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Veröffentlicht am 07.06.2019

Konnte mich nicht abholen

Crew (Wolf Crew 1)
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Inhalt
In Roussou gehörst du entweder zu den Normalos (Sportler, Cheerleader, Geeks & Co.), oder du bist Crew. Bren Monroe ist eines der einzigen Mädchen, die einer Crew angehört. Gemeinsam mit ihren drei ...

Inhalt
In Roussou gehörst du entweder zu den Normalos (Sportler, Cheerleader, Geeks & Co.), oder du bist Crew. Bren Monroe ist eines der einzigen Mädchen, die einer Crew angehört. Gemeinsam mit ihren drei Crewmitgliedern Cross, Jordan und Zellman ist sie berühmt-berüchtigt und gefürchtet, denn das Leben der Crew ist hart und die Regeln sind es auch. Bedingungslose Treue, unerschütterliches Vertrauen und eine Familie, die du nie hattest, bietet dir die Crew... aber du musst dich an die Regeln halten. Und eine davon - man darf sich innerhalb der Crew nicht verlieben - hat Bren gerade gebrochen...

Meine Meinung
Der Klappentext so: "Meine Geschichte wird dir das Herz rausreissen und dich zu Tränen rühren. Sie ist nicht sanft und unschuldig, sondern brutal und voller Schmerz." - Ich so: "Challenge accepted!". Nunja, hier sitze ich, das Herz noch ganz, dafür die Augen vor verdrehen zerstört...
Der Schreibstil der Autorin (oder des Autors?) lässt sich schnell und flüssig lesen und hat mir tatsächlich ganz gut gefallen. Auch die kurzen Kapitel fand ich sehr angenehm zu lesen und ich bin rasend schnell vorangekommen.

Bren Monroe's Leben war bisher alles andere als einfach, die familiären Verhältnisse sehr schwierig, der Bruder, der für sie sorgen soll ist öfters weg als Zuhause. Nur in ihrer Crew findet Bren Halt, denn Crew bedeutet Familie, Freundschaft, bedingungslose Treue. Sie gehört ausgerechnet der wildesten und berüchtigsten Crew an und so sind Ärger und Chaos vorprogrammiert. Aber all das ist Bren egal, solange sie nur mit ihren Jungs zusammen sein kann. Bis sie die eine Regel bricht: Keine Paare in den Crews!

Das Buch hat recht spannend begonnen, man lernt die Protagonisten und ihre Welt, ihre Probleme, ihr Leben kennen. Und das System der Crews, das Wichtigste überhaupt an der Geschichte... Und da fangen die 'Probleme' schon an. Bren ist eines von nur zwei Mädchen, das einer Crew angehört - und sie wird von allen hoch angesehen aber auch gefürchtet. Wait what? Gefürchtet? Eigentlich haben alle nur Angst, dass sie mal wieder austickt und wen verprügelt, denn das ist es, was ihre Crew sehr gerne tut. Crew soll Familie sein, eine Freundesgruppe mit ganz besonderer Bindung. Aber Achtung, Crew sind keine Gangs, darauf wird viel Wert gelegt! Ganz viel Wert. Crew nicht gleich Gang! Wichtig! Aber wollt ihr die Wahrheit hören? Tatsächlich sind Crew ein paar kleinkriminelle Teenies, die von sich denken, sie seien der Godfather höchstpersönlich, die saufen, sich prügeln und sich für das Größte halten. Punkt.

Bren ist natürlich eine vollkrasse Braut, da sie einer Crew angehört. Findet sie. Klar, ihr Leben war echt verkorkst. Sogar ordentlich. Und die Kleine hat echt viele Probleme. Aber tough oder knallhart oder krass fand ich sie nicht. Allgemein war ihr Gehabe mehr lächerlich als sonst was. Tatsächlich ist sie ohne ihre drei Jungs genau gar nichts, resp. nur ein nervliches Wrack. Mit wie gesagt einem Haufen Probleme.
Eins davon ist, dass sie sich in ein Crewmitglied verliebt hat, obschon das gegen die Regeln ist. Das ist dann auch der Haupterzählstrang. Dazu kommen noch (in beliebig auftauchender Reihenfolge): Probleme in der Schule, Probleme mit einer anderen Crew, Probleme mit der Familie und Probleme mit der Verarbeitung von erlebten Traumata. Also so richtig aus den Socken gehauen hat mich das jetzt nicht.

