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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2025

Vergnügliche Verkettung unglücklicher Umstände

Mordscoach
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Sophie Stach ist Coachin und Psychoanalytische Supervisorin. Ihre Praxis führt sie ganz erfolgreich. Auch in ihrer Ehe hat sie die erlernten Methoden eingeführt, mit ihrem Ehemann Jakob führt sie Paargespräche ...

Sophie Stach ist Coachin und Psychoanalytische Supervisorin. Ihre Praxis führt sie ganz erfolgreich. Auch in ihrer Ehe hat sie die erlernten Methoden eingeführt, mit ihrem Ehemann Jakob führt sie Paargespräche und Achtsamkeitsrituale. Ihre Ehe scheint ganz harmonisch zu sein. Doch dann kommt Jakobs Affäre in ihre Sprechstunde. Sophie reagiert für sie selbst völlig überraschend, sie ist rasend eifersüchtig – und plötzlich ist Amelie tot. Die Leiche muss weg, und niemand hat das beobachtet. Und was wenn doch?

Sophies Veränderung von der korrekten Therapeutin zur Serienmörderin entwickelt eine ganz eigene Komik. Sophie ist nämlich das perfekte Abziehbild der perfekten Therapeutin – zunächst mal. Sie scheint alles im Griff zu haben. Das ist wunderbar überzeichnet geschildert, ein Seitenhieb auf alle Therapeuten, die ihr Leben so scheinbar im Griff haben. Damit überrascht Sophie nicht nur sich selbst, wie schnell sie sich verändert, sondern auch den Leser. Hier reiht sich eine Verkettung unglücklicher Umstände an die andere. Das ist richtig vergnüglich zu lesen, man kichert immer wieder vor sich hin und freut sich auf die nächste überraschende Wendung, die Sophie zu bewältigen hat.

Dieser humorvolle Krimi ist ein Must-have für alle Therapeuten, um sich selber nicht allzu ernst zu nehmen, aber auch für alle, die eine vergnügliche Auszeit haben wollen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 31.01.2025

Bedrückender Roman über Mütter und Töchter

Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
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Regina ist Mutter zweier äußerst verschiedener Töchter: Antonia ist eher unauffällig, während die jüngere, Wanda, schon in ihrer Schulzeit äußerst erfolgreich ist. Später wird Antonia ihr Studium gleich ...

Regina ist Mutter zweier äußerst verschiedener Töchter: Antonia ist eher unauffällig, während die jüngere, Wanda, schon in ihrer Schulzeit äußerst erfolgreich ist. Später wird Antonia ihr Studium gleich nach Beginn abbrechen und wird zur alleinerziehenden Mutter, die auf Reginas Unterstützung angewiesen ist. Wanda hingegen scheint eine Bilderbuchkarriere anzustreben, während sie heimlich eine Essstörung entwickelt. Die Schwestern bleiben ein Leben lang in Konkurrenz zueinander, vor allem um die Liebe der Mutter.

Regina hatte selbst keine schöne Kindheit, ihr Psychologiestudium hat sie gegen die Wünsche ihrer Eltern durchgesetzt, wie so vieles andere auch. Doch als die Kinder kamen, hat sie zurückgesteckt. Als die Töchter flügge werden, träumt sie davon, doch noch zu promovieren. Regina hängt viel zu sehr in ihren eigenen Lebenswünschen fest, sie erscheint irgendwie immer eher unglücklich. Für mich war es erschreckend, welche Auswirkungen dies auf ihre Töchter hat, die sich mit den Erwartungen ihrer Mutter herumschlagen müssen. Als Leserin taucht man nicht nur in die Entwicklung der beiden Schwestern ein, sondern auch in die Geschichte der Mutter, so dass ihr Handeln gut nachvollziehbar wird. Sympathisch wurde sie mir dadurch trotzdem nicht. Vielmehr ist es äußerst bedrückend zu lesen, wie sich ein Ereignis an das andere reiht, wie die Mädchen es immer wieder der Mutter recht machen wollen, immer ohne Erfolg. Das Bild der Kampfhunde, die nachts spazieren gehen, ist mir dabei immer wieder vor Augen gekommen, der Titel ist recht plakativ. Vermutlich werden viele Frauen in diesem Buch an eigene Erlebnisse erinnert werden, was die Lektüre doch immer wieder schmerzhaft werden lässt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Mutter und evtl. auch der eigenen Mutterschaft wird hier angeheizt.

Die Geschichte ist keine leichte Lektüre, weil die Autorin den Finger kontinuierlich in die Wunde zwischen Mütter und Töchter legt. Doch die Ereignisse sind so authentisch geschildert, dass ich das Buch unbedingt weiter empfehle. Sehr gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.01.2025

Lügen und Magie

Kingdom of Lies
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Prisca weiß, dass sie anders ist als die meisten Dorfbewohner, denn noch als Baby wird allen Einwohnern des Königreichs ihre Magie entzogen; sie sollen sie zurück erhalten, wenn sie mit fünfundzwanzig ...

