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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2024

Zu überfrachtet

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Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, weil ich im Vorfeld schon viele kontroverse Meinungen dazu gehörte hatte, aber zum Glück nicht gespoilert wurde.
Das Buch ist relativ kurz und flott gelesen und ...

Ich war sehr neugierig auf dieses Buch, weil ich im Vorfeld schon viele kontroverse Meinungen dazu gehörte hatte, aber zum Glück nicht gespoilert wurde.
Das Buch ist relativ kurz und flott gelesen und deshalb werde ich auch nur in Ansätzen auf den Inhalt eingehen.
Yasira Saad arbeitet beim BKA, ist geschieden und lebt mit ihrer 16jährigen Tochter Zara in Berlin. Als sie sich gerade mit einem Tinderdate trifft, geht ein schockierendes Video viral. Ein Mädchen wird vergewaltigt. Yasira und ihr Team werden mit der Ermittlung beauftragt, es muss schnell gehen, denn das Thema ist hochbrisant und ruft schnell Rechtsextreme Reaktionen hervor, denn die Vergewaltiger sind alle POC.
Marc-Uwe Kling kann gut schreiben und auch hier musste ich an mancher Stelle über seinen Wortwitz und die Anspielungen schmunzeln. Dennoch ist das Buch ein ernstes Buch. Leider ist es überfrachtet mit zu vielen Facetten und Themen auf relativ wenigen Seiten.
Das Ende gefiel mir so leider gar nicht.
Für mich war es leider bisher das schlechteste Buch des Autors; vielleicht passen andere Genre doch besser?

Veröffentlicht am 05.08.2024

Wer war es?

Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord.
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Der Schulleiter der Urban Promise Prep School wurde ermordet. Als Täter kommen nur die drei Schüler in Frage, die zu der Zeit nachsitzen mussten. Aber wer von den dreien war es? Durch die wechselnden Perspektiven ...

Der Schulleiter der Urban Promise Prep School wurde ermordet. Als Täter kommen nur die drei Schüler in Frage, die zu der Zeit nachsitzen mussten. Aber wer von den dreien war es? Durch die wechselnden Perspektiven erhält man gute Einblicke in die drei Schüler. Es gibt Kapitel aus ihrer Sicht, aber auch solche von Personen aus ihrem Umfeld.
Aber was sind Lügen, was ist die Wahrheit? Als Leser wird man immer wieder verunsichert, glaubt mal dem einen, dann dem anderen mehr. Und vor allem stellt sich die Frage, wie der Tag bis zu dem Mord tatsächlich abgelaufen ist und wer das größte Motiv hatte.
Ich brauchte ein wenig, um in diese sicherlich spannende Geschichte rein zu kommen. Die Grundidee war gut, auch die Schule mit ihren strikten Regeln wird gut dargestellt, aber gerade durch die immens vielen Perspektivwechsel fiel es mir schwer, Nähe aufzubauen. Das gelang im Verlauf des Buches etwas besser, aber ich habe schon spannendere Bücher mit einem ähnlichen Aufbau gelesen. Nicht schlecht, aber auch nicht herausragend.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Rachegelüste

Kings & Thieves (Band 2) - Der Schrei der Schwarzkraniche
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Nach dem spannenden Ende des ersten Teils, habe ich mich gefreut, dass es gar nicht so lange gedauert hat, bis die Fortsetzung erschien.
Das Buch wird vorwiegend aus der Sicht von Lina erzählt, mit kurzen ...

Nach dem spannenden Ende des ersten Teils, habe ich mich gefreut, dass es gar nicht so lange gedauert hat, bis die Fortsetzung erschien.
Das Buch wird vorwiegend aus der Sicht von Lina erzählt, mit kurzen Zwischenspielen aus der Sicht von Rui (vorrangig).
Lina war tot, ist aber gerettet worden, aber nun ist sie nicht mehr alleine in ihrem Körper. Sie hört immer wieder eine Stimme. Aber das ist erstmal zweitrangig, denn Lina ist auf Rache aus. Sie möchte die Sturmkrallen rächen, die vom Anführer der Schwarzkraniche so brutal ermordet wurden. Darum sollte der Anführer auch zurück kehren.
Das Buch ist in zwei Teile eingeteilt und gerade im zweiten Teil gibt es so viele unvorhersehbare Entwicklungen, die die Lektüre immer spannender gemacht haben.
Ich habe nun auch die Mythologie, angelehnt an die koreanische, aber doch ganz eigen, besser verstanden als noch im ersten Teil.
Eine rasante Fortsetzung, eine Steigerung zum ersten Teil - und wieder mit einem fiesen Cliffhanger am Ende. Ich warte mit Spannung auf den Abschluss der Trilogie.

Veröffentlicht am 04.08.2024

Endlich ein neuer Fall

Jenseits des Grabes
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Viel zu lange hat es gedauert, bis Fred Vargas ihre Fans mit einem neuen Fall des eigenwilligen Kommissars Adamsberg beglückt hat, aber wie schön, dass es nun endlich weitergeht.
Schon auf den ersten Seiten ...

Viel zu lange hat es gedauert, bis Fred Vargas ihre Fans mit einem neuen Fall des eigenwilligen Kommissars Adamsberg beglückt hat, aber wie schön, dass es nun endlich weitergeht.
Schon auf den ersten Seiten habe ich schmunzelnd die Rettung eines Igels gelesen, der Adamsberg wichtig war, gefühlt wichtiger als seine Arbeit, aber gerade das macht Adamsberg eben aus.
Danglard glänzt sofort wieder mit enzyklopädischem Wissen, Froissy sorgt für das leibliche Wohl und Retancourt trifft auf einen Mann, der von ihrer Größe und Stärke sehr beeindruckt ist.
Man merkt es sofort: neben den verzwickten, spannenden und ungewöhnlichen Fällen, begeistert mich immer wieder und vor allem die Figurenzeichnung der Autorin und ihr ganz eigener Schreibstil.
Ja, man kann dieses Buch bestimmt auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber es ist so viel schöner, wenn man lieb gewonnene Charaktere wiedertrifft.
Dieser Fall führt Adamsberg in die Bretagne, wo ein Ebenbild des berühmten Schriftstellers Chateaubriand des Mordes bezichtigt wird. Aber Adamsberg glaubt an dessen Unschuld. Eigentlich fällt der Fall ja nicht in seine Zuständigkeit, aber schon bald wird er abgeordnet und gemeinsam mit dem Kommissar aus Rennes und weiteren Polizisten ermitteln sie in einem kleinen bretonischen Dorf. Auch hier spielen wieder alte Bräuche und Geschichte eine Rolle.
Zwischenzeitlich geht es eher gemächlich zu, der Wirt Johan bereitet Leckereien zu, Adamsberg meditiert auf einem Menhir, aber dann überschlagen sich wieder die Ereignisse.
Adamsberg schafft es auch dieses Mal wieder mit seinen eigenwilligen, kombinatorischen Fähigkeiten den Fall zu lösen.
Ein wunderbares Buch, dessen letzte Seite ich mit Bedauern gelesen habe, weil es schon wieder ausgelesen war und ich hoffe, dass wir nicht wieder so lange warten müssen, bis Adamsberg und seine Truppe wieder ermitteln werden.

Veröffentlicht am 06.07.2024

Ein ungewöhnliches Leben

Die unendliche Reise der Aubry Tourvel
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1885, Paris. Aubry und ihre beiden älteren Schwestern haben einen auffälligen Brunnen entdeckt und sie beschließen, dass dies ein Wunschbrunnen ist. Und jede von ihnen soll etwas hineinwerfen, an dem sie ...

1885, Paris. Aubry und ihre beiden älteren Schwestern haben einen auffälligen Brunnen entdeckt und sie beschließen, dass dies ein Wunschbrunnen ist. Und jede von ihnen soll etwas hineinwerfen, an dem sie hängt. Aber Aubry macht im letzten Moment doch nicht mit. Kurz darauf beginnt ihre seltsame Krankheit. Sie fängt an zu bluten und alles schmerzt. Sie muss weiterziehen, darf nicht in das Haus ihrer Eltern zurück. Spätestens nach vier Tagen beginnt sie wieder zu bluten. An einen Ort, an dem sie bereits war, kann sie nicht zurück kehren.
Sie trifft auf ihren Reisen viele Menschen und nicht wenige beneiden sie darum, die ganze Welt zu entdecken, aber ist das wirklich so toll, wenn man immer weiterziehen muss?
Immer wieder taucht überraschend eine Tür auf zu einer geheimnisvollen Bibliothek - was hat es damit auf sich und was mit dem Ball, der immer wieder zu ihr zurück kommt?
Eine sehr philosophische Reise und wunderbar geschrieben. Mal eine ganz andere Art von Fantasy. Ich habe sehr viel reflektiert, wie ich mich in einer solchen Situation verhalten hätte und ob das wirklich ein Geschenk ist oder ein Fluch.
Mir haben die Begegnungen mit vielen der Menschen gefallen, die sie unterwegs trifft. Natürlich nicht mit allen, aber einige waren beeindruckend.
Eine tolle und interessante Reise in mehrfacher Hinsicht. Absolut lesenswert.