Profilbild von Gabiliest

Gabiliest

Lesejury Star
offline

Gabiliest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gabiliest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Katzenfriedhof

Commissario Leone und die Toten von Rom
0

Der alte protestantische Friedhof in Rom, nahe der Cestius Pyramide, ist der Schauplatz von Patrizia Zanninis dritten Band der Serie Italia Mortale. Schon das mysteriöse Cover gibt die unheimliche Friedhofsatmosphäre ...

Der alte protestantische Friedhof in Rom, nahe der Cestius Pyramide, ist der Schauplatz von Patrizia Zanninis dritten Band der Serie Italia Mortale. Schon das mysteriöse Cover gibt die unheimliche Friedhofsatmosphäre wieder, in der sich ein Drama abspielt.

Eine schrecklich verstümmelte Leiche wird bei den Gräbern gefunden, ein Minister, wie sich herausstellt, als Commissario Enzo Leone und sein Team die Ermittlungen aufnehmen. Eigentlich ist der Mann gut beleumdet, aber dann stellt sich heraus, dass er ein Bauprojekt in einem Naturschutzgebiet erst in letzter Sekunde abgeblasen hat. Musste er deshalb sterben?

Verdächtig sind seine Geschäftspartner und Freunde, doch sie haben ein Alibi. So kann der Mörder weiter seine schrecklichen Taten begehen, es gibt weitere Leichen. Aber was der Mörder nicht zu wissen scheint: Er wurde bei seiner Tat beobachtet, von einer alten Frau, der Katzenlady, die sich um die auf diesem Friedhof lebenden Katzen kümmert. Doch sie geht nicht zur Polizei, obwohl sie Beweise findet, aus Angst vor dem Täter. Der hat jedoch bereits aus anderer Quelle von ihrer Existenz erfahren und sie schwebt in großer Gefahr.

Im Mittelpunkt von Patrizia Zanninis Roman steht zu Recht der protestantische Friedhof im Herzen von Rom, denn dort sind unter anderem die englischen Dichter Keats und Shelly begraben, ebenso wie ein Sohn Goethes. Zwischen wunderbar gestalteten Grabsteinen fristen vierzig Katzen ein einfaches Dasein. Commissario Leone erfährt jedoch lange nichts von dem Zusammenhang zwischen der Tat auf dem Friedhof und einem psychopathischen Mörder, der es auch auf die Frau des Ministers und ihre Schwester abgesehen zu haben scheint. Als die Spuren immer mehr in die Richtung der Vergangenheit des Ministers führen, gerät auch der Commissario in große Gefahr. Denn er erkennt die Zusammenhänge, hat aber wieder einmal nicht mit, was er so nötig brauchen würde, seine Waffe.

“Commissario Leone und die Toten von Rom” ist ein spannender Kriminalroman, der die Atmosphäre der Stadt lebendig einfängt. Loyale Mitarbeiter unterstützen die Arbeit des Commissarios, der bald heiraten möchte. Seine Schwiegermutter in spe hat ihm und Rosa, seiner Braut, erzählt, dass es eine glückliche und lange Ehe bringe, wenn man bis zur Hochzeit tausend Kraniche faltet. Doch wie soll sich das zeitlich ausgehen? Wieder helfen die Kollegen und es scheint nicht nur das Hochzeitsglück garantiert, sondern nach langen Recherchen und oft in die Irre führenden Spuren kann der Mörder gestellt werden.

Patrizia Zannini hat einen spannenden Roman mit gut gezeichneten Protagonisten vorgelegt, der leicht lesbar ist und den man schwer aus der Hand legt. Lebendig wird hier eine hintergründige Geschichte erzählt von einem Milieu, das geprägt ist von politischen Intrigen, Korruption und Vorteilsnahme. Doch immer wieder scheint die Sorge um das Wohlergehen der Friedhofskatzen durch. Ebenso stellt die Autorin an das Ende des Buches Rezepte für typisch römische, einfache Speisen. Wer also einen Krimi mit viel römischem Lokalkolorit schätzt, hat hier sicher zum richtigen Buch gegriffen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Mutterliebe

Niemands Töchter
0

Die bekannte Schauspielerin Judith Hoersch hat mit “Niemands Töchter” ihren Debütroman vorgelegt. Das stilvolle Hardcover zeigt eine junge Frau- eine Tochter oder doch eine Mutter- mit Sonnenblumen, die ...

