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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2017

Zwei ungleiche Schwestern

Die Nachtigall
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Die Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne ...

Die Mutter von Vianne und Isabelle ist gestorben, als Vianne ein junges Mädchen und Isabelle erst vier Jahre alt war. Der Vater ist in seiner Trauer gefangen und kümmert sich nicht um die Mädchen. Vianne heiratet schon mit 16 und Isabelle fliegt von einem Internat nach dem anderen.
Dann beginnt der zweite Weltkrieg. Vianne lebt mit Mann und Tochter in einem kleinen Ort, Isabelle flüchtet sich aus dem Internat nach Paris zum Vater, der sie jedoch nicht bei sich haben möchte und zu ihrer Schwester schickt, wo sie nach einer entbehrungsreichen Flucht ankommt. Viannes Mann ist Kriegsgefangener, recht bald wird ein Deutscher bei ihr zu Hause einquartiert. Sie versucht zu überleben und möglichst nicht aufzufallen. Das ist Isabelle nicht genug und so schließt sie sich bald dem Widerstand an. Der Deckname "Nachtigall" war mir zu offensichtlich, denn dies ist der Nachname, aber nun ja.
Ein gutes Buch über den Weg zweier Frauen, die sich im Krieg behaupten und beide auf ihre Weise mit der Situation klar kommen, helfen und Widerstand leisten. Hier geht es immer nur am Rande um Männer. Es handelt sich aber um einen Roman mit einigen künstlerischen Freiheiten, der jedoch zum Nachlesen über die historischen Ereignisse anregt. Die Rolle der Kollaboration bleibt jedoch ein wenig farblos. Auch die Chronologie des Krieges ist nicht so wichtig, aber es geht hier mehr um die Frauen und ihre Rolle.

Veröffentlicht am 10.10.2017

4 Freundinnen - 5 Briefe

Der letzte Verrat
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Vier Frauen haben sich - wie es wohl oft passiert - auseinander gelebt. Früher waren sie gut befreundet und haben alles miteinander geteilt und durchlitten, gefreut, (er-)lebt. Nun treffen sie sich zwar ...

Vier Frauen haben sich - wie es wohl oft passiert - auseinander gelebt. Früher waren sie gut befreundet und haben alles miteinander geteilt und durchlitten, gefreut, (er-)lebt. Nun treffen sie sich zwar immer noch jährlich im Urlaub, den die kinderlose Joni weiterhin organisiert, aber sie bekommen immer mehr das Gefühl, nicht mehr wie Freundinnen miteinander reden zu können, sich zu offenbaren. Und so greifen sie zur Methode des Briefes, um sich alles von der Seele zu schreiben - anonym. Doch dann taucht ein 5. Brief auf, der einen bedrohlichen Unterton voller Hass besitzt. Wer hat diesen Brief geschrieben?
Ein Buch, das mitunter nachdenklich stimmt, das in einem Beichtstuhl beginnt, in dem sich Joni vom Pfarrer Hilfe erhofft. Ein Buch über Freundschaft, aber auch Verrat, Betrug und Schuldgefühlen und dann wieder geprägt von Reue.
Die so unterschiedlichen Frauen kommen einem in diesem Buch näher und man rätselt als Leser mit über diesen 5. Brief. Interessante Geschichte, guter Schreibstil und gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 10.10.2017

Nordseemorde

Nun schweigst auch du
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Ich kenne bisher nur den ersten Teil der Reihe um John Benthien und war darum sehr gespannt auf diesen Kurzkrimi. Meiner Meinung nach ist es von Vorteil, die Reihe schon zu kennen, denn bei diesem kurzen ...

Ich kenne bisher nur den ersten Teil der Reihe um John Benthien und war darum sehr gespannt auf diesen Kurzkrimi. Meiner Meinung nach ist es von Vorteil, die Reihe schon zu kennen, denn bei diesem kurzen Krimi ist die Handlung sehr verdichtet, allerdings ist es kein Muss, da die Handlung dieser Geschichte vor den anderen angesiedelt ist.
Die alte Gertrude Bense wurde ermordet und für ihren Sohn ist sofort klar, dass nur die alleinerziehende Mutter Gabi Tannen sein, die Mieterin seiner Mutter, besser Ex-Mieterin. Denn Gertrude Bense hatte ihr gekündigt. Doch reicht das als Motiv aus? John Benthien und sein Team ermitteln.
Auch hier spielt die Nordsee wieder eine Hauptrolle und ich habe mit Begeisterung und Sehnsucht diese Passagen gelesen. Die Ermittlungen fand ich spannend und gut zum Miträtseln und das Ende hat mich überraschen können. Ein schöner Nordsee-Krimi!

