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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2026

Viel Potenzial und Luft nach oben

Eine Maus namens Merlin
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In ihren 83 Lebensjahren hat Helen Cartwright viel erlebt; einen Teil ihres Lebens hat sie in Australien verbracht. Doch nun ist sie zurückgekehrt in einen kleinen Ort in der Nähe von Oxford, wo sie geboren ...

In ihren 83 Lebensjahren hat Helen Cartwright viel erlebt; einen Teil ihres Lebens hat sie in Australien verbracht. Doch nun ist sie zurückgekehrt in einen kleinen Ort in der Nähe von Oxford, wo sie geboren wurde. Sie erwartet sich nichts mehr vom Leben. Doch dann ändert sich ihr Leben, als eine kleine Maus in ihr Leben tritt...

Die Geschichte beginnt eher unauffällig, erzählt vom Leben einer alten Frau, die ihre Zeit hinter sich wähnt und eigentlich nur noch auf den Tod wartet. Sie hat Verluste erlebt, man fragt sich, wo denn ihr Mann und ihr Sohn geblieben sind, warum sie nicht miteinander leben. Helens Einsamkeit ist fast körperlich spürbar. Nur nach und nach gibt das Buch ihre Geschichte preis. Schade, dass Helen deshalb anfangs eher naiv erscheint; mich hat das ungemein gestört. Für mich ist ihre Entwicklung zwar nachvollziehbar, aber nicht mit dieser anfänglichen Naivität. Dass die Maus ihr Leben verändert, erinnert ein bisschen an ein Märchen, und doch ist die Geschichte hier in sich stimmig.

Das Buch hat mich ab der zweiten Hälfte überzeugen können, so dass ich letztendlich 4 von 5 Sternen vergebe. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter, wenn auch mit einigen Einschränkungen.

Veröffentlicht am 14.07.2026

Atemberaubender Thriller

Weil sie lügt
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Annas Leben ist nicht leicht: Ihr Vater soll ihre ältere Schwester ermordet haben und sitzt im Gefängnis, ihre Mutter ist psychisch krank und kann nicht für Anna und ihren kleinen Bruder Leon sorgen. Anna ...

Annas Leben ist nicht leicht: Ihr Vater soll ihre ältere Schwester ermordet haben und sitzt im Gefängnis, ihre Mutter ist psychisch krank und kann nicht für Anna und ihren kleinen Bruder Leon sorgen. Anna selbst will die Unschuld ihres Vaters beweisen. Doch sie reibt sich auf in der Suche nach Julis Verbleib, in der Sorge um Leon und dem Wissen, dass ihr keiner glauben will. Schon gar nicht die Polizei, die den Vater für den Mörder hält; nur wurde bisher Julis Leiche nicht gefunden. Neue Erkenntnisse scheinen die Verdächtigungen der Polizei zu erhärten – und verstärken den Druck, der ohnehin schon auf Anna lastet...

Der Thriller erzählt in klaren Worten von einer dramatischen Geschichte, die voller überraschender Wendungen steckt. Schon auf den ersten Seiten ist man mittendrin im Geschehen, wird durch die Entwicklungen im Fall durchgehetzt. Die kurzen Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger, so dass es mir schier unmöglich schien, das Buch auch nur kurz aus der Hand zu legen. Die emotionale Dichte der Erzählung weckt Sympathie für Anna, die sich so sehr bemüht um ihre zerbrechende Familie. Die Auflösung kam für mich äußerst unerwartet und ist dennoch völlig logisch in sich selbst.

Dieser atemberaubende Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 07.07.2026

Spannender Reihenauftakt

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Ermittlerin Vega Varg wird zu einem Mord auf der Insel Südkoster gerufen, unweit der Grenze zu Norwegen. Sie kennt den Toten, Fredde, war er doch gut befreundet mit einem ihrer Söhne und regelmäßig bei ...

Ermittlerin Vega Varg wird zu einem Mord auf der Insel Südkoster gerufen, unweit der Grenze zu Norwegen. Sie kennt den Toten, Fredde, war er doch gut befreundet mit einem ihrer Söhne und regelmäßig bei ihrer Familie in seiner Kindheit; später allerdings ist der Kontakt zu Fredde abgebrochen. Die Ermittlungen laufen, als eine norwegische Zeugin spurlos verschwindet. Vega bittet ihren Kollegen Leopold zu den Ermittlungen dazu, er ist ihr bester Freund und arbeitet seit einiger Zeit bei der Polizei in Oslo. Während der Ermittlungen tauchen Erinnerungen auf an die Zeit, als Fredde des öfteren bei ihnen zu Gast war, aber auch an die Zeit, als Vegas Mann ermordet wurde. Der damalige Täter wurde nie gefunden. Haben die Fälle etwas miteinander zu tun?

