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Veröffentlicht am 20.11.2020

Sozialkritischer Kriminalroman, der ein gutes Stück sowjetische Geschichte aufgreift

Black Sun
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Der Thriller „Black Sun“ spielt 1961 in der ehemaligen Sowjetunion. Der Protagonist Major Alexander Wassin ist Agent des KGBs. Er hat den speziellen Auftrag erhalten, den mysteriösen Selbstmord eines jungen ...

Der Thriller „Black Sun“ spielt 1961 in der ehemaligen Sowjetunion. Der Protagonist Major Alexander Wassin ist Agent des KGBs. Er hat den speziellen Auftrag erhalten, den mysteriösen Selbstmord eines jungen Physikers namens Petrov zu untersuchen. Dabei muss sich Wassin in die geheim gehaltene und isolierte Stadt Arsamas-16 begeben. In Arsamas-16 plant man grauenvolle Dinge. Dort herrscht höchste Geheimstufe, denn dort bereitet man die große Testzündung der größten Wasserstoffbombe der Welt vor. Dieser Bombe wird später der Name der „Zar Bombe“ zugesprochen. Bei seinen Ermittlungen merkt Wassin, dass er sich auf die Hilfe der Forscher und Ansässigen nicht verlassen kann. Eine Wand des Schweigens entsteht und Wassin geht davon aus, dass Petrov doch keinen Selbstmord begangen hat.

Ich finde schön, dass dieser Thriller auf wahren Begebenheiten beruht. Der Autor erklärt die damaligen Umstände auf den letzten Seiten. Somit war ich sehr gespannt, wie er dieses gute Stück der Geschichte der Sowjetunion aufgreift. Das Buch beginnt mit der Ankunft von Wassin in der isolierten Stadt. Schnell kommt eine recht beklemmende Stimmung auf, da das Gefühl von ständiger Kontrolle und Beobachtung auftaucht. Wassim muss sich vorsichtig bewegen und nicht zu viel Aufsehen erregen. Das Setting wird durch den Autor wunderbar dargestellt. Man kann sich Arsanas-16 und die Menschen vor Ort gut vorstellen. Sie sind Marionetten des Regimes, die kaum Freiheiten haben. Je mehr Wassim ermittelt, desto gefährlicher wird es für ihn. Und das spürt man beim Lesen. Wassin als Person weist zwiespältige Charaktereigenschaften auf. Er ist ein Sinnbild der Gerechtigkeit und Wahrheit, verfällt jedoch in manchen Teilen seines Lebens in Untreue und Verrat. Deswegen konnte ich nach dem Ende des Buches ihn immer noch nicht durchschauen. Da freue ich mich auf die weiteren Bände, um Wassim als KGB-Agenten besser kennenzulernen. Dem Buch wird das Genre „Thriller“ zugesprochen. Für mich ist diese Kategorisierung fehl am Platz. Der Begriff des „Kriminalromans“ wäre meiner Ansicht nach passender. Es fehlten mir viel zu viele Merkmale, die einen Thriller ausmachen. Dazu gehören: unvorhersehbare Wendungen, rasanter Handlungsverlauf (…). Insgesamt hat der Autor einen flüssigen Schreibstil, entwirft jedoch an manchen Stellen zu lange Kapitel, die sich ziehen.
Dieses Buch wird für viele Leser keine leichte Lektüre sein, da es sehr komplex ist. Man muss sich viele Personen, zwischenmenschliche Beziehungsgeflechte, Motive und Rahmeninformationen merken, um am Ende von diesem Buch überzeugt zu sein. In diesem Fall muss man sich auf die sowjetische Geschichte einlassen können, sonst wird einem das Buch nicht gefallen.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich konnte mich in die Geschichte und das sowjetische Setting hineinversetzen, da es gut skizziert wird. Das Buch ist sozialkritisch und übt starke Kritik an den atomaren Aufrüstungen aus.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Wolfssommer oder doch eher Wolfswinter?

Wolfssommer
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Mit „Wolfssommer“ startet Hans Rosenfeldt einen Auftakt einer neuen Thrillerreihe. In diesem Thriller begeben wir uns in die schwedische Stadt Haparanda, die in der Nähe der Grenze zu Finnland liegt. Vor ...

