sich Stefanie Hasse sehr gut in der Unterwelt und den Verwandtschaftsgraden der Götter auskennt.
Auch vom Setting am Gardasee war ich wieder angetan. Schade, dass wir dieses Mal nur so kurz da waren. Aber auch die Unterwelt hat mir als Bühne des zweiten Aktes gefallen.

Für dass die Dilogie so mit "Romeo und Julia" vermarktet wird, hat dieser zweite Band jedoch eher wenig mir Shakespears Drama zu tun. Dafür hat sich Stefanie Hasse wieder grosszügig in der griechsichen Mythologie bedient. Ich muss ehrlich zugeben, dass es mir stellenweise einfach zuviel des Guten war. Der Schlagabtausch der unterschiedlichsten Göttern verwirrte mich mehr, als dass er Spannung schuf und die Emotionen, die Romantik blieb meiner Meinung nach leider auf der Strecke.

Zu Beginn stolperte ich über einige Wiederholungen, doch das legte sich bald. Der Schreibstil von Stefanie Hasse ist sehr schlicht gehalten, so dass sich die Geschichte sehr flüssig lesen lässt. Anfangs plätscherte die Handlung ein bisschen vor sich her, doch dann zog die Autorin das Tempo rasant an, so dass sich die Handlungen beinahe überschlugen und ich mir zwischendurch eine kurze Verschnaufspause zur Vertiefung gewünscht hätte.

Fazit:
Leider habe ich mir von "Küsse keine Capulet" mehr versprochen - vor allem mehr von Luca.
So wurde ich mit diesem zweiten Band nicht so richtig warm. Erst musste ich mich damit abfinden, dass wieder Allegra die Unwissende war und im Zentrum stand und danach überschlug sich alles und die vielen Götter überforderten mich.
Schade, denn Stefanie Hasses Grundidee, eine neue Geschichte, angelehnt an "Romeo und Julia", mit der griechischen Götterwelt zu kreuzen finde ich immer noch sehr spannend. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die Autorin hier schlichtweg zu viele Ideen hatte, die sie alle in ihrer Geschichte unterbringen wollte.
(2.5 Sterne)

Veröffentlicht am 11.10.2016

faszinierend eindrücklich & schonungslos spannend

Flawed – Wie perfekt willst du sein?
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Cecelia Ahern ist für ihre Bestseller im Bereich der Frauenromane weltbekannt. Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" traut sie sich in neue Gefilde vor - und das gleich doppelt. Zum einen ist es ihr ...

Cecelia Ahern ist für ihre Bestseller im Bereich der Frauenromane weltbekannt. Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" traut sie sich in neue Gefilde vor - und das gleich doppelt. Zum einen ist es ihr erster All-Age-Roman und zum anderen ist "Flawed" der Auftakt zu einer dystopischen Dilogie. Mit der Grundidee einer Gesellschaft, die Perfektion fordert und Fehlerhafte brandmarkt, hatte mich die Autorin sofort neugierig gemacht.

Wir steigen scheinbar ganz entspannt zu einem Festessen mit den Nachbarn in die Geschichte ein und alles scheint wie immer perfekt zu sein. Doch dann erscheinen die Tinders nicht sondern plötzlich heulen die Sirenen los und die Whistleblower holen Angelina Tinder ab. Sie soll fehlerhaft sein? Celestine versteht die Welt nicht mehr, denn ihre Klavierlehrerin war wirklich perfekt. So macht sich die Protagonistin zum ersten Mal Gedanken über die Gesellschaft, das System und ihre heile Welt bekommt leichte Risse.

"Flawed" wird aus der ich-Perspektive von Celestine erzählt. Und obwohl ich ganz zu Beginn eher für ihre Schwester sympathisierte, wuchs sie mir dann sehr schnell ans Herz und ich bangte und litt mit ihr mit. Sie ist nämlich eigentlich die perfekte Vorzeigetochter, der alles gelingt und die sogar mit dem Sohn von Richter Cravan liiert ist. Für sie ist die Welt in Ordnung, denn sie möchte nichts anderes als perfekt sein und macht dafür auch einiges. Doch nach der Verhaftung der Nachbarin beginnt sie sich Gedanken zu machen und als sie im Bus Mitgefühl zeigt, wird ihre gesamte Welt aus den Fugen gehoben und zerbricht in tausend Stücke.

