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Veröffentlicht am 17.03.2025

Unsere (H)Erde außer Rand und Band

Die Herde
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"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." (1. Mose 1,28)

Mir persönlich fiel beim Lesen von Thilo Winters neuem Thriller ...

"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." (1. Mose 1,28)

Mir persönlich fiel beim Lesen von Thilo Winters neuem Thriller "DIE HERDE" dann ziemlich schnell das o.g. biblische Sprichwort ein, das denke ich sehr passend zum Plot im Buch ist.

Anfangs präsentierte Winter eine außerordentliche Gemengelage, die mich sehr schnell in den leserischen Bann zog. Er verknüpft dabei dann real existierende Geschehnisse, die ausgebüchste Elefantenherde, mit Thrillerfiktion und kombiniert diese nach seinem ganz persönlichen Gusto.

Ob sich der Lübbe-Verlag allerdings einen Gefallen getan hat, Winters neues Buch als Thriller zu klassifizieren mag ich bezweifeln?

Für mich mäandert die ganze Story nach dem sehr starken Entrée einfach so vor sich hin - egal welchen Erzählstrang ich genauer betrachte. Winter biegt meiner Meinung nach leider einige Male falsch ab und zieht beispielsweise die abenteuerliche Story rund um Abel in Mexiko unnötig in die Länge.

Auch die unterschiedlichen Protagonisten sind mir mitunter zu stereotyp dargestellt und einige auch unheimlich überzeichnet.

Ganz ehrlich bin ich nach dem Schmökern des selbst ernannten "Thrillers" etwas unentschieden und hätte mir rückblickend sehr viel mehr "Lametta" erwartet.

Rückblickend konnte Winter mich nie richtig an die Handlung wie auch an die unterschiedlich Handelnden binden, als ich das persönlich bei Thrillern erwarte. Ich bin quasi so die ganze Story daneben hergelaufen und habe die Story verfolgt - nicht mehr und auch nicht weniger. Die Nähe hat mir persönlich leider durchweg gefehlt auch die Tiefe der unterschiedlichen Charakteren ging für mich zu stark unter. Das Werk liest sich, durch die andauernden Perspektivwechsel, unheimlich kurzweilig.

Die Eingangssequenz mit dem Mondfest und dem Pressetermin zum Staudammprojekt hatte mich ein ganz anderes Szenario erwarten lassen. Gut 3/4 des Plots ist man dann irgendwie gefangen, ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben und ich fragte mich persönlich dann auch, was Winter damit eigentlich genau bezweckt.

Richtige Spannungs- und Thrillmomente muss man quasi mit der Lupe suchen, obwohl zum Grande Finale sich die Situation dann fast förmlich überschlägt. Eigentlich wären dafür dann die vorherigen Seiten reserviert gewesen. Ich selbst bin jetzt nicht wirklich zartbesaitet, aber die Gewalt-Eskalation ganz zum Schluss hätte ich persönlich so nicht gebraucht und auch nicht so erwartet.

Zum Teil hudelt der Autor dann zum Schluss hin und stellt den Leser dann fast vor vollendete Tatsachen, die für die Exzesse der Tiere verantwortlich sein sollen. Also wenn ich schon Tags wie Wissenschaftsthriller, Ökothriller und dergleichen verwende erwarte ich hier bereits sehr viel früher dann entsprechendes Material. Teils kam mir der Schluss wie eine Black-Box vor, nur um innerhalb einer kurzen Schluss-Sequenz alles aufgelöst zu bekommen. Dort wird dann einfach mal innerhalb kürzester Zeit das vorherige mysteriöse Rätsel aufgelöst. Wie beispielsweise das
dafür zugrundeliegende Sediment in Mexiko geborgen wurde spielt auf einmal leider keine Rolle mehr und geht komplett unter.

Die ganzen "Indiana-Jones-Momente" rund um Abel in Mexiko überstrahlten für mich den ganzen vorherigen Plot, ohne dass es für mich wirklich spannend gewesen ist.

