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Veröffentlicht am 29.02.2020

Hans und Tscharli, ihr seid super!

Das kann uns keiner nehmen
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Hast du dir jemals überlegt einen Vulkan zu besteigen? Also ich habe es nur zur Hälfte auf den Vulkan Etna in Italien geschafft. Und darum geht es hier.

Hans reist nach Afrika, um den Kilimandscharo zu ...

Hast du dir jemals überlegt einen Vulkan zu besteigen? Also ich habe es nur zur Hälfte auf den Vulkan Etna in Italien geschafft. Und darum geht es hier.

Hans reist nach Afrika, um den Kilimandscharo zu besteigen, vor Ort auf dem Vulkan zu schlafen und endlich mit diesem Kapitel seines Lebens, namens Afrika abzuschließen. Auf der Expedition lernt der Protagonist Tscharli kennen, einen Ur-Bayer, welcher respektlose, grimmige und umögliche Charakterzüge aufweist. Hans entwickelt eine abgeneigte Haltung gegenüber ihm.
Doch dann in einem nächtlichen Schneesturm sind diese zwei verschiedenen Charaktere auf sich angewiesen. So wie das Schicksal wollte, verbringen Hans und Tscharli die nächste Woche gemeinsam. Aus einer abgeneigten Haltung entwickelt sich zwischen den beiden eine außergewöhnliche Freundschaft. Beide beeinflussen sich gegenseitig in einer positiven Weise. Jedoch wird einer von ihnen, die Rückfahrt nicht antreten können.

Zu Beginn des Buches haben sich die Seiten sehr in die Länge gezogen. Ein langweiliger Schreibstil mit einem mühsamen Handlungsstrang hat mich ganze Zeit verfolgt. Nach und nach wurde das Potential dieses Romanes entfaltet und die Handlung wurde spannender. Schön fand ich, wie sich die Beziehung zwischen den beiden Charakteren entwickelt hat. Hans, ein eher ruhiger nachvollziehender Mann begegnet einem sehr überspitzten Ur-Bayer. Der Leser erlangt Informationen über beide Personen, und kann sich schließlich ein gutes Bild von den Beiden konstruieren. Aus einer abgeschwächten Form vom Haas wird eine liebevolle Freundschaft mit Vertrauen. Teilweise habe ich eine Zeit gebraucht, um zu entziffern, was Tscharli seinem Gegenüber mitteilen möchte, da sein Text im bayrischen gedruckt worden ist. Nichts desto trotz ist der Kontrast der Charaktere dem Autor gelungen.

Matthias Politycki schreibt detailiert und gut. Seine Beschreibungen von Afrika sind authentisch, wodurch man in seinen Gedanken zu diesem Ort entfliehen kann. Durch lustige Sprüche wurde eine bedrückende Stimmung öfters gelockert.
Ich finde es schade, dass dieses Buch sehr monoton anfängt und erst zum Schluss sein volles Potential entfaltet. Schlussendlich hatte ich Spaß auf diese Afrikareise zu gehen. Tscharli und Hans? Ihr seid toll!

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Veröffentlicht am 29.02.2020

Emotional, rührend - ein Buch über das Altern.

Dankbarkeiten
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Mishka, die dafür bekannt war, ein unabhängiges Leben zu führen, stellt fest, dass sie ein einsames Leben nicht mehr führen kann. Albträume und die Angst über den Verlust belasten sie sehr stark. Doch ...

Mishka, die dafür bekannt war, ein unabhängiges Leben zu führen, stellt fest, dass sie ein einsames Leben nicht mehr führen kann. Albträume und die Angst über den Verlust belasten sie sehr stark. Doch die einzige Sache, die Mishka am verlieren ist, das sind ihre Wörter.
Marie, die Mishka früher versorgt hat, bringt sie in einem Altersheim unter. Im Altersheim fällt ihr das Leben schwer. Die Enge und die Montonie begrüßen Mishka tagtäglich. Die einzigen Lichtblicke in ihrem Leben sind zur Zeit die Besuche von Marie sowie vom Logopäden Jerome. Beide Personen kümmern sich sorgfältig um die alte Dame. Im Gegenzug erklärt Mishka Jerome und Marie, wie wichtig es ist, den Kontakt zu Menschen zu pflegen, dankbar zu sein und ein tiefes Verständnis zu haben.
Nebenbei gibt Maria eine Anzeige auf, da Mishka ihre tiefe Dankbarkeit einem Ehepaar übermitteln muss, dem sie ihr Leben zu verdanken hat.

