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Veröffentlicht am 13.06.2017

eine ausgefallene Mut-mach-Geschichte

Frieda Kratzbürste und ich
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"Frieda Kratzbürste und ich" ist das Gemeinschaftswerk von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer. Der Autor hat schon mit mehreren Kinderbuchreihen bewiesen, dass er weiss, was beim Zielpublikum ankommt. ...

"Frieda Kratzbürste und ich" ist das Gemeinschaftswerk von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer. Der Autor hat schon mit mehreren Kinderbuchreihen bewiesen, dass er weiss, was beim Zielpublikum ankommt. Eines bringen seine Bücher immer mit sich: eine gute Portion Humor. Dieser erste Band ist jedoch in erster Linie ein Mut-mach-Buch.

Die beinahe siebenjährige Anna ist nämlich sehr schüchtern. So kann sie sich zum Beispiel nicht über die Geburtstagseinladung freuen, sondern macht sich Sorgen, wer sonst noch alles da sein wird. Nur gut, dass sie ihre Puppe und allerbeste Freundin Frieda hat. Diese hat nämlich nicht nur eine Kratzbürste sondern benimmt sich oft auch so: vorlaut, frech, aber vor allem auch lustig. Sie lässt sich nichts gefallen und nimm kein Blatt vor den Mund. Zwar kann nur Anna ihre Puppe hören, doch wenn sie ihr dann antwortet hat sie das schon oft in eine peinliche Situation gebracht. Meistens bringt Frieda sie jedoch zum Lachen. Und vor allem ist Frieda Kratzbürste auch der Meinung, dass Anna sich endlich trauen soll und zur Geburtstagsfeier gehen soll.

Ich habe "Frieda Kratzbürste und ich" meinen beiden Kindern vorgelesen und ich muss ehrlich zugeben, dass die Illustrationen nicht wirklich meinem Geschmack entsprechen. Meine Zuhörer hat das überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil: Sie fanden Frieda Kratzbürste klasse. Sie liebten ihre witzige Arte, ihre Wortkreationen und auch den gemeinen Racheakt, den ich als Muter schon wieder nicht ganz gut heissen konnte. Aber viele Kinder sind so wie Frieda und lieben ihre direkte Art. Und so wurde beim Vorlesen viel gelacht und mein Sohn hätte nun auch gerne eine Frieda Kratzbürste.

Fazit:
"Frieda Kratzbürste und ich" ist der Auftakt zur neuen Kinderbuchreihe von Rüdiger Bertram. Die Geschichte über die schüchterne Anna und ihre freche Puppe ist sehr witzig und eine ausgefallene Mut-mach-Geschichte.
Das Buch eignet sich nicht nur zum Selberlesen sonder ist auch ideal zum Vorlesen.

Veröffentlicht am 13.06.2017

wichtige Thematik wunderschön umgesetzt

Der Regenbogenfisch lernt verlieren (Deutsch-Italienisch)
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"Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister kennt wohl beinahe jeder, denn das Bilderbuch ist inzwischen schone ein Klassiker und feiert dieses Jahr sein 25 Jahre Jubiläum. Aus diesem Grund ist auch ein neuer ...

"Der Regenbogenfisch" von Marcus Pfister kennt wohl beinahe jeder, denn das Bilderbuch ist inzwischen schone ein Klassiker und feiert dieses Jahr sein 25 Jahre Jubiläum. Aus diesem Grund ist auch ein neuer Band erschienen: "Der Regenbogenfisch lernt verlieren".

Der Titel hat mich mit seiner Thematik sofort angesprochen, denn ich musste feststellen, dass Kinder, sobald sie in den Kindergarten kommen, plötzlich nicht mehr verlieren können - zumindest bei meinen ist das so. Da wird plötzlich geschummelt, geweint, getobt oder eingeschnappt ins Zimmer gerannt. Aus diesem Grund habe ich mir erhofft, dieses leidige Thema mit dem Regenbogenfisch thematisieren zu können.

Der Schwarm hat in diesem neuen Band Zuwachs bekommen, das Fischmädchen Rotflosse ist dazugestossen und sofort eine gute Freundin des Regenbogenfisches geworden. Gemeinsam mit den anderen Freunden spielen sie Verstecken. Doch es ist nicht der Tag des Regenbogenfisches. Er hat Mühe, die versteckten Fische zu finden, selber wird er aber vom kleinen Blauen sofort entdeckt. Der Regenbogenfisch will das gar nicht wahr haben, sucht den Fehler bei den anderen und schwimmt eingeschnappt davon.

