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Gisel

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Veröffentlicht am 08.10.2024

Ein Kind auf der Flucht

Solito
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Javier Zamora ist als Kind von El Salvador in die USA geflüchtet, seinen Eltern hinterher, die bereits vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Er kann sich kaum noch an sie erinnern. Doch sie wollen ...

Javier Zamora ist als Kind von El Salvador in die USA geflüchtet, seinen Eltern hinterher, die bereits vor Jahren vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Er kann sich kaum noch an sie erinnern. Doch sie wollen ihn zu sich holen, und deshalb beauftragen sie einen Schlepper, der ihren Sohn quer durch Mittelamerika schleusen soll. Alle rechnen mit einer Reise von ca. zwei Wochen. Niemand ahnt, was auf den neunjährigen Jungen zukommt. Er reist allein in einer Gruppe fremder Erwachsener und findet sich eine kleine Ersatzfamilie auf dem gefährlichen Weg in die USA. Denn Gefahren lauern überall: schussbereite Gewehre, Täuschungen, über allem die Einsamkeit. Und doch finden die Flüchtlinge auch immer wieder Freundlichkeit und Hilfe.

Die Geschichte erzählt Javier Zamora selbst, zwanzig Jahre später, aus der Sicht des neunjährigen Jungen, der er damals war. Inzwischen längst erwachsen, hat er nach seiner Ankunft in die USA selten von seinen Erlebnissen gesprochen, zu traumatisch waren die Geschehnisse in diesen ungewissen Wochen. Gerade weil das Buch die Sicht des kleinen Jungen wiedergibt, gehen seine Erzählungen unter die Haut, man fühlt sofort mit, spürt die Ängste und die Einsamkeit des Kindes und hofft, dass die Flucht ihn zu seinen Eltern bringen wird, die er schon so lange nicht mehr gesehen hat, dass er sich kaum noch an sie erinnert und denen er doch entgegenfiebert. Erst durch Javiers Schilderungen bekommt man ein echtes Gefühl dafür, was die Flucht für den kleinen Jungen bedeutet, wie traumatisch sie für ihn war. Die Geschichte ist gespickt von vielen spanischen Redewendungen, die in einem Glossar erklärt werden. Das macht die Geschichte noch authentischer, auch wenn die Lesbarkeit ein bisschen darunter leidet.

Javiers erschütternde Erzählung wird wohl niemanden kalt lassen. Ich empfehle das Buch unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 01.10.2024

Überraschendes Abenteuer in der Märchenwelt

Mirror: Weiß wie Schnee
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Die Münchner Ärztin Lena kümmert sich seit dem Tod ihrer Eltern um ihre jüngere Schwester Anna. Erschüttert erfährt sie, dass Anna in der Schule gemobbt wird. Lenas Freund weiß eine gute Lösung dafür: ...

Die Münchner Ärztin Lena kümmert sich seit dem Tod ihrer Eltern um ihre jüngere Schwester Anna. Erschüttert erfährt sie, dass Anna in der Schule gemobbt wird. Lenas Freund weiß eine gute Lösung dafür: Anna soll in ein Internat, er kann Lenas Schwester gar nicht leiden. In der Märchenwelt kämpft Lenas Ebenbild, Schneewittchens böse Stiefmutter Luna, um ihre Stellung am Hof und letztendlich für ihr Überleben. Als Luna in ihrem Zauberspiegel Lena sieht, tauscht sie mit Lena ihren Platz: Lena findet sich überraschend in der Märchenwelt wieder, in Schneewittchens Schloss. Und weil Lena unbedingt überall ein Happy End erreichen will, bemüht sie sich, auch in der Märchenwelt ein gutes Ende hinzukriegen. Doch sie erkennt, dass der Lauf der Geschichte festgeschrieben ist. Ob es ihr wohl gelingen wird, ein Happy End in der Märchenwelt zu erreichen und in ihre eigene Welt zurückzukehren?

