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Veröffentlicht am 14.05.2020

Verstörende Fiktion über brisante Themen der Gegenwart

Friday Black
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Zum Inhalt:
Auftakt zu den 12 Kurzgeschichten bildet die Erzählung über die Finkelstein 5 , bei der ein Weißer sich von fünf schwarzen Kindern bedroht fühlt und sie brutal mit der Kettensäge tötet. Er ...

Zum Inhalt:
Auftakt zu den 12 Kurzgeschichten bildet die Erzählung über die Finkelstein 5 , bei der ein Weißer sich von fünf schwarzen Kindern bedroht fühlt und sie brutal mit der Kettensäge tötet. Er wird allerdings vom Gericht freigesprochen, was eine Welle an Racheakten durch Schwarze nach sich zieht. Ebenso brutal sind die Storys zu dem maßlosen Konsumverhalten der Amerikaner an Black Friday . Dann wiederum geben einige futuristisch angesiedelten Erzählungen einen düsteren und schockierenden Einblick in die vielleicht nicht so ferne Zukunft, in der Genmanipulation zum allmählichen und unausweichlichen Zerfall der Gesellschaft führt. Dieser Debütroman steckt voller erschreckender Abhandlungen über die menschliche Psyche...

Meine Leseerfahrung:
Dieses Buch ist ganz klar überspitzt und voller düsterer und brutaler Geschichten. Aber es ist dennoch wichtig, dass es gelesen wird. Denn dem Leser wird ein Spiegel vorgehalten, dem er nicht im Stande ist, auszuweichen. Wenn man eine Veränderung in der Gesellschaft, insbesondere auf sozialer Ebene, erreichen möchte, dann muss man die Veränderung zunächst an sich selbst vornehmen. Und dafür muss man eben fühlen. Jede einzelne dieser fiktiven Storys versetzt den Leser in die Rolle der Protagonisten und lässt ihn die Situation mit anderen, für ihn höchstwahrscheinlich ungewohnten Augen sehen. Dabei ist es beachtenswert, dass der Autor kaum eine Sentimentalität fühlen lässt und völlig objektiv in seiner Erzählweise bleibt, obwohl die aufgezeigten sozialen Themen wie Rassismus, Brutalität, Abtreibung, Amoklauf eines Studenten etc. wirklich keine leicht zu verdauenden Faktoren sind. Es ist einfach unangenehm, verstörend und mit Sicherheit möchte keiner in solchen Welten leben. Dabei ist Alltagsrassismus allgegenwärtig und auch die anderen heiklen Themen sind durchaus aktuell, die unheilvollen Zukunftsvisionen durchaus im Bereich des Möglichen. Im Kern geht es doch schließlich immer um den Wert und die Würde eines jeden Menschen und wie diese behandelt werden.

Ich muss gestehen, dass mir nicht sämtliche Geschichten zugesagt haben; vor allem solche mit offenen Enden, die zudem abrupt kommen. Das ist aber bei dystopischen Erzählweisen nicht ungewöhnlich. Wer hier meint, nach einer bestimmten Symbolik suchen zu müssen, dürfte enttäuscht werden. Die Geschichten sind bereits offen und direkt, die überzogenen Darstellungen brutal ehrlich und haben meist einen bitteren Nachgeschmack. Ich kann mir vorstellen, dass ein Großteil der Leser sich schwer damit tun wird, dieses Buch richtig einzuordnen.

Für die Menschen in den USA ist Friday Black höchstwahrscheinlich aufrüttelnd und prophetisch in Anbetracht der dortigen politischen Lage. Aber auch wir sollten uns vorsehen, denn die in diesem Buch behandelten Themen betreffen auch mehr oder weniger uns alle, wenn auch vielleicht mit einem leicht veränderten Szenario.