Eine Situation, die jedem Kind wohl bekannt vorkommt. Und ich denke, dass es beide Seiten kennt. Und das ist das schöne an den Geschichten von Marcus Pfister. Die Themen sind direkt aus dem Kinderalltag gegriffen, so dass sich die Zuhörer perfekt identifizieren können.
Und eines haben wohl alle Bücher vom Regenbogenfisch gemeinsam: Sie stellen die Freundschaft, das liebevolle Miteinander in den Mittelpunkt. Und so wird auch dieses Mal eine Lösung gesucht. Rotflosse sucht das Gespräch mit ihm und erklärt, dass man nicht immer gewinnen kann. Der Regenbogenfisch weiss auch, dass seine Freundin recht hat und so gibt er sich Mühe, kein Spielverderber zu sein.

Auch "Der Regenbogenfisch lernt verlieren" erkennt man an seinen Aquarellbildern sofort. Die Bilder sind wunderschön und passen perfekt zur Unterwasserwelt. Mir gefällt auch Rotflosse sehr gut, denn in ihr hat der Regenbogenfisch nicht nur eine gute Freundin gefunden, sie bringt auch noch zusätzlich Farbe ins Meer.

Fazit:
Marcus Pfister stellt in seinen Bilderbüchern immer die Freundschaft und das respektvolle Miteinander in den Mittelpunkt. Und dazu gehört auch, dass man lernt, dass verlieren zum Spielen dazugehört.
"Der Regenbogenfisch lernt verlieren" thematisiert diese wohl allen Kindern nur zu gut bekannte Problematik, so dass sich die Zuhörer sehr gut identifizieren können.

Veröffentlicht am 13.06.2017

ein toller Einstieg in die brontosauröse Reihe

Die Dinorinos können alles
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Dinosaurier sind längst ausgestorben? Dinosaurier sind riesengross? Falsch gedacht!
Die Dinorinos, das sind Igur, Permilla und Happi, sind zwar ziemlich klein, aber total lebendig. Das ist jedoch ein Geheimnis, ...

Dinosaurier sind längst ausgestorben? Dinosaurier sind riesengross? Falsch gedacht!
Die Dinorinos, das sind Igur, Permilla und Happi, sind zwar ziemlich klein, aber total lebendig. Das ist jedoch ein Geheimnis, von dem nur Juri und sein Opa wissen. Für alle anderen sehen sie nämlich aus wie Spielzeugdinos.

"Die Dinorinos können alles" ist der Auftakt zu einer neuen Kinderbuchreihe ab 6 Jahren. So eignet sich das Buch zum Vorlesen, aber auch zum Selberlesen.
Die Thematik der kleinen Spielzeugdinosaurier, die lebendig sind, spricht die Kinder sofort an und sie schliessen die drei Mini-Dinos sofort ins Herz.

Auf dem Vorsatzblatt werden Igur, Permilla und Happi ganz kurz vorgestellt, was sehr praktisch ist. So kann man schnell nochmals nachschauen, wer nun wer ist. Nachdem auf einer ersten Doppelseite die Sache mit den Dinorinos, Juri und seinem Opa erklärt wird, geht es mit der eigentlichen Geschichte los. Diese ist kindgerecht und sehr unterhaltsam. In diesem ersten Band wollen die drei mit Juri in die Schule. Zwar versprechen sie ihm, schön in der Schultasche zu bleiben und tonlos mit der Quietschkiste, dem alten Gameboy von Juris Mama, zu spielen, doch sie bringen ein ganz schönes Chaos in den Schulalltag.

"Die Dinorinos können alles" bringt einige Attribute eines Erstlesebuches mit sich. So hat es eine gut leserliche, schön gross gedruckte Schrift und jede Doppelseite ist mit farbenfrohen Illustrationen ergänzt. Es ist jedoch schon eine umfangreichere Geschichte, so dass auf den Seiten mehr Text und das ganze Buch ganze 80 Seiten umfasst. So eignet sich die Reihe sicher für geübte Erstleser.

Die Illustrationen von Steffen Winkler müssen auch positiv hervorgehoben werden. Nur schon das Cover ist so farbenfroh und süss, dass es sofort ins Auge sticht. Die Dinorinos schauen einen direkt an und scheinen "Lies unsere Geschicht!" zu sagen.

Für mich als Mutter und Lehrerin gibt es nur einen kleinen Wermutstropfen. Happi hat einen kleinen Sprachfehler und verschluckt einzelne Buchstaben am Ende eines Wortes. Er kann das 'sch' nicht aussprechen und sagt da nur 's'. Das kennt man von kleinen Kindern, denn das 'sch' wird ja ganz am Schluss gelernt. Zum Vorlesen kann man das auch ganz lustig betonen, doch da die Geschichte vor allem auch zum Selberlesen gedacht ist, finde ich das nicht ganz glücklich. Da stehen dann falsche Wörter im Buch und ein 't' am Ende wird durch ein Apostroph ersetzt. Nicht ganz einfach für Erst- und Zweitklässler.

Meine beiden Kinder sind aber total begeistert von den Dinorinos und wollen sie unbedingt auch auf ihren nächsten Abenteuern begleiten.

Fazit:
"Die Dinorinos können alles" ist ein toller Einstieg in die brontosauröse Reihe von Katharina Wieker. Mit den lebendig gewordenen Spielzeugdinosauriern und den farbenfrohen Illustrationen erobern die Dinorinos die Kinderherzen bestimmt im Sturm.

Veröffentlicht am 12.06.2017

tierisch unterhaltsam & ausserordentlich originell

Käferkumpel (Die Käfer-Saga 1)
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Der britischen Verleger Barry Cunningham, der Entdecker von J.K. Rowling und Harry Potter, ist sich sicher, dass die Käfer-Saga von M.G. Leonard ein Klassiker wird.
"Käferkumpel" ist ein fantasievolles ...

Der britischen Verleger Barry Cunningham, der Entdecker von J.K. Rowling und Harry Potter, ist sich sicher, dass die Käfer-Saga von M.G. Leonard ein Klassiker wird.
"Käferkumpel" ist ein fantasievolles und originelles Abenteuer mit viel Humor. So birgt dieser erste Band nicht nur wahnsinnig viel Lesespass sondern bringt auch alle Attribute für ein ideales Vorlesebuch mit sich - und zwar nicht nur zuhause sondern auch in der Schule.

Der dreizehnjährige Darkus Cuttle hat früh seine Mutter verloren und lebt seither zusammen mit seinem Vater. Doch nun ist dieser spurlos aus dem Naturhistorischen Museum verschwunden und nur Darkus ist sich sicher, dass sein Vater weder auf der Flucht ist noch ein Doppelleben führt. Etwas anderes ist passiert und er will unbedingt herausfinden was. Darkus ist ein toller Protagonist, der über seinen Schatten springt und sein Herz am richtigen Fleck hat. So schliesst man ihn sofort ins Herz und springt gemeinsam mit ihm in ein tierisches Abenteuer, das sich gewaschen hat.

Doch die wahren Helden dieser Geschichte sind ganz klar die Käfer, allen voran der riesige Nashornkäfer Baxter, mit dem sich Darkus zu verständigen lernt.
Insekten kommen bei den meisten Menschen nicht gut an, viele ekeln sich sogar von den Krabbeltieren. Zugegeben zählen Käfer auch nicht zu meinen Lieblingstieren, faszinierend fand ich sie jedoch schon immer. Ich kann euch garantieren, dass es M.G. Leonard schafft, auch euer Interesse an den kleinen Tieren zu wecken und wer weiss, vielleicht wünscht sich nach "Käferkumpel" der eine oder andere auch ein Haustier wie Baxter.

Doch Darkus entdeckt nicht nur Baxter, im Laufe der Geschichte findet er auch menschliche Freunde.
Sowieso bietet die Geschichte eine ganze Palette an facettenreiche Charaktere. Diese reichen von liebevoll-verschroben über ulkig-durchgeknallt bis hin zu bitterböse.

Mit ihrem Debüt ist der Autorin M.G. Leonard ein ausserordentlich unterhaltsames und originelles Kinderbuch gelungen. Das Käfer-Abenteuer mit dem aussergewöhnlichen Ermittler-Duo bietet neben der spannenden Handlung auch noch eine gute Portion Humor und nebenbei lernt man auch noch einiges über Käfer.
Von Anfang an wurde ich tierisch unterhalten und von der dichten Atmosphäre in den Bann gezogen.