Wenn man im Alter der Protagonistin (17 Jahre) ist, kann einem das Buch wahrscheinlich gefallen, weil man sich in sie reinversetzen und ihre Welt verstehen kann (aber nicht muss, das hier ist definitiv kein Affront gegen Jugendliche!) Mich holt die Geschichte aber nicht ab. Tatsächlich wurde ich zwar sehr gut unterhalten, aber ich habe auch gleich oft seufzend den Kopf geschüttelt, weil Bren ja sooo kaputt ist "[...] aber ich war eben nicht normal. Und konnte es auch niemals sein." (S. 214/Tolino), sie ihren Typen nur anschmachtet (und ihn nebenbei wie ein Stück Fleisch behandelt - so wie Frauen nicht von Typen behandelt werden wollen, aber umgekehrt soll das scheinbar kein Thema sein, so das Buch) "Er war ein Musterexemplar, ein perfektes, meisterhaftes Musterexemplar. Er gehörte mir." (S. 340/Tolino), so oft flucht und "Fuck" sagt (mein Tolino hat mir die Aufgabe des Nachzählens abgenommen: 47mal, also rund auf jeder zehnten Seite fällt allein das F-Wort, ganz zu schweigen von all dem anderen Gefluche, weil Bren sooo krass drauf ist), dass die Augen schon von alleine rollen (oder als Smiley ausgedrückt: -.-), und weil ich, wenn ich nochmal "ich bin Crew!" lesen muss, wahrscheinlich würgen muss.

Fazit
Ein paar kleinkriminelle Jugendliche die sich für ganz hart halten, ein Schicksal wie jenes von Bren und eine verbotene Liebe machen halt noch kein Meisterwerk aus. Ich werde mir Band 2 höchstwahrscheinlich nicht mehr antun, denn "Crew" macht mich fertig - und das nicht in dem Sinne, wie es wohl geplant war.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Urban Fantasy wie sie sein muss!

Hidden Legacy - Wilde Schatten
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Band 3 von 3!


Inhalt
Nevada's neuester Fall benötigt eine Menge Fingerspitzengefühl. Denn ausgerechnet die Ex-Verlobte von Rogan braucht ihre Hilfe; ihr Mann wurde entführt und nur Nevada und ihre Agentur ...

Band 3 von 3!


Inhalt
Nevada's neuester Fall benötigt eine Menge Fingerspitzengefühl. Denn ausgerechnet die Ex-Verlobte von Rogan braucht ihre Hilfe; ihr Mann wurde entführt und nur Nevada und ihre Agentur sind bereit, ihr zu helfen. Keine einfache Angelegenheit - denn gleichzeitig steht Nevada auf der Zielscheibe ihrer herrischen Grossmutter Tremaine, weil sie sich entschieden hat ein eigenes Haus zu gründen. Trotz Rogan und ihrer Familie an ihrer Seite, steht für die Wahrheitssucherin alles auf dem Spiel.

Meine Meinung
Wow, wow, wow! Bereits während dem Lesen habe ich immer nur gedacht "es ist so gut, es ist soooo gut!" Und auch jetzt, wo ich Band 3 der Trilogie beendet habe, bin ich immer noch geflasht. Wie schon in den beiden vorangegangenen Teilen der Hidden Legacy-Reihe (es besteht übrigens Hoffnung, denn auf englisch sind bereits eine Kurzgeschichte und ein weiterer Teil um Nevada's Schwester erschienen), beweisen Ilona Andrews, dass sie es einfach drauf haben! Sie schreiben genial, spannend, fesselnd, actionreich, humorvoll, sexy, einfach perfekt.

"Wilde Schatten" ist noch einen Ticken gefährlicher und spannender als seine Vorgänger, denn Nevada hat sich entschieden, Haus Baylor zu gründen, ein eigenes magisches Haus mit Hochbegabten. Mad Rogan unterstützt sie, wo er nur kann, ohne sie schwach oder abhängig erscheinen zu lassen. Und gleichzeitig taucht die Ex-Verlobte von Rogan auf, denn ihr Mann ist entführt worden, und niemand will ihr bei der Suche helfen. Für Nevada und ihre Familie beginnt ein Seiltanz.

Wieder kann ich das Setting und Worldbuilding nur loben. Ilona Andrews können das einfach, wie kein/e andere/r. Im magischen Houston ist es gefährlich, und gleichzeitig will man immer mehr davon entdecken. Teilweise war ich ob des komplexen Worldbuildings richtig sprachlos (und manchmal ratlos), gleichzeitig wird das alles aufgelockert, z.B. durch arkane Wesen, die - so grauenhaft sie sind - sich als gute Gefährten für kleine Mädchen herausstellen. Eine perfekte Mischung aus ernstzunehmender Urban Fantasy und kleinen Schmankerln für den Leser.

Als Hauptakteurin ist Nevada weiter gewachsen. Sie muss sich entscheiden: Ewige Flucht vor ihrer (bösen) Grossmutter, oder selbst ein Haus gründen? Kann sie das ihrer Familie antun? Es macht richtig Spass, ihr zuzuschauen, wie sie sich entwickelt und sich trotzdem treu bleibt. Auch Rogan hat wieder seinen Auftritt und stellt mal wieder unter Beweis, was für eine Naturgewalt er ist. Rogan ist heiss, sexy, scharf - und ein perfekter Partner, denn er akzeptiert, dass Nevada sich selbst bleibt.

Natürlich kommen auch die Nebenakteure wunderbar zur Geltung, allen voran Familie Baylor und das Team um Mad Rogan. Sie alle sind perfekt ausgearbeitet - solch tolle Figuren findet man doch recht selten in der Buchwelt. Sie alle haben Stärken, Schwächen, ihre Vergangenheit, grosse Ängste - und trotz ihrer Magie sind sie menschlich und authentisch.

Fazit
Spannend, explosiv, sexy, liebevoll, gefährlich, humorvoll, unterhaltsam, magisch - rundum gelungen! "Wilde Schatten" packt den Leser und lässt ihn total geflasht zurück. Urban Fantasy, die ihresgleichen sucht. Von mir gibt's eine absolute Leseempfehlung für die ganze Reihe!

#Lieblingscupcake

Veröffentlicht am 28.05.2019

Das kleine Volk und seine grossen Geheimnisse

Elfenseele - Hinter dem Augenblick
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Inhalt
Tanya ist anders: Sie sieht Elfen und Kobolde. Selbstredend, dass ihr das niemand glaubt und sie dies als Geheimnis wahrt. Nachdem die kleinen Biester sie erneut aufgesucht und geärgert haben, hat ...

Inhalt
Tanya ist anders: Sie sieht Elfen und Kobolde. Selbstredend, dass ihr das niemand glaubt und sie dies als Geheimnis wahrt. Nachdem die kleinen Biester sie erneut aufgesucht und geärgert haben, hat ihre Mutter es satt und schiebt Tanya über die Sommerferien zu ihrer Grossmutter ab. Tanya ist alles andere als erfreut - wohnen neben der unnahbaren Grossmutter doch auch der gruselige Hausverwalter Warwick und dessen nerviger Sohn Fabian in dem alten verfallenen und gespenstischen Gutshaus. Ganz zu schweigen von dem düsteren Wald neben dem Anwesen, in dem schon früher Kinder einfach so verschwunden sind...

Meine Meinung
Cover und Klappentext haben das Buch in mein Regal gebracht... wo es zu meiner Schande lange Zeit ungelesen rumstand. Nun habe ich mich der Geschichte angenommen und wurde positiv überrascht.

Tanya muss die Sommerferien bei ihrer unnahbaren Großmutter auf Elvesden Manor verbringen - einem alten und sehr gruseligen Herrenhaus. Sie versucht den Bewohnern des Hauses - der distanzierten Grossmutter, dem verbitterten Hausverwalter, dessen nervigen Sohn und natürlich der Unzahl den Feen und Elfen - so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Dass sie letztere sehen kann, darf sie eh niemanden anvertrauen, schließlich würden sie alle für verrückt erklären. Doch aus dem ruhigen Sommer wird nichts, denn Fabian hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr über das Mädchen zu erfahren, das vor fünfzig Jahren im düsteren Wald neben dem Anwesen verschwunden ist. Und plötzlich schweben nicht nur Tanya und Fabian in Gefahr....

All-Age-Fantasy beschreibt Hinter dem Augenblick wohl am besten. Die Protagonistin Tanya ist 14 Jahre jung und entsprechend sind ihre Taten und Gedankengänge. Doch das stört hier überhaupt nicht - denn das Buch ist definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche geschrieben worden. Die Sprache ist wunderbar bildhaft und das Setting teilweise gruselig - kurz und knapp: Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen (und wollte das übrigens auch nicht :D )

Setting
Die Geschichte spielt irgendwo im Süden Englands auf dem Anwesen Elvesden Manor - ein altes Gutshaus, das ziemlich heruntergekommen ist und neben unzähligen verstaubten und nicht mehr benutzten Zimmern auch einige (schreckliche) Geheimnisse birgt. Neben Elvesden Manor lauert der riesige Henkerswald, ein äusserst düsterer und verwunschener Wald, in dem alte Katakomben schon manches Menschenleben gefordert haben.

Ein geheimnisvolles Haus und ein düsterer Wald - ein perfektes Setting würde ich mal sagen. Tatsächlich kommt diese Spannung, die Finsternis die über allem hängt, wirklich gut zur Geltung.

Auch die Bewohner dieser Orte - und ich meine damit die nichtmenschlichen - spielen selbstredend eine wichtige Rolle und tragen ihr eigenes dazu bei. Elfen, Feen, Kobolde und so viel mehr. Aber nicht die grossgewachsenen, kühlen aber wunderschönen Wesen, die wir von Tolkien kennen. Nein, die Rede ist von kleinen skurrilen Wesen, die sich teils mit Magie wandeln können oder ihr Äusseres anpassen. Von ihnen gibt es unzählige in Tanya's Welt - kleine freundliche Wesen, die wie der perfekte Gartenzwerg aussehen, aber auch rattenähnliche, flohbefallene Fieslinge, knorrige Waldbewohner mit Rindenhaut und in Reimen sprechende Bösewichte in Miniatur.

Charaktere
Tanya, 14 Jahre jung, leidet darunter, dass offenbar nur sie Elfen, Feen und Co. sehen kann. Entsprechend zurückhalten - und manchmal garstig ist sie. Als Protagonistin eines All-Age-Romans schlägt sie sich ganz gut, denn sie muss mehr als einmal über ihren Schatten springen und an ihren Ängsten wachsen.

Auch die anderen Bewohner von Elvesden Manor spielen ihre Rollen gut: Die unnahbare Grossmutter Florence, von der man einfach nur wissen möchte, warum sie so abweisend zu ihrer Enkelin ist; der Gutsverwalter Warwick, der mir mehr als einmal einen Schrecken eingejagt hat; dessen Sohn Fabian, der eine etwas makabre Art hat, die Welt zu entdecken - und Amos, den wirklich gruseligen Grossvater Fabians. Einen Platz in meinem Herzen haben sich aber besonders Dobermann Oberon (na, wer versteht die Anspielung?) und Elf Brunswick erschlichen - ich hoffe, die beiden auch in Band 2 wieder anzutreffen.

Fazit
Wer Lust auf einen All-Age-Fantasy-Roman hat, in dem Elfen und Feen mal nicht die wunderschönen Wesen sind, die wir bisher kennen, ist bei der Elfenseele-Trilogie genau richtig. Der bildhafte und spannende Stil, die teils gruseligen Elemente und eine Menge Geheimnisse, die es zu entdecken gibt, sorgen für ein paar wirklich tolle Lesestunden.

4.5 Sterne

Veröffentlicht am 11.05.2019

Wow, wie kann ein Band 2 so viel schlechter sein als sein Vorgänger?

In der Seele ein Grauwolf (Heart against Soul 2)
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Inhalt
Endlich ist es Emma gelungen, das Geheimnis aufzudecken, das so lange zwischen ihr und Nate stand. Doch während sie sich ihm näher fühlt als je zuvor, scheint ihr normales Leben weiter entfernt, ...

Inhalt
Endlich ist es Emma gelungen, das Geheimnis aufzudecken, das so lange zwischen ihr und Nate stand. Doch während sie sich ihm näher fühlt als je zuvor, scheint ihr normales Leben weiter entfernt, als sie es jemals für möglich gehalten hätte. Denn in ihrer Kleinstadt ist nun plötzlich sie diejenige mit dem Geheimnis. Und einem gefährlichen noch dazu. Verzweifelt versucht sie sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, aber wie soll sie das Tier in sich kontrollieren, wenn sie noch nicht mal weiß, welche Bestie in ihr schlummert?
© Impress

Meine Meinung
Nachdem mich Band 1 wirklich gut unterhalten hat, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Emma & Co. weitergeht. Leider hat sich der Schreibstil der Autorin von "ganz nett und flüssig zu lesen" zu furchtbar trivial und kindlich gewandelt. Keine Ahnung was hier passiert ist, aber dieser Rückschritt hat mich mehr als einmal so richtig genervt. Allem voran die Unart, etwas aufzuziehen und dann selbst direkt wieder zu verwerfen (und die damit verbundene übermässige Benutzung der Worte 'doch', 'jedoch' und 'nicht'). Schön ist definitiv anders...

Emma hat endlich das große Geheimnis von Nate gelüftet - und damit auch ihr eigenes; als Gestaltwandlerin ist es ihr möglich, sich in ein Tier zu verwandeln, wann immer sie will. Aber niemand hätte danke gerechnet, dass sie sich ausgerechnet in einen Schneeleoparden, wie Liam einer ist, verwandelt. Denn damit fangen Emma's Probleme erst an - offensichtlich ist sie die Lebenspartnerin von Liam. Aber was ist nun mit Nate?

Und da hätten wir Problem Nummer 2: Die Dreiecksbeziehung. Nate oder Liam? Die naturgegebene Lebenspartnerschaft oder der Typ, dem eigentlich Emma's Herz gehört? Wenn es nur leicht in die Richtung geht stört mich dass keineswegs - aber durch die Lebenspartnerschaft sabbert Emma plötzlich Liam nach und zwar so extrem, das mir als Leserin fast davon übel wurde. Weg sind all die Schmetterlinge im Bauch bei Nate - zwar ist ein schlechtes Gewissen da - und dafür wird das Geschlechtsorgan der lieben Emma so richtig aktiv. Ja, das graue, unerfahrene Mäuschen zeigt ihre nymphomanische Seite (die glücklicherweise - weil Impress Jugendbücher rausbringt und keine Erotikromane - nicht detailliert beschrieben wird).

Sowieso - Emma mochte ich in Band 1 so gerne, konnte mich gar mit ihr identifizieren. Was ist mit ihr passiert? Weg ist die neugierige aber doch sehr zurückhaltende, kunstliebende junge Frau. Hier haben wir plötzlich eine überdramatische, nervige Teenie-Braut, die kein bisschen mehr so ist, wie noch in Teil 1. Im Gegenteil. Ich empfinde sie als eine der Mädels, die sie selber in Band 1 noch so gar nicht mochte. Drama, Baby, Drama!

Nate hat sich indes kaum geändert. Naja vielleicht ein bisschen; er lenkt sich nun mit einer unausstehlichen Tusse ab. So einer wie eigentlich Emma nun auch ein wenig ist. Nur noch ein wenig schlimmer. Halt ein echter Kerl, der Nate.

Und Liam? Hmm. Der hat irgendwie zwar eine traurige Vergangenheit, dafür aber null Persönlichkeit. In Band 1 war er zumindest noch unterhaltsam und charmant. Jetzt ist er gefühlt nur noch Mittel zum Zweck (und der Zweck ist hier die unrühmliche Dreiecksbeziehung).

Und dann wäre da noch die Sache mit Emma's Großmutter... irgendwie kann Emma einfach nicht mehr richtig denken vor lauter (tierischer) Hormone, denn sonst hätte sie - wie ich - schon viel früher begriffen, was da vor sich geht... Aber wer bin ich, ihr einen Vorwurf zu machen? Denn auch ihre neuen Freunde sind blind vor Egozentrik...

Fazit
Die nette Geschichte von Band 1 hat einen langweiligen, überdramatischen und leider sehr schlecht geschriebenen Fortgang genommen. Das Ende - so wenig es mich auch berührt hat (und das sollte eine solche Szene!) - sorgt dennoch dafür, dass ich eventuell Band 3 noch eine Chance gebe. Eventuell.

Veröffentlicht am 07.05.2019

Düster, schwermütig, spannend - perfekt!

Der Kuss der Krähe 1: Zarenthron
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Inhalt
Als einzige und letzte noch lebende Nachfahrin der Zarenfamilie steht Vasilisa die Krönung zur Zarin bevor. Kurz davor taucht jedoch ihre vermeintliche Schwester auf, stiehlt ihre Identität und ...

Inhalt
Als einzige und letzte noch lebende Nachfahrin der Zarenfamilie steht Vasilisa die Krönung zur Zarin bevor. Kurz davor taucht jedoch ihre vermeintliche Schwester auf, stiehlt ihre Identität und ihr Aussehen und wirft sie wegen Hochverrats ins Gefängnis. Während Vasilisa auf ihre Hinrichtung wartet, taucht Juran in ihrer Zelle auf - seines Zeichens meistgesuchter Attentäter des Landes - und bietet ihr ein Bündnis an: Er hilft ihr aus der Zelle und dabei, ihren Körper und ihr altes Leben zurückzubekommen, doch dafür muss sich Vasilisa ihrem grössten Feind stellen: Der Magie.

Meine Meinung
Schon in der Verlagsvorschau hat mich Zarenthron am meisten angelächelt und so habe ich mich an die Geschichte herangetraut - und es keine Seite lang bereut. Der Schreibstil der Autorin ist einfach fabelhaft, magisch, voll Spannung, trockenem Humor, und die Dialoge - Leute die Dialoge! Oft sind es diese, die ich negativ in Büchern bewerte - aber Isabel Clivia hat ihr Handwerk im Griff!

Kurz vor ihrer Krönung zur Zarin taucht eine Unbekannte in den Gemächern von Zarentochter Vasilisa auf und behauptet, ihre vom Vater verschwiegene Schwester zu sein. Mithilfe eines Seelentausches stiehlt sie Vasilisa's Aussehen, ihre Identität. Gefesselt in einem fremden Körper wird die Zarin ins Gefängnis geworfen, wo sie auf ihre Hinrichtung wartet. Bis Juran auftaucht, meistgesuchter und -gefürchteter Attentäter des Landes. Er bietet ihr einen Handel an: Er rettet sie aus dem Gefängnis, doch dafür muss sie sich der von ihr so gefürchteten Magie stellen. Untergetaucht unter Dieben und Kriminellen muss Vasilisa einsehen, dass nicht alles in ihrem Reich so ist, wie sie gedacht hat...

Die Geschichte um Zarentochter Vasilisa und Attentäter Juran ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Nicht nur die beiden, sondern auch Freunde, aber auch die Antagonistin kommen zu Wort - wie auch vereinzelt andere wichtige und weniger wichtige Charaktere. So kommt die Story gut voran, dem Leser werden die wichtigsten Informationen zugeworfen, und die Spannung bleibt erhalten. Mir gefällt diese Art des Aufbaus unglaublich gut.

Selten habe ich ein Buch gelesen, das sosehr von seinen Dialogen lebt, wie Zarenthron. Andernorts könnte dies durchaus ein Negativpunkt sein, aber hier, hier passt einfach alles. Vor allem die Dialoge zwischen Vasilisa und Juran sind perfekt gelungen, triefen teilweise nur so vor Sarkasmus, aber ohne übertrieben zu wirken. Die Autorin schafft es, ihren Protagonisten allein mit Dialogen so viel Tiefe, so viel Gefühl mitzugeben, einfach bewundernswert!

