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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Ungeschönt und dabei äußerst einfühlsam

Narbenmädchen
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Lara ist fünfzehn. Die nächsten vier Wochen wird sie wegen psychischer Probleme in einer Kurklinik verbringen. Sie ritzt sich regelmäßig, das verschafft ihr Erleichterung, wenn alles andere über ihr zusammenzubrechen ...

Lara ist fünfzehn. Die nächsten vier Wochen wird sie wegen psychischer Probleme in einer Kurklinik verbringen. Sie ritzt sich regelmäßig, das verschafft ihr Erleichterung, wenn alles andere über ihr zusammenzubrechen droht. Deshalb musste sie auch alle Rasierklingen gleich zu Beginn der Kur abgeben. Doch klammheimlich hat sie welche mit hineingeschmuggelt. Nichts in dieser Kur scheint wirklich zu helfen. Doch dann fangen Lara, Finn und Neo an, über den Grund ihres Kuraufenthaltes zu sprechen. Und das hilft mehr als alles andere...

Lara ist ein Mädchen, das sich mit psychischen Problemen herumschlägt. Anfangs weiß der Leser noch nicht in allen Einzelheiten, was der Hintergrund dazu ist, und mit Lara zusammen fühlt man, wie vergebens die Kur doch sein wird. Die drei jungen Menschen finden ihre Inseln, in denen sie sie selbst sein können. Das kann dann schon mal eine Sauferei sein, wobei die Jugendlichen schnell merken, wie wenig sinnvoll diese Aktion ist. Doch nach und nach gelingt es ihnen, tiefer ins Thema zu gleiten, und sie nehmen den Leser mit auf ihre Weiterentwicklung. Sehr gut kommt dabei heraus, wie verletzlich alle drei jungen Menschen sind. Die Geschichte wirkt sehr authentisch, insbesondere da sie aus Laras Sicht erzählt wird. Da schwingt vor allem anfangs auch viel Wut mit, ungefiltert und ungehindert, wie Lara sie selbst empfindet. Am Ende des Buches sind hilfreiche Adressen gelistet, für alle Leser, die selbst Hilfe brauchen.

Dieser ungeschönte Roman über psychische Probleme bei Jugendlichen überzeugt mit der Einfühlsamkeit, in der das Geschehen geschildert wird. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 20.03.2026

Verwirrend

Die Geister von La Spezia
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Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, ...

Italien, 1822. Nach dem Tod ihres Mannes, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, trauert Mary Shelley um ihn. Sie ist bekannt für ihren Roman Frankenstein. Ermittlerin Pat soll die Umstände seines Todes klären, dafür muss sie in die Erinnerungen von Mary eintauchen, erzählte ihr Mann doch seit Jahren von Geistern und Visionen. Indem Pat mit Mary deren Erinnerungen erlebt, wird sie Zeugin unerklärlicher Geschehnisse und dunkler Geheimnisse.

Diese Geschichte fußt teilweise auf wahren Begebenheiten, insofern fand ich es spannend, mich mit den Ereignissen vor und rund um den Tod von Shelley zu beschäftigen. Eingetaucht bin ich dabei in eine Welt, in der Männer das alleinige Sagen hatten. Es tauchen eine Menge Personen auf, und schon bald hatte ich Schwierigkeiten dabei, diese richtig zueinander in Bezug zu setzen. Schnell stellte sich bei mir ziemlich viel Verwirrung ein, zu der sich noch mehr gesellte, als im Verlauf der Geschehnisse die Erinnerungen ineinander fließen. Eigentlich bin ich bisher mit den Büchern von Oliver Plaschka gut gefahren, aber dieses Buch hat mich nicht wirklich in die Geschichte hineinziehen können. Ich habe es dennoch zu Ende gelesen, aber ob das wirklich so einen echten Unterschied macht?

Wer sich mehr mit der Lebenswelt von Mary Shelley und Percy Bysshe Shelley beschäftigen möchte und dabei auch einige langatmige Durststrecken durchhalten kann, wird vermutlich weniger Verwirrung merken als ich bei der Lektüre. Ich selbst kann das Buch nur sehr verhalten weiter empfehlen und vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.03.2026

Faszinierende magische Welt

Die Chroniken von Mistle End 3: Der Untergang droht
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Die entscheidende Schlacht um Mistle End steht an – und für die Welt der magischen Lebewesen, denn Crutch hat viele finstere Gestalten auf seine Seite gezogen, um Cedrik zu schlagen und die Macht über ...

Die entscheidende Schlacht um Mistle End steht an – und für die Welt der magischen Lebewesen, denn Crutch hat viele finstere Gestalten auf seine Seite gezogen, um Cedrik zu schlagen und die Macht über die gesamte Welt zu übernehmen. Der junge Druide hat bereits die Hilfe von seinen magischen Freunden Emily und Elliot, und zusammen mit den beiden bricht er auf, um weitere Hilfe zu ersuchen. Dabei findet er auch seine Mutter, die Baumnymphe, Tochter von Cerunnos, gebannt in einen Baum, so dass sie ihn nicht verlassen kann. Crutch aber zeigt sich nicht nur erbarmungslos in seinen Vorbereitungen für den Kampf, sondern auch findig in der Suche nach dunklen Verbündeten. Wird es Cedrik gelingen, die Schlacht für sich und für den Erhalt der magischen Welt zu entscheiden?