Die bekannte Schauspielerin Judith Hoersch hat mit “Niemands Töchter” ihren Debütroman vorgelegt. Das stilvolle Hardcover zeigt eine junge Frau- eine Tochter oder doch eine Mutter- mit Sonnenblumen, die aber nur die Hälfte ihres Gesichts bedecken, denn Freude und Schmerz liegen in diesem Roman ganz eng zusammen.

Im ersten Drittel der Erzählung wird spotlightartig das Schicksal von vier Frauen beleuchtet. Immer wieder gibt es Zeitsprünge und Rückblenden, so dass die Lesenden in diesem Abschnitt dem Buch die Aufmerksamkeit widmen müssen, die es zweifellos verdient.

Marie ist einem lieblosen Elternhaus nach Berlin entflohen, bringt sich als Putzfrau in einem Krankenhaus durch. Dort beobachtet sie eine freundliche und liebevolle Säuglingsschwester, Gabriele. Marie fasst einen Plan, in dem Gabriele eine wesentliche Rolle spielen wird, denn Marie ist ungewollt schwanger.

Gabriele hat ein Kind verloren, ihre Ehe ist gescheitert. Doch bietet sich ihr eine Chance, die ihr Hoffnung gibt. Aber nicht in Berlin. Sie kehrt in ihr Elternhaus, eine Bäckerei, zurück und zieht dort Alma mit aller Liebe auf, die sie aufbringen kann. Doch liegt zwischen ihnen immer eine gewisse Distanz, denn Alma ist ein hoch intelligentes, aber schwieriges Kind. Und Alma wird Gabriele verlassen, denn die Wahrheit kommt immer an die Oberfläche.

Isabell ist Tänzerin, die ihre Karriere wegen ihres Lampenfiebers beendet hat, aus ihrer Vergangenheit leidet sie an starken Verlustängsten, die sie auf ihre Tochter und in ihre Ehe überträgt. Trost findet Isabell beim Betrachten der Polaroid Fotos, die ihre bereits vor Jahren verstorbene Mutter gemacht hat.

Zwischen diesen vier Frauen bestehen unerschütterliche, aber schmerzhafte Verbindungen, gelebte Leben, die einander berühren und doch so weit von einander entfernt sind. Erst im zweiten Drittel des Buches zeichnet der Roman größere Bögen und es fällt leichter, die Absichten der Protagonistinnen, ihr Glück und ihr Scheitern nachzuvollziehen. Judith Hoersch gelingt es meisterhaft, auf die Narben kaum verheilter Wunden zu zeigen und zu beschreiben, dass man sowohl Trauer als auch Heilung die Zeit geben muss, die sie brauchen. Die Lesenden werden vielleicht in manchen dieser familiären Konstellationen und Beziehungen auch Bruchstücke ihres eigenen Lebens erkennen und verstehen, wieso es diesem Roman gelingt, so tief zu berühren.

Judith Hoersch gibt ihrem Buch einen versöhnlichen Schluss, die Sehnsucht nach Mutterliebe überwindet auch tiefe Gräben, die die Vergangenheit aufgerissen hat. Wenn kein Verstehen möglich ist, so kann doch Verzeihen Heilung bringen. “Niemands Töchter” ist ein feinfühlig geschriebener, tiefgründiger Roman, der durch erzählerisches Können die Lesenden mitnimmt, in das Schicksal dieser vier Frauen einzutauchen und mitzufühlen. Daher gebe ich eine absolute Leseempfehlung für diesen so eindrucksvollen und wirkmächtigen Roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2026

Gasperlmaier und die Kunst

Letzter Landler
0

In Bad Aussee gastiert das Staatsopernballett und Franz Gasperlmaier, Postenkommandant in Altaussee, muss hin. Das hat seine Frau Christine beschlossen, denn Gasperlmaier hat es nicht so mit der Hochkultur. ...

