Profilbild von Frechdachs

Frechdachs

Lesejury Star
offline

Frechdachs ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Frechdachs über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2023

Nur eine vorübergehende Extremwetterlage oder vielleicht der Beginn einer neuen Eiszeit

White Zero
0

Thilo Falks aktueller Thriller "White Zero - Die Kälte ist dein Tod" sprach mich bereits durch das dystopisch wirkende Cover sehr stark an. Verbunden mit dem Teasertext kamen bei mir sehr schnell Assoziationen ...

Thilo Falks aktueller Thriller "White Zero - Die Kälte ist dein Tod" sprach mich bereits durch das dystopisch wirkende Cover sehr stark an. Verbunden mit dem Teasertext kamen bei mir sehr schnell Assoziationen zu Roland Emmerichs Eiszeit-Blockbuster "The Day After Tomorrow" auf und mein Leseinteresse war schnell geweckt.

Leider, dies schicke ich vielleicht gleich hier voraus, konnte das als Thriller vermarktete Werk bei mir nicht so recht punkten. Dies lag an sehr diversen Punkten, die ich nachfolgend erläutern möchte.

Voraus schicken möchte ich, dass dies mein erster Roman von Thilo Falk ist und ich den Autor bis dato noch nicht auf dem Radar hatte. Falk ist ja in diesem Genre kein unbeschriebenes Blatt, wenn man sich seine Veröffentlichungen bis dato ansieht.

Beworben wird das Buch mit dem folgenden Text:

"Dieses eisige Schreckensszenario lässt den Atem gefrieren – Spannung pur!"

Verglichen mit Emmerichs Eiszeit-Blockbuster konnte mich Falks aktuelles Werk leider so überhaupt nicht mitreißen. Überwiegend zog sich die Erzählung für mich sehr schleppend dahin wie Kaugummi, ich suchte großteils dann wirklich die spannenden Momente und fand nur sehr wenige davon. Ein ausgeklügelter Spannungsbogen vom Anfang bis zum Ende hin ist ein absolutes Muss für mich in diesem Genre und diesen konnte ich überhaupt nicht ausmachen. Viel zu sehr hält sich Falk meiner Meinung nach immer wieder mit Nebensächlichkeiten auf, die für die Erzählung eher nice to have wären.

Das Werk besteht von aller Anfang an aus mehreren Erzählsträngen, die eingangs etwas wirr erscheinen bzw. man sich fragt, wie die sehr unterschiedlichen Protagonisten dann wohl zusammenhängen mögen. Nach um nach verdichtet sich die Lage, die Handlungsstränge werden behutsam zusammengeführt und gipfeln im Grande Finale.

Seit ungefähr einem halben Jahr ist Deutschland mit einer neuen "Eiszeit" konfrontiert. Ich hatte mir eigentlich erhofft, dass man als Leser sehr viel mehr in die Breite der Gesellschaft eintaucht und erfährt, was ein solches Ereignis für existenzielle Auswirkungen hätte. Hier und da lässt Falk zwar einige Ereignisse kurz aufblitzen, allerdings waren mir diese nicht ausreichend genug. Der Fokus des Werkes liegt fast ausschließlich auf der Analyse der Ursache und deren etwaiger Bekämpfung. Mir erscheint genau dieses Detail dann viel zu eindimensional, da mir genau diese Wirkung in der Breite unserer Gesellschaft dann komplett fehlt.

Falk entwickelt die Haupt-Protagonisten sehr akkurat. Mitunter hält er sich nach meinem Empfinden viel zu häufig mit deren zwischenmenschlichen Beziehungen auf und schweift dabei auch gerne zu stark vom eigentlichen Thema, dem Klimathriller, ab.

Richtige Action- und Thrillmomente bot mir das Werk ehrlich gesagt viel zu selten. Die Entwicklung ist mitunter vorhersehbar (auch weil gleich eingangs des Buches verraten wird, ob das Vorhaben gelingen wird) und wirkte auf mich immer wieder leider sehr konstruiert.

Die enthaltenen Botschaften und Mahnungen an uns alle, auf die Falk ganz zum Schluss nochmals persönlich eingeht, sind durchweg gut getroffen allerdings in der Mischung und Umsetzung hier irgendwie unglücklich miteinander vermengt.

Ich persönlich hatte wirklich einen Thriller in der Art von "The Day After Tomorrow" erwartet und wurde mit dem Buch dann irgendwie kaum richtig warm. Ein richtiger Lesefluss kam bei mir auch nie so richtig auf.