Das Buch ist der dritte Band der Chroniken von Mistle End und damit der Abschluss dieser Geschichte. Wieder einmal taucht der Leser in die Welt von Mistle End ein, Refugium für magische Wesen. Hier wimmelt es von Hexen, Trollen, Gestaltwandlern und noch vielem mehr, und jeder von ihnen hat seine Begabung. Einige Mythen über alte Götter sind in die Geschichte eingebaut, verbunden mit einer Prophezeiung, die schwer zu deuten ist und eigentlich erst nach all den Ereignissen wirklich Sinn ergibt. Das zu entdecken, ist äußerst faszinierend beschrieben. Spannend ist es auch, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen. Und obwohl diese Trilogie endet, gibt es bereits eine Fortsetzung in der Reihe über den Druiden von Mistle End, da bin ich schon sehr darauf gespannt.

Der Abschluss der Trilogie hat mich mit seiner magischen Welt von Anfang an begeistern können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Voll ins Schwarze getroffen

Amokalarm
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H.C. Nachtnebel ist mit seinen sechzehn Jahren Schüler auf einem Gymnasium. Während er ein absolutes Mathegenie ist, tut er sich in anderen Fächern schwer. Nach einem Verlust ist er tief traumatisiert. ...

H.C. Nachtnebel ist mit seinen sechzehn Jahren Schüler auf einem Gymnasium. Während er ein absolutes Mathegenie ist, tut er sich in anderen Fächern schwer. Nach einem Verlust ist er tief traumatisiert. Wie alle Jugendlichen sucht er er seinen Platz im Leben. Als die neue Schülerin Keira auftaucht, ist er voll von ihr fasziniert, erlebt die erste Liebe. Doch dann kippt alles, so dass für ihn nur noch ein Ausweg bleibt: ein Amoklauf.

Dieser Coming-of-Age-Roman spiegelt so sehr die Welt der Jugendlichen und ihrer Themen wieder, dass ich von der ersten Seite an voll auf H.C.s Seite war. Klar wollte ich wissen, wie er in eine solch fatale Lage gekommen ist, war dies doch nicht vom Anfang der Geschichte an zu ersehen. Der Autor Uli Black taucht tief in das Erleben der Jugendlichen ein, einschließlich der Jugendsprache, dass ich als Mutter von Teenies und als Sozialarbeiterin nur sagen kann: voll ins Schwarze getroffen. Die Mischung aus Suche nach der eigenen Identität, Erleben der ersten Liebe, aber auch die Selbstgefälligkeit der Lehrer an der Schule bis hin zum Machtmissbrauch führt H.C. zu einer völligen Überforderung, so dass er nur noch einen Ausweg sieht – scheinbar hat er ja nichts zu verlieren... Während die Lehrer an der Schule im besten Fall wegsehen und vor lauter Lehrstoff die Teenies übersehen, teilweise bewusst, teilweise unbewusst, zeigt uns dieses Buch, wie fragil die Jugendlichen in diesem Alter sind und wieviel Halt sie noch bis zum Erwachsensein brauchen. H.C. erzählt seine Geschichte selbst, so dass er völlig authentisch wirkt.

Dieses Buch sollte nicht nur eine Geschichte für Teenies sein, sondern Pflichtlektüre für alle, die mit Teenies zu tun haben: für Eltern, Lehrer, Therapeuten, Sozialarbeiter usw. Es öffnet die Augen für all das, was man bei Teenies übersieht. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Spannender Plot im interessanten Umfeld

Giftiger Grund
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Joran ist frisch aus der Haft entlassen. Neu anfangen will er, alles besser machen. Doch das ist gar nicht so einfach: Sein Vater erpresst ihn, auf der Jobsuche hat er kein Glück. Da waren doch noch die ...

Joran ist frisch aus der Haft entlassen. Neu anfangen will er, alles besser machen. Doch das ist gar nicht so einfach: Sein Vater erpresst ihn, auf der Jobsuche hat er kein Glück. Da waren doch noch die 700 €, die er im Kanalschacht einer inzwischen verlassenen Tankstelle versteckt hatte. Statt der Beute findet er dort allerdings die Leiche seines Freundes. Während er noch nach einer Lösung sucht, entdeckt er, dass es noch zwei weitere Besucherinnen auf dem verlassenen Gelände der Tankstelle gibt: eine Influencerin, die Fotos macht von Lost Places, und ein Mädchen im Schlafanzug, das sich schon seit einer geraumen Zeit regelmäßig dort aufhält. Jeder von ihnen hat ein Geheimnis, jeder hat seine Probleme im Alltag...

Joran, Charu und Edda haben zunächst nichts gemeinsam. Doch im Verlauf der Geschichte wird sich das ändern, sie treffen aufeinander auf dem verlassenen Gelände der Tankstelle. Wie sich diese drei Schicksale miteinander verbinden, ist äußerst spannend zu lesen, auch weil man als Leser die Entwicklung der drei Protagonisten miterlebt. Gebeutelt sind sie alle drei vom Leben, ja sie gehören zu denen, die man so gemeinhin als Loser betiteln würde. Man meint, es könnte nicht weiter runtergehen in ihrem Leben – doch weit gefehlt, die Spirale abwärts geht immer weiter... Als nicht zu verachtender Protagonist zeigt sich auch die Tankstelle als Lost Place, ein interessanter Spielort für die Geschichte. Der Showdown der Geschichte ist genial gestrickt, allerdings haben mich die Seiten danach sehr enttäuscht, da sind mir die Sprünge viel zu groß und nicht nachvollziehbar. Als Krimi habe ich die Geschichte nicht wirklich einordnen können, für mich ist das eher ein spannender Roman.

Trotz dieser leisen Kritik hat mich die Geschichte von Anfang an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.