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Veröffentlicht am 25.03.2022

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach – liebenswert poetisch

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach
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Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach, von Julia Mattera

Cover:
Das Cover gefällt mir nicht so gut, ich finde es zu sachlich. Hier hätte ich mir etwas Romantischeres vorgestellt.

Inhalt:
Robert ...

Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach, von Julia Mattera

Cover:
Das Cover gefällt mir nicht so gut, ich finde es zu sachlich. Hier hätte ich mir etwas Romantischeres vorgestellt.

Inhalt:
Robert Walch ist ein kauziger Eigenbrötler. Seine Liebe gehört der Natur. Vor allem seinen Tieren und seinem Gemüsegarten. Von den Menschen hat er sich ganz zurückgezogen.
Roberts Schwester hat den elterlichen Bauernhof in einen Gasthof umfunktioniert und hier in der Küche ist Roberts Reich, das er gegen jeden Eindringling verteidigt, und er fühlt sich dort wohl.
Doch dieser Sommer ändert alles.

Meine Meinung:
Ein sehr berührendes Buch. Man muss es auf sich wirken lassen, wie Kinder die andächtig einem Märchen lauschen, dann kann es seinen Zauber entfalten.

Die Schreibweise ist sehr gefühlvoll und poetisch. Es gibt ganz viele Textpassagen, die ich mir auf der Zunge zergehen lassen und in Gedanken für mich nochmals wiederhole.
Zitat:
- Man ist nie alleine, wenn man in der Lage ist der Natur zu lauschen.
- An das seidige Schwarz des nächtlichen Himmels geschmiegt, beobachten die Sterne Robert in aller Ruhe.
- Alles hat seine Zeit. Wenn etwas Neues kommt, dann lass dich darauf ein.

Es geht um einen Schmerz tief in der Seele, um Freundschaft, Liebe, Vertrauen und um die Fähigkeit sich zu öffnen.
Um Wertschätzung der Natur gegenüber. Und darum, sich an den kleinen Dingen zu erfreuen und diese zu beachten.

Klar, eine Geschichte bei der vieles überzeichnet ist und Robert erscheint in vielem viel zu naiv.
Und trotzdem, oder gerade deswegen, eine Geschichte die zu Herzen geht.

Autorin:
Julia Mattera wuchs im elsässischen Mulhouse auf. Nach dem Studium der modernen Literatur arbeitete sie als Buchhändlerin, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Am liebsten schreibt sie in der Küche, während das Essen auf dem Herd vor sich hin köchelt.

Mein Fazit:
Eine Wohlfühlgeschichte zum Träumen, die mich wunderbar unterhalten hat. Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 24.03.2022

Engel des Todes – Spannung fehlt

Engel des Todes
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Engel des Todes, von Thomas Ziebula

Cover:
Die Motive und die Farben passen zu einem historischen Krimi.

Inhalt:
März 1920: Der Kapp-Putsch in Berlin führt auch in Leipzigs Straßen zu blutigen Auseinandersetzungen ...

Engel des Todes, von Thomas Ziebula

Cover:
Die Motive und die Farben passen zu einem historischen Krimi.

Inhalt:
März 1920: Der Kapp-Putsch in Berlin führt auch in Leipzigs Straßen zu blutigen Auseinandersetzungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
Und genau jetzt beginnt eine Serie von brutalen Morden bei denen die Opfer brutalst verstümmelt werden.
Kriminalinspektor Stainer und sein Team müssen unter schwersten Bedingungen ermitteln.

Meine Meinung:
Das Ganze beginnt sehr politisch (historisch) und es wäre vielleicht gut sich da ein bisschen auszukennen. Kapp-Putsch und Spartakusbund, etc. sind zwar Schlagworte, die ich schon gehört habe, aber ihre politische Bewandtnis und Beziehungen untereinander sind mir unbekannt. Deshalb ist alles für mich recht verwirrend.