In Bad Aussee gastiert das Staatsopernballett und Franz Gasperlmaier, Postenkommandant in Altaussee, muss hin. Das hat seine Frau Christine beschlossen, denn Gasperlmaier hat es nicht so mit der Hochkultur. Doch die Aufführung gefällt ihm, besonders die Schönheit einer Geigerin, Julia, hat es ihm angetan. Doch am nächsten Morgen ist Julia tot, ermordet.

Nunmehr beginnen die Ermittlungen mit der tatkräftigen Hilfe von Gruppeninspektorin Emina Jovanovic und der Frau Dr. Kohlross, beide aus Liezen. Ein verzwickter Fall, nicht nur die Orchestermusiker, das Ballettensemble und Freunde des Opfers sind potentiell verdächtig, denn Julia hatte wechselnde amouröse Verhältnisse. Doch dann gibt es einen weiteren Toten, diesmal einen Balletttänzer. Waren da Drogen im Spiel? Neben einem Schlagersternchen, das den Toten gut gekannt hat, führen immer mehr Spuren zu den Orchestermitgliedern…

Privat hat Gasperlmaier auch gut zu tun, denn die Eltern von Richelle, seiner Kanadischen Schwiegertochter, sind zu Besuch. Da muss Opa Gasperlmaier schon einmal seine Enkel hüten. Das ist schwierig, aber glücklicherweise wird er schnell bei einem Einsatz gebraucht. Die Einladung nach Kanada, die Richelles Eltern aussprechen, möchte er am Liebsten gleich wieder vergessen, denn der Gasperlmaier will gar nicht von zu Hause weg.

Herbert Dutzler hat mit “Letzter Landler” wieder einen seiner berühmten und teilweise bereits verfilmten Lokalkrimis vorgelegt. Die lieb gewonnenen Figuren haben auch in diesem Band ihren Platz, so der Dr. Altmann, Gasperlmaiers Nachbar, der zur rechten Zeit einen Schnaps ausschenkt. Auch der ehemalige Postenkommandant Friedrich Kahlß hilft bei der Aufklärung des Falles. Natürlich kommen auch die Christine vor, die Gasperlmaier immer sagt, wo es lang geht und seine Tochter Katharina mit ihrer Ehefrau, beides neugierige Journalistinnen. Nicht zu vergessen, hat Herbert Dutzler etliche kleine Seitenhiebe eingebaut, so zum Beispiel auf die Schillingzeitung, die sofort wüste Vermutungen zu den Morden anstellt, natürlich immer mit Fragezeichen hinter den Behauptungen, denn schließlich gilt die Unschuldsvermutung. Diesmal ist auch ein junger Polizist, Kevin, mit von der Partie, der nicht nur in sozialen Netzwerken versinkt, sondern auch kein Benehmen und kein Talent für die Polizeiarbeit hat. Alle diese Figuren sind lebensnah beschrieben und wachsen den Lesenden schnell ans Herz, denn sie passen wunderbar in die Ausseer Landschaft.

Somit dürfen wir uns wieder über einen unterhaltsamen Kriminalroman mit viel Lokalkolorit freuen, der sich nahtlos in die Reihe der bisher erschienenen Bände einreiht. Das Buch ist flott und witzig geschrieben, es gibt viele richtige Indizien und falsche Spuren, bis die Aufklärung der Morde gelingt. Wer Gasperlmaier und seine Familie bisher noch nicht lieb gewonnen hat, wird sicher nach dem Lesen dieses Falles von den Protagonisten und der Szenerie überzeugt sein. Daher kann ich einen fiktiven Urlaub im Ausseer Land nur empfehlen, es warten eine spannende Geschichte und viele originelle Persönlichkeiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2026

Lesen lernen macht Spaß

Die Lese-Rakete
0

Der renommierte Dudenverlag hat mit “Die Lese-Rakete” ein Buch herausgebracht, das es Leseanfängern leicht machen soll, mit Freude lesen zu lernen. Schon das fröhlich gestaltete Hardcover zeigt die Lese-Rakete, ...

