Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2024

Lange nicht so gut wie das Vorgängerbuch

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki
0

Takako hat sich wieder glücklich verliebt und eine Arbeit gefunden, kommt aber immer noch sehr gerne in die Buchhandlung Morisaki. Während ihr Freund Wada eine Idee für einen Roman hat, der im Antiquariat ...

Takako hat sich wieder glücklich verliebt und eine Arbeit gefunden, kommt aber immer noch sehr gerne in die Buchhandlung Morisaki. Während ihr Freund Wada eine Idee für einen Roman hat, der im Antiquariat des Onkels und der Tante spielen soll, geht das Leben weiter für alle im Umkreis der Buchhandlung. Da stellt sich heraus, dass Onkel und Tante die Hilfe von Takako wieder brauchen…

Das Buch ist eine Fortführung des Romans „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“. Der Titel und das Coverbild des vorliegenden Buches spielen darauf an, so dass der Erkennungswert sofort gegeben ist. War jedoch das erste Buch eher spannungsarm, so ist hier noch weniger Spannung in der Erzählung. Nur kurz ploppte ein bisschen Spannung auf, vor allem gegen Ende der Geschichte wurde es etwas lebendiger, doch im wesentlichen plätschert der Alltag der handelnden Personen vor sich hin. Wobei diese seltsam blass bleiben, so dass ich mich im Gegensatz zum Vorgängerbuch wenig auf die Geschichte einlassen konnte. Immer wieder gibt es einige Referenzen an Bücher, doch diese beziehen sich auf die japanische Literatur, in der ich überhaupt nicht bewandert bin. Man könnte vermuten, hier will jemand eher vergebens an den Hype des Vorgängerbuches anknüpfen...

Insgesamt ist das also eher ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2024

Am Ende eines Lebens

Reise nach Laredo
0

Der zurückgetretene König Karl hat sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen. Er ist krank und gebrechlich, wartet dort auf sein Ende. Als der elfjährige Geronimo auftaucht, sein illegitimer ...

Der zurückgetretene König Karl hat sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen. Er ist krank und gebrechlich, wartet dort auf sein Ende. Als der elfjährige Geronimo auftaucht, sein illegitimer Sohn, der allerdings nicht weiß, wer sein Vater ist, beschließen die beiden gemeinsam, auf ein Abenteuer aufzubrechen. Nachts treffen sie sich, Pferd und Maulesel sind gesattelt, und auf geht es, in einige ungewisse Tage. Karl lernt einiges kennen, was er bisher trotz seiner Funktion als König nie kennenlernen konnte: Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit, ja Freiheit, das Leben allein im Augenblick.

Es mutet fantastisch an, trotz all der Gebrechlichkeit des sterbenden Königs auf ein Abenteuer aufzubrechen, das ihm die Augen öffnet für ein Leben, das er nie haben durfte. Ist es Realität, ist es eher ein Traum, der den alternden König so kurz vor dem Tod noch einige Höhepunkte beschert? So richtig weiß man es nicht, man ahnt es nur. Doch irgendwann überwiegt die Düsternis der Erzählung, und hier konnte ich mit der Geschichte nicht mehr wirklich mitgehen. Vor allem aber fehlte mir die Spannung in der Erzählung, meistens plätschert die Geschichte ein bisschen vor sich hin.

So richtig überzeugt hat mich das Buch nicht, so dass ich 3 von 5 Sternen vergebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2024

Eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit

Die Gräfin
0

Als 1944 vor der Hallig Südfall ein Flugzeug abstürzt, ist es für die dort zurückgezogen lebende achtzigjährige „Hallig-Gräfin“ selbstverständlich, ihn zu retten. Doch auf beiden Seiten herrscht Misstrauen: ...

Als 1944 vor der Hallig Südfall ein Flugzeug abstürzt, ist es für die dort zurückgezogen lebende achtzigjährige „Hallig-Gräfin“ selbstverständlich, ihn zu retten. Doch auf beiden Seiten herrscht Misstrauen: Der junge Pilot muss erst eruieren, ob man ihm feindlich gegenübersteht, ja vielleicht auch verrät; die Gräfin und ihr Haushalt müssen ihn so verstecken, dass keiner von seiner Anwesenheit ahnt, ist sie doch bereits den überzeugten Nazis aufgefallen. Das Leben auf der Hallig ändert sich plötzlich und schlagartig, und das löst Emotionen und Erinnerungen aus.