Fazit:
Schockierend, hart und düster erzählte Kurzgeschichten, die die tiefsten Abgründe der Menschen aufzeigen und dabei mutig  heikle Themen behandeln. So verschieden diese auch sein mögen, so sind sie doch alle politisch und äußerst aufrüttelnd. Nicht völlig außergewöhnlich, aber durchaus außerhalb der gewohnten Literatur, ist dieses Buch insbesondere für alle interessant, die schmerzvolle Wahrheiten ertragen können.

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Veröffentlicht am 27.04.2020

Eine kulinarische Reise in den Orient

Eine Prise Marrakesch
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Zum Inhalt:
Klara (oder Claire) ist eine motivierte Hobby-Köchin und gewinnt bei einer TV-Kochshow eine Traumreise nach Marrakesch. Alain, ihr ehemaliger Chef, versucht sein nobles Restaurant auf den Beinen ...

Zum Inhalt:
Klara (oder Claire) ist eine motivierte Hobby-Köchin und gewinnt bei einer TV-Kochshow eine Traumreise nach Marrakesch. Alain, ihr ehemaliger Chef, versucht sein nobles Restaurant auf den Beinen zu halten und ist bald auf der Flucht vor dubiosen Kreditgebern. Charlotte trennt sich endlich von ihrem untreuen Mann und wagt sich auf eine abenteuerliche Reise ins Fremde. Und Karim ist ein marokkanischer Geschäftsmann, der mit einem Krebsverdacht und Familiengeheimnissen zu kämpfen hat. So verschieden diese Charaktere auch sein mögen, ihre Wege kreuzen sich in Marrakesch. Und bald stecken sie gemeinsam in einem Projekt, ein sehr altes Hotel wieder zum Leben zu erwecken. Dabei verlieben sie sich nicht nur in die zauberhafte Atmosphäre der Stadt...

Meine Leseerfahrung:
Nachdem ich so viel gelesen und gehört habe über Marokkos wunderschöne Orte, habe ich insbesondere Marrakesch weit oben auf meine Reisewunschliste gesetzt. Leider funkte die Corona-Krise dazwischen, was bei mir jedenfalls zu erheblichem Fernweh geführt hat. Zum Kompensieren greife ich da gerne zu Büchern, die aus fernen Ländern erzählen. Thea C. Grefe war für mich gänzlich unbekannt, der Buchtitel und das Cover hingegen hat bereits eine wundervolle Geschichte aus dem Orient erwarten lassen. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen.

Der Roman beginnt mit einer Geschichte von einem Halaiqi, einem traditionellen Geschichtenerzähler, der im pulsierenden Zentrum von Marrakesch über die Hintergründe zu dem Bau des alten Hotels Les Almohades berichtet. Immer wieder kommt der Halaiqi in einzelnen Kapiteln zu Wort und rundet damit die gegenwärtige Geschichte mit seinen Erzählungen ab. Ebenso sind auch die anderen Abschnitte je nach den Figuren aufgeteilt. So erleben wir die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven, was überaus interessant wird, als sich einige Charaktere emotional näher kommen. Sympathisch und vor allen Dingen absolut authentisch waren alle Figuren. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man annehmen, dass es sich um einen Roman eines marokkanischen Autors handelt. Sowohl historisch als auch kulturell ist alles gründlich recherchiert und harmonisch zusammengefügt. Dass die Autorin selbst ein Fan der marokkanischen Kultur ist, merkt man in Anbetracht der schillernden Erzählung über Land, Menschen und insbesondere die Küche.

Denn ein besonderes Highlight bilden die einzelnen Rezepte (nicht nur aus der marokkanischen Küche) die in die Erzählfragmente eingebettet sind. Hiervon habe ich sogar bereits nachkochen und meine Familie damit begeistern können.
Einzig und allein das schnelle Ende der Geschichte, als es gerade so richtig interessant wurde, hat mich etwas unbefriedigt zurück gelassen. Ich kann nur hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Denn so hängt die Story ein wenig unbeholfen in der Luft. Sonst wäre es von mir eine 5 Sterne-Bewertung für diesen Roman geworden.

