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Veröffentlicht am 11.06.2023

Die bitteren Erfahrungen zweier DDR-Offiziersschüler bei einem ungeahnten Himmelfahrtskommando in Afghanistan anno 1987

FÜNF
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Die Story des Autors Veikko Bartel zu seiner aktuellen Novelle "FÜNF - Der Ring der Schlangen" erinnerte mich persönlich rein nur nach dem Teasertext gleich an den US-amerikanischen Kinoblockbuster "Black ...

Die Story des Autors Veikko Bartel zu seiner aktuellen Novelle "FÜNF - Der Ring der Schlangen" erinnerte mich persönlich rein nur nach dem Teasertext gleich an den US-amerikanischen Kinoblockbuster "Black Hawk Down".

Anstelle des Schauplatzes Somalia im Kinofilm steht hier dann Afghanistan im Blickpunkt und die russischen Truppen bestimmen das Geschehen.

Das Buch nahm mich dann ziemlich schnell in Beschlag und ich war direkt bei der Sache dabei. Ohne viele Umschweife gelingt es Bartel gekonnt den Leser zu umgarnen und ihn quasi in die Geschichte hineinzuziehen, als wäre man Teil der Truppe dort in Afghanistan vor Ort.

Sehr realistisch wirken die geschilderten Szenerien und für Zartbesaitete ist dieses Buch dann vielleicht mit einigen sehr expliziten Szenen dann eher nicht zu empfehlen. Zur Story selbst möchte ich hier nichts weiter spoilern sondern verweise einfach nochmals auf den Klappentext.

Das Werk besticht durchweg durch seine akkurate Schilderung der Vorkommnisse und der sehr authentischen Aufbereitung. Der Spannungsbogen ist ausgeklügelt gewählt und reißt bis zum Schluss hin nicht ab.

Es ist mehr als nur ein reiner faktenbasierter Kriegsroman, in dem dann Kämpfe geschildert werden und heroische Geschichten erzählt werden. Diese kommen zwar auch in diesem Werk vor aber dieser einseitige Eindruck wäre zu kurz gesprungen und würde dem Buch nicht gerecht. Am Ende des Buches geht Bartel dann sehr ausführlich auf die mal mehr oder weniger versehrten heimkehrenden Veteranen ein.

Was lösen kriegerische Aggressionen bei Menschen, die diese hautnah erlebt haben dann langfristig aus (Stichwort "PTBS")?

Kann ein geschundener Veteran dann zuhause überhaupt wieder im Alltag Halt finden und die Erlebnisse verarbeiten?

Wie gehen Veteranen mit etwaigen Schuldfragen um und ist eine Aussöhnung mit den eigenen Werten und Idealen überhaupt möglich?

Gerade dieser Teil macht das Buch für mich persönlich dann ganz besonders. Meist schließt ein solches Buch ja bereits mit dem heroischen Sieg der einen Partei über die andere und alles ist am Ende vermeintlich gut. Aber selbst wer in einem Krieg vordergründig als Sieger hervorgeht hat wohl oder übel ein Leben lang mit den grauenvollen Erlebnissen zu kämpfen.

Einen kleinen Vorgeschmack auf die tatsächliche Tiefe des Buches gibt folgendes Zitat:

"Ihre Gesichter zeigen ihre Jugendlichkeit allerdings nicht. Nicht mehr. Im Gegenteil. Allesamt sind sie durch den Krieg gezeichnet. Physisch durch mannigfaltige Narben - aber vor allem seelisch. Aus ihren Gesichtern spricht der Krieg. Er hat sich in ihre Augen eingebrannt. Sanftmut und alles Träumerische sind verschwunden. Stattdessen steht in ihren Augen Bitterkeit, eine permanente, fast schon paranoide Wachsamkeit, Kälte und pure Entschlossenheit. Ein Blick in ihre Augen lässt dem, der ihn wagt, augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren und zwei Gedanken denken: Ich warne Dich, versuche nicht herauszufinden, was diese Augen schon gesehen haben, es wird Dich zerstören. Und zweitens: Erwarte niemals Barmherzigkeit und Vergebung."

Mich lässt die Novelle mit Blick auf den aktuellen Ukrainekrieg mehr als nachdenklich zurück. Wieviele solcher Schicksale wird es aktuell wohl wieder geben?

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Veröffentlicht am 10.06.2023

Ein wissenschaftliches Projekt für den Schnee von übermorgen

Eiskristalle 2.0
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Matthias Rischers aktueller Roman "Eiskristalle 2.0 - Spuren in eine andere Zukunft" entführt interessierte Leser in die Wissenschaftsszene und sehr schnell wurde mir beim Lesen klar, dass Forschungsprojekte ...

Matthias Rischers aktueller Roman "Eiskristalle 2.0 - Spuren in eine andere Zukunft" entführt interessierte Leser in die Wissenschaftsszene und sehr schnell wurde mir beim Lesen klar, dass Forschungsprojekte für Otto-Normalo wie mich eine ganz andere Kategorie sind, die man so im normalen Leben wohl selten live miterleben kann.

Aber zurück zum Anfang.

Mit dem Vorwort konnte mich Rischer komplett abholen. Der Anfang des Buches verlief für mich persönlich sehr zäh und ich kam weder schnell in die ganze Thematik noch konnte ich den Protagonisten so richtig folgen bzw. mit ihnen mitfiebern. Dies ist für mich bei diesem Buch generell das große Manko gewesen. Bis zum Schluss hin blieben mir sowohl die Handelnden wie auch die Story viel zu fern und ich tauchte nie so richtig ein und tief ab ins Geschehen und so plätscherte für mich die Handlung dann einfach nur so vor sich hin.

Mir persönlich fehlten eher mehr spannende Elemente. So zog sich für mich die Handlung wie Kaugummi.

Eine KI, ähnlich Chat-GPT spielt auch immer wieder ein tragende Rolle. Diese Einschübe brachten mir persönlich leider gar keinen richtigen Mehrwert und ich fragte mich eher, was mir der Autor damit sagen möchte.

Summa summarum bot mir der Roman zu wenig gute und spannende Unterhaltung, als dass er mir lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Veröffentlicht am 09.06.2023

Idefix auf den Spuren von Asterix

Idefix und die Unbeugsamen - Der Wecker von Lutetia
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Angelehnt an die gleichnamige französische Animationsserie erobert der bereits aus den Asterixcomics bekannte Hund Idefix die Kinderzimmer mit dem aktuellen Abenteuer "Idefix und die Unbeugsamen - Der ...

Angelehnt an die gleichnamige französische Animationsserie erobert der bereits aus den Asterixcomics bekannte Hund Idefix die Kinderzimmer mit dem aktuellen Abenteuer "Idefix und die Unbeugsamen - Der Wecker von Lutetia".

Bereits auf dem Cover titelt der Egmont Bäng Verlag, dass das Buch für Erstleser geeignet ist. Rein von der Schriftgröße des Textes kommt es auf alle Fälle hin, auch wenn beispielsweise die Vorstellung der verschiedenen Charakteren von der Schriftgröße her fast zu klein abgedruckt ist.

Wir kannten vor dem Buch die gleichnamige Serie noch nicht allerdings war uns Idefix sehr wohl bekannt.

Wir starteten zügig ins Buch und hatten kaum Berührungsprobleme. Gleich eingangs werden dazu die unterschiedlichen Charakteren in Wort und Bild kurz vorgestellt, so das man sich daran anschließend sogleich ins erste Idefixabenteuer fallen lassen kann.

Die gebotenen 96 Seiten teilen sich in fünf verschiedene Kapitel auf und haben unterschiedliche Längen. Beim ein oder anderen etwas längeren Kapitel kamen wir dann bereits etwas außer Puste. Hier hätten wir uns vielleicht durchweg gleich lange bzw. eher kürzere Kapitel gewünscht.

Die Story selbst nimmt die Erstleser gut in Beschlag und lässt sie auch ausreichend im Buch verweilen. Die immer wieder eingestreuten farbigen Illustrationen nehmen die Geschichte auf. Diese hätten wir uns dann insgesamt noch etwas vielfältiger gewünscht.

Summa summarum ein spannendes Abenteuer rund um Idefix und seine tierischen Freunde, das Erstlesern ausreichend Unterhaltung bietet.

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Veröffentlicht am 08.06.2023

Glaube, Liebe und Hoffnung in unwirtlichen Zeiten

Unsere Sehnsucht nach Frieden
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Alexandra Schechtmann und Anatoli Uschomirski laden Interessierte in ihrem aktuellen Buch "Unsere Sehnsucht nach Frieden - Glaube und Einheit inmitten des Ukraine-Kriegs - Mut machende Perspektiven" dazu ...

Alexandra Schechtmann und Anatoli Uschomirski laden Interessierte in ihrem aktuellen Buch "Unsere Sehnsucht nach Frieden - Glaube und Einheit inmitten des Ukraine-Kriegs - Mut machende Perspektiven" dazu ein, die ganz besondere Familien-Perspektive zu erleben, die der Ukrainekrieg bei Tochter und Vater auslöste.

Ich lese das Buch gerade nach der Explosion des Kachowka-Staudamms und dem humanitären Verbrechen an der gesamten Bevölkerung vor Ort und mir fehlen einfach die richtigen Worte.

Vater und Tochter sind bereits seit Anfang der 90er-Jahre als Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland ansässig und haben natürlich noch etliche Kontakte zu Verwandten in der Ukraine. Der russische Überfall am 24. Februar 2022 bedeutete dann nicht nur für die Verwandten in der Ukraine eine komplette Zäsur sondern lies auch generell die Familienbande (noch) sehr viel enger zusammenrücken als zuvor.

Neben dem Ukrainekrieg wird im Buch auch die frühere Emigration der Familie thematisiert. Auch die antisemitischen Tendenzen werden dabei offen angesprochen und machten mich beim Lesen dann richtig wütend.

Die Familie rockt sprichwörtlich enger zusammen, als sich Verwandte aus der Ukraine aufmachen, um sich vor dem barbarischen Krieg in Sicherheit zu retten.

Wie kann man gerade in solche herausfordernden und vor allem düster wirkenden Zeiten dann weiterhin an seinem Glauben an Gott festhalten und nicht am eigenen Schicksal verzweifeln?

Gerade diese Perspektive nimmt das Buch dann sehr gut in den Fokus und zeigt auf, wo der Glaube an Gott dann sprichwörtlich Berge versetzt und wir auch in dunklen Zeiten auf Gott vertrauen dürfen.

Das folgende Buchzitat gibt genau darüber dann einen vielleicht kurzen Einblick in das Gefühlsleben und den Kontakt mit Gott.

"Gott hat Unmögliches möglich gemacht und uns Situationen meistern lassen, von denen wir nie geglaubt hätten, sie bewältigen zu können."

So unmenschlich und barbarisch der Ukrainekrieg aktuell ist, so ist das Buch auch ein kleiner Lichtblick, der sich in den düstersten Tagen seit dem Weltenbrand des letzten Jahrhunderts zeigt und die menschliche Empathie wie auch den Zusammenhalt der Gesellschaft thematisiert.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

Ein packender und spannender Politthriller mit dystopischen Elementen

Genuine Conspiracy
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Als Newbie in der Genuine-Buchreihe von Tobias Miller mit dem aktuell zweiten Band "Genuine Conspiracy" kam ich durch die eingangs eingefügte kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse recht gut ...

Als Newbie in der Genuine-Buchreihe von Tobias Miller mit dem aktuell zweiten Band "Genuine Conspiracy" kam ich durch die eingangs eingefügte kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse recht gut vom Start weg zurecht.

Für mich ist der Roman ein klassischer Genremix, der zwischen dem Hauptgenre Thriller und gewissen dystopischen Elementen abwechselt.

Für Spannung ist gut gesorgt. Langeweile kam bei mir während dem Lesen nie so richtig auf und der Spannungsbogen hält bis zum Schluss hin an.

Die Protagonisten waren für mich persönlich gut nachvollziehbar und ich konnte mich in ihre Handlungen gut einfühlen. Dies ist für mich persönlich dann immer ein ganz besonderer Pluspunkt, um schnell in der Handlung anzukommen.

Sich abwechselnde Perspektiven und unvorgesehene Wendungen machten den Roman dann für mich ganz einfach noch viel spannender und er lies sich vor allem sehr kurzweilig lesen.

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