Fazit:
tierisch unterhaltsam & ausserordentlich originell
"Käferkumpel" müsst ihr unbedingt vorlesen! Ob der Schulklasse oder den eigenen Kindern ist egal .... und wenn dies nicht möglich ist, lest es einfach für euch alleine.
Ich garantiere euch, dass ihr euren Spass mit diesem amüsanten Abenteuer haben werdet und vielleicht sogar euer Herz für Käfer entdeckt.

Veröffentlicht am 28.05.2017

ein Ausflug nach Venedig, der sich lohnt

Pearl – Liebe macht sterblich
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Als Einstieg ins Buch begleiten wir Pearl zu ihrem Date mit John. Er könnte der Richtige sein und sie erlösen. Doch sollte er nicht ihr Seelenpartner sein, würde sie ihm durch den Kuss seine Liebe rauben, ...

Als Einstieg ins Buch begleiten wir Pearl zu ihrem Date mit John. Er könnte der Richtige sein und sie erlösen. Doch sollte er nicht ihr Seelenpartner sein, würde sie ihm durch den Kuss seine Liebe rauben, so dass er nie wieder dieses Gefühl empfinden könnte. Und da sich Pearl einfach nicht sicher ist, schliesslich hat sie selber noch nie Liebe empfunden, lässt sie ihn ziehen.

Trotzdem gerät sie in den Fokus der Jäger, die 'böse' Suchende ausfindig machen und eliminieren.
Julie Heiland startet recht einfach in ihr neues Buch "Pearl - Liebe macht sterblich", bevor sie immer tiefer in ihre Thematik eintaucht.

Pearl ist damals mit 18 Jahren ungeliebt gestorben und weilt nun schon seit 200 Jahren als Suchende auf der Erde, um ihre wahre Liebe zu finden und erlöst zu werden. Trotz dieser langen Zeit, in der sie Erfahrungen sammeln konnte, erschien sie mir zu Beginn recht naiv. Zum Glück entwickelt sie sich jedoch weiter, so dass sie einem immer mehr ans Herz wächst.
Pearl wohnt mit zwei anderen Suchenden in einem wunderschönen Palazzo. Damian und Alexa sind ihre Familie und ich fand es sehr spannend, die beiden besser kennenzulernen, denn sie zeigen einem sehr schön auf, in welche beiden Richtungen Suchende sich entwickeln können.

Auch in "Pearl" schafft Julie Heiland eine dichte Atmosphäre. Das Setting in Venedig, der Stadt der Liebe, könnte nicht passender sein und die Autorin setzt die typischen Merkmale der Lagunenstadt gekonnt ein.
Die Idee der Suchenden und Jäger bringt wieder einmal etwas frischen Wind in den Buchmarkt und hat mir sehr gut gefallen. Die komplexe Thematik wird sehr gut eingeführt und mit kursiv gedruckten Rückblicken auf Pearls bitteres Leben eindrucksvoll untermauert.

Unsterblichkeit, die Suche nach der wahren Liebe, Venedig .... all diese Stichwörter deuten daraufhin, dass "Pearl" ein Buch der grossen Gefühle ist. Und ja, wir erleben Freundschaft, Eifersucht, Hass, Sehnsucht und selbstverständlich auch die Liebe. Manchmal war mir die Geschichte sogar etwas zu kitschig.

Julie Heilands Schreibstil ist schlicht, aber auch bildhaft und mitreissend. Ihre oft kurzen Sätzen entwickeln beim Lesen eine tolle Dynamik so dass man das Buch kaum noch aus den Händen legen kann.
Die Geschichte ist meistens aus der ich-Perspektive von Pearl erzählt, so dass wir ihre Gefühlswelt sehr schön zu spüren bekommen. Zwischendurch bekommen wir jedoch auch Einblicke in das Leben eines verbittertenJägers, was sehr interessant ist.

Fazit:
Mit "Pearl - Liebe macht sterblich" bietet uns Julie Heiland einmal mehr Lesestoff, den man kaum aus der Hand legen kann. Ihre Idee und das Setting ist grandios umgesetzt und die Geschichte löst beim Lesen viele Emotionen aus - ab und zu jedoch auch ein Augenrollen, weil es etwas zu kitschig ist. Der Ausflug nach Venedig lohnt sich aber trotzdem!