Die Geschichte stützt sich auf die Erzählungen von der historisch verbrieften Gräfin, von der man sich auch heute noch erzählt. So könnte es tatsächlich damals gewesen sein, denkt man beim Lesen. Die Geschichte wird sehr stringent erzählt und ist teilweise sehr von plattdeutschen Sätzen gespickt; hier kam ich leider immer wieder aus dem Lesefluss, weil ich mir so manches erst zusammenreimen musste. So originell ich das Plattdeutsche finde, so erschließt sich nicht immer alles sofort. Dabei ist die Erzählung recht kurz geraten und überrascht mit einem völlig offenen Ende, was mich äußerst irritiert hat.

Die Erzählung hat mich nicht in jeder Hinsicht überzeugen können, so spannend ich das Geschehen auch finde. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.11.2024

Eindrücklich bedrückend

Als wir Schwäne waren
0

Ein Junge von zehn Jahren landet im Ruhrgebiet, er ist mit seiner Familie aus dem Iran geflohen. Hier lebt er in einer Siedlung, wo man die Armut an allen Ecken und Enden spürt – und sie auch beim Betreten ...

Ein Junge von zehn Jahren landet im Ruhrgebiet, er ist mit seiner Familie aus dem Iran geflohen. Hier lebt er in einer Siedlung, wo man die Armut an allen Ecken und Enden spürt – und sie auch beim Betreten der Hausfluren riecht. Die Mutter ist Soziologin, der Vater ein Schriftsteller, in dessen Sprache es fünfzehn verschiedene Begriffe für Stolz gibt. Doch auf den Straßen Deutschlands herrscht Gewalt, hier muss sich der Junge erstmal zurechtfinden. Er wird zum Beobachter und versucht das Land zu begreifen. In ihm wächst die Wut über dieses Leben…

Die Geschichte ist vermutlich mit autobiografischen Elementen durchsetzt, so dass ich zunächst sehr gespannt darauf war, Deutschland mit fremden Augen zu erfahren. Doch je mehr ich las, umso mehr Wut kam in mir auf, Wut über diese Gewalt, in der sich die jungen Menschen in dieser Siedlung zurechtfinden müssen. Die Erzählungen sind sehr emotional, sie zeigen das Ringen um Würde, während der soziale Abstieg droht. Das war schwer zu ertragen beim Lesen – umso mehr als ich mir nicht sicher sein kann, wieviel Stolz über die kriminellen Taten hier noch mitschwingen. Zudem fehlte mir zunehmend der rote Faden der Geschichte.

Die Erzählung dieses Jungen hat mich sehr wütend hinterlassen, letztendlich aber auch ein bisschen hilflos darüber, wie ich das Gelesene wirklich einordne. So wichtig ich den Inhalt finde, konnte ich mich mit dem Stil der Erzählung nicht ganz anfreunden. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2024

Interessantes Ermittlerduo

Tode, die wir sterben
0

Im Brennpunktviertel Hermodsdal wird ein Teenager erschossen. Von Anfang an ist klar, dass dies den Drogenbandenkriegen zuzurechnen ist. Der frischverwitwete Kommissar Jan Nordh und die strafversetzte ...

Im Brennpunktviertel Hermodsdal wird ein Teenager erschossen. Von Anfang an ist klar, dass dies den Drogenbandenkriegen zuzurechnen ist. Der frischverwitwete Kommissar Jan Nordh und die strafversetzte nordschwedische Ermittlerin Svea Karhuu sollen hier ermitteln. Für Jan soll dieser Fall nicht nur die Rückkehr in den Beruf bedeuten, sondern er will damit auch an Informationen über den Unfall seiner Frau kommen. Svea möchte sich durch diesen Fall bewähren, weil ein vorheriger Undercover-Einsatz auf tragische Weise schief ging. Und so kämpfen beide nicht nur gegen einen unerbittlichen Gegner an, sondern auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit.

Es ist keine einfache Konstellation, in der die beiden Ermittler hier Erfolge einholen sollen. Die Bandenkriege sind dafür bekannt, brutal zu sein, und doch scheint der Tod des Teenagers einen besonderen Tiefpunkt aufzuzeigen. Bedrückend ist es, vom Leben in diesem Problemviertel zu lesen, vor allem, weil dies nicht der letzte Tote sein wird. Die Ermittler sind auch privat in einer schwierigen Situation, sie stehen unter dem Druck der Öffentlichkeit, aber auch dem Bewährungsdruck, weil vom Ergebnis ihrer Ermittlungen ihre Zukunft abhängt. Dabei überrascht die Geschichte mit einigen unerwarteten Wendungen. Ich bin schon auf weitere Fälle mit diesem Ermittlerpaar neugierig.

Mich hat das Buch bestens unterhalten können, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.