Das Buch ist der erste Band der Ermittlerinnen Vega und Leopold, die zunächst bei derselben Dienststelle arbeiteten, bis Leopold nach Oslo versetzt wurde. Er ist zuständig für Kriminalfälle im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen. Außerdem war er schon immer ihr bester Freund und seinerzeit bei den Ermittlungen zu dem Mord an Vegas Mann tätig. Vega ist eine äußerst kompetente und sympathische Ermittlerin, der man gerne sowohl die Emotionen zum Tod ihres Mannes wie auch ihren scharfen Verstand bei den Ermittlungen glaubt. Die Spannung steigt durch die Verwicklungen ihrer Familie mit dem vorliegenden Mordfall. Interessant ist das Setting auf der Insel, wo jeder jeden kennt und alles über den anderen weiß – und doch konnte der Mord an Vegas Mann jahrelang nicht aufgeklärt werden. Das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre, die neugierig macht auf die weiteren Fälle mit dieser Ermittlerin. Die Aufklärung baute sich langsam auf, hat allerdings auch mit einigen überraschenden Wendungen aufgewartet.

Ich bin schon ganz gespannt auf weitere Kriminalfälle mit Vega Varg. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe starke 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.07.2026

Interessantes Ermittlerduo

Strandopfer
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Weil ein deutscher Tourist tot am Strand bei Swinemünde liegt, soll die Ermittlerin Lena Schuldt die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei übernehmen. Schnell stellt sich heraus, dass ...

Weil ein deutscher Tourist tot am Strand bei Swinemünde liegt, soll die Ermittlerin Lena Schuldt die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei übernehmen. Schnell stellt sich heraus, dass es nicht einfach ein Badeunfall ist, sondern Mord dahintersteckt. Vermisst wird zudem die zehnjährige Luisa, die mit dem Toten zusammen an den Strand gefahren war. Gemeinsam mit dem polnischen Kommissar Adam Krawczyk stellt Lena schnell fest, dass die Freunde und Angehörigen des Toten, die gemeinsam in einem Ferienhaus Urlaub machen, wohl etwas zu verbergen haben. Dann taucht eine weitere Leiche auf, auch diesmal wieder mit einem Bernstein im Rachen...

Das Buch ist der erste Band der Grenzfall-Reihe um die deutsche Ermittlerin Lena Schuldt und den polnischen Kommissar Adam Krawczyk. Beide sind geprägt von ihren eigenen Erfahrungen im Leben. Hinderlich sind auch die vielen Vorurteile, die beide gegenüber den Bürgern der anderen Nation entgegenbringen; verstärkt wird dies noch dadurch, dass die Ermittlungsarbeit der polnischen Kommissare sich doch in mancherlei Hinsicht von denen der deutschen Polizei unterscheidet. Doch die beiden so unterschiedlichen Kommissare wachsen in ihre Rolle hinein; es wird interessant sein, sie in ihren weiteren Fällen zu begleiten. Sie wirken dabei sehr authentisch; selbst wenn die Geschichte aus Lenas Sicht erzählt wird, gelingt es ihr sehr gut, auch Adams Sichtweise mit einzubinden. Der Fall selbst ist spannend angelegt, vielfach scheinen die Ermittler auf der Stelle zu treten. Die mühsame Ermittlungsarbeit färbt auch auf einige Partien des Buches ab, wenn es scheinbar so gar nicht weitergeht. Gelungen finde ich, wie sich die Regionalität dieses Krimis in der Handlung spiegelt, sei es durch einzelne polnischen Sätze (Glossar am Ende des Buches), durch das kulinarische Angebot oder schlicht das Milieu, das zum einen die Touristik der Landschaft schildert, aber auch eintaucht in das Leben derer, die dort dauerhaft wohnen.

Mich hat dieser Krimi neugierig gemacht auf die weiteren Fälle dieses spannenden Ermittlerduos. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Gute Laune tanken

Für immer, oder was?
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Blumenhändlerin Laura ist immer noch auf der Suche nach dem Richtigen. Da scheint sich der Richtige doch mal zeigen zu wollen – doch Laura ist nachdenklich geworden: Liegt das Problem etwa an ihr? Kurz ...

Blumenhändlerin Laura ist immer noch auf der Suche nach dem Richtigen. Da scheint sich der Richtige doch mal zeigen zu wollen – doch Laura ist nachdenklich geworden: Liegt das Problem etwa an ihr? Kurz entschlossen besucht sie all ihre Exfreunde, um sich ihrer Beziehungsvergangenheit zu stellen. Dabei erfährt sie eine Menge über sich selbst. Doch die größte Überraschung wartet noch auf sie...

Ich mag die Bücher von Ellen Berg, weil sie, wie hier, einen Liebesroman zu keinem Liebesroman macht. Ihre Heldinnen lernen sich jeweils von einer ganz neuen Seite kennen, nur um am Schluss doch herauszufinden, wie nah das Gute doch immer schon war. Bis die Heldin dies merkt, gibt es einige turbulente Ereignisse, bis am Ende die große Überraschung kommt. Als Leserin ahnte ich bereits, wohin die Reise gehen soll. Doch hier ist die Reise das Ziel. Die Geschichte ist äußerst humorvoll geschrieben und nimmt doch seine Charaktere unbedingt ernst. Das macht die Geschichte leicht und unterhaltsam und lädt so ganz nebenbei doch dazu auf, sich über das eigene Beziehungsverhalten Gedanken zu machen.

Diese humorvolle Geschichte ist genau richtig zum Entspannen und gute Laune tanken. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.