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Veröffentlicht am 28.03.2025

Die dunklen Geheimnisse rund um das Städtchen Flohall

Sepia 2: Sepia und die Verschwörung von Flohall
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Theresa Bells Auftaktband "Sepia und das Erwachen der Tintenmagie" hatte mir damals bereits gut gefallen und daher hat auch der zweite Band "Sepia und die Verschwörung von Flohall" meine Aufmerksamkeit ...

Theresa Bells Auftaktband "Sepia und das Erwachen der Tintenmagie" hatte mir damals bereits gut gefallen und daher hat auch der zweite Band "Sepia und die Verschwörung von Flohall" meine Aufmerksamkeit geweckt.

Bell bemerkt im Nachwort selbst, dass der Mittelband einer Trilogie es manchmal richtig in sich hat und auch fordernd ist, damit er auch auf Touren kommt und dem Beginn wie auch dem Ende in nichts nachsteht.

Genau dort hege ich dann ganz persönlich wirkliche Bedenken, denn genau dieser Umstand ist mir beim Lesen dann doch viel zu sehr aufgefallen.

Ich kam zwar anfänglich sehr schnell wieder in die ganz besondere Kulisse von Flohall rein, allerdings hatte ich keine so enge Beziehung zu Sepia, ihren Mitstreitern wie auch den Antagonisten in der Story. Mir war die Erzählung fast zu distanziert erzählt und arg in die Länge gezogen.

Für Sepia selbst steht die erste Prüfung an, die dann anschließend durch den legendären Floball besiegelt werden soll. Doch bereits vor dieser fordernden Prüfung gibt es allerlei Hinweise und Ungereimtheiten in Flohall, die mit Magie und Alchemie zu tun haben könnten. Nur, wer steckt hinter diesem Hokus-Pokus?

Mich konnte der gesamte Plot der Geschichte leider nie so richtig abholen oder auch fesseln. Auch Sepias Entwicklung innerhalb der Story ist für mich persönlich leider viel zu wenig nachvollziehbar erzählt. Ich fremdelte dann auch leider einen überwiegenden Teil der Erzählung mit Sepia, obwohl mir diese im ersten Band echt ans Herz gewachsen war.

Es passiert zwar sehr viel im zweiten Band und man begegnet auch alten Bekannten wieder, aber summa summarum fehlte mir irgendwo der rote Faden. Auch die Spannungsmomente erreichten mich persönlich nur eher mäßig.

Eine Trilogie aufzulegen erscheint zunächst aus Autorensicht sehr verlockend. Manchmal wäre dann aber vielleicht eine Dilogie auch einfach ausreichend und der bessere Weg.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Sind Russlands historische Ressentiments mit der Ukraine bereits gestillt?

Wenn Russland gewinnt
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Carlo Masalas neues Buch birgt unheimliche Sprengkraft, ist dabei hochaktuell und enthält viel Brisanz mit Blick auf die aktuell beginnenden Friedensgespräche/-verhandlungen zwischen dem russischen Aggressor ...

Carlo Masalas neues Buch birgt unheimliche Sprengkraft, ist dabei hochaktuell und enthält viel Brisanz mit Blick auf die aktuell beginnenden Friedensgespräche/-verhandlungen zwischen dem russischen Aggressor und der überfallenen Ukraine.

Sind die historischen Ressentiments Russlands dann mit der Ukraine bereits gestillt? Oder ist der Überfall der Ukraine erst der Beginn einer bald folgenden weiteren kriegerischen Eskalation?

Viel zu realistisch entwickelt er ein Szenario aus der Annahme, was passieren könnte, wenn Russland den Angriffskrieg in der Ukraine für sich entscheiden kann. Alles andere als eine bittersüße Dystopie stellt sich hier interessierten Lesern dar. Man würde sich vielleicht wünschen Masala erzählt hier einen vom Pferd, aber die Dinge, die der strategische Militärexperte hier in den Fokus rückt und eskalieren lässt wirken überaus realistisch und sind wenn es denn so kommen sollte eher beängstigend.