Sehr schnell erkennen wir als Leser den Täter, und es wird klar, dass er psychisch gestört ist (Kriegstraumata), das nimmt die Spannung (für mich) schnell raus. Was jetzt dann noch ein bisschen neugierig macht: Wieso sucht sich der Täter genau diese Opfer aus, was haben sie ihm persönlich angetan.
Und ja, das erfahren wir am Schluss auch noch, und irgendwie tut der Täter einem Leid, denn er ist ein total armes Schwei…

Irgendwie werden zwei Geschichten erzählt die sehr lange parallel zueinander verlaufen, erst ganz am Schluss verbinden sie sich zu einer: Die Morde und Stainer – dann: Der Bürgerkrieg und von Herzberg.

Dies ist ja der 3. Fall von Kommissar Stainer, für mich das erste Buch über ihn. Und für mich sind einige kurze Rückblicke zu seiner Person nicht klar. (Er ist anscheinend erst seit 7 Wochen aus der Kriegsgefangenschaft zurück, und ist schon wieder Kommissar und kennt sich aus als wäre er nicht 6 Jahre weg gewesen? Dann hat er vor nur 4 Wochen seine Frau beerdigt und hat nun wieder eine Neue (Josefine König) deren Söhnen er schon gute Nachtgeschichten vorliest?
Vielleicht sollte man wirklich die anderen Bände vorher lesen, oder nur mir fehlt hier das Verständnis.

Mein Fazit:
Irgendwie bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Zu viel unverständliche Politik für mich (ich wollte einen Krimi lesen) und für den Krimi hat mir eindeutig die Spannung gefehlt.
Deshalb von mir 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Ein Buch für Hansi – fröhlich und lehrreich – perfekt

Ein Buch für Hansi
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Ein Buch für Hansi, von Sandra Niermeyer und Linda Mieleck

Cover:
In das Cover haben wir uns sofort verliebt.

Inhalt und meine Meinung:
Eine wunderbare Geschichte, mit sehr schönen Illustrationen.
Es ...

Ein Buch für Hansi, von Sandra Niermeyer und Linda Mieleck

Cover:
In das Cover haben wir uns sofort verliebt.

Inhalt und meine Meinung:
Eine wunderbare Geschichte, mit sehr schönen Illustrationen.
Es geht um Hansi, ein Schwein das trauriges erlebt hat aber nun einen glückliches Leben im Tierschutzhof Sentana in Bielefeld verbringen darf und zum beliebten Schweine-Opa wird.
Trotz des traurigen Hintergrunds, wird das ganze sehr positiv und fröhlich erzählt, und zwar aus der Sicht von Hansi und der Tiere.
Die Illustrationen sind lustig und unterstreichen die positive Grundhaltung. Mitten im August

Mit diesem Buch gelingt es wunderbar mit den Kleinen ins Gespräch über Tierwohl zu kommen. Und würde ich im Einzugsgebiet von Bielefeld leben, würden wir sofort einen Besuch dort planen. Denn Hansi gab es dort wirklich und auch den Tierschutzhof Sentana gibt es wirklich.

Auf den letzten beiden Seiten finden wir dann nochmals Fakten und Fachwissen.
Und ein Teil des Erlöses vom Verkauf des Buches kommt als Spende direkt der Sentana Stiftung zugute.

Ich finde das Buch ist auch super geeignet für entsprechende Projekte im Kindergarten der in Grundschulen.

Mein Fazit:
In wirklich rundum gelungenes Buch, mit einer lustigen Geschichte über das Schein Hansi und einem tollen Lerneffekt um über das Tierwohl nachzudenken.


Veröffentlicht am 18.03.2022

Inch Beach: Der vergessene Ort

Inch Beach
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Inch Beach: Der vergessene Ort (Irish Crime),
von Kerstin Pukowski

Cover:
Eine bedrohliche Stimmung an einem Strand. Eigentlich stelle ich mir den Inch Beach schöner vor.

Inhalt und meine Meinung:
Um ...

Inch Beach: Der vergessene Ort (Irish Crime),
von Kerstin Pukowski

Cover:
Eine bedrohliche Stimmung an einem Strand. Eigentlich stelle ich mir den Inch Beach schöner vor.

Inhalt und meine Meinung:
Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Krimi ist harter Tobak und es geht um einen Pädophilen, diese Passagen sind auch fast unerträglich (für mich ) zu lesen.
Hier hätte ich mir einen Hinweis im Klappentext gewünscht.

Der Beginn liest sich wie ein Liebesroman. Wir lernen Ella und ihren Mann kennen die eine schwere Zeit durchmachen, da Ella gerade ihr ungeborenes Baby verloren hat.

Doch dann nimmt das Ganze eine jähe Wendung. Wir werden in der Zeit zurück katapultiert und lesen von den sexuellen Fantasien eines perversen Pädophilen, die Wirklichkeit werden. Sehr abstoßend.
Sehr schnell ist mir auch klar, wer diese Person ist. Und ich ahne auch schon worauf es im Großen und Ganzen hinausläuft. Wenn mir auch die Zusammenhänge noch nicht klar erscheinen und ich den finalen Täter nicht erkenne.

Der Fall ist verzwickt – irgendwie nicht schlecht ausgedacht.
Aber die Ermittlungsarbeit, sowohl von Ella als auch von einer weiteren Person (um nicht zu spoilern benenne ich sie nicht) sind sehr unglaubwürdig, unrealistisch und sehr konstruiert.
Auch sonst sind viele Szenen irgendwie recht unglaubwürdig.

Autorin:
Kerstin Pukowski wurde 1973 in Nürnberg geboren, wo sie auch heute noch lebt.

Meine Fazit
Ella – eine Miss Marple, die teilweise sehr naive, ja dumm handelt, und dabei in meine Augen völlig unglaubwürdig agiert und dargestellt wird.
Viele Handlungen sind auch unglaubwürdig und zu konstruiert.
Deshalb kann ich auch nur wohlwollende 3 Sterne vergeben.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 16.03.2022

Das Herzenhören

Das Herzenhören
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Das Herzenhören, von Jan-Philipp Sendker

Cover:
Zeigt ein bisschen von dem exotischen Flair.

Inhalt und meine Meinung:
4 Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters, bekommt die junge New Yorker ...

Das Herzenhören, von Jan-Philipp Sendker

Cover:
Zeigt ein bisschen von dem exotischen Flair.

Inhalt und meine Meinung:
4 Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Vaters, bekommt die junge New Yorker Anwältin Julia Win, einen vierzig Jahre alten Liebesbrief, den dieser an eine fremde Frau (Mi Mi) in Birma geschireben hat in die Hände.
Mit nichts als diesem Brief und einem Namen macht sie sich auf den Weg nach Birma.
Dort wird sie von einem alten Mann angesprochen, der anscheinend auf sie gewartet hat.
Er will ihr die Geschichte ihres Vaters erzählen.
Zuerst ist Julia sehr skeptisch, doch nach und nach scheint ihr der fremde Ort und der fremde Mann auf magische Weise immer näher zu kommen.

Eine Geschichte die auf mich wirkt wie ein Märchen aus 1001 Nacht.
Bitter süß, voller Romantik und Trauer.

Es geht um Geduld, Mitmenschlichkeit und die große Liebe, aber auch die Kehrseiten davon werden sichtbar.

Das Ganze wird in einem unglaublich weisen und poetischen Stil erzählt.

Zitat:
Viel schimmer sei es, von den Menschen Gutes zu erwarten und dann enttäuscht zu sein, wenn sie den hohen Erwartungen nicht entsprächen. Das würde zu Verbitterung und Menschenverachtung führen.

Mein Fazit:
Eine Liebe wie aus 1001 Nacht. Wie ein Märchen.
Von mir 4 Sterne