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Veröffentlicht am 11.05.2022

Wenn alle Alarmglocken schrillen - Eine ehrliche und schockierende Bestandsaufnahme zum Thema Klimawandel

Meine Welt schmilzt
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Die Autorin nimmt uns mit in ihre Heimat Spitzbergen und schildert uns schonungslos ehrlich und sehr authentisch, wie sich bereits aktuell der Klimawandel in Spitzbergen auf das Leben auswirkt und noch ...

Die Autorin nimmt uns mit in ihre Heimat Spitzbergen und schildert uns schonungslos ehrlich und sehr authentisch, wie sich bereits aktuell der Klimawandel in Spitzbergen auf das Leben auswirkt und noch in naher und ferner Zukunft auswirken wird.

Wer immer noch nicht begriffen hat, was mit dem Klimawandel auf uns alle zukommt, der sollte unbedingt dieses Buch dann lesen.

Durch die unterschiedlichen Perspektiven werden den Leseinteressierten sehr schnell die Augen geöffnet.

Seit dem Ahrtalhochwasser im vergangenen Jahr können wir in Deutschland leider auch ein Lied davon singen, wie es ist, wenn Extremstwetterereignisse dann komplette Landstriche verwüsten und unbewohnbar machen.

Line Nagell Ylvisaker verbindet ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse in Longyearbyen mit hochinteressanten Eindrücken aus der Fachwelt (z.B. von Meteorologen und Klimaforschern) sowie speziellen Kennern des Polarkreises wie beispielsweise erfahrenen Trappern.

Wer sich bis dato noch nicht um das Thema Klimawandel geschert hat bekommt hier quasi einen Crashkurs aus allererster Hand.

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Veröffentlicht am 11.05.2022

Auf der Fährte der heimischen Waldbewohner - Von Sonnenaufgang- bis zum -untergang den Wald mit anderen Augen sehen

Wald der Wunder
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Sandra Dieckmann gelingt mit ihrem Buch "Wald der Wunder" ein erstklassiges Kinderbuch für alle Kinder ab ca. 3 Jahren.

Die Autorin nimmt uns mit auf einen Spaziergang in und durch den Wald. Beim Waldspaziergang ...

Sandra Dieckmann gelingt mit ihrem Buch "Wald der Wunder" ein erstklassiges Kinderbuch für alle Kinder ab ca. 3 Jahren.

Die Autorin nimmt uns mit auf einen Spaziergang in und durch den Wald. Beim Waldspaziergang begegnet man dann den unterschiedlichsten Bewohnern in ihrem natürlichen Habitat.

Ich finde das Buch unheimlich gut gelungen. Man kommt sehr schnell mit dem Kind dann durch die verschiedenen Texte und Bilder ins Gespräch. Das Verhältnis zwischen Text und Bildern ist ideal gewählt, so dass das Buch sehr kurzweilig zu lesen ist aber einfach zum Durchblättern und Verweilen einlädt.

Einen kleinen Vorgeschmack, was einen dann im Buch erwartet sieht man ja bereits auf dem Cover. Die Illustrationen (auch von Sandra Dieckmann) sind alle durchweg gut gewählt und geben den Lebensraum Wald in sehr schönen Stimmungen wieder.

Am Ende des Buches wartet dann eine Kurzzusammenfassung zu bestimmten Tieren, denen man dann vorher im Wald bereits begegnet ist. So wird neben der Kurzweil noch sehr viel Wissenswertes vermittelt.

Summa summarum ein Buch, das Lust auf einen realen Waldspaziergang macht und diesen speziellen Lebensraum unseren Kindern näher bringt.

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Veröffentlicht am 24.04.2022

"Hat Wladimir Putin den Verstand verloren?"

In Putins Kopf
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Diese konkrete Frage, nach dem Verstand, stellt der Autor Michel Eltchaninoff in seinem Buch "In Putins Kopf" ziemlich am Ende seines Werkes.

Er kommt dann zu folgendem Schluss:

"Jedenfalls hat er sich ...

Diese konkrete Frage, nach dem Verstand, stellt der Autor Michel Eltchaninoff in seinem Buch "In Putins Kopf" ziemlich am Ende seines Werkes.

Er kommt dann zu folgendem Schluss:

"Jedenfalls hat er sich in einen abgeschlossenen, immer zwanghafteren und von der Realität abgeschnittenen Diskurs eingesperrt."

Ganz ehrlich, ich möchte aktuell weder in Putins Kopf noch in dessen Haut stecken.

Mich persönlich macht die Kriegsinvasion in der Ukraine dann mehr als betroffen.

Deshalb wollte ich explizit mehr darüber wissen, wie der russische Aggressor dann tickt und was ihn überhaupt bewegt, einen solchen Krieg vom Zaun zu brechen.

Das Buch von Michel Eltchaninoff selbst ist nicht neu und stammt bereits aus dem Jahr 2016 und wurde jetzt in einer Neuauflage mit einem neuen Kapitel rund um den Ukrainekrieg ergänzt.

Dem Autor gelingt es gut, den Weg und die Motivationen des "Irren Iwans" nachzuzeichnen.

Welcher Ideologie rennt Putin dann überhaupt hinterher, wenn er vom eurasischen Weltreich träumt, welches nach seinem Gusto von Wladiwostok bis Warschau reicht und auch gerne bis Paris ausgedehnt werden darf?

Wie sieht Putins Weltbild dahinter aus?

Wie legitimiert Putin sein barbarisches Vorgehen?

Geleitet fühlt sich Putin sehr häufig von russischen Philosophen (z.B. Iwan Iljins, Nikolaj Berdjajews und Wladimir Solowjows), die seine rückswärtsgerichtete Sichtweise dann untermauern. Und dort setzt dann das Werk von Michel Eltchaninoff an, um diese Bezüge offen zu legen.

Summa summarum ein hochinteressantes Buch zu Putins obskuren Beweggründen bzw. den Abgründen, die sich auftun, wenn man sich den langen Weg von Putins imperialistischer Politik nochmals zu Gemüte führt.

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Veröffentlicht am 20.04.2022

Liebe das Leben in allen Nuancen - Auch wenn es düstere und graue Tage geben wird

Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
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Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen und nicht in ihr innerstes Seelenleben hinein.

Persönlich hatte ich von Kurt Krömers Depression auch erst über eine Fernsehtalkshow erfahren und wurde dann ...

Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen und nicht in ihr innerstes Seelenleben hinein.

Persönlich hatte ich von Kurt Krömers Depression auch erst über eine Fernsehtalkshow erfahren und wurde dann auch auf sein zugehöriges Buch aufmerksam. OK man hängt eine solche Erkrankung auch einfach nicht an die große Glocke.

Kurt Krömer alias Alexander Bojcan schreibt in seinem Buch "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst" von seiner ganz persönlichen Erfahrung mit seiner Depression.

Es ist ein unglaublich authentisches und ehrliches Buch, das mit vielen Berührungsängsten aufräumt.

Wer gibt schon gerne zu, eine psychische Erkrankung zu haben?

Die Mehrheit der Deutschen würde sich wohl eher in ein stilles Kämmerlein verkriechen, als offen und ehrlich sich selbst und anderen einzugestehen diesbezüglich Hilfe zu brauchen.

Alexander Bojcan teilt hier mit den Interessierten dann seine ganz persönliche Geschichte.

Man erlebt hautnah die rasante Achterbahnfahrt mit tiefen Abgründen, das fast tägliche Auf und Ab, wie der landesweit bekannte Komiker dann immer tiefer in die Depression schlittert.

Er zeigt aber auch auf, dass man sich Hilfe holen darf und auch solche Krankheiten geheilt werden können. Darüber berichtet er recht ausführlich von seinem persönlichen achtwöchigen Klinikaufenthalt, um die Depression in den Griff zu bekommen.

Der Schreibstil ist locker und kurzweilig zu lesen und mitunter kommt hier und da schon der Kurt Krömer-Style heraus.

Summa summarum ein sehr gelungenes Buch, das sehr intime Einblicke einer persönlichen Depression schildert und Mut macht mit Hilfe aus dem dunklen Verlies dann wieder zu entkommen.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Wenn Arbeit im Leben eben nicht alles ist! - Ist die friedliche Koexistenz zwischen Arbeit und Privatleben eine Utopie?

Wie wir arbeiten wollen – Über Selbstbestimmung und Selbstausbeutung
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"Wie wichtig ist der Job mir wirklich? Und wie wichtig ist es mir, ein erfülltes Leben neben der Arbeit zu haben?“

Dieses Buchzitat subsumiert den Inhalt des Buches "Wie wir arbeiten wollen - Über Selbstbestimmung ...

"Wie wichtig ist der Job mir wirklich? Und wie wichtig ist es mir, ein erfülltes Leben neben der Arbeit zu haben?“

Dieses Buchzitat subsumiert den Inhalt des Buches "Wie wir arbeiten wollen - Über Selbstbestimmung und Selbstausbeutung" dann sehr gut, in dem die Autorin und berufstätige Mutter Sara Peschke aus dem berühmt berüchtigten Nähkästchen über die tolle neue Arbeitswelt mit Homeoffice & Co. plaudert. Sie geht auch den Mythen des unbegrenzten Arbeitseinsatzes mit wenigen bis keinen Pausen nach und hält dem Leseinteressierten dann gekonnt den Spiegel vor.

Nicht erst seit der Coronapandemie ist das berühmt berüchtigte Homeoffice der letzte Schrei um das letzte Prozent Mitarbeitermotivation bzw. eher die -leistung herauszuholen.

Mitarbeiter seien zuhause doch viel produktiver, so der allgemeine Grundtenor.

Ist dem dann wirklich so, wenn die Zeiten zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr verschwimmen?

Welche Vorteile und welche Gefahren bringt das Homeoffice dann mit sich?

Sara Peschke gibt einen sehr ehrlichen und authentischen Einblick in ihre eigene Homeofficetätigkeit bei der Süddeutschen Zeitung während der Coronapandemie. Sie räumt mit einigen Vorurteilen auf und zeigt sich dann allerdings auch kritisch, weil die Arbeit und das Privatleben dann nicht mehr randscharf getrennt sind sondern sehr fließend ineinander greifen.

Wo beginnt und wo endet dann die Selbstausbeutung jedes Einzelnen?

Die Autorin unterlegt ihre eigenen Beobachtungen mit sehr interessanten Studien rund um die Arbeitswelt und -psychologie.

Summa summarum ein interessantes Buch rund um das Thema Arbeitsbedingungen in Zeiten von Homeoffice & Co. - wenn die schöne neue Arbeitswelt dann doch wieder in Dauerstress und Selbstausbeutung mündet.

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