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Veröffentlicht am 20.02.2021

Düstere Stimmung in Oslo.

Blutnebel
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Nachdem ich den ersten Band mit dem Titel „Blutnebel“ im November gelesen habe und mich das Autorenduo überzeugen konnte, wartete ich lange auf diesen zweiten Band. Im zweiten Band erschüttert eine Explosion ...

Nachdem ich den ersten Band mit dem Titel „Blutnebel“ im November gelesen habe und mich das Autorenduo überzeugen konnte, wartete ich lange auf diesen zweiten Band. Im zweiten Band erschüttert eine Explosion den Hafen in Oslo. Bei diesem Anschlag kommen vier Menschen ums Leben, eine Frau namens Ruth-Kristine Smeplass kommt knapp mit dem Leben davon. Diese Frau ist keine Unbekannte, denn Kommissar Alexander Blix kennt die Frau aus einem alten Cold Case. Damals verschwand die zweijährige Patricia und Ruth war die Mutter der Verschwundeten. Somit wird ein alter Fall wieder aufgenommen, der tief in die Vergangenheit reicht. Zur Hilfe für die Ermittlungen nimmt Blix die Journalistin Emma Ramm hinzu.

Der zweite Band fängt im Vergleich zum ersten Band recht schnell vom Tempo her an. Der Anschlag erschüttert Oslo und es gibt viele Fragen, die beantwortet werden müssen. Somit kam schon am Anfang eine gute Spannung auf, wodurch ich sehr früh durch den Plot gefesselt worden bin. Im Vergleich zum ersten Band sehe ich hier eine enorme Steigerung!

Der sympathische Eindruck der beiden Protagonisten Emma Ramm und Alexander Blix hatte ich auch im zweiten Band . Auch hier rücken die privaten Probleme der Ermittler in den Vordergrund. Besonders der psychische Zustand von Emma wurde durch die beiden Autoren sehr interessant präsentiert. Dadurch sieht man bei Emma eine starke Entwicklung in ihren Handlungszügen.
So durfte ich die beiden Ermittler noch näher kennenlernen, wodurch sie mir immer mehr ans Herz gewachsen sind. Dennoch fiel mir auf, dass teilweise zum Schluss des Buches, der Fokus auf eher auf einer weiteren Ermittlerperson lag, als auf den Beiden. So hatte ich das Gefühl, dass ich die Beiden an manchen Stellen bzw. Kapiteln aus den Augen verloren habe.

Von der Handlung her kann man sagen, dass hier eine recht düstere Grundstimmung entworfen wird. Nie hätte ich gedacht, dass in so einer schönen Stadt wie Oslo so eine düstere Atmosphäre herrschen kann. Des Weiteren werde ich jetzt ein Bezug zum Ende des Buches ziehen. Hier finde ich, dass das Ende des Thrillers von der Intensität her in keiner Weise, zum Anfang des Buches passte. Folglich war ich ein bisschen enttäuscht vom Ende, da ich mir hinter dem Anschlag was viel größeres erwartet habe.

Natürlich lässt sich der zweite Band unabhängig vom ersten Band lesen. Dennoch empfehle ich Ihnen, den ersten Band zu lesen, damit man die Entwicklung und die beiden Protagonisten hier besser verstehen kann.

Zum Schluss kann ich zusammenfassend sagen, dass ich hinsichtlich des Anfangs des Buches sowie der Charaktere eine enorme Steigerung zum ersten Band sehe. Dennoch muss ich persönlich die Auflösung, also das allgemeine Ende, kritisieren, da es mir einfach nicht gefallen hat. Und da im Oktober schon der dritte Band erscheinen wird, freue ich mich auf ein Wiedersehen mit Emma und Alexander!

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Veröffentlicht am 19.02.2021

Zurück an den Fang. Ein persönlicher Fall im Vordergrund.

All die dunklen Lügen
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Für das Ermittlerpaar Ellery Hathaway und Reed Markham steht der zweite Fall an. Und es geht um eine besonderes persönliche Aufklärung einer Mordtat. Vor über zwanzig Jahren wurde Reeds Mutter brutal mit ...

