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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2017

(k)eine Anleitung zum unkonventionellen Denken

Lebe nach deinen eigenen Regeln
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Vishen Lakhiani verspricht mit seiner Methode, die er mit seiner Internetplattform Mindvalley seit vielen Jahren erfolgreich vermarktet, „dich zu einem neuen Typ Mensch zu programmieren und eine Delle ...

Vishen Lakhiani verspricht mit seiner Methode, die er mit seiner Internetplattform Mindvalley seit vielen Jahren erfolgreich vermarktet, „dich zu einem neuen Typ Mensch zu programmieren und eine Delle ins Universum zu schlagen“.

Er möchte, dass man sich aus Regeln befreit, indem man sie erst hinterfragt, um auf diese Weise und mit Hilfe von „Tools für die Reise“ einen unkonventionelleren Geist zu erhalten. Die veränderte Geisteshaltung dann ins Leben zu übernehmen und Ziele anzusteuern, die langfristig zufriedener und glücklicher machen.

In seinem Buch geht er nach dem vier Punkte Prinzip vor, was in etwas so auch kapitelweise dargestellt wird. Im ersten Kapitel erklärt er dem Leser, wie er lernt, die Regeln der Welt infrage zu stellen und in welchem Maß die Welt von Regeln regiert wird, im zweiten Kapitel geht es um das Erwachen nach dem Erkennen, um Annahme und um Ablehnung von Regeln, Überzeugungen bewusst zu wählen und permanent zu hinterfragen und damit zu aktualisieren, im dritten Teil um die Neuprogrammierung, die Erkundung des alltäglichen Glücks und Visionen. Im vierten Teil erklärt er dem Leser, wie er unkonventionell werden kann und ein sinnerfülltes Leben führen.

Ich habe mich im Rahmen meiner Rahmen meiner Weiterbildung mit moderner Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, an diversen Managementseminaren teilgenommen und bin von weiten Teilen des Buches enttäuscht, Vishen Lakhiani ist schon sehr von sich überzeugt und meines Erachtens berichtet er zu viel von seinen eigenen Erfahrungen, die mich als Leser nicht, oder wenn, nur am Rande interessieren.

Die ersten beiden Teile sind geprägt von Wiederholungen und ich empfand die Kapitel als übertriebene Selbstdarstellung, In den folgenden Kapiteln drei und vier sind durchaus einige nützliche und interessante Tipps zu Glück, Zufriedenheit und Dankbarkeit. Diese Säulen sind Grundfeste der Persönlichkeitsentwicklung, also nicht neu, aber wieder in Erinnerung gebracht, ebenso wie der Punkt, dass man sich durchaus Ziele setzt, sich persönlich aber nicht davon abhängig macht, diese um jeden Preis erreichen zu wollen .

Im Anhang präsentiert der Autor“ Tools für die Reise“ und den „Code des unkonventionellen Geistes“, leider hat er auch hier nicht darauf verzichtet, eigene Bespiele einzubringen, in meinen Augen wäre es sinnvoller gewesen, den Leser zu eigener Kreativität des Geistes anzuregen.

Dass jemand nach einem Tagesseminar Meditation bereits nach kürzester Zeit beruflich großen Nutzen daraus ziehen kann, ist in meinen Augen eine schlichte Übertreibung, Meditieren muss man lernen, erste Erfolge zeigen sich erst nach einigen Wochen.

Es gibt einige doch inspirierende Gedanken und Denkanstöße, die mir gefallen haben und seine locker leichte Art des Schreibens.


Veröffentlicht am 15.08.2017

Eine Geschichte, die unter die Haut geht

Gegen alle Regeln
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Die Protagonistin Ariel Levy hat eigentlich alles, was sie sich wünschen kann, die ist Journalistin beim New Yorker, reist um die Welt, ist mit Lucy verheiratet und wünscht sich sehnlichst ein Kind. Nach ...