Generell steckt im Plot nach meiner Meinung sehr viel Potenzial, das der Autor dann leider nach meinem ganz persönlichen Geschmack leider nie zu heben vermag. Er geht mir persönlich viel zu wenig bei bestimmten Themen dann in die Tiefe, reißt allerdings auf der anderen Seite sehr viele interessante Themen an, die er dann nur sehr oberflächlich abhandelt. Genau hier wäre dann vielleicht weniger mehr gewesen.

Bei mir hat der "Thriller" so in dieser Form leider nicht gezündet und wird daher auch nicht weiter im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Ein fabelhafter Auftakt einer neuen Jugend-Fantasy-Buchreihe im maritimen Setting

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird ...


Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird die Autorin doch über den grünen Klee gelobt und sogar mit den Koryphäen Tolkien und Pullman verglichen. Beide genannten Autoren sind für mich keine Unbekannten und stehen für mich persönlich für richtig gute Fantasyunterhaltung. Kann Rundells Werk dort dann wirklich mithalten?

Die Ausstattung zum Buch stimmte mich bereits sehr froh. Mit einer Karte, um das turbulente Geschehen während dem Lesen besser zu verfolgen sowie einem anfänglichen Überblick zu den fabelhaften Wesen (inklusive Illustrationen) ist das Buch von aller Anfang bestens gerüstet.

Die Stilistik Rundells selbst lädt dazu ein sich bereits zu Beginn fallen zu lassen und sehr eng mit den beiden Hauptprotagonisten auf Tuchfühlung zu gehen. So stolpert man dann fast, wie Christopher im Buch, in ein rasantes maritimes Abenteuer.

Mal und Christopher bilden das Duo, das sich sehr schnell anfangs im Buch findet. Beide Charakteren sind zwar schnell greifbar, ich hätte mir allerdings dann hier und dort noch mehr Details zu ihren Hintergründen gewünscht. Dies würde auch der abenteuerlichen Erzählung noch mehr Tiefgang geben.

Teilweise kommt mir dieser Band vor wie ein Prequel. Dies macht allerdings der durchweg spannenden Story keinen wirklichen Abbruch.

Die bereits zuvor genannten Vorschusslorbeeren sowie die Vergleiche mit renommierten Fantasyautoren kommen daher nicht von ungefähr und Rundell kann sich schon mit den Werken von Pullman messen lassen. An einen Tolkien kommt die Autorin allerdings dann nicht ganz ran. Aber dies hatte ich ehrlich gesagt auch so nicht wirklich erwartet. Am ehesten ist das vorliegende Werk wohl mit Pullmans "His Dark Materials"-Büchern und der Narnia-Buchreihe von Lewis vergleichbar.

Alles in allem bietet sich hier eine neue maritime Fantasywelt, die entdeckt werden möchte. Für mich persönlich bot das Werk richtig gute Unterhaltung, bei der man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Verloren im rätselhaften unterirdischen Bücherlabyrinth

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Das aktuelle Kinderbuchdebüt "Tinte, Staub und Schatten - Das Buch der Verlorenen" von Alina Metz klang für mich alleine vom Teasertext und der Leseprobe her sehr spannend.

Metz große Stärke ist es, die ...

Das aktuelle Kinderbuchdebüt "Tinte, Staub und Schatten - Das Buch der Verlorenen" von Alina Metz klang für mich alleine vom Teasertext und der Leseprobe her sehr spannend.

Metz große Stärke ist es, die Lesenden direkt in das beschriebene Szenario hineinzuziehen. Ohne großes Vorgeplänkel wähnt man sich direkt an der Seite der sechzehnjährigen Minna, die "notgedrungen" in die Fußstapfen ihrer verschollenen und totgeglaubten Mutter tritt und beim kauzigen Antiquar Raban Krull eine Ausbildung zur Büchersucherin antritt.