Die hybride Kriegsführung Russlands ist bereits jetzt in unserer Realität Wirklichkeit geworden und genau daraus strickt Masala dann das passende weiterführende Szenario, wie Russland quasi über Nacht dann die NATO-Partner, insbesondere hier die USA, auf ihren Treueschwur prüft. Ob wirklich der Artikel 5 des Nordatlantik-Vertrags dann wirklich zum Zuge kommen würde und auch der Bündnisfall ausgerufen wird?

Das Buch wirkte in mir sehr lange nach und machte mich dabei auch sehr nachdenklich, welchen Zeiten wir zukünftig entgegen gehen werden. Verschließen wir aber gerade in den aktuell anspruchsvollen Zeiten die Augen nicht vor dem Offensichtlichen. Genau solche mögliche Szenarien sind es, die uns zu denken geben sollten. Daraus abgeleitet sollten wir uns bestmöglich auf etwaige Handlungen vorbereiten.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Wie geht richtiges Leben im Einklang mit der Natur?

Das Parlament der Natur
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Boris Herrmann, der Interviewer im neuen Sachbuch "Das Parlament der Natur - Was uns Farne, Finken und ihre Verwandten zu sagen haben" entlockt den beiden Naturforscher-Koryphäen Sarah Darwin und Johannes ...

Boris Herrmann, der Interviewer im neuen Sachbuch "Das Parlament der Natur - Was uns Farne, Finken und ihre Verwandten zu sagen haben" entlockt den beiden Naturforscher-Koryphäen Sarah Darwin und Johannes Vogel vielerlei wissenswerte Details zu unserem Leben mit und in der Natur um uns herum.

Darwin und Vogel sind wahrliche Kenner ihres jeweiligen Fachgebiets und lassen den Lesenden an ihren Erkenntnissen in diesem Buch direkt teilhaben.

Gestaltet ist das Werk durchweg in Interviewform und kommt genau deshalb als Sachbuch eher außergewöhnlich daher. Gerade diese spezielle Form bringt allerdings sehr viel Kurzweil mit sich und hebt sich dabei von anderen, vielleicht eher spröden, Sachbüchern ab. Ich habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen.

Kein Wunder, dass mit Darwins Ur-Ur-Enkelin dann eben auch mehr als ein Hauch von Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie im Buch enthalten ist. Generell merkt man dem Forscherpaar die Passion für ihre Berufe sowie die Natur wirklich bei nahezu jeder Aussage an. Für mich wirken beide sehr authentisch und vor allem nahbar.

Das Werk selbst beleuchtet sehr viele Aspekte, wie der aktuelle Stand in verschiedenen Ökosystemen gerade ist. Auch die zukünftige Perspektive gerät dabei nicht in Vergessenheit. Denn beide Forscher sehen konkrete Ansatzpunkte, wie wir unseren Planeten dann vielleicht doch noch retten können. Wer beispielsweise wissen möchte, wieso wir aktuell im Zeitalter des Huhns leben, der sollte bei diesem Werk hier direkt zugreifen.

Die Ausstattung des Buches gefällt mir ganz besonders. Nimmt man den Schutzumschlag außen ab, dann eröffnet sich nochmals ein sehr prächtiger Einband. Die matten innenliegenden Seiten bringen dann insbesondere auch die immer wieder eindrücklichen Fotos sehr genial zur Geltung. Die matte Gestaltung hat zusätzlich den Pluspunkt, dass man Fingerabdrücke (insbesondere bei dunklen Bildern) weniger bzw. kaum sieht.

In unserem täglichen Autopilotenmodus nehmen wir die Natur um uns herum und unsere Stellung als Spezies innerhalb der Natur kaum mehr wahr. Genau diesen Blick gewähren uns dann Darwin und Vogel und lassen uns auch wissen, wie wichtig es ist, uns dieser kost- und verletzbaren Ökosysteme anzunehmen. Schlussendlich interagiert jede Spezies mit allen anderen um sich herum (egal ob in Flora oder Fauna) und beeinflusst wirklich jede Art mit ihrem ganz eigenen Verhalten.

Schließen möchte ich meine Rezension mit einem starken Zitat:

"Wir Menschen sitzen alle gemeinsam auf dem Ast, an dem wir kräftig sägen. Und: Wir, nur wir gemeinsam, wissensbasiert und demokratisch, können das ändern."

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Unsere (H)Erde außer Rand und Band

Die Herde
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"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." (1. Mose 1,28)

Mir persönlich fiel beim Lesen von Thilo Winters neuem Thriller ...

"Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." (1. Mose 1,28)

Mir persönlich fiel beim Lesen von Thilo Winters neuem Thriller "DIE HERDE" dann ziemlich schnell das o.g. biblische Sprichwort ein, das denke ich sehr passend zum Plot im Buch ist.

Anfangs präsentierte Winter eine außerordentliche Gemengelage, die mich sehr schnell in den leserischen Bann zog. Er verknüpft dabei dann real existierende Geschehnisse, die ausgebüchste Elefantenherde, mit Thrillerfiktion und kombiniert diese nach seinem ganz persönlichen Gusto.

Ob sich der Lübbe-Verlag allerdings einen Gefallen getan hat, Winters neues Buch als Thriller zu klassifizieren mag ich bezweifeln?

Für mich mäandert die ganze Story nach dem sehr starken Entrée einfach so vor sich hin - egal welchen Erzählstrang ich genauer betrachte. Winter biegt meiner Meinung nach leider einige Male falsch ab und zieht beispielsweise die abenteuerliche Story rund um Abel in Mexiko unnötig in die Länge.

Auch die unterschiedlichen Protagonisten sind mir mitunter zu stereotyp dargestellt und einige auch unheimlich überzeichnet.

Ganz ehrlich bin ich nach dem Schmökern des selbst ernannten "Thrillers" etwas unentschieden und hätte mir rückblickend sehr viel mehr "Lametta" erwartet.

Rückblickend konnte Winter mich nie richtig an die Handlung wie auch an die unterschiedlich Handelnden binden, als ich das persönlich bei Thrillern erwarte. Ich bin quasi so die ganze Story daneben hergelaufen und habe die Story verfolgt - nicht mehr und auch nicht weniger. Die Nähe hat mir persönlich leider durchweg gefehlt auch die Tiefe der unterschiedlichen Charakteren ging für mich zu stark unter. Das Werk liest sich, durch die andauernden Perspektivwechsel, unheimlich kurzweilig.

Die Eingangssequenz mit dem Mondfest und dem Pressetermin zum Staudammprojekt hatte mich ein ganz anderes Szenario erwarten lassen. Gut 3/4 des Plots ist man dann irgendwie gefangen, ohne überhaupt einen blassen Schimmer zu haben und ich fragte mich persönlich dann auch, was Winter damit eigentlich genau bezweckt.

Richtige Spannungs- und Thrillmomente muss man quasi mit der Lupe suchen, obwohl zum Grande Finale sich die Situation dann fast förmlich überschlägt. Eigentlich wären dafür dann die vorherigen Seiten reserviert gewesen. Ich selbst bin jetzt nicht wirklich zartbesaitet, aber die Gewalt-Eskalation ganz zum Schluss hätte ich persönlich so nicht gebraucht und auch nicht so erwartet.

Zum Teil hudelt der Autor dann zum Schluss hin und stellt den Leser dann fast vor vollendete Tatsachen, die für die Exzesse der Tiere verantwortlich sein sollen. Also wenn ich schon Tags wie Wissenschaftsthriller, Ökothriller und dergleichen verwende erwarte ich hier bereits sehr viel früher dann entsprechendes Material. Teils kam mir der Schluss wie eine Black-Box vor, nur um innerhalb einer kurzen Schluss-Sequenz alles aufgelöst zu bekommen. Dort wird dann einfach mal innerhalb kürzester Zeit das vorherige mysteriöse Rätsel aufgelöst. Wie beispielsweise das
dafür zugrundeliegende Sediment in Mexiko geborgen wurde spielt auf einmal leider keine Rolle mehr und geht komplett unter.

Die ganzen "Indiana-Jones-Momente" rund um Abel in Mexiko überstrahlten für mich den ganzen vorherigen Plot, ohne dass es für mich wirklich spannend gewesen ist.

Generell steckt im Plot nach meiner Meinung sehr viel Potenzial, das der Autor dann leider nach meinem ganz persönlichen Geschmack leider nie zu heben vermag. Er geht mir persönlich viel zu wenig bei bestimmten Themen dann in die Tiefe, reißt allerdings auf der anderen Seite sehr viele interessante Themen an, die er dann nur sehr oberflächlich abhandelt. Genau hier wäre dann vielleicht weniger mehr gewesen.

Bei mir hat der "Thriller" so in dieser Form leider nicht gezündet und wird daher auch nicht weiter im Gedächtnis bleiben.

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Veröffentlicht am 27.02.2025

Ein fabelhafter Auftakt einer neuen Jugend-Fantasy-Buchreihe im maritimen Setting

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
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Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird ...


Die Vorschusslorbeeren zu Katherine Rundells aktuellem internationalem Fantasybestseller "Impossible Creatures - Das Geheimnis der unglaublichen Wesen" haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Wird die Autorin doch über den grünen Klee gelobt und sogar mit den Koryphäen Tolkien und Pullman verglichen. Beide genannten Autoren sind für mich keine Unbekannten und stehen für mich persönlich für richtig gute Fantasyunterhaltung. Kann Rundells Werk dort dann wirklich mithalten?

Die Ausstattung zum Buch stimmte mich bereits sehr froh. Mit einer Karte, um das turbulente Geschehen während dem Lesen besser zu verfolgen sowie einem anfänglichen Überblick zu den fabelhaften Wesen (inklusive Illustrationen) ist das Buch von aller Anfang bestens gerüstet.

Die Stilistik Rundells selbst lädt dazu ein sich bereits zu Beginn fallen zu lassen und sehr eng mit den beiden Hauptprotagonisten auf Tuchfühlung zu gehen. So stolpert man dann fast, wie Christopher im Buch, in ein rasantes maritimes Abenteuer.

Mal und Christopher bilden das Duo, das sich sehr schnell anfangs im Buch findet. Beide Charakteren sind zwar schnell greifbar, ich hätte mir allerdings dann hier und dort noch mehr Details zu ihren Hintergründen gewünscht. Dies würde auch der abenteuerlichen Erzählung noch mehr Tiefgang geben.

Teilweise kommt mir dieser Band vor wie ein Prequel. Dies macht allerdings der durchweg spannenden Story keinen wirklichen Abbruch.

Die bereits zuvor genannten Vorschusslorbeeren sowie die Vergleiche mit renommierten Fantasyautoren kommen daher nicht von ungefähr und Rundell kann sich schon mit den Werken von Pullman messen lassen. An einen Tolkien kommt die Autorin allerdings dann nicht ganz ran. Aber dies hatte ich ehrlich gesagt auch so nicht wirklich erwartet. Am ehesten ist das vorliegende Werk wohl mit Pullmans "His Dark Materials"-Büchern und der Narnia-Buchreihe von Lewis vergleichbar.

Alles in allem bietet sich hier eine neue maritime Fantasywelt, die entdeckt werden möchte. Für mich persönlich bot das Werk richtig gute Unterhaltung, bei der man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert.

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