Fazit:
Dieser Roman beinhaltet neben all den interessanten Charakteren, eine wirklich gewaltige Prise Marrakesch, eine handvoll Emotionen, eine Menge Kulturelles und Historisches sowie eine gute Portion Liebe und Selbstfindung. Mit ausgewählten Rezepten ausgestattet ist das Buch nicht nur für Marokko-Fans ein Highlight.

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Veröffentlicht am 24.04.2020

Reich an Informationen und Tipps 

Vis-à-Vis Reiseführer Rom
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Was ich nicht erwartet hatte und mich sehr positiv überrascht hat, waren die empfohlenen verschiedene Routen für 1 Tag, 3 oder 5 Tage Aufenthalt in Rom. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten kann man dann im ...

Was ich nicht erwartet hatte und mich sehr positiv überrascht hat, waren die empfohlenen verschiedene Routen für 1 Tag, 3 oder 5 Tage Aufenthalt in Rom. Die einzelnen Sehenswürdigkeiten kann man dann im Detail noch auf den folgenden Seiten nachlesen bzw. auch selbst entscheiden, ob und was man von den einzelnen Etappen in den eigenen Routenplan aufnehmen möchte. Für mich als Laien ist die Zusammenstellung auf jeden Fall sehr hilfreich, da ich überhaupt keine Vorstellung von der Stadt habe. 

Zudem gibt es extra Tipps für Foodies oder Kunstbegeisterte oder aber Familien mit Kindern. Damit sind unsere Interessen bereits weitgehend abgedeckt.


Sehr informativ sind auch die Seiten vorab über den historischen Hintergrund der Stadt und die Übersicht, bei der man die Feierlichkeiten und Festivals über das ganze Jahr verteilt nachschauen kann.

Dann folgen die ausführlichen Seiten über die einzelnen Sehenswürdigkeiten. Alles sehr detailliert und gut beschrieben.


Am Ende des Reiseführers gibt es noch mal allgemeine Infos zur Reiseplanung sowie praktische Hinweise wie Trinkgelder, Etikette, Post etc. und eine zweiseitige Liste mit den wichtigsten Vokabeln, die man in verschiedenen Situationen zur Hand haben sollte. Für mich blieb keine Frage offen. Die Extrakarten ganz am Ende sind sehr detailreich. Es gibt einen Metro-Plan, eine Karte zu Bussen und Stadtbahnen und eine große Stadtkarte zum Herausfalten von ganz Rom. 

Insgesamt ein sehr kompakter und informativer Reiseführer, bei dem sich die Anschaffung lohnt. Ich zumindest fühle mich bereit für den nächsten Städtetrip nach Rom.

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Veröffentlicht am 14.04.2020

Eine herzerwärmende Geschichte voller Humor

Gott hat auch mal 'nen schlechten Tag
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Zum Inhalt:
Jacob Chrissen ist auf seiner Karriereleiter ganz oben, als sein Leben plötzlich eine dramatische Wendung nimmt. Er ist der einzige Überlebende bei einem Helikopterabsturz, bei dem jedoch seine ...

Zum Inhalt:
Jacob Chrissen ist auf seiner Karriereleiter ganz oben, als sein Leben plötzlich eine dramatische Wendung nimmt. Er ist der einzige Überlebende bei einem Helikopterabsturz, bei dem jedoch seine Frau und sein fünfjähriger Sohn ums Leben kommen. Nach dem Verlust seiner Familie ist nichts mehr wie früher und Jacob findet einfach nicht mehr zurück ins Leben. Da taucht plötzlich die achtjährige Lupi auf; ein außergewöhnliches frühreifes Mädchen, die ihm nicht mehr von der Seite weicht. Denn Lupi glaubt, dass Jacob Gott sein müsse. Schließlich hat er ja einen Hubschrauberabsturz überlebt. Lupi braucht so sehr die Hilfe von Gott und hofft auf ein Wunder, um ihr eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Leider hat Jacob aber mit seinem Leben bereits abgeschlossen...