Die verschiedenen Charakteren in der Story sind gut greifbar, auch wenn ich mir persönlich hier noch mehr Tiefe gewünscht hätte.

Die Story selbst ist vielleicht passend zum eher unübersichtlichen unterirdischen Bücherlabyrinth meiner Meinung nach eher ausbaufähig. Hier hätte ich mir persönlich zur Büchersucher-Ausbildung selbst mehr Informationen erwartet. Dazu gibt es quasi leider nahezu nichts zu lesen.

Phasenweise war für mich die Erzählung auch etwas langatmig, ohne dass man relevante Details erfahren hat. Zum Ende hin überschlagen sich dann einige Dinge und es bleiben für mich persönlich viel zu viele Fragen offen, als diejenigen, welche beantwortet werden. Dies ist vielleicht dann allerdings auch dem Tatbestand geschuldet, dass der abschließende zweite Band im Herbst 2025 erscheint.

Die verschiedenen Charakteren lassen leider eine gewisse Tiefe und auch Nähe vermissen und so bleibt immer eine gewisse Distanz zu den entsprechend Handelnden.

Für mich wirkt der erste Band der neuen Jugend-Fantasystory leider nicht ganz so ausgeklügelt wie von mir zunächst erwartet.

So ist es zwar noch ein solider Auftakt, der allerdings auch sehr klar seine Höhen und Tiefen zeigt. Ich persönlich weiß leider aktuell noch nicht, ob ich dann ein weiteres Mal mit Minna und ihren Gefährten in die Katakomben zum Bücherlabyrinth absteigen werde.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Vom Aufstieg und Fall des "Tausendjährigen Reichs" - Uns allen zur Mahnung

Ginsterburg
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Arno Franks aktueller Roman "Ginsterburg" greift ein hochaktuelles Thema unserer dunkelsten Stunde in unserer jüngeren Geschichte auf.

Franks Roman kommt meiner Meinung nach genau zur richtigen Zeit. ...

Arno Franks aktueller Roman "Ginsterburg" greift ein hochaktuelles Thema unserer dunkelsten Stunde in unserer jüngeren Geschichte auf.

Franks Roman kommt meiner Meinung nach genau zur richtigen Zeit. Aktuell erhält nationalistisches, faschistisches und rassistisches Gedankengut wieder immensen Auftrieb in unserem schönen Deutschland. Gesellschaftsgruppen werden gegeneinander ausgespielt und vorschnell sind jeweils die (vermeintlich) Schuldigen ausgemacht.

Mit Frank reisen wir zurück ins letzte Jahrhundert und betrachten dabei das fiktive Örtchen Ginsterburg ins all seinen Facetten. Das NS-Regime hat längst die Zügel in der Hand und Frank nimmt uns mit zu den Anfängen des aufblühenden NS-Regimes anno 1935. Im weiteren Zeitstrahl begleiten wir dann die Protagonisten während der Blütezeit anno 1940 und während des Niedergangs im Jahr 1945.

Gerade solche Bücher sind es wert, unsere jüngere unheilvolle Geschichte weiterhin präsent zu halten, damit solche Zeiten nie mehr geschehen mögen.

Gleich zu Beginn holte mich Franks Erzählung komplett ab, als er mich direkt in die Szenerie eines Absturzes eines britischen Lancaster-Bombers hineingeworfen hatte. Diese Szenerie rund um den Briten Alfie, einer aus der Bomber-Crew, taucht dann immer wieder bruchstückhaft während der weiteren Erzählung auf.

Ich hätte damit gerechnet, dass Arno Franks Erzählung komplett fiktiv erzählt wird, allerdings verwebt Frank dann doch real existierende Personen (Lothar Sieber und Erich Bachem) von damals mit dem fiktiven Ort Ginsterburg, ohne dass der Autor darauf speziell in einem dafür geeigneten Nachwort näher darauf eingeht. Genau diese Aufklärung hätte ich persönlich dann doch vorausgesetzt und auch erwartet.

