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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2021

Konsumverhalten überdenken

Magische Welt der Dinge (1) Antons geheime Reise mit Paul Pulli
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Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums ...

Alexandra Wagner erzählt in Form einer Supermann-Story, wie ein Pulli hergestellt wird und welche Auswirkungen mit der Produktion verbunden sind.
Eine schöne Idee, Kindern die Auswirkungen unseres Konsums auf Menschen und Umwelt mittels einer Geschichte zu vermitteln. Die rückwärts erzählte Reise vom fertigen Lieblingspullover bis zurück zum Baumwollanbau wird durch zahlreiche Zeichnungen in Schwarzweiß illustriert. Die Zeichnungen sind gelungen, farbig wären sie für Kinder ab 8 Jahren, an die sich das Buch richtet, sicher noch anschaulicher.
Es ist zwar eine Supermann-Geschichte, aber nicht super spannend geschrieben. Sprachlich jedoch ist das Buch gut geschrieben, in Kapitel mit einer passenden Leselänge für das Alter eingeteilt und auch der Schriftsatz ist einfach lesbar.
Mich hat beim (Mit-)Lesen die Erzählweise „zurück zum Beginn“ gestört, dadurch wurde die Geschichte etwas unübersichtlich und hatte einigen Erklärungsbedarf zur Folge. Ich würde das Buch nicht zum Alleine-Lesen empfehlen.
Es werden einige globale Zusammenhänge erklärt, was sicher zum Nachdenken anregt und das Buch durchaus lesenswert macht. Eine wichtige Botschaft, die den Kindern hier ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt wird. Und sich auch mancher Erwachsener zu Herzen nehmen könnte.

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Veröffentlicht am 01.12.2021

Umfangreiches Nachschlagewerk

Superschlaues Wissen für Kids
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Das großformatige und anschaulich gestaltete Buch bietet Kindern ab sechs Jahren zahlreiche Informationen zu vielfältigen Themengebieten, wie Erde, Weltall, Tiere, Pflanzen, Kultur, Geschichte, Mensch, ...

Das großformatige und anschaulich gestaltete Buch bietet Kindern ab sechs Jahren zahlreiche Informationen zu vielfältigen Themengebieten, wie Erde, Weltall, Tiere, Pflanzen, Kultur, Geschichte, Mensch, Naturwissenschaften. Die Texte sind prägnant, auf den Punkt gebracht, und enthalten die wesentlichen Fakten gut und verständlich dargestellt, so dass es für Kinder begreifbar wird. Die Informationen werden durch gute farbenfrohe Illustrationen abgerundet.
Übersichtlich strukturiert, kann das Buch gut als Nachschlagewerk verwendet werden, ist aber auch „nur so“ zum Durchblättern gut geeignet. Ein Inhaltsverzeichnis zu Beginn und das Register am Ende mit Stichwörtern hilft bei der Orientierung. Auch wenn eventuell nicht alles gleichermaßen interessant für das einzelne Kind ist, ist das Buch durchaus geeignet, Interesse an neuen Themengebieten zu fördern. Ein Buch, von dem man länger etwas hat und welches man oft zur Hand nehmen wird und welches auch für Erwachsene durchaus interessant ist.

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Veröffentlicht am 24.11.2021

Neugieriges und rebellisches Eichkatzerl

Elli Rotfell 1. Die abenteuerliche Rettung von Schloss Drachenmut
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Elli Rotfell, ein abenteuerhungriges, nicht ganz braves Eichhörnchen lässt sich nicht von ihrer Familie ausbremsen und reißt aus. Sie freundet sich mit Wolli, dem Waschbären an, der so gar nicht der idealen ...

Elli Rotfell, ein abenteuerhungriges, nicht ganz braves Eichhörnchen lässt sich nicht von ihrer Familie ausbremsen und reißt aus. Sie freundet sich mit Wolli, dem Waschbären an, der so gar nicht der idealen Vorstellung eines Freundes aus Eichhörnchensicht entspricht. Gemeinsam unternehmen sie einen Ausflug durch den Schloßpark, treffen weitere Tiere, freunden sich an und geraten in ein Abenteuer. Miteinander bewältigen Sie auch schwierige Aufgaben, was auch nur durch den Zusammenhalt möglich wird.

Anne Ameling hat eine wunderbare Tiergeschichte geschrieben, in der es um Selbstbewusstsein, Mut, Freundschaft, Zusammenhalt und Toleranz geht. Die farbenfrohen Illustrationen von Eva Czerwenka visualisieren das Geschehen anschaulich. Die fabelhafte Karte des Schloßparks, in dem die Handlung spielt, trägt zusätzlich dazu bei. Das schöne Buch ist sogar mit einem Lesebändchen ausgestattet. So macht das Lesen oder Vorlesen Spaß.