Für mich ist "Flawed" wieder einmal eine klassische Dystopie und die konnte mich wirklich überzeugen. Gekonnt hat Cecelia Ahern die Fäden gesponnen und immer enger gezogen. Zwischendurch hat sie auch immer wieder Informationen zum System einfliessen lassen. Gut gefallen hat mir, dass der Fokus auf der Entwicklung der Protagonistin und der Gesellschaft lag und nicht auf der Liebesgeschichte.

Cecelia Ahern beweist hier einmal mehr, warum ihre Bücher die Bestsellerlisten stürmen. Sie schreibt sehr angenehm und die Geschichte liest sich wahnsinnig süffig. Die Kapitel sind alle recht kurz gehalten, werden aber meistens mit einem kleinen Cliffhanger beendet, so dass man einfach immer weiterlesen muss.
Obwohl es in "Flawed" kaum filmreife Actionszenen gibt, empfand ich das Buch als sehr spannend. Und so bin ich richtig froh, dass Band 2 "Perfect - Willst du die perfekte Welt?" schon am 17. November 2016 erscheinen wird.

Fazit:
faszinierend eindrücklich & schonungslos spannend
Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein" beweist Cecelia Ahern, dass sie nicht nur Bestseller im Bereich der Frauenliteratur schreiben kann. Schonungslos erzählt sie die Geschichte von Celestine, die durch Menschlichkeit zur Fehlerhaften wird und die Gesellschaft, in der sie lebt, nun mit anderen Augen betrachtet.
Jeder, der gerne wieder einmal eine spannende Dystopie lesen möchte, sollte hier zugreifen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

optisch ein richtiges Highlight, inhaltlich aber 'nur' ein solider Mittelteil

Das Juwel - Die Weiße Rose
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Optisch ist auch der zweite Band von "Das Juwel" ein richtiger Mädchentraum. Das wunderschöne Kleid ist ein Hingucker und der Spotlack ein richtiges Highlight. So passen "Die Gabe" und "Die Weisse Rose" ...

Optisch ist auch der zweite Band von "Das Juwel" ein richtiger Mädchentraum. Das wunderschöne Kleid ist ein Hingucker und der Spotlack ein richtiges Highlight. So passen "Die Gabe" und "Die Weisse Rose" optisch perfekt zusammen. Doch wo die Protagonistin auf dem ersten Cover noch unsicher zusammengekauert ist, hat sie sich nun aufgerichtet und sieht entschlossen aus. Und genau diese Entwicklung von Violet steht im Zentrum.

"Die weisse Rose" schliesst direkt an seinen Vorgänger an, so dass ich keinerlei Probleme hatte, mich wieder in der Geschichte zurecht zu finden. Nachdem Violet und Ash von der Herzogin überrascht worden sind, wurde ihr Geliebter in den Kerker geworfen und bei ihr will die Herzogin vom See nun keine Gnade mehr walten lassen. Violet soll ihr so schnell wie möglich ein Kind gebären.

Doch mit Hilfe der männlichen Kammerzofe Lucien und dem Sohn der Herzogin gelingt Violet, Ash und Raven die Flucht aus dem Juwel. Ihr Ziel ist nun die Farm. Unterwegs decken sie noch mehr Gräueltaten des Adels auf, so dass sie schlussendlich unbedingt gegen das Juwel vorgehen wollen.

Auch dieses Mal wird die Geschichte aus der ich-Perspektive der 16-jährigen Violet Lasting erzählt. Sie hat sich im Gegensatz zu Band 1 positiv weiterentwickelt, doch ich muss ehrlich sagen, dass sie immer noch nicht zu meinen Lieblingscharaktere gehört. Irgendwie ist sie mir zu wenig greifbar.
Mein Wermutstropfen in "Die Gabe" war Ash und die Liebesgeschichte zwischen den beiden. So war ich wirklich froh, dass der Fokus nicht auf den beiden als Paar lag, trotzdem wurde ich mit Ash immer noch nicht ganz warm. Er war mir schlichtweg zu blass.