Die Stilistik von Franks Roman ist durchweg geprägt von sehr bildhaften Beschreibungen und eher sanften leisen Tönen. Er arbeitet dabei auch sehr viel mit Metaphern und lässt die damalig menschenverachtende und grausame Zeit auf ganz eigene Art und Weise wiederauferstehen, als ich es mir persönlich vorher ausmalte.

Die Bindung zu den Hauptcharakteren hätte meiner Meinung nach sehr viel enger sein dürfen. Mitunter kam es mir persönlich so vor, dass man auch bei den Haupthandelnden Lothar und Merle dann nicht wirklich die zeitliche Entwicklung gut nachvollziehen konnte. Der Halbwaise Lothar, zunächst abgeneigt von der Hitlerjugend, wird dann über ein Jugendlager zum wahren Fliegerass und Helden des NS-Regimes. Genau diese Entwicklung hätte ich persönlich sehr viel ausführlicher lesen wollen. Gerade seine Mutter Merle war eigentlich alles andere als eine Befürworterin des NS-Regimes und dessen braunen Gedankenguts.

Durch die eher leisen Töne und die sprunghafte Erzählung, ohne die Entwicklung der Charakteren gut nachvollziehen zu können flacht der Roman nach meiner Meinung leider viel zu schnell ab und kann dies auch bis zum dramatischen Finale hin auch nicht mehr aufholen.

Das Thema selbst, wie eine zivilisierte Gesellschaft für die Ideen der damaligen Rattenfänger eigenommen werden konnte und wer welche Rollen darin übernahm, ist unheimlich wichtig, um zu erkennen, dass wirklich jeder ein kleines Zahnrad im damaligen Regime darstellte. Leider und spreche hier wirklich von leider spricht mich persönlich die stilistische Umsetzung von Arno Frank viel zu wenig an.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Endlich den eigenen Finanzdschungel lichten

21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest
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Matthias Kowalskis aktuellstes Ratgeberbuch "21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest" bringt hoffentlich endlich Licht in den Dschungel für die eigene Finanzplanung.

Das eingangs im Buch ...

Matthias Kowalskis aktuellstes Ratgeberbuch "21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest" bringt hoffentlich endlich Licht in den Dschungel für die eigene Finanzplanung.

Das eingangs im Buch befindliche Zitat bringt es dann bereits treffend auf den Punkt:
"Deine Gelddinge zu regeln ist viel einfacher, als du glaubst. Dafür musst du weder eine Banklehre noch ein Mathematikstudium absolviert haben. Es genügt völlig, mit gesundem Menschenverstand und unseren Tipps an die eigene Finanzplanung heranzugehen."

Wer sich bis dato vielleicht noch gescheut hat, die Finanzen in die eigenen Hände zu legen und sich nicht von Bankberatern abhängig zu machen liegt hier bei diesem Ratgeber genau richtig.

Wenn vielleicht auch die Finanzplanung für bisher Unbedarfte eher wie ein wildwachsender Dschungel daherkommt, so übernimmt Kowalski hier die Funktion des Money-Guides, der Interessenten durch diesen Widlwuchs leitet und einen gangbaren Weg durch den Dschungel freilegt.

Man merkt ziemlich schnell, dass auch die Strukturierung der eigenen Finanzen kein Hexenwerk ist, wenn man sich die Tipps und Tricks im Buch dann zu Herzen nimmt und bei Anlageentscheidungen berücksichtigt.

Kowalskis Ratgeber richtet sich nach meiner Meinung insbesondere an Eintsteiger und Unbedarfte, die ihre eigenen Finanzen bisher immer von anderen haben managen lassen. Nach der Lektüre ist dann endlich der Tag der eigenen fundierten Entscheidungen gekommen, an dem man dann auch die Finanzen selbst lenken und managen kann.

Insgesamt ein Werk, das einen guten ersten Überblick zur Strukturierung der eigenen Finanzen gibt und dabei dann auch auf unterschiedliche Anlage- sowie Risikoklassen eingeht.

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