Der renommierte Dudenverlag hat mit “Die Lese-Rakete” ein Buch herausgebracht, das es Leseanfängern leicht machen soll, mit Freude lesen zu lernen. Schon das fröhlich gestaltete Hardcover zeigt die Lese-Rakete, die bei jeder Geschichte den Fortschritt der Kinder dokumentieren wird. Autorin Anne Rummenie und Illustratorin Nina Fuchs haben in fünf Kapiteln teils lustige, teils freche und manchmal gereimte Geschichten erfunden, von ganz kurzen Vierzeilern bis zu längeren Texten. Alle sind jedoch in großer Schrift gedruckt und zu jeder Geschichte gibt es eine passende Illustration.

Diese einfachen Geschichten sind gut geeignet, in ein positives Leseerlebnis einzusteigen, denn die Kinder werden nicht überfordert. Die Texte sind kindgerecht und leicht verständlich, auch für die Erwachsenen durchaus humorvoll. Die große Schrift und das dicke Papier dieses hochwertig ausgestatteten Buches helfen auch schon den Kleinen, Freude am Blättern zu haben. Die phantasievollen farbigen Illustrationen auf jeder Seite des Buches ermöglichen es den Kindern auch einmal inne zu halten und sich auszuruhen, denn Lesenlernen ist wirklich anstrengend. Da in diesem gelungenen Erstlesebuch der Schwierigkeitsgrad jedoch systematisch gesteigert wird, haben die Kinder von der ersten Geschichte an kontinuierliche Erfolgserlebnisse.

Eine weitere Hilfestellung ist die farbliche Silbentrennung. Auch schwierige Wörter, die vielleicht noch die Erwachsenen lesen müssen, sind farblich abgesetzt. Ob das Buch auf die schulischen Lehrpläne der ersten Klassen abgestimmt ist, kann ich nicht beurteilen, eventuell müssen die Erwachsenen bei Buchstaben, die die Kinder noch nicht gelernt haben, aushelfen. Falls Kinder jedoch die Buchstaben aus dem Kindergarten oder der Vorschule bereits kennen, ist das Buch hervorragend geeignet, das Zusammenlauten zu üben.

Somit ist die “Lese-Rakete” ein idealer Einstieg für Leseanfänger. Durch wiederkehrende Erfolgserlebnisse wird die Lesefreude der Kinder geweckt und erhalten. Ich habe das Buch mit dem Sohn einer Freundin gelesen, der bisher eher ein Lesemuffel war. Die Geschichten aber haben ihm viel Spaß gemacht und die Leserakete möchte er zu Hause nachbasteln. Daher- ein toller Start ins Leseuniversum!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.02.2026

Witzig und interessant: Kreativ sein macht Spaß

Der Comic-Club
0

Die beiden New-York-Bestseller-Autoren und Illustratoren Raina Telgemeier und Scott McCloud haben mit “Der Comic-Club” eine Geschichte vorgelegt, in der junge Lesende Beispiele und Anregungen finden werden, ...

Die beiden New-York-Bestseller-Autoren und Illustratoren Raina Telgemeier und Scott McCloud haben mit “Der Comic-Club” eine Geschichte vorgelegt, in der junge Lesende Beispiele und Anregungen finden werden, wie sie ihre kreativen Ideen erfolgreich umsetzen können und vielleicht selbst zu Comic-Autoren werden. Schon das fröhliche Hardcover zeigt die Hauptfiguren des Buches, die Mitglieder des Comic-Clubs, die eindeutig Spaß und gute Laune haben.

Makayla erfindet gerne Geschichten und hat die tollsten Ideen. Doch etwas fehlt, wie soll sie diese Geschichten umsetzen? Kennst du das auch? Zeichnest du vielleicht auch gerne, vor allem in langweiligen Schulstunden? Dann bist du in diesem Buch richtig, denn hier gründen vier phantasievolle Kinder den Comic-Club. Frau Fatima, die Schul-Bibliothekarin, erklärt ihnen die Grundsätze, die ein guter Verfasser von Comics beachten sollte. Wie sollen die einzelnen Seiten eingeteilt werden? Wo kommt Schrift hin, wo Kritzeleien, wie erkennt man die Gefühle der Figuren an ihren Gesichtern und ihrer Körperhaltung? Was jetzt kompliziert klingen mag, wird im Buch anhand der Geschichte der vier Kinder anschaulich beschrieben.

