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Veröffentlicht am 18.08.2024

Heftig

All das Böse, das wir tun
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Ein Kampf zwischen Korruption und Gerechtigkeit steht im Klappentext. Aber es ist viel mehr. Ein Kind verschwindet. Man geht von einer Entführung aus, obwohl es keine Lösegeldforderung gibt. Zweiunddreißig ...

Ein Kampf zwischen Korruption und Gerechtigkeit steht im Klappentext. Aber es ist viel mehr. Ein Kind verschwindet. Man geht von einer Entführung aus, obwohl es keine Lösegeldforderung gibt. Zweiunddreißig Jahre zuvor wurde ein Kindesentführer und -mörder verurteilt. Erwiesen war dessen Schuld nicht. Man hatte sich sehr angestrengt, ihm Beweisstücke unterzujubeln, die dann zur Verurteilung führten. Die damals involvierte Polizistin Itala versucht zwei Jahre später, nachdem der Verurteilte bei einem Zellenbrand ums Leben kam, den wahren Täter aufzuspüren, bringt dabei die in dieses Komplott verwickelten Personen gehörig in Aufruhr und gegen sich auf. In der Gegenwart versucht die Tante des entführten Mädchens, eine Anwältin, die den damals Verurteilten als Pflichtverteidigerin vertreten sollte, eigentlich aber nur Praktikantin war und u.a. deshalb scheiterte, Bezüge zum damaligen Fall herzustellen und Amala, das entführte Mädchen, zu finden. Dabei stößt sie auf den undurchsichtigen Gerry, der ebenfalls nach Amala sucht. Hinfort wogt die Geschichte im Hier und Damals hin und her, treibt die Ereignisse voran. Dabei geht es extrem gewalttätig zu. Wie ebenfalls im Klappentext vermerkt ist, verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse immer weiter – bis zur Unerträglichkeit hin. Rasant geschrieben und durch die steten Wechsel der Ereignisse vor 30 Jahren und in der Gegenwart, die immer heftiger aufeinander zu triften, wird eine äußerste Spannung erzeugt. Die Geschichte ist insgesamt schwer verdaulich – jedenfalls für zarter besaitete Gemüter.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Vergnüglich

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 3: Bittersüßer Honig
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Es kommt zu einem Eklat bei einer Honigverkostung. Eine Umweltschützerin wirft mit Steinen und redet von Betrug. Kurze Zeit später wird sie in der Imkerei tot aufgefunden. Weil ein Freund der Toten sich ...

Es kommt zu einem Eklat bei einer Honigverkostung. Eine Umweltschützerin wirft mit Steinen und redet von Betrug. Kurze Zeit später wird sie in der Imkerei tot aufgefunden. Weil ein Freund der Toten sich an Anna wendet, wird sie, sehr zum Leidwesen des zuständigen Commissarios, in die Sache verwickelt. Tatsächlich kann sie sogar zu entscheidenden Hinweisen und letztlich zur Lösung beitragen. Dabei sollte sie sich doch besser um das marode Haus kümmern, das sie von ihrer verstorbenen Oma übernommen hat und in dem mittlerweile Strom und Wasser abgestellt sind. Ein erneut vergnüglicher Fall im liebenswerten Fontenaia. Man freut sich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Mit dem richtigen Drive

Tode, die wir sterben
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Traumatisiert durch den Unfalltod seiner Frau, die mit seinem besten Freund verunglückte, mit dem sie offenbar eine Affäre hatte, der eine, Jon Nordh. Traumatisiert durch einen missglückten Under Cover ...

Traumatisiert durch den Unfalltod seiner Frau, die mit seinem besten Freund verunglückte, mit dem sie offenbar eine Affäre hatte, der eine, Jon Nordh. Traumatisiert durch einen missglückten Under Cover Einsatz, bei dem sie einen Kollegen töten müsste, die andere, Svea Karhuu. Nach dem Tod eines 13-jährigen im Umfeld der Bandenkriminalität in Malmö werden diese beiden zusammen an die Aufklärung eben dieses Falles gesetzt. Nur mühselig raufen sich die beiden zusammen. Von der zugesagten Unterstützung seitens der Kollegen keine Spur - im Gegenteil. Und schon will man die beiden wieder vom Fall abziehen. Beharrlich bleiben sie aber am Ball und dröseln den Fall auf, der sich ganz anders darstellt, als von Polizeiöberen, Medien und Politik erwartet. Eindringlich geschrieben, mit dem richtigen Drive versehen, die Abgründe der Protagonisten beleuchtend, lesefreundlich gehalten. Politisch explosiv, psychologisch raffiniert und hoch spannend wird versprochen. Gehalten.

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Veröffentlicht am 30.07.2024

Unglaublich, möchte man sagen

Die Vollendete
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Was für eine Geschichte: „Du wirst Dich daran gewöhnen“, flüstert ihr Mann ihr zu. Aber sie ist nicht sie. Im Spiegel erkennt sie Gesicht und Körper der Geliebten ihres Mannes. Sie selbst wähnt sich eigentlich ...

Was für eine Geschichte: „Du wirst Dich daran gewöhnen“, flüstert ihr Mann ihr zu. Aber sie ist nicht sie. Im Spiegel erkennt sie Gesicht und Körper der Geliebten ihres Mannes. Sie selbst wähnt sich eigentlich tot. Gestorben an einem Krebsleiden. Ihr Mann aber hat ihr Gehirn in den Kopf seiner Geliebten verpflanzt – und ihr, was sich später herausstellt, noch Schlimmeres angetan. Wie mit dieser Situation umgehen? Bei dem Versuch, ihren Mann und seinen Helfer in seinem Wahn zu stoppen, weiter mit solchen Dingen zu experimentieren, weitere Opfer zu finden, Menschen zu Ersatzteillagern zu erklären, aus ihr eine medizinische Sensation zu machen, um medizinischen Ruhm zu erlangen, muss sie sich auf ungewöhnliche Verbündete verlassen. Dabei muss sie auch heftige Rückschläge hinnehmen. Eine abenteuerliche Geschichte, die zu einem heftigen Ende hindrängt und viele moralische Fragen aufwirft. Heftig in Szene gesetzt, diese Geschichte. Gut erzählt, lesefreundlich überbracht. An der Glaubwürdigkeit dieser wahnwitzigen Geschichte mag man zweifeln. Kann man aber unter dichterische Freiheit verbuchen. Erinnert, auch wenn die Geschichten komplett anders sind an Hirngespenster von Ivonne Keller und Beerenhunger von Andy Maas.

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Veröffentlicht am 27.07.2024

Verschachtelt

Die Toten von Veere. Ein Zeeland-Krimi
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Fast wie eine Matrjoschka diese Geschichte, die ihre langen Arme vom Oktober 1944, in dem die Deiche um Westkapelle und die Insel Walcheren bombardiert, und zerstört wurden und ein Teil der Bevölkerung ...

Fast wie eine Matrjoschka diese Geschichte, die ihre langen Arme vom Oktober 1944, in dem die Deiche um Westkapelle und die Insel Walcheren bombardiert, und zerstört wurden und ein Teil der Bevölkerung ertrank, bis in die Gegenwart ausstreckt und dort zu einem Mord an einem vermeintlich harmlosen Touristen führt. Dieser wiederum ist gar nicht so harmlos, sondern verbirgt eine üble Geschichte, die ihn zehn Jahre zuvor mit dem Verschwinden und vermutlichen Mord an einer jungen Frau mit Migrationshintergrund in Verbindung bringt. Hoofdinspecteur Liv de Vries, die nach einem Schusswaffengebrauch in einer fälschlich als terroristisch eingestuften Aktion ins Visier der Internen geraten ist und deshalb aus der Schusslinie genommen werden soll, soll in diesem Fall ermitteln, obwohl das eigentlich nicht wirklich in ihre Zuständigkeit gehört. Zusammen mit Rechtsmedizinerin Ann-Remi und Polizeichef Ruben deckt sie dabei eine sehr verschachtelte Geschichte auf, in der es um Schuld, Vertuschung, Rache geht. Sehr detailliert beschrieben, ein bisschen Geschichtsunterricht, eine sympathische, wenngleich auch oft unkonzentrierte Ermittlerin und ebenso sympathische Mitermittler. Spannend erzählt und sorgfältig vor dem Leser aufgedröselt.

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