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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Wieviel Wahrheit steckt in der Imagination?

Tante Polly
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Wer phantasievolle Geschichten mit einem Augenzwinkern mag, ist hier richtig. Paul Maar erzählt mit seinem, wie ich finde, typischen trockenen Humor eine lustige Geschichte, in der man beim Lesen zunächst ...

Wer phantasievolle Geschichten mit einem Augenzwinkern mag, ist hier richtig. Paul Maar erzählt mit seinem, wie ich finde, typischen trockenen Humor eine lustige Geschichte, in der man beim Lesen zunächst überlegen muss, was ist geflunkert und was davon enthält doch wenigstens ein Körnchen Wahrheit. Oder ist alles irgendwie wahr?
Mirko erhält zu seinem 10. Geburtstag von seiner Großtante Polly ein Tagebuch, in welches man auch nachts etwas eintragen und welches sowohl von hinten als auch von vorne befüllt werden kann. Es gibt sozusagen zwei „Vorne“. Tante Polly, die Tante von Mirkos Vater, ist eine besondere Frau mit besonderen An- und Einsichten, die gerne Geschichten erzählt. Mirko Mutter sieht Tante Polly eher skeptisch und zweifelt, ob sie der richtige Umgang für Mirko ist. Mit dem Tagebuch wird Mirko animiert, auch selbst Geschichten zu erfinden. Als Höhepunkt verbringt Mirko zwei Wochen in den Sommerferien bei Tante Polly, lernt dort seine Tante besser kennen und gewinnt dazu eine neue Freundin.
Das Buch ist mit den kurzen Kapiteln altersgerecht aufgebaut und erzählt bildhaft, unterstützt wird dies durch die gelungenen schwarz-weißen Illustrationen von Nikolai Renger, die ich mir jedoch farbig gewünscht hätte.
Paul Maar ist ein richtig nettes Abenteuer gelungen, mit einer liebenswerten Tante, deren Geschichten schlussendlich einen wahren Kern haben. Aber das kann man nur erkennen, wenn man die Tante auch besser kennt und sie auch nicht vorverurteilt. Das könnte doch eine gute Botschaft sein. Und am Ende wartet auch noch eine Überraschung, auch Mirkos Mutter lernt Tante Polly mit ihrem Talent wertzuschätzen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2026

Nimmt einen mit in ein junges Leben

Hard Land
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Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. ...

Das Buch hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Gedanken und Erfahrungen eines Heranwachsenden nehmen einen mit und lassen die eine oder andere eigene Erinnerung mit Höhen und Tiefen wieder aufsteigen. Seite für Seite liest sich einfach weg. Die Erzählung handelt von Beginn und Ende, von Freundschaft und Verlust. Emotionen kochen in den Protagonisten hoch und lassen den Leser auch nicht kalt. Klare Leseempfehlung!

Der Roman spielt in Missouri, im Jahr 1985 und erzählt von einem wichtigen Jahr - vielleicht dem wichtigsten Jahr überhaupt - im Leben von Sam. Während seine ältere Schwester Jean an der Westküste lebt, wohnt Sam mit seinen Eltern in der Kleinstadt Grady. Sams Mutter, eine außergewöhnliche Frau, ist schwer krank, das lastet auf der ganzen Familie und Sam versucht es zu verdrängen. Als in sich gekehrter Einzelgänger mit wenig Selbstbewusstsein und geheimen Ängsten fällt es ihm schwer, Freunde zu finden. Im örtlichen Kino lernt er dann 3 ältere Mitschüler kennen, mit denen er den Sommer verbringt. Besondere Freundschaften entstehen, intensiv gelebte Momente verbinden die vier jungen Leute. So wie der Beginn der Freundschaften, ist auch deren mögliches Ende schon absehbar, da die Älteren aufs College gehen werden und Sam noch zwei weitere Jahre zur Schule gehen wird. Jeder in dieser Gruppe hat zudem seine eigene Geschichte. Zu Kirstie, der einzigen jungen Frau in der Gruppe, entwickelt Sam eine besondere Zuneigung. Diese wird auch erwidert, aber nicht so, wie es ein Junge auf der Schwelle zum Mann erhofft. Sam feiert seinen 16. Geburtstag mit seinen Freunden, am nächsten Tag stirbt seine Mutter…

Für Sam endet in diesem Jahr die Kindheit, er entdeckt sich und auch seine Familie neu. Andere Blickwinkel erschließen sich ihm und er lernt auch seinen Vater besser zu verstehen. Nicht nur die Menschen selbst oder die Sicht auf den einzelnen Menschen verändert sich. Auch die Kleinstadt ist Veränderungen unterworfen. Alles ist vergänglich, die Jugend erlebt man nur einmal. Erinnerungen bleiben.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Bekannte Geschichte, modern umgesetzt

West of Wicked. Folge deinem Verlangen
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Wow, was ein Cover! Dazu ein toller Farbschnitt und eine Geschichte, die mich, sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her, gleich abgeholt hat. Denn die Geschichte des Zauberers von OZ hat mich ...