Überzeugen konnte mich dafür Violets beste Freundin Raven. Ihr wurde im Haus vom Stein böse mitgespielt, sie zeigt aber wahre Stärke.

Gut gefallen hat mir, dass es nun endlich mehr Hintergrundinformationen gab.
Auch die Fantasyaspekte, die neu eingewoben wurden, fand ich sehr interessant und ich bin gespannt, was Violet daraus dann im Finale macht.

Amy Ewing schreibt sehr schlicht und flüssig. Dazu kommt, dass die Schrift recht gross gehalten ist, so dass man förmlich durch die Seiten rast. Ab und zu gibt es zwar eine kurze Durststrecke und vieles ist vorhersehrbar, doch sonst versorgt uns die Autorin fortwährend mit Spannung und wartet am Ende mit einem richtig fiesen Cliffhanger auf. Auf Band 3 müssen wir aber wohl noch eine Weile warten, denn das Original erscheint erst diesen Oktober.

Fazit:
"Das Juwel. Die Weisse Rose" ist optisch ein richtiges Highlight, inhaltlich aber nur ein solider Mittelteil. Zwar schenkte mir Amy Ewing unterhaltsame Lesestunden, doch leider hat sie das Potential der Geschichte meiner Meinung nach nicht ganz ausgeschöpft. Ich hoffe, dass dieses Durchschnaufen ein Atemholen für ein fulminantes Finale ist.
(3.5 Sterne)

Veröffentlicht am 15.09.2016

magisch, geheimnisvoll, atmosphärisch

Federherz
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Mischa erzählt rückblickend, was geschehen ist, indem sie die Geschehnisse niederschreibt. Alles begann damit, dass ihre Schule abbrannte und alle Schüler auf andere Schulen verteilt wurden. Das abgelegene ...

Mischa erzählt rückblickend, was geschehen ist, indem sie die Geschehnisse niederschreibt. Alles begann damit, dass ihre Schule abbrannte und alle Schüler auf andere Schulen verteilt wurden. Das abgelegene Elite-Internat Hainpforte nimmt ganze drei Schüler auf. Um die Privatschule ranken sich viele Gerüchte. Die Internatsschüler sollen arrogant und langweilig sein, lassen sich aber nie in der Stadt blicken.
So muss Mischa am nächsten Morgen sehr früh aufstehen, denn der Weg durch den Wald nach Hainpforta ist weit. Doch als Mischa, Fridolin und Hanna die Pforten betreten, sind sie überrascht, wenn nicht sogar schockiert. So haben sie sich das Elite-Internat ganz bestimmt nicht vorgestellt. Die Schule ist heruntergekommen, die Fächerauswahl sehr speziell und auch die Schüler sind so ganz anders.

Immer wieder hat Mischa das Gefühl, dass sie verfolgt wird. Sie sieht Schatten, Bewegungen, hört Geräusche und am liebsten würde sie einfach nicht mehr zu dieser komischen Schule fahren. Doch der geheimnisvolle und vor allem gut aussehende Basil ist Motivation genug, sich jeden Morgen mit dem Fahrrad oder zu Fuss durch den Wald zu quälen.
Zudem hat sie immer mehr das Gefühl, dass sie aus einem ganz bestimmten Grund nach Hainpforte gerufen wurde.

Die 14-jährige Mischa ist eine sehr sympathische Protagonistin. Durch den Brand wird sie zum ersten Mal von ihrem besten Freund getrennt und muss sich in Hainpforta alleine durchschlagen. Zwar wird sie von Fridolin und Hanna begleitet, doch die beiden nehmen die Schule ganz anders wahr und konzentrieren sich vorwiegend auf sich. Mischa weiss was sie will und zwar herausfinden, was es mit dieser mysteriösen Schule auf sich hat und vor allem Basil besser kennenlernen.

Zu Beginn gab es die eine oder andere Länge, doch Elisabeth Denis hat eine dichte Atmosphäre aufgebaut, so dass mich die Geschichte schon bald packte und auch ich all den Ungereimtheiten auf den Grund gehen wollte. Und sobald die Fantsyaspekte auftauchten, war es sowieso um mich geschehen.