Meine Leseerfahrung:
Nur auf Grund des Buchtitels oder -covers hätte ich womöglich nicht zu diesem Roman gegriffen. Ich war zunächst doch sehr skeptisch, ob die Geschichte mich überhaupt erreichen wird. Der Anfang hat mich aber bereits sehr berührt, denn die Geschichte von Jacob beginnt nun mal mit dem Tod seiner Familie und das ist wahrlich nicht leicht zu verdauen. Jacob hat eine spürbare Mordswut auf Alles und Jeden und kommt zu der Erkenntnis, dass er nicht hätte überleben dürfen. Denn er hat viele Fehler bezüglich seiner Ehe und Familie begangen und war offenkundig kein guter Vater gewesen. Eigentlich hat er sich schon dazu entschieden, seinem Leben eigenmächtig ein Ende zu setzen. Was aber so traurig beginnt, nimmt eine humorvolle Wendung, als die kleine Lupi bei Jacob auftaucht. Die wiederum ist so verbissen in ihren Glauben an ein Wunder, dass die beiden Figuren einen eindeutigen Kontrast zueinander bilden. Lupi ist voller Tatendrang und glaubt an eine zweite Chance im Leben. Ihr kindlicher Optimismus ist nahezu ansteckend. Sie ist zudem auch kein gewöhnliches Kind, denn sie musste auf Grund ihrer verantwortungslosen Mutter Becky für ihr Alter schnell reif werden. Jacob hingegen hat zwar karrieretechnisch viel erreicht im Leben, wirkt aber dennoch recht unbeholfen, insbesondere was zwischenmenschliche Beziehungen angeht. Und das scheint auch vor seinem großen Verlust der Fall gewesen zu sein. 

Die Dialoge zwischen Jacob und Lupi sind köstlich, da hier tatsächlich zwei Welten aufeinander treffen und man sich hin und wieder fragt, wer hier Kind und wer Erwachsener in dieser Story ist. Ich habe mich beim Lesen sehr über die gemeinsamen Szenen amüsiert. Auch wenn manchmal einige Passagen nicht wirklich authentisch wirkten, und man sich fragt, ob ein Kind überhaupt so handeln würde, waren die Erzählfragmente am Ende sehr stimmig und führten zu einem zufriedenstellenden Abschluss der Geschichte. 

Dank des lebhaften Erzählstils der Autorin konnte ich mir sowohl die Figuren als auch die Situationen, in denen sie sich befanden, ausgesprochen gut vorstellen und war emotional sehr eingebunden. Man merkt, dass hier eine gute Drehbuchautorin am Werk ist. Es würde mich daher nicht wundern, wenn auch dieser Roman bald verfilmt werden würde. Auf die Besetzung der Rolle von Lupi wäre ich auf jeden Fall am Meisten gespannt.

Fazit:
Lucy Astner erfreut uns mit einer emotional mitreißenden Geschichte, bei der Trauer und Freude sich abwechseln und die mit einer gesunden Portion Humor bestückt ist. Ein besonders schönes Buch für Herzensmenschen!

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Fesselnder und bewegender Justizthriller

Die Wächter
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Zum Inhalt:
Cullen Post ist Anwalt und Geistlicher zugleich und kämpft bei Guardian Ministries, einer kleinen gemeinnützigen Organisation mit sehr bescheidenen Finanzmitteln, für die zu Unrecht verurteilten ...

Zum Inhalt:
Cullen Post ist Anwalt und Geistlicher zugleich und kämpft bei Guardian Ministries, einer kleinen gemeinnützigen Organisation mit sehr bescheidenen Finanzmitteln, für die zu Unrecht verurteilten armen Seelen, die jahrzehntelang in ihren Todeszellen einsitzen und hilflos auf ihr Ende warten. Quincy Miller ist so ein unschuldiger Häftling, der vor 22 Jahren für einen Mord verurteilt wurde. Angeblich soll er aus Wut seinen damaligen Scheidungsanwalt erschossen haben. Die Beweismittel sind mehr als dürftig gewesen und dennoch entging er mit einer Jury-Stimme ganz knapp dem endgültigen Todesurteil. Für Post beginnt eine Suche nach neuen Beweisen für Millers Unschuld. Doch diesmal begibt er sich auch selbst in Lebensgefahr, als er es mit einem Drogenkartell und korrupten Polizisten zu tun bekommt...

Meine Leseerfahrung:
Vorweg ist anzumerken, dass dieser Grisham einen eher ungewöhnlichen Schreibstil in der Präsenzform bietet, was dazu führt, dass man direkt in die Geschichte einsteigt und in dem rasanten Erzählstil gefangen ist. Nach den Vorgänger-Büchern war ich endlich froh, den Autor wieder auf Hochtouren zu erleben. Es ist aber dennoch kein typischer Justizthriller. Die Story ist angelehnt an eine tatsächlich existierende gemeinnützige Organisation namens Centurion Ministries und ist inspiriert von einem wahren Fall. So hat man hier eine ausgesprochen gute Mischung aus einer True-Crime Atmosphäre mit Cold-Case-Elementen, da ein über Jahrzehnte zurückliegender fiktiver Fall von Anfang an neu aufgerollt wird und eine gut durchdachte akribische Ermittlungsarbeit beginnt, bei der man quasi mit an Bord ist und alles hautnah miterleben darf. Demzufolge wirken sowohl die Charaktere als auch die jeweiligen Settings absolut authentisch. 

Ich habe schon so einige Bücher gelesen, die sich mit Fehlurteilen des amerikanischen Justizsystems auseinandersetzen. Es ist ein absolut brisantes Thema, das schon seit Urzeiten ein großes Problem der amerikanischen Gesellschaft darstellt. Nicht selten sind unter den zu Unrecht Verurteilten junge Männer mit afroamerikanischen Wurzeln, was ich in Anbetracht der heutigen Zeit schockierend finde. Es zeigt, dass Rassismus immer noch tief verwurzelt in der amerikanischen Gesellschaft besteht und seit der abgeschafften Rassentrennung keinen Milligramm seiner Existenz in den weißen Köpfen eingebüßt hat.

Nachdem ich so dermaßen gefesselt mit Quincy Millers Schicksal mitgelitten und -gefiebert habe, ob er seine wohlverdiente Freiheit tatsächlich auch wiedererlangt, war ich am Ende zutiefst aufgewühlt, dass ich sogar Tränen in den Augen hatte.

Grisham verarbeitet gekonnt wahre Tatsachen in dieser bewegenden Story und zeigt wieder einmal auf, dass die amerikanischen Gerichte größtenteils immer noch geprägt von Vorurteilen sind. Zudem gewinnen wir einen verstörenden Einblick in die miserable Beweisführung der 90er Jahre, als völlig unterirdisch ausgebildete Sachverständige die Gerichte zu vielen untragbaren Fehlurteilen verleitet haben, weswegen so viele unschuldige Häftlinge in US-Gefängnissen sitzen. Und wieder einmal kann man sich nur glücklich schätzen, nicht in den Staaten zu leben...

Fazit:
"Die Wächter" ist ein absolut herausragender Grisham-Roman, der sich an die früheren erfolgreichen Bestseller des Autoren anknüpft und zeigt, wie großartig und fesselnd ein Justizdrama erzählt werden kann. Ein Muss für jeden Grisham-Liebhaber, aber auch ein guter Einstieg für Neu-Fans von Justizthrillern dieser Art.

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