Profilbild von Hohleborn8

Hohleborn8

Lesejury Star
offline

Hohleborn8 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Hohleborn8 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2025

Zwei Psychos in einem Bett

Pinguine fliegen nur im Wasser
0

Greta und Vincent, beide 36 Jahre alt, die sich in der Großstadt Berlin bis heute nicht begegnet sind, teilen ein gemeinsames Schicksal. Beide wurden als Kinder von ihren Eltern im Stich gelassen. Greta, ...

Greta und Vincent, beide 36 Jahre alt, die sich in der Großstadt Berlin bis heute nicht begegnet sind, teilen ein gemeinsames Schicksal. Beide wurden als Kinder von ihren Eltern im Stich gelassen. Greta, die Tochter zweier hochintelligenter Ärzte wird einfach zur Seite geschoben zu den Großeltern, die sie ebenfalls kaum beachten und erfährt nur von der polnischen Haushälterin Zuneigung, bis auch die viel zu früh stirbt. Der Deutsch-Vietnamese Vincent, dessen vietnamesische Mutter ihn mit 3 Jahren bei seinem deutschen Vater, der zunehmend seinen Depressionen verfällt, einfach zurücklässt, um sich nie mehr um das Kind zu kümmern. Beide sind aus ihrer Kindheit ganz unterschiedlich hervorgegangen: Greta, die bis vor Kurzem noch um die Anerkennung ihrer Eltern gekämpft hat, wurde zu einer menschenfreundlichen, offenen, vielleicht etwas schrillen Frau mit Menschenrettersyndrom, Vincent, hat gelernt seine Gefühle zu verleugnen und hat sich einen trügerischen Wohlstandsplatz in seiner Welt der Unternehmensberatung erkämpft.

Bis Vincents Welt von einem Tag auf den anderen ohne sein Zutun einstürzt und er alles verliert. Total abgefackelt landet er im Taxi der schrillen Greta und ehe er zu sich kommt, hat sie ihn mit ihrem Lebensrettersyndrom vereinnahmt. In ihrer Welt trifft er auf viele andere Menschen und auch Tiere, die Greta unter ihre Fuchtel genommen hat oder noch nimmt. Da ist Nachbar Kurt, der den gesellschaftlichen Normen nicht entspricht, aber von Greta gesehen und geachtet wird, da ist die wohlhabende, aber vereinsamte Nachbarin, aber auch der ausquartierte Dackel und die Schildkröte eines Obdachlosen und last but not least Matilda, die kleine Tochter von Gretas Cousin. Vincent, der bisher fast ohne Kontakte durch sein Leben ging, tiefere Gefühle aus Angst vor erneuter Zurückweisung vermieden hat, muss lernen, mit den vielen Lebewesen in seiner neuen Welt, in Gretas Welt zurechtzukommen. Mit Gretas Projekt zur Instandsetzung und Verhübschung ihrer von den Großeltern geerbten Villa trifft sie nicht nur Vincents Nerv, ganz allmählich rettet sie damit nicht nur Vincent sondern auch Kurt und die Gräfin aus der Nachbarschaft und schlussendlich sich selbst. Denn gemeinsam sind sie stark und können sich gegenseitig helfen.

Neben wichtigen Themen unserer Gesellschaft wie Vernachlässigung von Kindern durch ihre Eltern, Einsamkeit, Ausgrenzung von Menschen, die nicht den gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen, die oft vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens untergehen oder in Vergessenheit geraten, wirft die Autorin auch einen kritischen Blick auf die glänzende Welt der Unternehmensberatung, in der das einzelne Schicksal oft in der Anonymität versinkt. Dieses Buch zeigt, dass jeder Einzelne durch kleine menschliche Handlungen, ohne viel Aufwand und Kosten, einfach nur durch Innehalten und Aufeinanderachten eine Verbesserung dieser kalten, anonymen Welt bewirken kann.Ein schönes Buch zur Verbesserung unserer Welt, aufgelockert durch den Humor, den vor allem die kleine Matilda mit ihren altersklugen Sätzen aber auch Greta mit Begriffen wie Bullshit-Bingo oder Ümpf verbeiten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2025

Urlaubsabenteuer in Juliusruh

Das Geheimnis der Bernsteinhöhle
0

Lena und Tom, zwei Berliner Kids, fahren mit ihren Eltern nach Juliusruh auf der Insel Rügen in Urlaub. Bereits am ersten Tag erleben sie Seltsames. Sie treffen auf einen Jungen, den ihre Eltern nicht ...

Lena und Tom, zwei Berliner Kids, fahren mit ihren Eltern nach Juliusruh auf der Insel Rügen in Urlaub. Bereits am ersten Tag erleben sie Seltsames. Sie treffen auf einen Jungen, den ihre Eltern nicht sehen können und der sich dann anscheinend in Luft auflöst. Die Kinder denken sich einen Plan aus und gehen auf die Suche nach dem Jungen.

Es entwickelt sich ein spannendes Abenteuer um den Jungen Bernie Bernstein, ein Kind des Slawanvolkes der Bernier, die im Gegenzug für das Vorzugsrecht zum Sammeln und Verarbeiten von Bernstein sich verpflichten, die strände sauber zu halten. Der Leser erfährt von der unterirdischen Welt aus Bernstein, die man durch eine Schrumpfschranke hindurch betritt und die über eine Mineralisierer verfügt, eine Maschine die den strandmüll in Strandsand verarbeitet. Die Fantasiewelt ist klug durchdacht und begeistert auch mich als Erwachsene. Es wird zu keiner Zeit unglaubwürdig.

Die Geschichte wurde von Dorothee Eva Herrmann wundervoll illustriert. Viele der erzählten Szenen sind wunderschön bildlich dargestellt. Besonders begeistert war ich von den Möwen, die die Kapitel eröffnen bzw. beenden.Eine tolle Idee.

Das Buch insgesamt ist wunderschön gestaltet und von einer sehr guten Qualität.

Noch 5 Seiten vor dem Buchende hatte ich keine Vorstellung, wie das Buch enden würde, ohne mich mit vielen offenen Fragen zurückzulassen. Doch dem Autor ist das wirklich perfekt gelungen.

Schade, dass bis zum Ende nicht offenbart wird, wie alt die Kinder in diesem Buch sind. Doch das ist das einzige Manko an diesem Buch und das kann man vernachlässigen. Deshalb bekommt "Das Geheimnis der Bernsteinhöhle" die höchste Bewertung und eine volle Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2025

Was uns am Herzen liegt

A Taste of Cornwall: Eine Prise Liebe
1

Von einem Moment zum anderen gerät das Leben der erfolgreichen Restaurantkritikerin Sophie aus allen Fugen. An einem Tag, an dem zunächst ihre Mutter wegen Hanfanbau und -verarbeitung aus der Seniorenresidenz ...

Von einem Moment zum anderen gerät das Leben der erfolgreichen Restaurantkritikerin Sophie aus allen Fugen. An einem Tag, an dem zunächst ihre Mutter wegen Hanfanbau und -verarbeitung aus der Seniorenresidenz geschmissen wird, ihr Scheidungsurteil eintrifft und die Lehrerin ihrer Tochter sich über diese beschwert, erfährt sie bei einer Restauranteröffnung von der Eigentümerin von deren guten Verhältnis zu Sophies Vater. Dem Vater, den Sophie seit seinem Fortgang aus der Familie so schmerzlich vermisste und der nun seit zwei Jahren tot ist. Sophies emotionaler Ausbruch wird gefilmt und ist am nächsten Tag online. Ihre noch in der Nacht unter starkem Alkoholeinfluss verfasste verheerende Kritik wurde ebenfalls bereits veröffentlicht. Parallel zu dem neueröffneten Restaurant steht auch Sophie plötzlich vor dem beruflichen Aus. Der einzige Ausweg für Sophie, sie verwirklicht ihre in dem Video getroffene Aussage, dass sie in der Lage ist, ein heruntergekommenes Pub in einer entlegenen Ecke von Cornwall, in Port Haven, zu einem gefragten Gourmet-Restaurant zu verwandeln.
Kurz entschlossen reist Sophie mit ihrer selbstbewussten und temperamentvollen Mutter sowie mit ihrer pubertierenden Tocher in das ländliche Cornwall, um dort einen Neubeginn zu wagen. Das neue Projekt erweist sich als große Herausforderung. Während Sophie mit allen möglichen Widerständen zu kämpfen hat, findet zunächst ihre Mutter Tanya und dann auch ihre Tochter Riley eine neue Perspektive in der unerwünschten neuen Heimat. Und als endlich auch Sophie ankommt in Port Haven muss sie sich entscheiden zwischen ihrer neuen Heimat und einem Neubeginn ihrer beruflichen Erfolgslaufbahn als Restaurantkritikerin in London.
Katharina Herzog schreibt einen Wohlfühlroman über die wichtigen Dinge und Fragen im Leben. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Nachdem ich angefangen hatte, zu lesen, konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Deshalb eine volle Lesempfehlung von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2025