Klar gibt es auch in "Federherz" vielen Dinge, die man schon aus anderen Büchern kennt. Und trotzdem hat mir das Buch ein frisches Lesegefühl und viel Spass bereitet.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, so dass man "Federherz" am liebsten an einem Stück verschlingen möchte. Das Ende ist sozusagen der Anfang und so freue ich mich riesig, dass ich nicht lange auf die Fortsetzung "Federwelt" warten muss.

Fazit:
magisch, geheimnisvoll, atmosphärisch
Mit "Federherz" ist Elisabeth Denis eine geheimnisvolle Fantasygeschichte gelungen, die Lust auf mehr macht. Der federleichte Schreibstil und die herzliche Protagonistin nehmen uns mit in eine mysteriöse Schule, in eine unbekannte Welt ....

Veröffentlicht am 15.09.2016

unterhaltsame Sommerlektüre mit schöner Liebesgeschichte

Summer Girls 1: Matilda und die Sommersonneninsel
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Der erste Band der Summer Girls verspricht nicht nur vom Titel sondern auch vom Cover her eine richtig schön sommerliche Lektüre zu werden.
Die vier Freundinnen Matilda, Emmy, Johanna und Merit leben auf ...

Der erste Band der Summer Girls verspricht nicht nur vom Titel sondern auch vom Cover her eine richtig schön sommerliche Lektüre zu werden.
Die vier Freundinnen Matilda, Emmy, Johanna und Merit leben auf einer Insel, die im Sommer vom Tourismus lebt. Matilda arbeitet in der Windsurfschule der Familie mit und betreut die Kurse der Minis.

Doch dann taucht Lasse in ihrem Kurs auf, der ihr scho bei der Willkommensparty auf dem Bossenhof aufgefallen ist. Doch was will er im Anfängerkurs der ganz Kleinen? Und warum drängt Lasse sich immer wieder in ihre Gedanken? Für sie steht doch fest, dass sie sich nie in jemanden verlieben würde, der die Insel wieder verlassen wird ....

In diesem ersten Band der Summer Girls begleiten wir die 14-jährige Matilda. Sie ist aufgestellt und natürlich, aber auch impulsiv und aufbrausend. Sie fühlt sich von ihrer Familie oft ungerecht behandelt und agiert dann unüberlegt, was sie in die eine oder andere schwierige Situation bringt. Sie durchlebt die Hoch und Tiefs der Pubertät, was sie sehr authentisch und sympathisch macht.

"Die wütende Welle in ihr wuchs zu einem gewaltigen Brecher, der alles, was sich ihr in den Weg zu stellen drohte, hinwegspülen würde. Eine Sturmflut war ein Schluck Wasser dagegen!" (Seite 148)

Ich finde es klasse, wie das Autorenduo in der gesamten Geschichte immer wieder Metapher in Verbindung mit dem Meer einbaut. So ist der Sommer nicht nur inhaltlich sondern auch stilistisch immer präsent.
"Matilda und die Sommersonneninsel" ist eine leichte und schöne Sommerlektüre. Sie lässt sich weglesen wie nichts, so dass man am Ende gerne gleich Band 2 weiterlesen würde.

Die Geschichte ist nichts total Neues oder Weltbewegendes. doch gerade dieses Schlichte, Ruhige hatte für mich seinen eigenen Charme, die Züge eines Wohlfühlbuches.
Leider erscheint die Fortsetzung erst im Sommer 2017. Dort wird dann Emmy im Zentrum stehen.

Der Schreibstil von Martina Sahler und Heiko Wolz ist einfach gehalten und liest sich sehr angenehm und flüssig. Sie bringen eine gute Portion Humor ein und behandeln die Probleme der Pubertierenden feinfühlig und glaubwürdig.
Erzählt wird in der 3. Person, was in der heutigen Zeit eher selten ist.

Fazit:
Im Auftaktband der "Summer Girls" vereinen Martina Sahler und Heiko Wolze eine unterhaltsame Sommerlektüre mit den typischen Problemen von Teenagern und einer schönen Liebesgeschichte. "Matilda und die Sommersonneninsel" schenkte mir herzerwärmende Lesestunden, die auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren ganz bestimmt gut ankommen werden.
(4.5 Sterne)