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Veröffentlicht am 10.09.2022

Ein neuer Fall für Fabio Fameo und sein Team

Tote Frauen schweigen nicht
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In der Gemeinde Lana werden unter spektakulären Umständen zwei Frauenleichen entdeckt, die Rätsel aufgeben. Gibt es trotz des großen zeitlichen Abstandes einen Zusammenhang? Und wie passt die später ermordet ...

In der Gemeinde Lana werden unter spektakulären Umständen zwei Frauenleichen entdeckt, die Rätsel aufgeben. Gibt es trotz des großen zeitlichen Abstandes einen Zusammenhang? Und wie passt die später ermordet aufgefundene Großbäuerin zu den Fällen?
Dieser 9. Band der Südtirol-Reihe ist mein erster Krimi des Autors. Ich hatte keine Probleme, mich in den Roman einzufinden, auch hatte ich nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse über die Figuren fehlen würden. Das private Umfeld des Ermittlerteams macht einen nicht unbedeutenden Teil der Geschichte aus. Vom Schreibstil her gefiel mir das Buch. Die geschickt in die Fälle eingebundenen historischen Informationen waren für mich als Südtirol-Fan lesenswert. Ich habe viel erfahren, was mir nicht bekannt war. Die Kriminalfälle sind interessant aufgebaut, aber nicht so hochspannend wie vielleicht erwartet, die Entwicklung ist absehbar. Auch die Hintergründe zum dritten Mord waren für mich so zu erwarten.
Leseempfehlung für an historischen Hintergründen interessierte Fans des Regionalkrimis.

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Veröffentlicht am 01.09.2022

Nicht der beste Krimi aus der Xavier Kieffer-Reihe

Goldenes Gift
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Unabhängig voneinander verwickeln sich der Luxemburger Koch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valérie Gabin, in skandalöse Geschäfte rund um die Honigproduktion. Ihre Recherchen zu ...

Unabhängig voneinander verwickeln sich der Luxemburger Koch Xavier Kieffer und seine Freundin, die Gastrokritikerin Valérie Gabin, in skandalöse Geschäfte rund um die Honigproduktion. Ihre Recherchen zu weltweiten Versuchen, professionell Honig zu panschen und zu vermarkten, lassen beide in Lebensgefahr geraten. Dabei kommen sie auch hinter geheime Experimente mit genetisch veränderten Bienen außerhalb des Labors.

Das Buch liest sich gewohnt flüssig und legt von der Handlung her über weite Strecken ein gutes Tempo vor. Gut dargestellt werden die globalen Zusammenhänge zu Bienensterben, Einsatz von Pestiziden, Honigpanscherei und dem Gendesign resistenter Bienenarten. Was mich jedoch gestört hat, sind die diesmal überzogenen Alleingänge der zwei Hauptprotagonisten. Insbesondere Valeries Recherchen wirken übertrieben: illegale Aktionen und Verfolgungsjagden mit brutalen chinesischen Schlägertypen. Sie, die sonst Xavier versucht einzubremsen, gerät in diesem Plot fast außer Kontrolle. Zum Schluss wird es nochmal richtig spannend, so dass das Lesen sich trotz der Kritikpunkte noch gelohnt hat.

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Veröffentlicht am 31.08.2022

Fabulierkunst vom Feinsten

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1)
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Kinsch Na Schannack, ein von der mächtigen Gilde ausgebildeter, hochbegabter und verschuldeter Dieb, begibt sich mit der kampferprobten Spanthierin Galva und ihrem Kampfraben auf eine zunächst unbekannte ...

Kinsch Na Schannack, ein von der mächtigen Gilde ausgebildeter, hochbegabter und verschuldeter Dieb, begibt sich mit der kampferprobten Spanthierin Galva und ihrem Kampfraben auf eine zunächst unbekannte Mission. Begleitet werden sie zuerst nur von einer Katze, in der mehr steckt, als es zunächst scheint. Der kleinen Gruppen schließt sich eine junge Hexe an.
Erzählt wird die Geschichte in Ich-Form aus Sicht des Diebes. Ich mochte ihn gleich, so schlitzohrig und geschickt, wie er ist. Dieser Fantasy-Roman hat mich von der ersten Seite an nicht losgelassen. Er ist ausgesprochen humorvoll geschrieben, dazu sarkastisch und selbstironisch.
Christopher Buehlman hat hier eine ganz eigene Welt, mit vielen eigenwilligen Figuren und Kreaturen, geschaffen. In dieser fantasievollen Welt ist alles möglich! Der Roman sprüht nur so vor Kreativität. Schon allein die eigene Sprache, an die man sich schnell gewöhnt, ist ideenreich. Die erfundenen Begriffe passen sich gut ein und stören nicht den Lesefluss. Durch die vielen kurzen Kapitel lässt sich der Lesefortschritt einfach an den individuellen Rhythmus anpassen. Auf der Karte am Schluss lässt sich dazu der Weg der Reisenden gut nachvollziehen. Mir hat nur eine Übersicht der zahlreichen auftretenden Figuren und Völker gefehlt.
Für alle Fans von außergewöhnlichen Geschichten eine hundertprozentige Empfehlung!