Alles in allem ein Werk, das unheimliches Potenzial hätte, das aber in der aktuellen Fassung leider nie so richtig bei mir zumindest zur Geltung gekommen ist. Mir fehlte insbesondere sehr viel mehr Drive in der Erzählung sowie richtige Action- und Thrillmomente, bei denen der eigene Atem ins Stocken gerät und man mit den Protagonisten mitfiebert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2023

Nur wer nicht kämpft hat bereits verloren - Ein ungleicher Kampf um Leben und Tod

Cancer Coaching
0

Sarah Blumenfelds Werk "Cancer Coaching - Eine genesene Krebs-Patientin und Onko-Beraterin klärt auf" ist unheimlich authentisch geschrieben.

Schlussendlich beschreibt Blumenfeld ihren ganz persönlichen ...

Sarah Blumenfelds Werk "Cancer Coaching - Eine genesene Krebs-Patientin und Onko-Beraterin klärt auf" ist unheimlich authentisch geschrieben.

Schlussendlich beschreibt Blumenfeld ihren ganz persönlichen Weg im Umgang mit der Diagnose Krebs und der sich anschließenden Therapie.

Einer Achterbahnfahrt gleich offenbart die Autorin. manchmal auch recht schonungslos ihre ins Wanken gebrachte Gefühlswelt und lässt uns Außenstehende an ihren ganz persönlichen Gedanken teilhaben. Auch wenn eine jede Krebserkrankung hochindividuell zu sehen ist, so macht das Buch dennoch Patienten wie auch deren Angehörigen Mut und kann vor allem auch Kraft spenden.

Neben der ganz persönlichen Sichtweise von Blumenfeld ist das Werk angereichert um Interviews mit onkologischen Experten, die das Buch dann erst richtig rund machen.

Ich las das Buch aus der Sichtweise eines Außenstehenden, der aktuell genau eine solche medizinische Horrordiagnose, seit längerem begleitet. Den Einblick in die Gedankenwelt einer Patientin empfand ich persönlich als sehr wertvoll und erkannte auch beim ein oder anderen Detail dann Parallelen zu meinen bisherigen Erlebnissen.

Genau solche Bücher sind es, die der Krebsdiagnose vielleicht zumindest ein klein wenig den großen Schrecken nehmen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2023

Dem wahren Geist der Weihnacht auf der Spur

Eine Weihnachtsgeschichte
0

Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" aus dem Dressler Verlag gehört für mich persönlich zum Standardrepertoire rund um Weihnachten und für die Adventszeit. Trotz, dass ich die Geschichte bereits ...

Charles Dickens "Eine Weihnachtsgeschichte" aus dem Dressler Verlag gehört für mich persönlich zum Standardrepertoire rund um Weihnachten und für die Adventszeit. Trotz, dass ich die Geschichte bereits zur Genüge gelesen habe spricht die Botschaft darin immer noch für sich und man kann nie genug davon bekommen.

Die Story rund um den sehr eigentümlichen Ebenezer Scrooge dürfte wohl jedem ein Begriff sein. Die bekannte Geschichte wird in dieser Ausgabe ab und an mit ausgesuchten schwarzweißen Illustrationen ausgeschmückt, die das Gelesene nochmals vertiefen lassen.

Ein ganz verdienter Klassiker der Literatur, den jeder mindestens einmal gelesen haben sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2023

Ein interessantes Psychogramm eines deutschen Familienclans in Ost und West - Ist bereits zusammengewachsen, was zusammengehört?

Familienzwist
0

Der Roman "Familienzwist" von Michael Pantasch klang bereits vom Teasertext für mich sehr spannend und grundlegend bringt er wirklich viele interessante Details mit, um normalerweise eine spannende Geschichte ...

Der Roman "Familienzwist" von Michael Pantasch klang bereits vom Teasertext für mich sehr spannend und grundlegend bringt er wirklich viele interessante Details mit, um normalerweise eine spannende Geschichte zu erzählen.

Die Story selbst hinkte dann leider meinen ganzen persönlichen Erwartungen an den Roman weit hinterher.

Grob gesagt "Weniger ist manchmal mehr" hätte ich mir hier im gesamten Plot dann arg gewünscht. Der Autor packt nach meiner Meinung viele zu viele unterschiedliche auch aktuelle Themen (z.B: Klimaaktivisten, Flüchtlinge etc.) in den Roman und kann keines wirklich richtig ausführlich beleuchten. Er sprang mir dabei zu sehr von einem Thema zum nächsten, ohne überhaupt die Oberfläche dabei großartig anzukratzen.

Ähnlich erging es mir leider auch bei den unterschiedlichen Charakteren, die mir auch eher fern geblieben sind. Alleinig vielleicht der Dreh- und Angelpunkt Lukas, der gerne zuckerfreie Cola konsumiert, kam mir dann während dem Lesen etwas näher. Die Identifikation mit dem doch sehr großen "Familienclan" fand bei mir einfach nie statt. Die einzelnen wechselnden Perspektiven waren zwar interessant zu lesen, aber richtig in die Geschichte eingetaucht bin ich leider überhaupt nie.

Ein solches Werk, in dem es um Familienzwist geht, lebt normalerweise für mich dann eher durch gelebte Emotionen, die für mich hier leider quasi kaum existent waren.

Alleine das dunkle und gut gehütete Geheimnis in der Familiengeschichte wäre es wert, den Roman vielleicht komplett anders aufzuziehen und ihm gerade deshalb auch die notwendige Tiefe zu verleihen.

So war der Roman für mich persönlich leider weder Fisch noch Fleisch und wird daher auch nicht lange in meiner Erinnerung bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2023

"Unser tägliches Brot gib uns heute" - Die besten Bäcker aus dem deutschsprachigen Raum präsentieren ihre ganz persönlichen Brotfavoriten

Unsere Brotbibel
0

Johann Lafer und Bernd Kütscher veröffentlichen mit ihrem aktuellen Kochbuch "Unsere Brotbibel - Lafers Lieblingsrezepte der besten Bäcker aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz" ein wirklich ...

Johann Lafer und Bernd Kütscher veröffentlichen mit ihrem aktuellen Kochbuch "Unsere Brotbibel - Lafers Lieblingsrezepte der besten Bäcker aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz" ein wirklich sehr eindrückliches Buch rund um die deutschsprachige Brotkultur.

Johann Lafer dient nach meiner bescheidenen Meinung eher als Zugpferd des Buches, denn die for mich sind die wahren Helden dieses Werkes die Handwerksbäcker, die dann mit dem veröffentlichtem Rezept einen kleinen Einblick in die ganz persönliche Backstube der Handwerksbäckereien gewähren.

Eingangs des Buches geht es eher um die ganzen Basics rund um das Grundnahrungsmittel Brot. Ausgehend von der Geschichte des ganz besonderen Kulturguts, über Ernährungsfakten sowie Getreide- und Mehlsorten bis hin zur passenden Hardware in der heimischen Küche und dem Back- und Vorbereitungsprozess selbst gibt es hier bereits sehr viel Wissenswertes rund ums Brot zu erfahren. Auch die Rezepturen für ganz bestimmte Vor- und Sauerteige werden hier kurz thematisiert.

Dann kommen wir auch schon zum Herzstück dieser Brotbibel - den 43 Lieblingsbrotrezepten der Handwerksbäcker. Die Bäcker selbst waren dabei im Kurzabriss vorgestellt und dann folgt auch, wie in Kochbüchern üblich bereits die Rezeptpräsentation. Bei diesen hat mich extremst gestört, dass die zugeführten Flüssigkeiten bei den Zutaten nie genannt wurden und diese dann aus den Zubereitungsschritten zu entnehmen waren. Dort hätte ich mir persönlich dann wirklich gewünscht, die Zutaten gleich wirklich vollständig aufzuführen.

Welche handwerkliche Kunst hinter dem Brotbacken wirklich steckt erfährt man dann anhand der Rezepturen. Wer sich vielleicht immer noch wundert, dass ein Brot von einer Handwerksbäckerei das Vielfache von einem Discounterprodukt kostet bekommt hier wirklich einen sehr eindringlichen Einblick, welcher Aufwand hinter einem Laib Brot steckt. Mitunter werden in den einzelnen Rezepturen dann für uns Otto-Normalos nicht sehr gebräuchliche Mehlsorten verwendet. Dort heißt es dann bereits zuvor gut zu planen und auch den Einkauf daran auszurichten.

Insgesamt bietet das Buch ein buntes Potpourri an verschiedensten Brotsorten. Dort sollte für wirklich jeden Geschmack ein passendes Rezept dabei sein. Auch wenn die Brote im Buch dann bereits sehr lecker anhand der Bilder aussehen essen wohl viele von uns Brot immer mit entsprechendem Belag. Am Ende der Brotbibel finden sich dann acht leckere Aufstrichrezepte, die jedes Brot krönen.

Summa summarum ein tolles Buch, für all jene, welche nicht ohne die deutsche Brotkultur leben können und diese in der heimischen Backstube zum Leben erwecken möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere