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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2026

Magische Welt voller Gefahren

Tale of Sun and Night (Tale of Sun and Night 1)
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Lio ist eine Sklavin, ohne Erinnerung an ihr vorheriges Leben, dafür aber mit jeder Menge Albträumen im Gepäck. Sie soll als Sklavin verkauft werden, um den Käufer dann auszurauben und zu ihrem bisherigen ...

Lio ist eine Sklavin, ohne Erinnerung an ihr vorheriges Leben, dafür aber mit jeder Menge Albträumen im Gepäck. Sie soll als Sklavin verkauft werden, um den Käufer dann auszurauben und zu ihrem bisherigen Besitzer zurückzukehren. Dort ist das Leben äußerst rau, sogar die Sklaven untereinander kennen keine Gnade, vor allem weil Lio sich nicht unterkriegen lässt. Als sie vom Traumweber Izan gekauft wird, gelingt es diesem, sie mit auf eine Reise durch Aurikalos zu nehmen, hin zur Freiheit, wie Lio hofft. Doch es ist eine Reise voller Gefahren, denn es gibt einige Verfolger, die ein Interesse an Lio oder an Izan haben. Dabei fühlen sich Lio und Izan einander immer näher, doch kann es eine Zukunft für ihre Liebe geben?

Das Buch ist der spannende Auftakt einer Trilogie in einer Welt voller Magie, Intrigen und Feindschaften. Man ahnt von Anfang an, dass Lio ein besonderes Schicksal hat und fiebert mit ihr, ob ihr Traum von der Freiheit sich wohl umsetzen lassen wird. Spannend ist ihr Hintergrund, den man anfangs nur erahnen kann. Dabei bleiben nach diesem ersten Teil noch sehr viele offene Fragen, genügend Stoff für die Fortsetzungen zu diesem Buch. Lio ist eine starke Frau, man findet sie von der ersten Seite an sympathisch. Gelungen ist die magische Welt, in der Lio und Izan leben, sowie die Beschreibungen zur Magie dieser Welt. Während die Geheimnisse in dieser Welt jede Menge Spannung aufbauen, hat mich die Beschreibung gewaltsamer Szenen etwas abgeschreckt – ich finde sie zu ausführlich (nicht nur) für junge Leser. Sie tragen allerdings sehr dazu bei, dass man jederzeit die Gefahr hinter all den Geschehnissen spürt.

Mich hat dieser Fantasy-Roman von Anfang an in seinen Bann ziehen können, ich freue mich bereits auf die Fortsetzung. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Spannender Genremix

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam ist frisch getrennt, ihr Leben verläuft gerade nicht so, wie sie sich das wünschen würde. Umso gespannter ist sie auf den Geburtstag ihrer Schwester Nia, die sich nach langer Zeit endlich wieder ...

Mirjam ist frisch getrennt, ihr Leben verläuft gerade nicht so, wie sie sich das wünschen würde. Umso gespannter ist sie auf den Geburtstag ihrer Schwester Nia, die sich nach langer Zeit endlich wieder bei Mirjam gemeldet und sie zu ihrem Geburtstag eingeladen hat, auf die Schäreninsel, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Es soll ein Abend nur unter Mädels werden, Nia hat noch zwei Freundinnen aus ihrer beider Kindheit und Jugendzeit eingeladen. Doch es kommt nicht alles so, wie es eigentlich geplant war...

Mirjam und Nia sind Halbschwestern, nur ein paar Monate auseinander, doch in der Kindheit gelang es ihnen, ein besonders festes Band zwischen sich zu knüpfen. Was nun auf Mirjam zukommen wird, weiß sie noch nicht genau, denn sie hatte nun längere Zeit keinen Kontakt zu Nia, die mit einem gewalttätigen Mann verheiratet ist. In mehreren Zeitebenen wird die Geschichte erzählt, sie hält einige Geheimnisse für den Leser bereit wie auch etliche überraschende Wendungen. Zum Ende hin spitzt sich der Roman zu einem spannenden Showdown hin, der den Leser noch mehr als bisher in der Geschichte festhält. Hier gibt es Überraschungen bis hin zum Ende des Buches. Als Leser gelingt es gut, sich in die Charaktere hineinzufinden und mit Nia und Mirjam mitzufiebern. Die Geschichte ist ein Mix aus verschiedenen Genres: Der Roman hat Bestandteile eines Krimis sowie eines Thrillers und zieht sehr viel Spannung aus dieser Mischung.

Mich hat dieser Roman von Anfang an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Risse in der Fassade des Glücks

Alle glücklich
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Nina und Alexander sowie ihre Kinder Emilia und Ben sind eine Familie. Während Alexander als erfolgreicher Oberarzt am Krankenhaus arbeitet, geht Nina seit Jahren in ihren Rollen als Mutter, Ehefrau und ...

Nina und Alexander sowie ihre Kinder Emilia und Ben sind eine Familie. Während Alexander als erfolgreicher Oberarzt am Krankenhaus arbeitet, geht Nina seit Jahren in ihren Rollen als Mutter, Ehefrau und in ihrem Beruf als MTA auf. Seit kurzem hat sie noch einen Nebenjob, dort lernt sie eine neue Kollegin kennen, mit der sie sich auch mal abends nach der Arbeit trifft. Ben ist Student, er versinkt bei allen möglichen Gelegenheiten in seinem PC. Emilia ist Gymnasiastin und zum ersten Mal in ihrem Leben richtig verliebt. Alle also scheinen glücklich zu sein – doch ein Blick hinter die Fassade lässt andere Rückschlüsse zu...