Die Protagonistin Ariel Levy hat eigentlich alles, was sie sich wünschen kann, die ist Journalistin beim New Yorker, reist um die Welt, ist mit Lucy verheiratet und wünscht sich sehnlichst ein Kind. Nach einigen Schwierigkeiten und Problemen stellt sich endlich die ersehnte Schwangerschaft ein. Als sie ein letztes Mal etwas für ihre berufliche Karriere tun möchte und nach Rücksprache mit ihrem Arzt in die Mongolei fliegt, geschieht das Unfassbare, sie verliert ihr Baby und Lucy, ihre Ehepartnerin verfällt endgültig dem Alkohol. Damit verliert Ariel alles, wofür die gelebt hat, Trauer und Schmerz treten in erste Stelle und sie muss sich allein damit auseinandersetzen. ..
Ein Cover, das aus dem Rahmen fällt und zwar wortwörtlich, interessant, genau wie die Geschichte, die sich dahinter verbirgt. Der Schreibstil flüssig und leicht lesbar und sehr ehrlich. Es werden Themen angeschnitten, die man in unserer Gesellschaft eher totschweigt.
Ein schwieriges und sehr emotionales Thema, der Verlust des Kindes. Die Trauer tut weh. Trauer kennt keine Zeit und auch keine Grenzen, sie ist allgegenwärtig.
Ariel Levy beschreibt sehr emotional den Verlust ihres Kindes, den Rückfall Lucys in ihre Alkoholabhängigkeit, sie ist eine starke Frau, die in ihrem Leben Höhen und Tiefen meistern muss, fällt und wieder aufsteht. Sie muss alleine klarkommen mit der Trauer und dem Verlust ihrer Ehepartnerin, sie fällt in ein tiefes emotionales Loch, Schmerz und Trauer muss sie allein verarbeiten. Sie trägt alleine eine enorme emotionale Belastung, Freunde und Eltern können trösten und zuhören, doch am Ende muss sie allein die Trauer und den Schmerz bewältigen.
Eine bewegende autobiografische Geschichte, die unter die Haut geht.

Veröffentlicht am 15.08.2017

Sommerroman mit Nachdenkpotential

Meeresblau & Mandelblüte
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Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, ...

Die Protagonistin des Romans, Leonie ist eine erfolgreiche Firmensaniererin, die für ihre Arbeit lebt, wenig Freizeit hat und noch weniger Freunde. Als ihre Tante stirbt, reist sie kurzfristig nach Mallorca, um dort vor Ort zu erfahren, dass sie ein kleines Agrotourismus-Hotel geerbt hat. Sie plant schon in Gedanken den Verkauf, als sich so ganz nebenbei herausstellt, dass vier Rentner dort ihren Altersruhesitz haben und das Testament auch noch Überraschungen für sie bereithält. Sie muss um planen, was ihr überhaupt nicht gefällt. Als dann auch noch Niklas, ein Sohn einer der Bewohnerinnen auftaucht, gerät ihr Leben ganz langsam völlig aus den Fugen…
Elke Beckers Schreibstil ist leicht und flüssig lesbar; der Roman spielt abseits der Touristenhochburgen in einem kleinen Agrotourismus-Hotel. Sie beschreibt die Landschaft so eindrucksvoll, dass diese vor dem Auge des Betrachters sichtbar wird, den ungetrübten Blick aufs Meer und die zerklüfteten Felsen genau vor Augen. Der Leser spürt die Atmosphäre des kleinen, ein wenig renovierungsbedürftigen Hotels und riecht den Duft der Mandelblüte, der Leser steht als stiller Betrachter mitten im Geschehen. Die Charaktere der vier Rentner sind völlig unterschiedlich und sehr authentisch, eine eingeschworene Gemeinschaft, die in einer heute noch völlig untypischen Wohngemeinschaft zusammenlebt .Neben den Rentnern leben eine Reihe tierische Mitbewohner auf der Finca, die einen ebenso eigenwilligen wie ausgefallenen Charakter haben und den Leser mit der einen oder anderen Episode humorvoll unterhalten und zum Lachen bringen. Eine sehr gelungene Mischung.
Schaut man mit einem zweiten Blick hinter die Kulissen und lässt vor seinem inneren Auge die Geschehnisse Revue passieren, wird einem bewusst, dass diese vier Rentner sicherlich auch ein sehr glückliches Rentner Dasein führen. Sie leben selbstbestimmt und relativ autark in ihrer Gemeinschaft und sitzen nicht einsam in „Seniorenresidenzen“ und machen so dem Leser klar, dass es in der heutigen Zeit auch alternative Formen des Zusammenlebens im Alter gibt, über die man nachdenken sollte, weil sie in meinen Augen durchaus nachahmenswert sind.
Es war ein Sommerroman, wundervoll emotional erzählt, mit Hindernissen und nicht immer eitlem Sonnenschein und ein Roman, der auf den zweiten Blick zum Nachdenken über das Leben im Alter anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 14.08.2017

unterhaltsamer Sommerschmöker

Ich schenk dir die Hölle auf Erden
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Carina, die Protagonistin des Romans Carina ist seit zehn Jahren mit Jonas verheiratet. Sie haben zwei Kinder, um die sich fast ausschließlich Carina kümmert, ihr Mann Jonas ist vielbeschäftigter Anwalt ...