Delphine de Vigan kreiiert mit diesem Roman ein zärtliches Buch, in dem die wahren Werte eines erfüllten Lebens vermittelt werden. Mit Mishka konstruiert die Autorin einen Charakter, der am Ende seines Lebens ist. Der Leser verfolgt in einem Wechselspiel die emotionalen Konversationen zwischen der alten Dame und Maria bzw. Jerome, dem Logopäden. Beide Charaktere weisen keine ähnlichen Perspektiven auf, wodurch man erkennen kann, dass sie einfach aus zwei verschiedenen Welten sind. Durch den kurzen 170 seitigen Roman kann man die Entwicklung der Protagonistin verfolgen, und sehen wie Mishkas Zustand sich von Seite zur Seite verschlechtert.

Die Autorin weist einen tiefen und emotionalen Schreibstil auf, der mich an vielen Stellen gerührt hat. Es entstand eine zwiespältige Atmosphäre, wodurch ich einfach nicht wusste, ob ich über das Gelesene glücklich oder doch traurig sein sollte. Themen wie Sterblichkeit, Familie, Zugehörigkeit und Dankbarkeit werden in diesem Roman stark beleuchtet. Neben diesen ersichtlichen Themen, lassen sich weitere Themen raus interpretieren. Auch wenn es nur eine Geschichte ist, habe ich die Botschaft dieser Geschichte gut entnehmen können. Zärtlich, rührend, emotional - ein Buch über das Altern.

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Scheintod - kann man ein freies Leben leben ?

Scheintod
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Worum geht es?

Sara ist endlich beruhigt. Ihr Widersacher ist tot. Nun möchte sie , dass ihr Leben friedlich weiterläuft. Doch dann passieren wieder mysteriöse Ereignisse, die die Protagonistin mit der ...

Worum geht es?

Sara ist endlich beruhigt. Ihr Widersacher ist tot. Nun möchte sie , dass ihr Leben friedlich weiterläuft. Doch dann passieren wieder mysteriöse Ereignisse, die die Protagonistin mit der Familie in Schwierigkeiten bringen. Erklärungen findet sie schnell. Aber was hat dies mit dem rätselhaften Tod des Vaters zu tuen? Kann Sara es mit den neuen Verfolgern aufnehmen?

Den ersten Teil habe ich nicht gelesen, sodass ich keine genaue Meinung zu der Entwicklung der Charaktere mitteilen kann. Die Spannung im Thriller braucht sehr lange, um mich zu fesseln. Die Geschichte ist an sich strukturiert und gut entworfen worden. Charaktere wirken in sich schlüssig und nachvollziehend.
Durch die Länge der Kapitel wurde mal wieder die Spannung negativ beeinflusst.

Die Gestaltung des Buches finde ich gelungen, insbesondere die "gelben Seiten".
Allgemein kann ich sagen, dass ich recht lange brauchte, um mich einzufinden. Es wird aufjedenfall wichtig, sich den ersten Teil durchzulesen, damit man einen größeren Zusammenhang zu den Charakteren/zu der Geschichte herstellen kann.

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Köln, um das 15. Jhd.

Der Ring des Lombarden
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„Ring der Lombarden“ ist ein historischer Roman und spielt im 15. Jahrhundert in Köln. Aleydis, eine reiche Witwe ist nun auf sich alleine gestellt. Nach dem Tod ihres Ehemanns Nicolai muss sie die Wechselstube ...

„Ring der Lombarden“ ist ein historischer Roman und spielt im 15. Jahrhundert in Köln. Aleydis, eine reiche Witwe ist nun auf sich alleine gestellt. Nach dem Tod ihres Ehemanns Nicolai muss sie die Wechselstube alleine leiten. Leider belasten die dunklen Geschäfte des verstorbenen Ehemanns sie sehr. Intrigen, Erpressung und Kredite, die Nicolai pflegen versuchte und ihm zu seinem Reichtum verhalfen, werden zur Last. Nicolais Mörderin kommt plötzlich durch einen Brandanschlag um. So wendet sich die Protagonistin an einen Gewaltrichter von Köln, der schon seit einiger Zeit in ihrem Kopf rum irrt. Jedoch weiß sie nicht, dass dieser andere Ziele mit der Wechselstube verfolgt.

Da ich sehr selten historische Romane lese, konnte ich mir noch nicht vieles unter dem Titel und dem Cover vorstellen. Das Buch hat mich mit einem gelungenen Personenverzeichnis und einer schönen Karte der handelnden Ortschaft zur Orientierung begrüßt. Zu Beginn habe ich eine lange Zeit gebraucht, um mich mit den ganzen verschiedenen Namen und Charakteren zurecht zu finden.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt der Autorin sehr gut, da sie die Atmosphäre des Schauortes auf den ersten Seiten gut vermittelt und man ein gutes Bild über den Ort erhält.

Auch wenn es ein Roman ist, empfand ich einzelne Stellen, die einem Krimi ähneln. Dies ist auf jeden Fall positiv hervorzuheben und sorgt in einem Roman für Spannung. Der Schreibstil lässt sich leicht lesen, und alles ist verständlich. Meiner Ansicht nach, empfand ich die Länge der Kapitel als zu lang. Eventuell ist dies aber in historischen Romanen typisch.

Aleydis wirkte sehr sympathisch und verkörperte eine starke Protagonistin. Es war schön, Aleydis zu begleiten, wenn sie nun auf sich alleine gestellt ist.

Das Ende hat viele Fragen offen gelassen, wodurch man auf den dritten Band gespannt wartet.

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Veröffentlicht am 28.02.2020

Mir fehlte etwas

Das Versprechen, dich zu finden
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Dieser Roman thematisiert einen durch Zufall entstandenen Briefwechsel zwischen den Protagonisten Tina und Anders. Sie lernen sich im Verlauf der Handlung immer mehr kennen. Folglich steigt das Vertrauen ...

Dieser Roman thematisiert einen durch Zufall entstandenen Briefwechsel zwischen den Protagonisten Tina und Anders. Sie lernen sich im Verlauf der Handlung immer mehr kennen. Folglich steigt das Vertrauen von Tag zu Tag, sodass sie sich gegenseitig wahrhaftig rührende und persönliche Geschichten über die Vergangenheit oder die Familie erzählen.
Ab und zu will einer der Protagonisten den Briefwechsel aufhören, aber zu diesem kommt es nicht.
Der Einstieg in diesen Roman fiel mir sehr schwer, da es sich um ein geologisches Thema, nämlich dem Tollundmann handelt. Diese geologische Entdeckung tritt immer wieder während des Romans ins Gespräch.
Ich fand es sehr schön, als zwischenmenschliche Beziehungen thematisiert worden sind, weil es meiner Meinung nach oft schwer fällt so etwas zu beschreiben. Der Autorin ist es gut geglückt.
Die zwei Charaktere sind so kontrovers aber so gleich wiederum, sodass man sich als Leser den beiden sehr nahe steht. Schade fand ich, dass der Roman durchgehend als Briefwechsel dargestellt worden ist. Ich habe persönlich irgendwann diese Monotonität nicht mehr gemocht und fand es auch anstrengend zu Ende zu lesen. Hierbei handelt sich es nur um meine persönliche Meinung zu einem Briefroman.
Nichtdestotrotz ist der Schreibstil schön und angenehm zu lesen. Wer auf einen Briefroman steht, sollte sich dieses Werk durchlesen.

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