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Veröffentlicht am 30.08.2021

Wendungsreich

Tod in der Schorfheide
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Ein Mensch verbrennt in seiner Hütte. Eine Jugendliche verschwindet. Sieht zunächst nach unterschiedlichen und unzusammenhängenden Fällen aus. Jedoch entpuppt sich der als schüchtern und zurückgezogen ...

Ein Mensch verbrennt in seiner Hütte. Eine Jugendliche verschwindet. Sieht zunächst nach unterschiedlichen und unzusammenhängenden Fällen aus. Jedoch entpuppt sich der als schüchtern und zurückgezogen lebende Verbrannte als etwas ganz anderes und eine Verbindung mit der Vermissten wird immer deutlicher. Ein Wettlauf beginnt, will man die Vermisste lebend finden. Es tun sich gleich mehrere Abgründe auf und die Ermittler müssen immer wieder quasi bei "Null" anfangen, um neue Ermittlungsstränge aufzutun. Sehr wendungsreich erzählt, erlaubt eine gute Lesegeschwindigkeit, ist spannend bis zum Schluss, auch durch die wechselnden Blickwinkel. Manche Handlungen kommen nicht ganz logisch oder durchdacht herüber. Aber das mag in der Betrachtung des Lesers liegen. Tut dem gut geschriebenen und mit einem überraschenden Schluss endenden Krimi aber nichts. Man wird von der Geschichte gefangen und leidet mit den Ermittlern, den Opfern wie Tätern (denn das verwischt sich hier) mit. Gut auch die bildhafte Beschreibung des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin.

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Veröffentlicht am 28.08.2021

Unschlüssig

Schrei nach Stille
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Eine merkwürdig verschwurbelte Geschichte um eine Schriftstellerin, die in ein seit langem leerstehendes Haus zieht und die niemand im Dorf dort haben will. Sie hat ein Buch über eine Hippie-Gemeinschaft ...

Eine merkwürdig verschwurbelte Geschichte um eine Schriftstellerin, die in ein seit langem leerstehendes Haus zieht und die niemand im Dorf dort haben will. Sie hat ein Buch über eine Hippie-Gemeinschaft vor 40 Jahren geschrieben, dessen Inhalt verdächtig an 40 Jahre zurückliegende Ereignisse in eben diesem Dorf erinnert. Die Schriftstellerin scheint komplett neben sich zu stehen und ist von diffusen Schuld- und Rachegefühlen getrieben. Nebenbei geht es auch noch um einen verschwundenen Jungen. Ein Buch das nicht wirklich von der eigentlichen Geschichte getragen wird, in dem sich vielmehr die Befindlichkeiten der diversen Protagonisten in den Vordergrund drängeln. Da wird reflektiert, reflektiert, reflektiert. Zwischendurch geht die Story ab und an ein bisschen weiter, bleibt aber bis zum Schluss unschlüssig. Nicht wirklich spannend.

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Zuviel Selbstmitleid

Sauberer Abgang
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Eine sehr merkwürdige Geschichte um eine Toten Banker, dessen Tod zunächst nicht als ein Tötungsdelikt eingestuft wird. Als dem weitere Todesfälle folgen, die man sehr schnell als Tötungsdelikte erkennt ...

Eine sehr merkwürdige Geschichte um eine Toten Banker, dessen Tod zunächst nicht als ein Tötungsdelikt eingestuft wird. Als dem weitere Todesfälle folgen, die man sehr schnell als Tötungsdelikte erkennt und die in einem Zusammenhang zu stehen scheinen mit einem seit 25 Jahren bestehenden Freundeskreis, beginnt man eher halbherzig mit Ermittlungen, die aber ins Nichts führen. Dazwischen die merkwürdige Geschichte einer Putzfrau und die des Losers Will, der ständig in Selbstreflexionen, Selbstzweifeln und Selbstmitleid feststeckt. Die Geschichte plätschert neben diesen ständigen und sehr detaillierten, an Selbstzerfleischung grenzenden Gedankengängen von Will nebenher, endet dann sehr plötzlich und mit unklarer Motivlage. Schön zwar die steten Wechsel von Gegenwart und Retrospektiven zum Jahr 1981, in dem irgendetwas vorgefallen sein muss, dass Auswirkungen auf das Heute zu haben scheint und Stück für Stück aufgedröselt wird. Aber eben nicht sonderlich klar oder logisch. Die ewigen Selbstbetrachtungen der Protagonisten – auch der Staatsanwältin – werden im Verlauf der Lektüre nervig. Ebenso wie die vielen Fehler im Buch.

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Veröffentlicht am 22.08.2021

Atmosphärisch dicht

Waldeskälte
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Ein Mädchen verschwindet aus einem kleinen Bergdorf in den Schweizer Alpen. Ein Freund ruft Leutnant Valeria Ravelli zu Hilfe, denn er meint Parallelen zu einem 21 Jahre zurückliegenden Fall gefunden zu ...

Ein Mädchen verschwindet aus einem kleinen Bergdorf in den Schweizer Alpen. Ein Freund ruft Leutnant Valeria Ravelli zu Hilfe, denn er meint Parallelen zu einem 21 Jahre zurückliegenden Fall gefunden zu haben, bei dem zwei Mädchen ermordet wurden, Freundinnen von Valeria. Sie selbst war damals auch entführt worden, aber entkommen – ohne Erinnerung an das Geschehene. Zunächst widerstrebend kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück und ermittelt mit dem sich zunähst ebenfalls widerstrebenden zuständigen Beamten. Man irrt mehr im Dunkeln umehr, wozu die unheimliche Stimmung, die über dem ganzen Dorf liegt, nicht unerheblich beiträgt. Es scheint sich etwas oder jemand tief verschworen zu haben, um etwas zu verbergen, dass lange Zeit zurückliegt. Langsam dröselt sich die ganze Geschichte dennoch auf, auch, weil Erinnerungsfetzen bei Valeria einsetzen.
Eine atmosphärisch dicht gewebte Geschichte, die die ganze Kälte, die dort vorherrscht, das ganze Unheimliche auf die Leser*Innen überträgt. Guter Spannungsaufbau und guter Einblick in die Charaktere der handelnden Personen. Kurze Kapitel und Szenenwechsel, das ermöglich eine angemessene Lesegeschwindigkeit und erhält die Spannung. Das Ende ein wenig längelnd, das Schicksal mancher traurig. Waldeskälte ist ein gut getroffener Titel. Insgesamt eine gelungene Lektüre.

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Veröffentlicht am 18.08.2021

Bildreich

Holzinger ermittelt / COLLEGIUM.
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Nachdem Dr. Peter Holzinger zum Leiter de Europol Geschäftsstelle Central-South-Europe befördert wurde und er nach dem Antrittsbesuch in den Haag den Auftrag erhalten hat, eine zweitägige Konferenz des ...

Nachdem Dr. Peter Holzinger zum Leiter de Europol Geschäftsstelle Central-South-Europe befördert wurde und er nach dem Antrittsbesuch in den Haag den Auftrag erhalten hat, eine zweitägige Konferenz des Economy-Clubs in Schloss Laxenburg südlich von Wien zu sichern, geht schon beim Anflug auf Wien etwas gehörig schief. Und auch der erste Einsatz läuft aus dem Ruder. Langsam schält sich heraus, dass da wer etwas gegen den Economy-Club hat, aber Feinde haben könnte der viele, stand er bzw. einige seiner Vorstandsmitglieder in extrem negativer Presse. Nach anfänglicher Irrsuche und der beständigen Frage: Wie weit darf man gehen, inwieweit Netze hacken, sich per Rastersuche Einblicke in jeden Aspekt nehmen. Wo werden Persönlichkeitsrechte verletzt, wo Vorschriften. Und ohne dies zu tun, kommt man eh nicht weiter. Eine ständige Diskussion darüber im Ermittlerteam. Wenn auch die Story – sorry – ein wenig hinkt: Extreme und unmäßige Gewalt, der eigentlich keine hinreichende Motivlage zugrunde liegt. Eine sowohl professionelle, als auch dilettantische Verbrecher-Crew, ein oft unnötig aufbrausender Chefermittler, bereitet es dennoch Lesevergnügen, Holzinger und sein Team bei seinen Ermittlungen zu begleiten, allein aufgrund der sehr bildreichen Sprache, die die Szenen und Situationen förmlich vor den Augen des Lesers entstehen lassen. Da lohnt sich das Mitlesen.

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