Wow, was ein Cover! Dazu ein toller Farbschnitt und eine Geschichte, die mich, sowohl vom Klappentext als auch von der Leseprobe her, gleich abgeholt hat. Denn die Geschichte des Zauberers von OZ hat mich schon immer begeistert. Daher musste ich das Buch auch unbedingt haben. Nur, ich nehme es gleich vorweg, hat es mich nicht ganz so gecatcht, wie erhofft.
Dorothy wächst bei Adoptiveltern auf einer Farm in Kansas auf. Sie hat einen Freund, mit dem sie aufgewachsen ist und der auf der Nachbarsfarm lebt. Alle gehen davon aus, dass die beiden heiraten werden. Ein heftiger Wirbelsturm zieht auf, sie kann sich nicht mehr in den Bunker retten und wird mit ihrem Hund Toto vom Tornado gepackt. Sie kommt in OZ an und sucht den Weg nach Hause.
Bezogen auf den Schreibstil liest sich das Buch leicht und flüssig. Nikki St. Crowe wechselt zuweilen von der Ich-Form in den Erzählermodus, daran muss man sich gewöhnen und ich fand auch, dass es letztendlich gut passte. Bei einer Romantasy hätte ich zwar grundsätzlich einen höheren Anteil an erotischen Szenen erwartet, ich habe dies jedoch auch nicht vermisst. Die bekannten Figuren aus OZ trifft man wieder, die Charaktere wurden einen Touch dunkler und mysteriöser interpretiert, aber durchaus stimmig. Wem man wirklich vertrauen kann, erschließt sich nicht gleich.
Die ersten Kapitel haben richtig Spaß beim Lesen gemacht, leider las sich der Mittelteil über Passagen hin etwas zäh, man musste sich quasi durchkämpfen und zum Weiterlesen selbstmotivieren. Ich war dann froh, dass ich drangeblieben bin, denn der Schluss hat wieder einiges wettgemacht. Nur den bösen Cliffhanger am Ende habe ich so auch nicht erwartet.

Fazit: ein über weite Strecken gut zu lesendes Buch, welches den hohen Erwartungen leider nicht vollständig gerecht wird.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Kochen macht glücklich

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Marie zieht mit ihrer Familie nach Südfrankreich, weil ihre Mutter dort eine Stelle als Köchin in der Schule annimmt. In dem kleinen Ort am Meer lebt auch ihre französische Großmutter, die eine ganz besondere ...

Marie zieht mit ihrer Familie nach Südfrankreich, weil ihre Mutter dort eine Stelle als Köchin in der Schule annimmt. In dem kleinen Ort am Meer lebt auch ihre französische Großmutter, die eine ganz besondere Kochkunst beherrscht. Während sich ihr älterer Bruder schnell gut einlebt, fällt Marie der Start noch etwas schwer. Als ihre Großmutter anfängt, Marie in das Familiengeheimnis einzuweihen, ändert sich alles.
Ein farbenfrohes Cover lenkt gleich den Blick auf das Buch. Dazu kommen schöne schwarz-weiße Illustrationen im Buch. Schriftsatz und Kapitellänge sind für die Altersgruppe passend. Die Geschichte ist eingängig. Marie ist von Beginn an sympathisch - wie ihre ganze Familie. Das Buch liest sich kurzweilig und einige französische Begriffe sorgen für Lokalkolorit. Ebenso die Szene auf dem Wochenmarkt trägt zum Frankreich-Feeling bei. Die vielen kleinen Ideen einschließlich der Rezepte am Buchende sorgen auch für viel Lesespaß. Kindern wird es nicht langweilig werden, da viel in rascher Folge passiert. Maries neue Freundin Coco wird wichtig für sie und beide zusammen geben bald ein gutes, eingeschworenes Team ab. Von den übrigen Charakteren spielt vor allem Oma Aveline eine wichtige Rolle. Der Schluss bildet einen schönen und familientauglichen Ausklang für die Geschichte. Für sich gesehen ist die Geschichte erst einmal abgeschlossen, aber das Buch schreit einfach nach einer Fortsetzung! Ich werde demnächst auch mal mit den Kräutern tanzen, vielleicht hilft es ja, beim Kochen eine besondere Note zu "zaubern". Eine liebenswerte Geschichte, besonders passend für die Sommerferien!

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Veröffentlicht am 22.04.2026

Exorbitant gut

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5)
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Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, ...

Ich kenne alle Vorgängerbände und konnte auch bereits meinen Neffen dafür begeistern! Ein aufrührerisches Cover in Pink, mit dem Känguru in Pose, das ist schon ein echter Hingucker. Und schon der Einstieg, die Frage nach der Weltlage, und der Antwort „Fang doch nicht gleich mit so ’nem Downer an. So würdest du doch auch nicht dein neues Buch beginnen“ Doch, genauso!
Die Anmerkungen treffen auf den Punkt, es steckt viel an Wahrheiten in den bemerkenswert gut formulierten Texten. Ich bedauere es sehr, dass gerade die Menschen, die es nötig hätten sich mit diesen Ausführungen zu befassen, das Buch leider nicht lesen werden. Marc-Uwe Kling geht nicht zimperlich vor, gerade das gefällt mir. Bei den vielen Wahrheiten sollte man beim Lesen immer mal eine Pause machen, um alles für sich selbst einzuordnen. Sonst würden einige Gedanken in der Flut untergehen. Von daher haben mich auch einige Redundanzen nicht gestört, denn viele Gedankengängen sind eine Wiederholung wert. Ich habe die Lektüre mit den entstandenen Bildern, die sich beim Lesen im Kopf breit gemacht haben, genossen und mich dabei auch amüsiert. Und dies in dem Wissen, dass viele Realitäten nicht zum Lachen sind.
Bei den vielen Faktenfeinden (sehr treffender Begriff) braucht die Welt gerade dieses Buch und eine Känguru-Rebellion! Ich bin dabei!

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