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Veröffentlicht am 31.08.2022

Gelungene Fortsetzung der Pilgerserie

Das Geheimnis des Pilgers
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Der zweite Band der Reihe knüpft direkt an den ersten an und spinnt die Geschichte um Reinhild, Conlin und Palmiro, und deren Familien gekonnt weiter.
Um die Beweggründe der einzelnen Protagonisten zu ...

Der zweite Band der Reihe knüpft direkt an den ersten an und spinnt die Geschichte um Reinhild, Conlin und Palmiro, und deren Familien gekonnt weiter.
Um die Beweggründe der einzelnen Protagonisten zu verstehen, empfehle ich die Reihe von Beginn an zu lesen. Zumal die Vielfalt der auftretenden Personen hoch ist und es eine Weile dauert, bis man die Familienzugehörigkeit „drauf“ hat. Hilfreich ist dabei das 6seitige Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Gut gefallen hat mir auch der Stadtplan der Koblenzer Altstadt von 1379.

Das Buch liest sich vom Schreibstil her gut, man taucht regelrecht in die Geschichte ein. Das Leben von Adelsfamilien und Händlern in der damaligen Zeit mit den ganzen gesellschaftlichen Zwängen wirkt sorgfältig recherchiert und authentisch.
Die Protagonisten werden mit ihren sehr individuellen Charakteren gut dargestellt. Im Verlauf der Geschichte lässt sich die Entwicklung der einzelnen Personen erkennen und nachvollziehen. Petra Schier versteht es die Gefühlslagen der Personen und auch die intimen Momente, sei es zwischen Mann und Frau oder Mann und Mann, empfindsam zu beschreiben.
Mir hat dieser zweite Band noch etwas besser gefallen als der erste Roman der Reihe. Der Spannungsbogen wird jetzt durchgehend aufrechterhalten, der Schluss wirkt weniger abrupt, lässt aber noch genügend Fragen offen, um das Interesse an dem letzten Band der Trilogie hoch zu halten.
Empfehlung für an historischen Reihen interessierte Leser, die sich von der Lebensweise im Mittelalter fesseln lassen wollen.

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Veröffentlicht am 18.08.2022

Unorthodoxe Ermittlerin, perfide Fälle

Tot ist sie dein
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Verônica Torres, ambitionierte Polizeiassistentin in São Paulo, ermittelt im Alleingang in zwei Fällen: Ein perfider, gestörter Serienmörder und ein nekrophiler Betrüger, der Frauen ausnimmt und in den ...

Verônica Torres, ambitionierte Polizeiassistentin in São Paulo, ermittelt im Alleingang in zwei Fällen: Ein perfider, gestörter Serienmörder und ein nekrophiler Betrüger, der Frauen ausnimmt und in den Selbstmord treibt, bringen sie dazu, ihre Ehe und ihre Familie, den Job und sogar ihr Leben aufs Spiel setzen.
Der Roman wird in Ich-Form erzählt und ich habe eine Weile gebraucht, mich in den Schreibstil einzufinden. Das Buch war über einige Strecken nicht ganz so spannend wie erwartet. Die beiden Fälle triefen jedoch nur so vor Bösartigkeit, wobei der eine Fall den anderen an Verabscheuungswürdigkeit noch übertrumpft. Die Person Vero verliert in meinen Augen im Verlauf des Thrillers an Format und Authentizität. Ihre Vorgehensweise als Ermittlerin im Alleingang mit viel Wut im Bauch fand ich insgesamt etwas unglaubwürdig – muss man wahrscheinlich unter dichterischer Freiheit ausbuchen.
Das Ende war dann doch unterwartet. Ich hatte erwartet, dass beide Fälle irgendwann zusammenlaufen. Sind sie letztendlich auch auf eine spezielle und überraschende Art und Weise.
Auf jeden Fall ein Thriller, der das Kopfkino animiert – das muss man aushalten können.

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