Mit „Wolfssommer“ startet Hans Rosenfeldt einen Auftakt einer neuen Thrillerreihe. In diesem Thriller begeben wir uns in die schwedische Stadt Haparanda, die in der Nähe der Grenze zu Finnland liegt. Vor Ort wurde ein toter Wolf gefunden, in dem man nach einer Untersuchung menschliche Überreste im Magen gefunden hat. Die Ermittler stellen Nachforschungen an und finden eine Spur, welche einen geplanten Drogendeal in Nordfinnland offenbaren. Dieser Drogendeal ging schief, worauf es viele Tote gab. Doch das Drama nimmt kein Ende. Aufgrund des gescheiterten Drogendeal tauchen in Haparanda viele Kriminelle auf, darunter die Profikillerin Katja. Sie hat die Mission das verschwundene Geld und die Drogen zurückzubringen. Als würde der neue Fall die Polizistin Hannah Wester nicht genug belasten, stehen Hanna ihre persönlichen Konflikte im Weg. Ihr Mann, ihre damals entführte Tochter und ihre Affäre mit ihrem jüngeren Chef. Doch Hanna kämpft weiter und versucht standhaft zu bleiben.

Zu Beginn des Thrillers kann man sich als Leser mit dem idyllischen Kleinstädtchen Haparanda vertraut machen. Dadurch kommt durch die Beschreibungen des Ortes, der Natur und der Menschen eine tolle Atmosphäre auf. Doch dann nach paar Seiten wird es schon brutal. Der Autor lässt uns in eine grausame Welt der Kriminellen, insbesondere der russischen Profikillerin Katja, reinblicken. Einzelne Szenen sind nicht ohne, da diese recht detailliert beschrieben werden. Nebenbei erhalten wir Einblicke in das Leben der Polizistin Hanna. Da erfährt man viel über die Ermittlungen sowie ihr Privatleben, welches nicht gerade das Beste ist. Sie befindet sich in einer schwierigen Zeit, sodass man es an ihren Handlungen und Entscheidungen erkennen kann. Dadurch haben wir zwei parallellaufende Handlungsstränge, die uns Einblicke in die „gute“ sowie „böse“ Welt präsentieren. Die beiden Hauptfiguren liefern sich ein Duell, welches recht weit hergeholt ist und keine Tiefgründigkeit aufweist. Es wirkte recht oberflächlich und mir fehlte das gewisse Etwas.
Der Plot war interessant konzipiert, dennoch fehlte mir beim Lesen die Spannung. Diese hielt sich im Grenzen, sodass sich des Öfteren die Seiten sehr zäh gelesen haben. Man muss einfach in diesem Thriller stärker beweisen, um am Ball zu bleiben. So bleibt mir auch zu sagen, dass aufgrund der vielen Nebenstränge, der Thriller sehr verwirrend war. Beim Lesen hatte ich leider auch nicht das Gefühl, dass ich zu den Figuren eine Bindung aufbauen konnte. Allgemein fühlte ich mich zu distanziert zum ganzen Geschehen, was ich recht schade finde, da ich mich sehr auf das Buch gefreut habe.

Insgesamt bin ich mit diesem Buch eher enttäuscht als zufrieden. Mich hat das Buch aufgrund der wenigen Spannungsmomente sowie der Verwirrtheit an manchen Stellen nicht fesseln können. Dennoch überzeugt die Atmosphäre in diesem Buch, die durch zahlreiche detaillierte Beschreibungen aufkommt.

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Veröffentlicht am 17.11.2020

Die Schattenseiten des Berühmtseins

Das dunkle Flüstern der Schneeflocken
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Der Jugendthriller „Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ entführt uns in das kalte Island am Rande der Welt. Eine der Protagonistin namens Hannah ist überhaupt nicht erfreut nach Island zu ziehen. Sie ...

Der Jugendthriller „Das dunkle Flüstern der Schneeflocken“ entführt uns in das kalte Island am Rande der Welt. Eine der Protagonistin namens Hannah ist überhaupt nicht erfreut nach Island zu ziehen. Sie wurde der Schule verwiesen und absolviert in Island ein Praktikum bei einer Tageszeitung. Dort hat sie die spannende Möglichkeit eine hochbekannte Influencerin namens Imogen kennenzulernen. Hannah ist sehr schnell beeindruckt von ihr, vermisst jedoch die alte Zeit in Großbritannien. Eine kurze Zeit später wird eine Leiche eines Professors in einem Lavafeld gefunden. Alle Indizien sprechen für Imogen als Täter. So wird Imogen bei einer Show von den Polizeibeamten abgeführt. Ist die hochbekannte Influencerin wirklich eine Mördern und ihre Karriere reine getarnte Fassade? Hannah glaubt an Imogens Unschuld und beschließt auf eigene Faust zu ermitteln! Dabei begibt sich Hannah in Gefahr.