Prisca weiß, dass sie anders ist als die meisten Dorfbewohner, denn noch als Baby wird allen Einwohnern des Königreichs ihre Magie entzogen; sie sollen sie zurück erhalten, wenn sie mit fünfundzwanzig Jahren volljährig werden. Doch Prisca hat ihre Magie behalten, auch wenn sie nicht weiß, warum das geschehen ist. Wer allerdings seine Magie nicht geopfert hat, wird von Assessoren aufgespürt und getötet, genauso wie ihre Familien. Prisca droht aufzufliegen, und so flieht sie recht überstürzt. Auf der Flucht trifft sie einen Mann, der immer wieder in ihren Träumen aufgetaucht war, auch wenn sie diese Träume noch nicht einordnen kann. Sie ahnt noch nicht, wie sehr das Schicksal die beiden verbunden hat…

Prisca lebt in einer Welt, die eigentlich voller Magie sein sollte. Warum diese Magie verschwunden ist und vor allem wohin, wird sie noch herausfinden. Die Geschichte ist voller überraschender Wendungen, was die Spannung in die Höhe treibt. Hier ist vieles nicht so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint: Jede Menge Lügen warten darauf, aufgedeckt zu werden. Und obwohl schon recht viele Lügen geklärt wurden, gibt es noch viele ungeklärte Themen, die neugierig auf die Fortsetzung machen. Die Liebesgeschichte, die eingearbeitet wurde, ist recht vorhersehbar, und die doch recht ausführlichen Sexszenen hätte ich nicht wirklich gebraucht. Dennoch hat dieses Buch seinen ganz eigenen Charme, und ich habe diese Lektüre gerne genossen.

Nun bin ich schon sehr gespannt auf den nächsten Band dieser Geschichte. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.01.2025

Bestens informiert ins All

Ab ins All!
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Was braucht man, um einen fremden Planeten zu einer weiteren Heimat zu machen? Abgesehen von dem finanziellen Aufwand gibt es noch ein paar weitere „Kleinigkeiten“ zu bedenken. Wie müsste ein idealer Planet ...

Was braucht man, um einen fremden Planeten zu einer weiteren Heimat zu machen? Abgesehen von dem finanziellen Aufwand gibt es noch ein paar weitere „Kleinigkeiten“ zu bedenken. Wie müsste ein idealer Planet aussehen, könnte man ihn terraformen? Was braucht es für den Flug dorthin, was braucht es, um dort zu überleben?

Umfassend hat die Wissenschaftsjournalistin Anne-Dorette Ziems sich mit diesen Fragen beschäftigt und bringt die Ergebnisse nun leicht verständlich an alle, die sich für dieses Thema interessieren. Ein rückwärts zählender Countdown bringt den Leser durch 10 Kapitel hin zum Höhepunkt, was alles nötig ist, wenn man denn mal auf dem avisierten neuen Planeten angekommen ist, um dort zu siedeln. Kurz gestreift werden auch die Visionen, die man so aus der Science-Fiction-Ecke kennt. Immer wieder blitzt auch der Humor durch, was das Sachbuch nicht nur sehr informativ werden lässt, sondern auch gut lesbar. Die Informationen nehmen den Leser dort ab, wo er steht, auch ohne weitere Vorkenntnisse vorauszusetzen.

Dieses gelungene Sachbuch informiert sehr umfassend und humorvoll zu seinem Thema, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 17.01.2025

Rachelüstern

Blutbuße
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Während das Bergdorf Åre von Skitouristen überlaufen ist, wird die Stockholmer Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrem Hotelzimmer brutal ermordet. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog übernehmen ...

Während das Bergdorf Åre von Skitouristen überlaufen ist, wird die Stockholmer Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrem Hotelzimmer brutal ermordet. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen. Hat sich die Immobilienentwicklerin in krumme Geschäfte eingelassen? Sie wollte ein verlassenes Hochgebirgshotel abreißen lassen und durch ein spektakuläres Luxushotel ersetzen. Die Anwohner können sich mit diesem Projekt nicht anfreunden. Dann geschieht ein zweiter Mord. Und den Ermittlern wird klar, dass nichts in diesem Fall so ist wie es scheint.

Das Buch ist bereits der dritte Fall für Hanna Ahlander und ihren Kollegen Daniel Lindskog. Der Fall ist in sich abgeschlossen, so dass man das Buch auch ohne weitere Vorkenntnisse lesen könnte. Doch wer sich auch für das Privatleben der Ermittler interessiert, kann die Feinheiten der Geschichte erst herauslesen, wenn die Bände in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. Die Geschehnisse werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und anfangs konnte ich die Handlungsfäden nicht so recht miteinander in Verbindung bringen, doch je mehr das Buch voranschritt, umso spannender wurde gerade diese Verknüpfung der Handlungsebenen. Ein ziemlich furioser und doch glaubwürdiger Showdown führt zu einem höchst spannenden Höhepunkt.

Mich hat dieser Krimi von Anfang an fesseln können, so dass ich das Buch sehr gerne weiter empfehle. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.