Carina, die Protagonistin des Romans Carina ist seit zehn Jahren mit Jonas verheiratet. Sie haben zwei Kinder, um die sich fast ausschließlich Carina kümmert, ihr Mann Jonas ist vielbeschäftigter Anwalt und nimmt sich vom Leben, was er braucht, im Gegenteil zu Carina, die als Ehefrau und Mutter kein Auto besitzt, alles mit dem Fahrrad erledigen muss und für die es nur Küche und Kinder gibt und ihren kleinen Freundeskreis. Als ihr eines Tages der Koffer ihres Mannes, der angeblich auf einem Geschäftstermin auswärts war, zugespielt wird, erkennt sie schnell, dass irgendwas nicht stimmen kann, denn Spitzenunterwäsche Gr. 34 und eine Rechnung von einem Romantikhotel über zwei Gäste sind sicherlich kein Geschäftstermin, die Erkenntnis, dass ihr Mann sie betrügt, trifft sie wie ein Schlag. Carina sinnt auf Rache, setzt Jonas vor der Tür, der dreht ihr den Geldhahn zu, sie ist verzweifelt, aber da tun sich plötzlich neue ungeahnte Möglichkeiten auf und Rache ist süß….
Es war mein erster Roman von Ellen Berg und er hat mir gut gefallen, wenn auch nicht umgehauen.
Der Roman besticht durch einen locker, leichten Schreibstil, mit spritzig-frechen Sprüchen, der Leser kann sich manchmal eines kleinen Schmunzelns oder Lachers nicht erwehren. Die Geschichte ist unterhaltsam, wenn auch einfach und simpel gestrickt, vorhersehbar und trotzdem recht unterhaltsam.
Mit dem Roman kann man dem Alltag für ein paar Stunden entfliehen, sich einfangen lassen vom dem Rachefeldzug einer betrogenen Ehefrau, einige Sprüche bleiben haften, andere nicht. Leichte luftige Sommerlektüre.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Sehr enttäuschend

Wolgatöchter
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Klappentext: Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet ...

Klappentext: Frankfurt, im Jahr 1765. Die Schwestern Annmarie, Aurora und Lydia leben in ständiger Furcht, denn ihr Vater Georg Reiche wird als Kunstdieb und Kunstfälscher im ganzen Land gesucht. Da begegnet Reiche durch Zufall einem Werber aus dem großen russischen Reich. Im Auftrag von Katharina II. soll er deutsche Bürger in ihr Land holen. Endlich scheint sich für die heimatlose Familie ein Ausweg aufzutun. Doch Russlands Härte trifft sie unerwartet. An der Wolga folgen auf kalte, raue Winter heiße, staubige Sommer. Das Haus, in das die Reiches einziehen, wurde einst von Kalmücken überfallen, die dort lebende Familie ermordet. Immer obsessiver begibt sich Annmarie auf die Spuren von Mariann, der ermordeten Tochter, während Aurora sich mit einem jungen Balten auf eine gefährliche Affäre einlässt und Lydia zwischen zwei Männer wählen muss: dem, den sie liebt und dem, der das Überleben an der Wolga sichert.

Es ist nicht der erste Roman, den ich von Ines Thron gelesen habe, doch dieser Roman konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Ein interessantes Thema, der Klappentext versprach eine spannende Auswanderergeschichte von Deutschen, die dem Ruf Katharinas II nach Russland folgten.
Schon der Einstieg war unglücklich, die geschichtlichen Daten stimmen nicht und das ist leider ein Fauxpas, der bei einem historischen Roman ein absolutes no go ist. Das französische Offiziere bereits 1765, doch einige! Jahre vor Beginn der Revolution, bereits mit der Korkarde derselben herumspazierten, wie im Roman beschrieben, hat mir das Lesen schon fast verleidet. Außerdem wurde Franz II am 14. Juli 1792 in Frankfurt zum Kaiser gekrönt und nicht 1765, um hier nur einige Beispiele aufzuzählen…
Auch die Protagonisten konnten nicht überzeugen, Georg Reiche als malendes Familienoberhaupt, ein Selbstzweifler, der die aktuell angesagten Maler nicht kennt und im Dunkeln malen kann, was jeder Logik entbehrt, die Schwestern eher fade oder völlig disharmonisch dargestellt, wie Aurora, einzig die Mutter hat sympathische Züge.
Gut beschrieben der schwierige Weg nach Russland, wobei sich manch aufgetürmte Schwierigkeit plötzlich und unerwartet in Luft aufgelöst hat.
Durch die ungenaue Recherche und die blassen Protagonisten leider ein Roman, der meine Erwartungen in kleinster Weise erfüllt hat, selbst wenn Fiktion mit historischen Ereignissen gepaart werden, sollte nicht die Geschichte mit falschen Daten über den Haufen geworfen werden.