Das sind die Mitglieder des Comic-Clubs: Makayla ist phantasievoll und extrovertiert. Sie hat immer wieder gute Einfälle und traut sich auch etwas zu. Doch erst gemeinsam mit ihrem Klassenkameraden Howard, der ein begeisterter Zeichner ist, kommt sie auf die Idee, Comics zu machen. Zum Club stoßen noch Art, der gerne etwas Neues ausprobiert und Lynda, die eher schüchtern ist und mehr ihre Fehler als ihr Können in den Zeichnungen sieht. Doch geduldig erklärt Frau Fatima, wie sich die Kinder verbessern können. Als sie sogar auf einer Comic Convention erfolgreich ihre Werke zum Verkauf anbieten, ist allen Kindern klar: Jetzt sind auch sie Comic-Zeichner.

Raina Telgemeier und Scott McCloud haben mit “Der Comic-Club” ein Buch verfasst, dass in einem Comic erklärt, wie Comics entstehen, welche Überlegungen man beachten sollte und wie viele Menschen in unterschiedlichen Berufen tätig werden, bis ein Comic fertig ist. Neben diesen interessanten Aspekten erzählt die Geschichte von Freundschaft, Zusammengehörigkeit und Mut, etwas Neues auszuprobieren. Besonders gefallen hat mir, dass im Buch keine Unterschiede nach Geschlecht, Herkunft und Religion gemacht werden, sondern dass immer wieder darauf hingewiesen wird, dass in diesem Club jeder willkommen ist. Da das hochwertig ausgestattete Buch wenig Text, dafür aber viele großartige Illustrationen enthält, ist es hervorragend für Lesemuffel geeignet. Und natürlich für Kinder, die gerne selbst kreativ werden wollen, denn das Buch ermutigt sie dazu, eigene Ideen umzusetzen und sich dazu mit Gleichgesinnten zusammenzutun.

Diese fröhliche Comic-Welt ist auch Erwachsene interessant, denn die Bedeutung von Körpersprache und Mimik wird gut erklärt. Die Texte sind humorvoll, das Buch trägt dazu bei, Vorbehalte gegenüber Comics abzubauen, denn manche Erwachsene meinen, Comics seinen eigentlich kein richtiges Lesemedium. Wenn man jedoch sieht, wie kompliziert die Zusammenhänge und die einzelnen Arbeitsschritte sind, bis ein Comic fertig ist, bekommt man großen Respekt vor der Leistung der Autoren und Illustratoren. Doch Comics leben immer auch von der Phantasie der Lesenden, die in Gedanken die einzelnen Bilder verbinden und dabei eigene Szenarien entwerfen. Daher- her mit Comics, die alle Genres von der Liebesgeschichte bis zum Krieg der Galaxien bildhaft darstellen können und die dazu beitragen, dass bei den Lesenden sofort Kopfkino abläuft.

Ich habe das Buch mit meiner neun Jahre alten Enkelin gelesen, die vom Alter her genau in die Zielgruppe passt, denn das Buch wird für Kinder von acht bis zwölf Jahren empfohlen. Da sie Comics mag- sie guckt lieber, als viel Text zu lesen- war sie natürlich sofort begeistert. Zwar behauptet sie, nicht zeichnen zu können, hat sich jedoch mit Papier und Bleistift hingesetzt, als sie sich unbeobachtet glaubte. Wir haben dann gemeinsam überlegt, welchen Titel unser Lieblingscomic haben sollte und welche Figuren vorkommen sollten. Ihrer Meinung nach müssen Tiere die Geschichte erzählen- so waren wir schnell in unserer eigenen Phantasiewelt. Und das ist eigentlich das Beste, das ein Buch bewirken kann, die Lesenden mit auf eine Phantasiereise zu nehmen. Daher empfehlen wir den “Comic-Club” gerne allen großen und kleinen fröhlichen und kreativen Mitlesenden weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere