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Veröffentlicht am 01.10.2024

Neue Wege

Im Takt der Freiheit
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Felicitas lebt aufgrund des Vermögens ihres Vaters ohne Existenzsorgen, die die einfache Bevölkerung von Berlin im Jahr 1888 herausforderten. Aber ihr fehlt etwas Wesentliches- Freiheit und Liebe. Sie ...

Felicitas lebt aufgrund des Vermögens ihres Vaters ohne Existenzsorgen, die die einfache Bevölkerung von Berlin im Jahr 1888 herausforderten. Aber ihr fehlt etwas Wesentliches- Freiheit und Liebe. Sie wird immer von ihrer Chaperon begleitet, die das junge Mädchen zur vollendeten Dame, die am besten adlig verheiratet wird, zu formen.
Felicitas ist leider für ihren Vater wie ein Investment, dass gewinnbringend veräußert wird. Doch sie hat andere Pläne. Den für sie ausgewählten Mann will sie definitiv nicht heiraten und da ist ja noch Lorenz - Ingenieurstudent und Erfinder. Also nichts, was ihrem Vater genehm ist.
Das Buch ist angenehm zu lesen. Kleine Dinge, der damaligen Zeit haben mir geholfen, mich im Jahr 1888 zurechtzufinden. Ich persönlich hätte mir ein paar zusätzliche Wendungen gewünscht und auch die Aufteilung der Charaktereigenschaften der Hauptpersonen in gut und böse war mir zu flach. Hier wäre es schöner gewesen, die Charaktere differenzierter auszuarbeiten. Aber es ist ein gemütliches Buch zum Abschalten und Träumen.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Zwiegespalten

Im Warten sind wir wundervoll
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Ich muss dieses Buch für eine Rezi gedanklich in 2 Teile spalten. Zum einen die Geschichte der Louise Adler, die nach dem 2. Weltkrieg einen amerikanischen Soldaten kennen- und lieben lernt. Ihm als sogenannte ...

Ich muss dieses Buch für eine Rezi gedanklich in 2 Teile spalten. Zum einen die Geschichte der Louise Adler, die nach dem 2. Weltkrieg einen amerikanischen Soldaten kennen- und lieben lernt. Ihm als sogenannte „Warbride“ in die Staaten folgt und dann unabgeholt am Flughafen in New York strandet. Die Liebesgeschichte der Beiden und auch die Bemühungen des Flughafenpersonals um ein Happy End fand ich spannend und rührend. Hier würde ich 5 Sterne vergeben.
Die Idee der Autorin Louises Geschichte auf einem Flug nach New York von ihrer Enkelin, die auch zu ihrem Bräutigam fliegt, erzählen zu lassen, hat auch 5 Punkte verdient. Aber die Geschichte um die Enkelin und ihren Sitznachbar hat mich nach wenigen Seiten so genervt, dass ich die größtenteils überblättert habe. Die Frau ist so was von naiv und unbeholfen - das passt nicht in die jetzige Zeit. Obwohl sie zu ihren „Verlobten“ fliegt, wird sie sich gefühlt dem Sitznachbar an den Hals. Und die sich daraus entwickelnde Romanze lässt sich so was von vorhersagen. Alles was die Geschichte in den 40ern schön erzählt hat, dreht die Neuzeit ins absurde. Hier kann ich zähneknirschend nur zwei Punkte vergeben und das zieht den Roman leider sehr nach unten. Ich weiß nicht mal, ob ich jemanden ein halbes Buch empfehlen sollte.

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Veröffentlicht am 21.09.2024

Schwer zu lesen

Sing, wilder Vogel, sing
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Es muss schwer sein, all seine Liebsten zu verlieren und in der Fremde neu zu beginnen. Doch Honora hat einen ungeheuren Überlebenswillen und steht nicht nur die Hungersnot, sondern schafft es ...

Es muss schwer sein, all seine Liebsten zu verlieren und in der Fremde neu zu beginnen. Doch Honora hat einen ungeheuren Überlebenswillen und steht nicht nur die Hungersnot, sondern schafft es auch als blinder Passagier nach Amerika zu emigrieren. Doch auch hier muss sie für ihr Fortkommen kämpfen.
Ich bin leider mit dem Buch nicht gut zurecht gekommen. Die Geschichte klingt spannend und auch ergreifend. Leider habe ich zu Honora überhaupt keinen Zugang gefunden, welches zum einen an dem ziemlich emotionslosen und neutralen Schreibstil lag. Zum anderen konnte ich inhaltlich nicht mit dem Roman warm werden. Honora nimmt eine Schwierigkeit nach der anderen mit und das führte bei mir beim Lesen zu einer Übersättigung. Weiterhin fand ich, dass sich das Buch über weite Strecken sehr in die Länge gezogen hat. Leider war dieses Buch so gar nicht mein Geschmack.