Ein abenteuerlicher Ritt durch die Märchenwelt beginnt für Lena. Sie ist jemand, der an das Gute im Menschen glaubt, und so fällt es ihr zunächst schwer, die böse Stiefmutter im Märchen zu spielen. Doch es ist erstaunlich, was sich durch ihre Anwesenheit in der Märchenwelt verändert. Dieser Ansatz hat mir sehr gut gefallen, ich habe sehr gerne Lenas Abenteuer begleitet und mit ihr gefiebert, ob sie wirklich eine Veränderung bewirken kann. Die Charaktere sind äußerst glaubwürdig aufgebaut. Nach mehreren überraschenden Wendungen freue ich mich nun auf die Fortsetzung der Dilogie, die Ansatzpunkte sind äußerst spannend angelegt.

Mich hat dieses überraschende Abenteuer in der Märchenwelt sehr gut gefallen, ich empfehle das Buch unbedingt weiter. Ganz klar vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 01.10.2024

Magisches Abenteuer in Everwish

Wishkeeper, Band 1 - Das Land der verborgenen Wünsche
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Ganz überraschend findet sich Lexi mit Milo auf einer Reise von London in das Land Everwish. Denn die beiden können die unsichtbaren Schmetterlinge sehen, die sie in dieses Land führen: Jeder dieser Schmetterlinge ...

Ganz überraschend findet sich Lexi mit Milo auf einer Reise von London in das Land Everwish. Denn die beiden können die unsichtbaren Schmetterlinge sehen, die sie in dieses Land führen: Jeder dieser Schmetterlinge war einst ein Wunsch, der nicht erfüllt wurde. Diese brauchen Wishkeeper wie Lexi und Milo, um im Land Everwish zu ihrer wahren Gestalt geführt zu werden. Doch Everwish ist in größter Gefahr, es braucht nicht nur die Hilfe von Lexi und Milo, um die Wunschschmetterlinge zu führen, sondern auch, um das Land selbst zu retten.

Sehr schnell ist man mit Lexi und Milo auf der Reise nach Everwish, einem wunderbaren Land, in dem die unerfüllten Wünsch der Menschen gehütet werden. Hier sollen sie eine zweite Chance zur Erfüllung erhalten. Die beiden Kinder finden sich wieder in einer wunderbaren magischen Welt, bevölkert von vielen magischen Wesen. Hier hat die Autorin Barbara Laban aus dem Vollen geschöpft, es ist eine Freude, diese Welt zu entdecken. Dem Buch mit seinen wunderschönen Illustrationen, sowohl auf dem Cover wie auch im Buch selbst, ist ein idyllisches Bild mit Lexi und Milo und den verwandelten Wesen sowie eine Karte des Landes Everwish beigefügt. Leider fehlen im Ebook die Karte wie auch das wunderschöne Bild von Lexi und Milo in Everwish, und auch der schöne Farbschnitt ist dort nicht zu sehen, so dass ich eindeutig die Hardcoverversion empfehle. Die beiden Kinder auf ihrer Mission in das Wünsche-Wunderland zu begleiten macht sehr viel Spaß, wobei sich auch eine Menge Spannung dazugesellt, denn Everwish ist in größter Gefahr. Die Geschichte empfiehlt sich für junge Leser ab ca. 9 Jahren und ist bestens auf diese Lesergruppe abgestimmt, sowohl vom Schreibstil her wie auch von der Sprache. Da freut man sich nach dem Ende der Lektüre auf die Fortsetzung der Geschichte.

Mir hat dieser abenteuerliche Ausflug nach Everwish sehr gut gefallen, so dass ich das Buch unbedingt weiter empfehle. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 01.10.2024

Leben in Irland während der Rezession

Die Sache mit Rachel
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Bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung trifft die junge Studentin Rachel auf James, und sofort entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Sie zieht zu ihm in die Wohnung, wissend, dass zwischen ...

Bei ihrem Nebenjob in einer Buchhandlung trifft die junge Studentin Rachel auf James, und sofort entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen. Sie zieht zu ihm in die Wohnung, wissend, dass zwischen ihnen keine Beziehung entstehen wird, denn er ist schwul. James sprüht vor Ideen, unter anderem arrangiert er mit Rachel eine Buchlesung mit dem Literaturprofessor Dr. Byrne, den die junge Studentin anbetet. Doch nicht sie beginnt ein Techtelmechtel mit ihm, sondern James. Das geht eine Weile ganz gut, aber mit der Zeit werden die Verstrickungen immer größer…

Das Buch erzählt von der äußerst ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Rachel und James, aber auch von Rachels Suche nach sich selbst. Bis sie zum Ende ihrer Geschichte kommt, wird Rachel dem Leser einige überraschende Wendungen erzählen, die anfangs überhaupt nicht absehbar waren. Sie war mir dabei oft nicht sympathisch, doch auch das habe ich in Kauf genommen, um dem Fluss der Erzählung folgen zu können. Die Gefühle der Charaktere sind sehr gut nachvollziehbar, man fiebert mit ihnen mit, wie hier alles zu einem guten Ende kommen könnte. Dabei streift die Geschichte einige wichtige Themen der irischen Gesellschaft, aber auch des Erwachsenwerdens allgemein. Weder James noch Rachel geben anfangs unbedingt ein gutes Beispiel für eine wirklich gute Entwicklung ab, dennoch fand ich ihr Schicksal äußerst interessant.

Diese Geschichte über das Leben in Irland während der Rezession ist nicht immer nur einfach zu lesen, zu schwierig sind die Charaktere in einer schwierigen Zeit. Dennoch hat mich die Lektüre des Buches faszinieren können, so dass ich es gerne weiter empfehle und 4 von 5 Sternen vergebe.

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Veröffentlicht am 01.10.2024

Peinlichkeiten

Wolke Sieben ganz nah
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Delphi erstickt mit 27 Jahren in ihrem leicht peinlichen Nachthemd an einem Mikrowellen-Burger. Sie wird empfangen von Merrit, die ihr zunächst einen Zusammenschnitt ihres Lebens zeigt – einige Highlights, ...

Delphi erstickt mit 27 Jahren in ihrem leicht peinlichen Nachthemd an einem Mikrowellen-Burger. Sie wird empfangen von Merrit, die ihr zunächst einen Zusammenschnitt ihres Lebens zeigt – einige Highlights, aber vor allem ganz viele Tiefpunkte. Doch dann steht sie plötzlich versehentlich dem attraktivsten Mann gegenüber, dem sie je begegnet ist. Der wird allerdings wieder auf die Erde zurückgeschickt, sein Ende war noch gar nicht geplant. Delphi soll eine zweite Lebenschance erhalten, wenn sie es schafft, dass dieser Mann sie innerhalb von zehn Tagen küsst. Schwierig ist nur, dass er sich nicht an sie erinnern wird und dass sie nur seinen Vornamen und den ersten Buchstaben des Nachnamens weiß. Wird es Delphi gelingen, in ihr Leben zurückzukehren?

Delphi hatte es zum größten Teil nicht leicht in ihrem Leben, wurde sie doch gewaltig gemobbt, und zwar von ihrer besten Freundin aus alten Kindertagen. Leider ist es mir nicht gelungen, mit Delphi warm zu werden, zu farbig wird ihr Leben als Loserin gezeichnet, die ihre Tage als junge Erwachsene nun in einem erbärmlichen Leben fristet. Ihre Versuche, sich in diesem und auch in ihrem neugewonnenen Leben einzurichten, sind von unendlich vielen Peinlichkeiten begleitet, die immer wieder unter die Gürtellinie rutschen. Hier erstarb mir das Lachen über die Situationskomik, bevor es noch entstehen konnte. Immer wieder überlegte ich die Lektüre abzubrechen, Delphis Schicksal war mir zu weit weg von allem, was mich interessiert. Erst das Ende konnte mich ein bisschen mit dem Buch versöhnen, das fand ich dann doch wieder ganz pfiffig.

Wirklich empfehlen kann ich dieses Buch nicht, so dass ich sogar erwogen habe, nur 2 Sterne zu vergeben. Erst das Ende der Geschichte hat dazu geführt, dass ich wohlwollende 3 von 5 Sternen vergeben kann. Aber Geschmäcker sind ja verschieden, das zeigt sich daran, dass es durchaus auch sehr gute Rezensionen für dieses Buch gibt. Mögen andere mehr Gefallen daran finden.

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