Für das Ermittlerpaar Ellery Hathaway und Reed Markham steht der zweite Fall an. Und es geht um eine besonderes persönliche Aufklärung einer Mordtat. Vor über zwanzig Jahren wurde Reeds Mutter brutal mit einem Messer getötet. Über 20 Stichen in den Oberkörper musste Reeds Mutter über sich ergehen lassen. Sie erlag ihren Verletzungen schnell. Bis jetzt hat man den Täter nicht fassen können. Kann Reeds Adoptivvater etwas mit dem Mord zu tun haben? Das Ermittlerpaar begibt sich somit zurück an den Anfang, indem sie sich an den Tatort nach Las Vegas begeben. Schnell merken die Beiden, dass aus vielen Personen aus dem Umfeld von Reeds Mutter mögliche Täter werden. Die Suche nach dem Täter wird in die Wege geleitet und nach etlichen Jahren wird der Mörder aus seinem Frieden und der Sicherheit gelockt.

Obwohl ich den ersten Band des Ermittlerspaars nicht gelesen habe, bin ich richtig gut in die Geschichte gestartet. Schon nach paar Seiten begibt man sich als Leser in die Glückspielsstadt im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, Las Vegas. Und so gelingt es der Autorin den Handlungsort sehr umfangreich zu beschreiben, sodass man in die Welt der Kasinos, des Pokers und der tausenden Lichter entfliehen kann. Somit konnte ich mir die Szenerie sehr gut bildlich vorstellen.

Die Suche nach einem vermeintlichen Mörder wird in die Wege geleitet und es wird rasant. Die Ermittler tappen lange im Dunkeln und sind auf sich größtenteils alleine gestellt, da wenige Menschen ihnen helfen wollen. So entwickelt sich eine mysteriöse Atmosphäre, die gut zur Geltung kommt. Es werden gute Twists durch die Autorin eingebaut, welche die Spannung im großen Maße hochhalten. Insbesondere durch die Bindung von Read zum Opfer erhält dieser Thriller auf der anderen Seite noch einen Hauch an Emotionen.

Mit den beiden Protagonisten Ellery und Read wurde ich leider nicht ganz warm. Neben der Arbeit als Duo, liegt auch eine emotionale Bindung zwischen den beiden Figuren vor. So wurde das Duo von einer anderen Seite beleuchtet, was natürlich tendenziell positiv zu bewerten ist. Diese emotionale Bindung sowie die Harmonie zwischen den Beiden wirkte meines Erachtens nach, an manchen Stellen zu weit hergeholt bzw. nicht authentisch. Dennoch haben sich beide im Fall gut durchgeschlagen, da ihre Vorgehensweise interessant zu verfolgen war.

Allgemein zusammengefasst kann man sagen, dass der Thriller trotz eines unharmonischen Ermittlerduo einen sehr interessanten Fall zu bieten hat. Die Spannung wird durch eine mysteriöse Atmosphäre sowie Twists hochgehalten.

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Veröffentlicht am 18.02.2021

Ein starke Protagonistin im Vordergrund

OHNE AUSWEG (Holly Lin)
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Kann man ein gefahrenloses Doppelleben führen, wenn man zum einen Kindermädchen ist und zum anderen eine Auftragskillerin bei Nacht? Gute Frage. Aber ein derartiges Leben führt Holly Lin. Für ihre Familie ...

Kann man ein gefahrenloses Doppelleben führen, wenn man zum einen Kindermädchen ist und zum anderen eine Auftragskillerin bei Nacht? Gute Frage. Aber ein derartiges Leben führt Holly Lin. Für ihre Familie ist sie das sympathische und zielstrebige Mädchen. Doch bei Nacht schlüpft sie in die Rolle einer brutalen Killerin, die im Dienste der Regierung, Gauner, Verbrecher, Mörder und Vergewaltiger zur Strecke bringt. Doch dann hat Holly Lin eine Mission, bei der sie und ihr Team scheitern. Einer ihrer Teamkameraden kommt ums Leben und Holly Lin möchte ihre Arbeit bei Seite legen. Doch sie darf nicht, denn sie muss eine allerletzte Mission ausführen, bei der sie sich einem Geist ihrer Vergangenheit stellen muss.
Bei dem Buch „Holly Lin – Ohne Ausweg“ handelt es sich um einen actionreichen Thriller, der ein rasantes Tempo in der Handlung aufweist. Schlag auf Schlag passieren Actionszenen, die das Tempo hochhalten. An der Seite von Holly entfliehen wir in eine Welt voller Korruption, Drogen und Machtkämpfen. Dabei wird es für die Protagonistin nicht leicht, da sie nie wissen kann, wem sie ihr Vertrauen schenken kann. Es kann natürlich in diesem Buch natürlich zur Diskussion gestellt werden, ob der Maß an Actionszenen nicht zu viel ist. Persönlich bin ich der Meinung, dass dieses hohe Maß an Szenen, dafür sorgten, dass man durchgängig am Buch drangeblieben ist. Es passierte einfach von der Handlung her so viel! Und die Kürze der Kapitel unterstützt die Action sowie die Spannung sehr gut!
Holly als Protagonistin gefiel mir in ihrer Gestaltung größtenteils sehr. Sie ist eine starke, motivierte und durchsetzungsfähige Frau, die vor keinem Menschen Angst hat. Sie zieht ihr Ding durch ohne Rücksicht auf Andere. Dennoch fände ich es noch besser, wenn man noch mehr über ihr vergangenes Leben sowie ihre Familie – besonders ihren Vater – erfahren würde, da diesen im Buch passiv eine Rolle zugeschrieben wird. Weiterhin lässt sich sagen, dass sonst die anderen Charaktere in dem Thriller, gut die Handlung ergänzen und die Spannung der Geschichte durch ihre Handlungsentscheidungen positiv beeinflussen. Wer also auf einen actionreichen Thriller a la den Film „The Equalizer“ bzw. „John Wick“ sucht, wird mit diesem Buch fündig.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass für mich Holly Lin ein sehr rasantes und spannendes Buch war. Das Buch weist ein hohes Maß an Action auf und eine sehr starke Protagonistin steht im Vordergrund. Ich erhoffe mir, dass zu Holly Lin ein zweiter Band erscheint, da ich viel mehr über sie und ihr Leben erfahren wollen würde.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Viel Spielraum zur Interpretation

Die stillen Gefährten
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Auch wenn ich grauenhafte Thriller und Kriminalromane seit langem lese, habe ich nie den Absprung zu Geistergeschichten bzw. Büchern mit Horrorelementen geschafft. Warum? Das weiß ich selbst nicht und ...

Auch wenn ich grauenhafte Thriller und Kriminalromane seit langem lese, habe ich nie den Absprung zu Geistergeschichten bzw. Büchern mit Horrorelementen geschafft. Warum? Das weiß ich selbst nicht und ich bereue es. Das Buch „Die stillen Gefährten“ zeigte mir, welch ein großes Potential in diesem Genre steckt. Ich begab mich auf eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert und lernte die Protagonistin Elsie kennen. Vor kurzem heiratete Elsie den reichen Erben Rupert, wodurch sie ein Leben ohne Geldsorgen leben kann. Doch kurz nach der Hochzeit ist Elsie verwitwet und schwanger. Zusammen mit Ruperts Cousine Sarah zieht sie in Ruperts altes Landhaus ein, dass „The Bridge“ genannt wird. Viele Menschen glauben, dass auf Elsie und ihrer Familie ein Fluch liegt. Als wäre es diese Anschuldigung nicht schlimm genug, öffnet Elsie eine verschlossene Tür im alten Landhaus, was Konsequenzen zur Folge hat. Man sagt ja: Einige Türen sind aus einem bestimmten Grund verschlossen.
Erstmal spreche ich ein ganz großes Lob an den Verlag aus, der ein geniales Artwork mit goldenem Buchschnitt erstellt hat.
Der Autorin Laura Purcell gelingt es schon zu Beginn des Buches eine düstere Atmosphäre durch das gewählte Setting wie das geheimnisvolle Landhaus zu entwerfen. Sie baut gekonnt sehr langsam die Handlung auf, damit man sich als Leser in die Personen, das Szenario, die Handlung sowie die Zeit hineinversetzen kann. Deswegen entwickelt sich parallel dazu die Spannung auch langsam, was jedoch keinen negativen Einfluss auf das Buch hat. In diesem Fall war eine derartige Einführung nötig, um sich komplett in die Geschichte hineinversetzen zu können.
Weiterhin lässt sich sagen, dass die Geschichte auf drei verschiedenen Zeitebenen spielt, die trotzdem in einem essentiellen Bezug zueinanderstehen. An das Wechseln zwischen den drei Zeitsträngen musste ich mich zu Beginn des Buches recht gewöhnen.
Mit Elsie konzipiert die Autorin eine sehr zielstrebige sowie charakterstarke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Ich fand es gelungen, dass sie als Hauptfigur fortlaufend in diesem Buch tiefgründig beleuchtet wird. Dennoch erfährt man nicht alles über sie, wodurch ich viele Hypothesen zu ihr aufstellen musste. Aber nicht nur Elsie bleibt geheimnisvoll. Weitere Dinge, die im Landhaus Elsie und den weiteren Charakteren widerfahren, bleiben ungeklärt. Deswegen erweist das Buch einen großen Spielraum zur individuellen Interpretation. Dies fand ich gelungen, da diese Unaufgeklärtheit einfach zu diesem Buch gepasst hat.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Autorin mit ihrem Roman „Die stillen Gefährten“ ein sehr atmosphärisches, spannendes und komplexes Buch geschrieben hat, welches viel Raum zur individuellen Interpretation bietet. Ich freue mich auf weitere Bücher aus diesem Genre.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Was sind deine Ängste?

Trauma – Kein Entkommen
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In München werden innerhalb von kurzer Zeit zwei Leichen gefunden. Ein Toter im See, der andere im Kühlschrank. Die Parallelen im Fall kommen schnell ans Tageslicht. Beide Männer sterben in der Art und ...

In München werden innerhalb von kurzer Zeit zwei Leichen gefunden. Ein Toter im See, der andere im Kühlschrank. Die Parallelen im Fall kommen schnell ans Tageslicht. Beide Männer sterben in der Art und Weise, in der durch das Ereignis, eine Erinnerung hervorgerufen wird, dass die Traumatisierung ausgelöst hat. Der Psychoanalytiker Dr. Hanning geht in beiden Fällen vom Suizid aus. Und genau daran zweifelt Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmüller. Aus diesem Grund stellen sie weitere Ermittlungen auf und stoßen dabei auf einen Skandal, der sich bei der Deutschen Bundesmarine ereignet hat. Kurz darauf wird den Beiden der Fall entzogen. Was geht hier vor sich?

In den Thriller „Trauma - Kein Entkommen“ bin ich mit großen Erwartungen gestartet. Und so begann der Thriller mit einer gewissen guten Spannung, da man viel mehr über den Fall erfahren wollte. An der Seite von Katja Sand und ihrem Assistenten Rudi begibt man sich in die Tiefen einer dunklen Geschichte. Es wird nicht einfach für die Beiden, da irgendwann ihnen auch der Fall entzogen wird. Als Leser denkt man sich nur, dass für die Beiden eine harte Zeit bevorsteht. Und für mich hieß das: Toll, das Buch wird spannend und komplex sein!

An sich fand ich den Fall richtig gut entwickelt, da das Buch eine gewisse Struktur durch die Einteilung in die Teile hat. Besonders die Rückblenden am Anfang jedes Teils sorgten für mich für Nervenkitzel, da man wissen wollte, was es mit diesem kleinen Jungen auf sich hat. Dadurch blieb die Spannung größtenteils konstant und auf hohem Niveau, sodass man gut am Ball dran bleiben konnte. Dennoch gab es für mich paar Kleinigkeiten, die mich im Buch störten.
Persönlich finde ich es richtig gut, wenn man Einblicke in das Privatleben eines Protagonisten erhält. Dadurch bekommt man ein vielschichtiges Bild über eine Figur, wodurch man sich sie ganz gut vorstellen kann. Leider fand ich bei Katja, dass man teilweise zu viel in ihr Privatleben blickte, wodurch folglich dann der Fall, in den Hintergrund gerückt ist. Aus diesem Grund ist die Spannung auch an manchen Stellen gefallen. Bei Rudi bin ich der Meinung, dass man bei ihm genau das Gegenteil tuen könnte. Das heißt, dass mir die Tiefgründigkeit bei ihm fehlte. Dadurch wirkten sie für mich in ihrer Gestaltung her, auch nicht auf einem gleichen Niveau.

Aber genug Kritik jetzt zu den Figuren. Ich bin ja ein großer Fan von psychologischen Aspekten in Thrillern! So bin ich der Meinung, dass es dem Autor sehr gelungen ist, den psychologischen Aspekt - das Trauma eines Menschen bzw. die Traumatisierung eines Individuums - gut aufzugreifen und in die Handlung zu integrieren. Folglich erhielt dieses Buch eine gewisse Tiefe, die gut zur Geltung kommt.

Zum Schluss lässt sich noch sagen, dass der Autor einen angenehmen Schreibstil hat, der sich flüssig lesen lässt. Das hat mit gut gefallen!

Allgemein bleibt mir zum Schluss zu sagen: Der erste Band um die Ermittler Katja Sand und Rudi weist gute Ansätze auf und hat eine gewisse Tiefe in der Handlung. Dennoch störte mich die Gestaltung bzw. die Fokussetzung bei den Figuren, wodurch ich mir erhoffe, dass es im zweiten Band anders sein wird.

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