Autorin Kira Mohn gibt den Einblick in das Leben einer Familie, die auf den ersten Blick einfach nur glücklich erscheint. Doch wenn man genauer hinsieht, zeigen sich die Risse im scheinbaren Glück. Es ist äußerst spannend, dies bei Nina und Alexander sowie ihren Kindern zu entdecken. Die zunächst kleinen Risse in der Fassade verändern alles... Die Geschichte wird aus der Sichtweise der einzelnen Familienmitglieder erzählt, so dass man ihre Gedanken und Sorgen bestens nachvollziehen kann. Man merkt aber auch sehr genau, wie jeder von ihnen in seiner eigenen Welt verharrt, die gemeinsame Sprache scheint im Verlauf der Jahre abhanden gekommen zu sein. Die Situation spitzt sich dramatisch zu, wobei das Ende recht offen bleibt. Damit bleibt sich der Roman bis zum Schluss treu.

Dieser Roman mit seinem psychologischen Blick auf eine Familie hat mich sehr nachdenklich hinterlassen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Ermittlungen während einer Naturkatastrophe

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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Oberkommissarin Alexa Jahn ist eingesetzt am Telefon: Ein heftiges Unwetter lässt die Flüsse über die Ufer treten, der schlimmste Notfall ist eingetreten, die Wassermassen reißen alles mit sich. Die Liste ...

Oberkommissarin Alexa Jahn ist eingesetzt am Telefon: Ein heftiges Unwetter lässt die Flüsse über die Ufer treten, der schlimmste Notfall ist eingetreten, die Wassermassen reißen alles mit sich. Die Liste der vermissten Personen wird länger und länger. Als kurz darauf ein Toter in einer Schlucht gefunden wird, steht schnell fest, dass er ermordet wurde. Auf der österreichischen Seite ist der Sturm nicht so zerstörerisch, doch auch hier herrscht das Chaos, es werden fünf Jugendliche gesucht.

Das Buch ist bereits der sechste Band der Krimi-Reihe, die eine Zusammenarbeit der österreichischen und der deutschen Polizei in den Mittelpunkt stellt. Der Fall ist in sich abgeschlossen, die einzelnen Bände können jeder für sich gelesen werden. Wer allerdings die Entwicklung der Charaktere mitkriegen möchte, dem empfehle ich die Lektüre in chronologischer Reihenfolge. Dass die beiden Kommissare Alexa Jahn (auf der deutschen Seite) und Bernhard Krammer (auf der österreichischen Seite) nicht nur über eine gute Zusammenarbeit verbunden sind, sondern auch durch verwandtschaftliche Beziehungen – sie sind Vater und Tochter -, wird sehr schnell klar und gibt den Ermittlungen einen interessanten Charakter. Der vorliegende Fall bezieht eine Naturkatastrophe mit ein, die an die Überflutung im Ahrtal 2021 erinnert. Sehr gelungen ist die Beschreibung der Überforderung der Rettungskräfte, die bei all den Anforderungen bis an ihre Grenzen und darüber hinaus gebracht wurden – und doch immer wieder merken mussten, dass sie nicht alle Hilfsbedürftigen retten konnten. Die Hintergründe, denen Alexa und Krammer bei ihren Ermittlungen auf die Spur kommen, erzählen eine tragische Geschichte, die weit in die Vergangenheit reichte.

Dieser Krimi hat mich von der ersten Seite an fesseln können. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.04.2026

Berührend

Mo & Moritz
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Als Mo von der Schule fliegt, erhält er die Chance auf eine Friseurlehre. Der Junge aus eher ärmlichen Verhältnissen mit muslimischen Wurzeln und mit den Erlebnissen eines Flüchtlings findet sich in einer ...

Als Mo von der Schule fliegt, erhält er die Chance auf eine Friseurlehre. Der Junge aus eher ärmlichen Verhältnissen mit muslimischen Wurzeln und mit den Erlebnissen eines Flüchtlings findet sich in einer glamourösen Welt wieder. Und er verliebt sich – in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Während er die erste Liebe seines Lebens erlebt, muss er sich Gedanken über seine Familie machen. Drohen seine Träume und Hoffnungen schon im Ansatz zu ersticken?

Mo muss sich mit seiner eigenen Identität auseinandersetzen, ein Thema, das jeden Jugendlichen in der westlichen Welt beschäftigt. Doch Mo hat noch ein weiteres Thema, hat er doch traumatische Erfahrungen hinter sich, und auch Moritz' Familie hat eine tragische Geschichte im Gepäck. Kurz habe ich mich gefragt, ob die Liebe zwischen Mo und Moritz nicht zu sehr konstruiert ist. Doch schnell habe ich mich mitreißen lassen von den Geschehnissen, die so manch überraschende Wendung nehmen. Man fragt sich, ob es wirklich eine Lösung geben kann für die beiden... Die Problematik ist letztendlich spannend gelöst, genau passend zur Geschichte. Die Charaktere sind unterschiedlich angelegt, bei manchen bleibt die Erzählung eher an der Oberfläche, vor allem aber Mo bleibt immer im Blickwinkel des Autors und somit auch des Lesers. Sein Verhalten ist gut nachvollziehbar, seine Sorgen lassen den Leser nicht kalt.

Mich hat diese queere Liebesgeschichte mit ihren problembehafteten Hintergründen schnell in ihren Bann ziehen können. Sehr gerne empfehle ich dieses Jugendbuch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.