Das Buch kann ab sechs Jahre gut vorgelesen werden und wird dann später sicher erneut selbst gelesen. Die Sprache ist frisch und teilweise auch frech, die Geschichte ideenreich und überraschend. Die einzelnen Tiere sind gut beschrieben, haben ihren eigenen Charakter und unterschiedliche Eigenschaften. Ein Gruselelement darf bei einer Schlossgeschichte auch nicht fehlen, dies ist so geschrieben, dass es lustig und nicht beängstigend wirkt.

Fazit: es wird beim Lesen nicht langweilig, empfehlenswertes Kinderbuch.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Mehr als Fantasy und Magie

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte
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Erzählt wird die Geschichte von Linus, einem Sachbearbeiter im zentralen Jugendamt für magisch begabte Kinder und Jugendliche, der den Auftrag bekommt, das Waisenhaus von Mister Parnassus zu inspizieren. ...

Erzählt wird die Geschichte von Linus, einem Sachbearbeiter im zentralen Jugendamt für magisch begabte Kinder und Jugendliche, der den Auftrag bekommt, das Waisenhaus von Mister Parnassus zu inspizieren. Die magisch begabten Kinder in Parnassus Obhut sind ganz besonders und magisch überdurchschnittlich begabt. Daher leben sie isoliert auf einer Insel. Linus selbst lebt alleine mit seiner Katze und ist festgefahren in seinen Routinen und Gewohnheiten, sein eigener Traum scheint unerfüllbar zu sein. Dieser Auftrag wird jedoch sein Leben auf den Kopf stellen.

Der Roman ist mehr als nur Fantasy und Magie. Er erzählt von den Unterschieden zwischen den Individuen, von der Freiheit, sich entfalten zu können, wirbt für Toleranz und warnt vor Engstirnigkeit. Die Figuren sind detailliert beschrieben und die Geschichte sprüht vor Einfallsreichtum. Nicht nur die magisch begabten Kinder suchen ihren Platz im Leben und ihre Identität, auch Linus erfährt bei seinem Aufenthalt auf der Insel mehr über sich, als er sich zuvor hätte vorstellen können. Manchmal braucht es Mut, um für die eigenen Sichtweisen einzustehen, um sich letztendlich Träume zu erfüllen und ein Heim für sich, und die einem nachstehen, zu schaffen.

T. J. Klune schafft es mit dem Buch zu begeistern, die Geschichte hallt nach. Nicht nur im Kopf der Protagonisten im Buch spielt sich einiges ab, auch das eigene Kopfkino ist gut beschäftigt. Empfehlenswert auch für Leser, die keine eingefleischten Fantasy-Fans sind.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Nicht mehr meins

Keine Ruhe in Montana
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Detective Robicheaux will gemeinsam mit seiner Frau und seinem Freund nach dem Hurrikan Katrina zur Ruhe kommen und beim Angeln entspannen. Morde und Machtspiele ziehen ihn dann doch wieder in Ermittlungen ...

Detective Robicheaux will gemeinsam mit seiner Frau und seinem Freund nach dem Hurrikan Katrina zur Ruhe kommen und beim Angeln entspannen. Morde und Machtspiele ziehen ihn dann doch wieder in Ermittlungen rein.

In den 90iger Jahren, als die Robicheaux-Krimis in Deutschland herauskamen, habe ich einige gelesen und fand sie damals gut, vor allem wegen des Schreibstils von James Lee Burke: seine Art, Landschaften in Szene zu setzen und die Protagonisten Dialoge führen zu lassen. Auch die derbere Sprache hatte mich früher nicht gestört.

Ich hatte jetzt mal wieder Lust auf einen seiner Romane, kam auch wieder in die Protagonisten rein. Wer noch keines seiner Bücher kennt, könnte damit ein Problem haben. Der Roman ist wirklich voller Kontraste. Die Sprache empfinde ich als sehr bildhaft, egal ob es um Gewalt geht oder um die grandiose Landschaft. Bei beidem wird das Kopfkino reich "bespielt". Die vielen Landschaftsmotive nehmen etwas von der Geschwindigkeit aus der eigentlichen Handlung raus, aber das ist auch typisch für den Autor und trägt dazu bei, dass man beim Lesen nicht nur in der Gewalt und Brutalität versinkt - Kontrast zur derben Sprache. Mich hat jetzt an der Geschichte gestört, dass es zu viel Machtgehabe, Sexismus, durchgedrehte Personen gab. Ich glaube, ich bin inzwischen sensibler hinsichtlich der hier reichlich bedienten Klischees geworden. Und gegen Ende kam mir die Geschichte zu konstruiert vor.

Meine „Lesezeit“ von Burke-Romanen ist definitiv vorbei.

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