Mit Zarenthron hat die Autorin ein Buch geschaffen, das mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen hat. Mit einem authentischen, düsteren Stil schreibt sie die Geschichte einer Zarin nieder, die erkennen muss, dass ihr Volk leidet, dass ihre Überzeugungen nicht immer richtig sind - und dass man manchmal Verbündete findet, wo man sie nicht erwartet hat. Manchmal humorvoll und sarkastisch, manchmal traurig und schwermütig, aber immer spannend und fesselnd.

Setting
Kazanovsk, eine fiktive Stadt, angelehnt an das alte russische Reich, ist Hauptspielort der Geschichte. Und sie ist so wunderbar dargestellt und umschrieben, dass ich mich immer direkt vor Ort gefühlt habe - egal ob im Palast der Zarenfamilie oder in der Stadt selber - alles hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Allgemein kann ich das Setting und Worldbuilding nur loben. Es wirkt rund und perfekt ausgearbeitet, der Schreibstil und die Sprache passen dazu, die Beschreibungen sind gelungen, die Atmosphäre, das Düstere werden richtig gut rübergebracht.

Neben den normalen Menschen gibt es in Kazanovsk auch magisch Begabte - abschätzig Ved'ma (Frauen) resp. Koldun (Männer) genannt. Sie beherrschen die Magie, was verpönt, ja gar verboten ist. Und wer begabt ist, wird gejagt, gefoltert, zum Tode verurteilt. Und gerade dieser Aspekt wird stark hervorgehoben - Zauberer/innen werden durch's Band weg von der Protagonistin abgelehnt, und gleichzeitig erkennt sie, dass sie vielleicht nicht immer Recht hatte - und dass hinter ihrem Rücken grausame Experimente an magisch Begabten durchgeführt werden.

Charaktere
Vasilisa, von engsten Freunden Vasya genannt, ist die letzte eines alten Zahrengeschlecht. Mit ihrem jungen Alter musste sie schon viel durchmachen; vor allem ihr Vater hat sie gelernt, dass sie sich auf niemanden verlassen kann. Vasilisa hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und will das beste für ihr Volk. Dass sie das bisher nicht unbedingt geboten hat, muss sie nun nach und nach erkennen. Sie ist eine unglaublich tolle Protagonistin, mit einem reinen Herzen aber einem traurigen, schweren Gemüt.

Juran, der Schatten, Attentäter und... so viel mehr. Hinter der düsteren, schweigsamen und oft schlecht gelaunten Fassade steckt ein Mann, der für seine Überzeugungen, für seine Familie und Freunde, für Gerechtigkeit kämpft. Je mehr man ihn kennen lernt, desto mehr lernt man ihn lieben - zumindest ging es mir so.

Hauptrolle als Antagonistin spielt Maria, auch Mascha genannt - die behauptet, die Schwester der Zarin zu sein. Auch ihre Beweggründe erfährt der Leser nach und nach - und ganz ehrlich? Sie ist eine der tollsten Antagonisten, die ich bisher je kennengelernt habe! Sie ist vielschichtig, tiefgründig, perfekt ausgearbeitet.

Was im Übrigen auf alle Charaktere zutrifft. Ganz egal ob mürrischer Berater der Zarin, ehemalige Adlige, immer gutgelaunter Dieb oder verrückte Wissenschaftlerin. Alle Charaktere sind authentisch, glaubhaft, ja gar perfekt.

Fazit
Zarenthron besticht mit einem unglaublichen Schreibstil, einem faszinierenden Setting, authentischen Charakteren und einer ganz eigenen, düsteren und manchmal schwermütigen Art. Die Geschichte um die zukünftige Zarin, der alles geraubt wird, und den Attentäter Juran, in dem mehr steckt, als alle glauben, ist jede einzelne Seite wert. Ich warte nun sehnsüchtig und mit einem dicken Bookhangover auf den zweiten Teil. Absolute Leseempfehlung!

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