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Veröffentlicht am 19.05.2026

Wirr

Strandopfer
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Ein tot am Strand von Misdroy nahe Swinemünde aufgefundener Tourist ruft das BKA auf den Plan, obwohl man zunächst von einem Badeunfall ausgeht, denn der Tote war mit einer Gruppe zusammen, zu denen auch ...

Ein tot am Strand von Misdroy nahe Swinemünde aufgefundener Tourist ruft das BKA auf den Plan, obwohl man zunächst von einem Badeunfall ausgeht, denn der Tote war mit einer Gruppe zusammen, zu denen auch ein Bekannter des Innenministers gehörte. Also reist Ermittlerin Lena Schuldt an die polnische Ostseeküste. Sie selbst ist dort – auf der deutschen Seite – aufgewachsen und wollte nie mehr dahin zurückkehren. Zusammen mit Kollege Adam Krawczyk soll sie sich en Bild von der Lage vor Ort machen. Der Leichnam wurde nicht mal obduziert, wie sie feststellt, da man nicht davon ausging, dass es sich um etwas anderes als einen Badeunfall gehandelt haben könnte. Sie selbst nimmt die Leiche in Augenschein und entdeckt einen Bernstein im Hals des Toten. Das sieht nun doch nach einem sehr bizarren Mord aus. Zugleich muss man die 10jährige Luisa suchen, die - so hat es den Anschein - mit dem Toten unterwegs war und nun verschwunden ist. Die Befragungen vor Ort verlaufen schleppend. Insbesondre die Gruppe von Freunden, die zusammen mit dem Toten in einem Ferienhaus gewohnt haben, schweigen eisern, scheinen dabei etwas zu verbergen zu haben. Während Lena sich auf die Bernsteinspur begibt, versteift sich Adam auf die Gruppe. Zugleich haben sie, Lena und Adam, mit ihren eigenen Vorurteilen und Vergangenheitsbewältigungen zu kämpfen, was die Arbeit erheblich erschwert. Und weitere Tote mit sich bringt. An sich zügig erzählt, mit guter Spannung, zunächst, die aber durch die vielen Grübeleien, Wankelmütigkeiten, kruden Theorien, Vorurteile und deren Bekämpfung arg strapaziert wird. Sie beiden rennen reichlich kopflos durch die Gegend, machen einen Ermittlungsfehler nach dem nächsten, versteigern sich in die wildesten Theorien und gehen sich gegenseitig gehörig auf den Senkel. Leider dem Leser aber auch. Die ganze Geschichte it äußerst abenteuerlich und der tatsächliche Tathergang erscheint viel zu aufwändig und wenig logisch. Gut, es ist halt eine Geschichte und dichterische Freiheit muss erlaubt sein. Aber diese muss die Leser auch mitreißen und das geschieht hier nur teilweise.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Launig

Schnitzel, Mord & Tunke - Kommissar Hubsis erster Fall
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Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt ...

Sucht man sich allen Ernstes einen solchen Namen aus, wenn mansich eigentlich bedeckt halten sollte? Der Name klingt nicht nur lächerlich, man macht es sich damit auch. Hubsi, wer möchte Hubsi genannt werden (Hubertus vom Basalthügel)? Titel und Cover und erst der Name lassen auf einen Cosy-Crime schließen. Aber da steckt tatsächlich mehr drin. Es beginnt gemütlich. Hubsi und Familie sind im Familienurlaub – Camping – der eher unbequemen Art. Ausgerechnet Ehefrau Melli erblickt im See eine Leiche. Als Krimifan erwacht bei der gleich der Ermittlerinstinkt, sehr zum Verdruss von Hubsi, der selbst Kriminalhauptkommissar ist. Aber nicht hier, hier ist er im Urlaub. KHK ist er im Sauerland. Er übernimmt sozusagen erst einmal die Erstlage: Polizei informieren, Fundort absperren, Fotos machen, so was eben. Dann ist die örtliche Polizei vor Ort, aber überfordert, denn gleichzeitig ist eine Herde von Kühen auf der nahe gelegenen Autobahn unterwegs und Klimaaktivisten haben sich dort festgeklebt. Vollsperrung der Autobahn. Also muss Hubsi erst einmal einspringen – und bleibt an dem Fall festkleben, wie sein Chef anordnet. Die nächsten Geschehnisse regen arg zum Kichern an. Da wird quasi kein Fettnäpfchen ausgelassen. Und dann kommt noch Ex-Kollegin Anna aus Hamburg zur Unterstützung dazu. Gemeinsam können sie die zähen Ermittlungen zum Abschluss führen. Und dabei wird es für Hubsi durchaus gefährlich, drohen doch Dinge aus seiner Vergangenheit ans Licht gerückt zu werden. Das Buch ist voller Anspielungen, die aber von den Betroffenen nicht verstanden werden. Wie der örtliche Polizeikommissar Paul Ehrlich den vielen Anspielungen auf Institute und Bakterien verständnislos gegenübersteht. Auch der Knecht, der ausgerechnet Ruprecht heißt, weiß nichts mit entsprechenden Vergleichen anzufangen. Witzig geschrieben, launig, mit dennoch ernstem Ermittlerhintergrund.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Treffender Titel

Liars all around me
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Ein bisschen viel der problematischen Themen für einen YA Roman vielleicht. Und das ist dieses Buch, obwohl das nirgends erwähnt wird. Eine etwas ausschweifende Geschichte um die 17jährige Avery, die einen ...

Ein bisschen viel der problematischen Themen für einen YA Roman vielleicht. Und das ist dieses Buch, obwohl das nirgends erwähnt wird. Eine etwas ausschweifende Geschichte um die 17jährige Avery, die einen 18jährigen Mitschüler, der als schwarzes Schaf der Schule gilt, um die Beschaffung einer Pistole bittet, was dieser ablehnt, weil er es schlicht nicht kann. Als wenige Zeit darauf eine Mitschülerin erschossen aufgefunden wird, glaubt dieser Mitschüler, Ryle, dass Avery das getan hat, schließlich hat sie ihn gebeten, eine Pistole zu besorgen und die getötete Shila galt als Averys Konkurrentin um den Platz der Jahrgangsbesten. In den Kreisen der Reichen, Machtvollen und Auf-Andere-Herabsehenden, zu denen beide Schülerinnen gehören, ist dies ein mörderischer Kampf. Ryle, das „Schwarze Schaf“, droht ihr damit, zur Polizei zu gehen. Nur mühsam kann sie ihn davon überzeugen, ihr etwas Zeit zu geben, um ihre Unschuld zu beweisen. In der schwierigen, aussichtslos erscheinenden, Suche nach Verdächtigen mit erkennbaren Motiven, ohne Alibi, die von Averys Freundin Micah eng begleitet wird, enthüllen sich die tragischen Hintergründe, sowohl in Ryles, als auch Averys Leben. Aus wechselnder Sicht geschrieben, behält die Geschichte Präsenz, eine gewisse Spannung und bestätigt das Zutreffen des Titels.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Gelungener Auftakt

Schlafende Vulkane
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Wer Hjorth/Rosenfeldt mag, wird sich bei diesem Autorenduo ebenso zuhause fühlen. Sehr eindrückliche Beschreibung des rauen Umfeldes im Geschehen dieser Geschichte in Island. Gegensätzliche Charaktere, ...

Wer Hjorth/Rosenfeldt mag, wird sich bei diesem Autorenduo ebenso zuhause fühlen. Sehr eindrückliche Beschreibung des rauen Umfeldes im Geschehen dieser Geschichte in Island. Gegensätzliche Charaktere, intensiv beschrieben. Empathisch. Die Geschichte für das gesamte Team aufwühlend. Die in ihrem Job noch junge, wenig erfahrene Helga Póra Jónsdóttir wird als leitende Ermittlerin in einem Fall eingesetzt, der sie von Anfang an zu überfordern scheint. Eine junge Frau wurde in einem Pferdestall aufgefunden, völlig nackt, Hände und Füße weisen Fesselungsspuren auf, der Hals eine glatte Linie, die man erst noch nicht recht zuordnen kann. Sie scheint erstickt, aber nicht erdrosselt worden zu sein. Ein Auto steht in der Nähe des Stalls, über dessen Kennzeichen sie schnell deren Besitzerin und damit auch die Identität der Toten feststellen kann. Und die Erkenntnis bei Helga, die zum Haus der Toten eilt ist, dass da das Kind der Toten, zehn Jahre alt, verschwunden ist, offenbar geflohen vor dem Täter. Ihre erste Priorität ist, den Jungen zu finden, aber ohne großes Aufsehen, denn sie will den Täter nicht auf die Suche nach dem Jungen aufmerksam machen, um ihn nicht zu gefährden. Also macht sie sich mit dem eigenwilligen Bjarki Gudmundsson, genannt Grettir, und der Spürhündin Salka auf die Suche, denn die Fahndung nach dem vermuteten Täter, dem Ex-Mann der Toten, überlässt sie den Kollegen. Wie falsch sie alle mit der Annahme liegen, der Fall sei mit dem Auffinden des Ex gelöst, stellen sie schnell fest, als eine zweite Tote in genau der gleiche Tatsituation aufgefunden wird. Man ist sich nun klar, dass der Fall anders und viel größer ist, als gedacht. Für alle eigentlich zu groß, denn mit einer solchen Situation hat keiner Erfahrung. Insbesondere aber wird Helga kritisch beobachtet, sogar für unfähig gehalten von Teammitglied Benni. Temporeich und hoch spannend steht auf dem Klappentext. Das kann man unterschreiben. Und freut sich auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Grantelnde Ermittler

Ein romantischer Tod
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Grantig geht es zu in diesem Buch. Allen voran Commissario Vito Grassi, der schon im Normalzustand eher zur Aggression neigt. Nun, nach einem Leichenfund, bei dem er selbst verletzt wird, ist er nurmehr ...

Grantig geht es zu in diesem Buch. Allen voran Commissario Vito Grassi, der schon im Normalzustand eher zur Aggression neigt. Nun, nach einem Leichenfund, bei dem er selbst verletzt wird, ist er nurmehr auf Zinne. Gestörte Impulskontrolle wird nach einem heftigen Schlag auf den Kopf diagnostiziert. Ein Steinschlag aus einer korrodierten historischen Trockenmauer, wie es scheint, wie auch bei dem aufgefundenen Toten. Allein Grassi glaubt nicht daran. Er fühlte sich schon beim Begehen des Fundortes beobachtet und glaubt, angegriffen worden zu sein. Und er glaubt, dass auch der Tote nicht verunfallte, sondern ermordet wurde. Diesem Gedankengut schiebt der derzeit stellvertretende Questore einen Riegel vor, in dem er eine Obduktion verhindert, den Fundort nicht weiter untersuchen lässt und den Fall als unglücklichen Unfall abschließen will. Der äußerst angeschlagene Commissario und seine umtriebige Kollegin Ispettore Ricci ermitteln weiter, haben aber vor lauter Fehlschlägen mittlerweile das Fonduekächele gestrichen voll. Eine ruhig erzählte Geschichte mit reichlichen Wutanfällen des Commissario, dem seine Kollegin in nichts nachsteht. Viel übermitteltes Lokalkolorit. Flüssig und spannend übermitteltes Ermittlergeschehen. Überraschende Wendung zum Schluss.

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