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Veröffentlicht am 05.09.2024

Kabarett auf 160 Seiten

Prima, fein gemacht!
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Das Gefühl, beim Lesen im Kabarett zu sitzen, kannte ich so noch nicht. Aber es ist gut. Ich habe es genossen. Martina Brandl hat es aus meiner Sicht geschafft, kluges Kabarett zwischen Buchseiten zu ...


Das Gefühl, beim Lesen im Kabarett zu sitzen, kannte ich so noch nicht. Aber es ist gut. Ich habe es genossen. Martina Brandl hat es aus meiner Sicht geschafft, kluges Kabarett zwischen Buchseiten zu pressen. Das muss ihr erstmal jemand nachmachen. Das Spektrum des Buches ist breit gefächert. Es gibt z.B. witzige Storys über ihre Pudel-Dame. Und als Hundebesitzer ist es amüsant und tröstlich von deren Marotten zu lesen, die sich gar nicht sehr von denen der eigenen Hunde unterscheiden wie z.B. dass das Hündchen sich an Freunde zum Streicheln ranwanzt, aber einen selbst zu Hause angrinst und meint „Streicheln jetzt? Nee lieber ein Spielchen“.
Weiterhin gibt es skurrile Interviews, in welchen z.B. der „rosaroten Brille auf die Füße äh Pardon Bügel getreten wird. Und die Unterwäschefrage bequem versus schön könnte eventuell vor ihrer Aufklärung stehen. Mir hat sehr gut gefallen, dass Martina nicht nur Klamauk anbringt, sondern auch eine melancholische und nachdenkliche Geschichte im Repertoire hat. Alles in Allem sind es 160 Seiten, die gut unterhalten und lehrreich sind. Die Autorin ist sympathisch und klug, der Spiegel wird deutlich vorgehalten und man hat ein fettes Grinsen im Gesicht. Ich habe das Lesen des Buches genossen und ich empfehle es gern an Alle, die zum Lachen nicht in den Keller gehen, und auch anspruchsvolleren Humor mögen, weiter.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

Abgründe

Finster
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Kommissar Stahl kehrt 10 Jahre nach seiner Pensionierung zurück im endlich ein Versprechen einzulösen. Er hat der Mutter eines der verschwundenen Jungen versprochen, ihren Sohn zurückzubringen. ...

Kommissar Stahl kehrt 10 Jahre nach seiner Pensionierung zurück im endlich ein Versprechen einzulösen. Er hat der Mutter eines der verschwundenen Jungen versprochen, ihren Sohn zurückzubringen. Nur bisher ohne Erfolg und es verschwinden weiterhin Jungen in dem abgelegenen Dorf Katzenbrunn im Odenwald, welches im Wesentlichen von Rentnern bevölkert ist und in welchem eine psychiatrische Klinik steht. Also muss der Täter doch dort zu finden sein. Nur je länger Stahl in Katzenbrunn ist, erkennt man - die Liste der Verdächtigen ist lang. Was entwickelt der Pfarrer für Fotos in seinem geheimen eigenen Fotolabor? Warum hat der Fotohändler Strick angeblich aus wirtschaftlichen Gründen Suizid begangen, obwohl er Geld hatte? Was macht Schwester Bergmanns Mann im Keller, was niemand, auch sie selbst nicht, sehen darf? Wer ist der ominöse Fernglasmann, von welchem der Psychatriepatient „Schugge“ stammelt? Die Abgründe vor den Mauern der Klinik sind tief und in der Klinik hält Dr. Krumbiegel die Hand über seine Patienten, so dass Ermittlungen dort sehr schwierig sind - nur „Schugge“ hungert lieber, als zurückzugehen. Was läuft in dem ach so beschaulichen Kaff nur verkehrt? So viele Wege, Irrwege, Abzweigungen und Niederungen des menschlichen Geistes habe ich selten in einem Buch gefunden. Es liest sich beklemmend, der Magen schnürt sich zu, nur Aufhören zu lesen konnte ich nicht. Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht. Ein Thriller, der sich wirklich lohnt.

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