Veröffentlicht am 08.10.2017

Kim Josephine und Petrowna

Und du kommst auch drin vor
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Die Freundinnen Kim Josephine, aus "gutem" Hause, Geld ist kein Problem und liegt eigentlich immer überall rum und Petrowna, die eigentlich anders heißt, aber wehe, man verrät das (den Namen erfährt der ...

Die Freundinnen Kim Josephine, aus "gutem" Hause, Geld ist kein Problem und liegt eigentlich immer überall rum und Petrowna, die eigentlich anders heißt, aber wehe, man verrät das (den Namen erfährt der Leser gegen Ende des Buches), die aus einer großen Familie kirgisich-türkischer Abstammung kommt. Petrowna ist hier die Schlaue, obwohl sie zu Hause keinerlei Untertstützung erhält und die Wohnung immer überfüllt ist. Kim ist rotzfrech, stinkfaul und hat keinen Bock auf Schule. Ein Buch gelesen und auch noch freiwillig hat sie eigentlich noch nie gemacht, wozu denn auch? Ist doch öde. Überhaupt muss sie die Schule nur irgendwie überstehen. Zum Glück gibt es Petrowna, ihre Freundin, die sie immer abschreiben lässt. Seit der ersten Klasse haben sie Kim denn Umgang mit der Freundin verboten, aber darauf hören die beiden Mädchen nicht.
Bei einer Lesung in der Bibliothek hört Kim dann doch auf einmal zu und was sie hört, entsetzt sie, denn die Autorin hat ihre Geschichte geschrieben. Wie kann das sein? Sie muss unbedingt wissen, wie das Buch weitergeht und traut sich sogar in eine Buchhandlung. Zum Glück weiß Petrowna, wo eine ist. Und Kontakt zur Autorin nehmen sie auch auf. Das ist nicht einfach, aber aufgeben ist keine Alternative. Denn immerhin geht es hier darum, Leben zu retten.
Eine interessante Buchidee, ein frecher Schreibstil, aber mir war es manchmal doch zu flapsig und viele Ideen wurden allzu schnell abgehandelt.

Veröffentlicht am 06.10.2017

Vom Team zur Patchworkfamilie?

Pasta Mista 1: Fünf Zutaten für die Liebe
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Liv und ihre Mutter sind ein tolles Team und wenn ihre Mutter mal einen Freund hat, dann hat sich das schnell erledigt. Aber jetzt ist es auf einmal anders, denn ihre Mutter hat sich verliebt, in den Italiener ...

Liv und ihre Mutter sind ein tolles Team und wenn ihre Mutter mal einen Freund hat, dann hat sich das schnell erledigt. Aber jetzt ist es auf einmal anders, denn ihre Mutter hat sich verliebt, in den Italiener Roberto, der auf einmal in der gemeinsamen Wohnung steht. Und nicht genug, nein, Roberto hat auch noch seine Kinder mitgebracht, die Zwillinge Sonia und Angelo. Die beiden sind in Livs Alter, aber das heißt ja nichts. Sonia ist besessen von ihrem Ballettanz, sieht supergut aus, ist sehr schlank, ist aber wie ein Scheunendrescher. Und Angelo? Der ist doch einfach nur eingebildet und ein typischer Italiener. Außerdem schreibt er sich ständig mit so einer Blondine. Liv blamiert sich, wo sie nur kann. Einzig das gemeinsame Kochen mit Roberto gefällt ihr.

Ein toller Jugendroman für Mädchen, denn hier geht es um die typischen Probleme in der Pubertät, an die ich mich beim Lesen immer wieder erinnert gefühlt habe. Liv hat zum Glück zwei tolle Freundinnen, die hinter ihr stehen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.