Wie in der Einleitung beschrieben, entführt uns dieser Jugendthriller ins schneebedeckte Island. Ein Land voller Krimi- und Thrillerpotential! Die Autorin beginnt schon auf den ersten Seiten das recht abseitsgelegene Land im Norden durch schöne Beschreibungen darzustellen. Diese gefielen mir sehr gut, da man sich den Handlungsort noch genauer vorstellen konnte. So stürzte ich mich in ein Abenteuer und war sehr gespannt was mich erwartete.
Dieses Buch wird jeweils aus zwei Perspektiven geschildert. Hannah und Influencerin Imogen erzählen jeweils den Plot aus ihrer Sichtweise. Dadurch kann man beide Charaktere sehr nah kennenlernen. Zu Hannah ließ sich meines Erachtens nach, eine bessere Bindung als zu Imogen aufbauen, da man viel mehr über sie erfahren hat. Außerdem denke ich, dass die Rollenverteilung auch einen erheblichen Einfluss auf die Tiefgründigkeit der Charaktere hatte. Imogen wird in diesem Buch verdächtigt und wirkt im Vergleich zu Hannah viel distanzierter zum Leser. Dies lässt sich ganz einfach damit begründen, dass man von Anfang an nicht weiß, ob Imogen etwas zu verstecken hat.
Um überhaupt zu verstehen wie die Anschuldigungen zu Stande kommen, entwickelt sich ein paralleler Handlungsstrang, den man in der Vergangenheit zu verordnen kann. Da werden einzelne Details offenbart, wodurch man nachvollziehen kann, warum die Influencerin Imogen in den Mittelpunkt der Ermittlungen gerückt ist. Dies hat mir in diesem Buch sehr gefallen.
Eine gewisse Spannung in diesem Buch ist fast durchgängig vorzufinden. Dabei muss ich sagen, dass wenige Wendungen auftraten, die mich schockierten. Natürlich fand ich den Plot interessant zu verfolgen, dennoch erschien mir der Verlauf der Handlung recht vorhersehbar. Wohlmöglich habe ich einfach zu viele Thriller gelesen, wodurch ich die Konzepte und Vorgehensweisen dieses Genres schon verstanden habe. Für junge Leser und Leser, die sich neu in dieses Genre bewegen möchten, ist dieses Buch auf jeden Fall richtig.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ich fand die atmosphärische Kulisse gut dargestellt, die Charaktere sind durchaus passend gewählt und das Gebiet „Social Media“ wird in dieses Buch gut integriert. Hier kann man gut erkennen, welche Schattenseiten ein bekanntes Leben auf Social Media Kanälen mit sich bringt.

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Veröffentlicht am 15.11.2020

Email: Vom Todesboten

Das Netz der Spinne
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In der amerikanischen Stadt Glenmore Park treibt der Todesbote sein Unwesen. Eine junge Frau wird beim Joggen brutal ermordet und anschließend verscharrt. Detective Mitchell Lonnie geht von einem Täter ...

In der amerikanischen Stadt Glenmore Park treibt der Todesbote sein Unwesen. Eine junge Frau wird beim Joggen brutal ermordet und anschließend verscharrt. Detective Mitchell Lonnie geht von einem Täter aus dem näheren Umfeld des Opfers aus. Doch dann stirbt eine weitere Frau. Mitchell erkennt mit seinem Team eine bizarre Verbindung zwischen den Opfern. Beide Opfer erhielten vorab über eine E-Mail ein Foto der Waffe, mit der sie wenig später umgebracht worden sind. Schnell steht eines fest. Es geht um seinen Serienkiller. So begeben sich Mitchell und sein Team auf die Suche nach dem Serienkiller mit dem Namen Todesbote, so wie die Presse ihn betitelt. Jedoch wird aus der Arbeit ein persönlicher Fall. Mitchells Schwester möchte den Lockvogel spielen und erhält dabei ein Foto eines Samuraisschwerts.

Vom Autor Mike Omer habe ich bisher nichts gelesen und war somit gespannt, was für einen Auftakt er mit der neuen „Glenmore Park – Reihe“ präsentieren wird. Der Plot hört sich vielversprechend an und mich interessierte, wie der Autor den Todesboten darstellen wird. Wie ihr bestimmt in meinen zahlreichen Rezensionen gelesen habt, bin ich ein großer Fan von Perspektivwechseln. Das Buch enthält auch eine Menge Perspektivwechsel, die jedoch für mich zu unüberschaubar waren. Man springt vom Opfer, zum Täter, zum ersten Ermittler, zum zweiten Ermittler und zur Schwester des Ermittlers. Dies war für mich sehr unübersichtlich und anstrengend zu lesen. So kann ich aber sagen, dass die Sicht des Todesboten wirklich unterhaltsam war.
Die ganze Geschichte um Ermittler Mitchell Lonnie erwies sich als sehr spannend. An seiner Seite erleben wir einen spannenden Kriminalroman, der eine vielseitige Geschichte beinhaltet. Mike Omer kreiert in diesem Buch authentische und sogar sympathische Hauptcharaktere, an deren Seite es wirklich Spaß macht, die Handlung zu verfolgen. Wir erhalten Einblicke in die berufliche aber auch private Welt zahlreicher Charaktere, wodurch man im Gesamten ein ausführliches Bild der Figuren erhält. Das Team von Mitchell ermittelt glaubwürdig und überschaubar. Ich fand deren Vorgehensweise gut. Die Spannung war in diesem Buch durchgehend vorzufinden, sodass ich gut an diesem Buch dranblieb.

Schlussendlich kann ich sagen, dass mich das Buch bezüglich der Charaktere und des Plots sehr überzeugen konnte. Mit dem Perspektivwechsel habe ich mich jedoch schwergetan. Wer aber Lust auf einen authentischen Kriminalroman hat, der ist bei diesem Buch richtig.

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Veröffentlicht am 13.11.2020

Eine tolle Reihe geht zu Ende...

Batman: Damned
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Im dritten Batman Damned Band geht es ins finale Showdown. Hat Batman seinen Erzfeind, Joker wirklich auf dem Gewissen? Batman stürzt sich immer weiter in die Finsternis von Gotham. Weiterhin ist der dunkle ...

Im dritten Batman Damned Band geht es ins finale Showdown. Hat Batman seinen Erzfeind, Joker wirklich auf dem Gewissen? Batman stürzt sich immer weiter in die Finsternis von Gotham. Weiterhin ist der dunkle Ritter von Gotham auf der Suche der Lösung des Rätsels und muss sich mit okkulten Gestalten auseinandersetzen. Um endlich eine Antwort auf seine Frage zu erhalten und seine Selle der Dunkelheit und Verdammnis zu entreißen, muss sich Batman dem höllischsten Moment seiner Vergangenheit stellen, dem Moment in der Gasse. Dabei konfrontiert Batman die Wahrheit über einen dämonischen Pakt, den er als Junge geschlossen hat.

Endlich war ich bereit auf den finalen Showdown der Batman Damned Reihe. In diesem Abschlussband taucht wieder Constantine auf. Mit ihm begibt er sich auf eine letzte Reise durch Gotham, wo er seine Kampfkünste unter Beweis stellen muss. Wie in den Vorbändern gibt es wieder einzelne Szenen aus Bruces Wayne Vergangenheit. Und somit wird eine essentielle Szene aus den Batman Comics zum Handlungsort. Eine Szene, die viele Menschen gerührt hat.
Die Zeichnungen sind in diesem Abschlussband mal wieder überragend, detailliert und auf den Punkt gebracht. Der Grafiker Bermejo ist auf seinem Gebiet einfach ein Genie. Ich freue mich schon auf weitere Comics des Illustrators. Zum Abschlussband kann ich sagen, dass ich ein anderes Ende erwartet habe, sodass ich ein wenig enttäuscht war. Dennoch fand ich im Allgemeinen die ganze Batman Damned Reihe gelungen. Die Hardcoverausgaben sind ein Hingucker und sorgen für ein tolles, aber kurzes Lesevergnügen.

Der Batman Damned Band 3 bietet einen guten Abschluss, um die Reihe zu beenden. Es hat mir Spaß gemacht, Batman von einer anderen Sichtsweise kennenzulernen und mich somit wieder ins dunkle Gotham zu stürzen.

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