Entscheidung des Herzens

Hello Stranger
0

Katherine Center ist mit „Hello Stranger“ ein zu Herzen gehender, teils berührender, in weiten Teilen sehr humorvoller Liebesroman gelungen. Die junge Porträtmalerin Sadie, der das Leben bereits in jungen ...

Katherine Center ist mit „Hello Stranger“ ein zu Herzen gehender, teils berührender, in weiten Teilen sehr humorvoller Liebesroman gelungen. Die junge Porträtmalerin Sadie, der das Leben bereits in jungen Jahren einige Narben zugefügt hat, steht kurz vor ihrem künstlerischen Durchbruch als eine heimtückische Krankheit, die Gesichtsblindheit, sie aus der Bahn wirft. Gerade als sie für einen Wettbewerb ein Porträt erschaffen soll, kann sie keine Gesichter mehr sehen. Dieses für eine Porträtmalerin besonders perfide Los wird noch verstärkt durch nicht aufgearbeitete Ereignisse, wie den frühen Verlust der Mutter, das Abwenden ihres Vaters, das Mobbing durch die eigene Stiefschwester, die plötzlich wieder verstärkt auf sie einwirken.
In dieser Phase findet die alleinlebende Künstlerin plötzlich zwei Verehrer, zwischen denen sie sich entscheiden muss. Außerdem mischen ihre ungeliebte Stiefmutter, die böse Stiefschwester und ihr anscheinend desinteressierter Vater, die sie alle hinter sich gelassen glaubte, plötzlich ihr Leben wieder auf.
Etwas seltsam fand ich, dass Sadie die Personen bis zum Ende hin, nicht nach ihrer Stimme zuordnen kann. Das das bei Eintritt der Erkrankung nicht sofort funktioniert, kann ich verstehen, aber sowohl Parker als auch Joe bzw. Oliver kann sie auch einen Monat später noch nicht an der Stimme erkennen. Das ist etwas unreal, passt aber gut in die Dramaturgie.
Das Buch der amerikanischen Autorin ist in beinahe britischer Leichtigkeit geschrieben und liest sich sehr locker und schnell. Teilweise standen mir die Tränen in den Augen, teilweise kam ich aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. Zum Schluss punktet das Buch mit einem schönen Happy End nicht nur in privater, sondern auch in beruflicher Hinsicht und einer teilweisen Versöhnung mit ihrer Familie.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 29.06.2025

Entscheidung zwischen Liebe und/oder Titel

Eine arrangierte Hochzeit für den Duke
0

Schon in den vorangegangenen Büchern der Reihe war zu erkennen, dass Constantine, der Duke of Pryde, ein dunkles Geheimnis wahrt, welches seine Existenz bedroht. in diesem dritten Buch der Reihe geht es ...

Schon in den vorangegangenen Büchern der Reihe war zu erkennen, dass Constantine, der Duke of Pryde, ein dunkles Geheimnis wahrt, welches seine Existenz bedroht. in diesem dritten Buch der Reihe geht es nun um Constantines Familiengeschichte. Er wird erpresst. zunächst glaubt er, dass Modesty, die bildhübsche Pfarrerstochter, hinter den Erpressungen steckt.

Modesty glaubt, Constantine sei der Vater des kleinen Waisenjungen Augustus. Dessen Mutter starb in ihren Armen und Constantine lehnt jede Unterstützung für das Kind ab. Als Constantine erfährt, wer dieses Baby wirklich ist und welche Rolle er in seiner Familie spielt, bietet er Modesty die Ehe an.

Mariah Stone erzählt erneut eine zu Herzen gehende Geschichte um die Ränkespiele der britischen Adelsgesellschaft in der Regency-Epoche. Erneut wird klar, dass viele komplizierte Entwicklungen vermieden werden können, wenn man rechtzeitig miteinander redet. Dem Duke wäre einiges erspart geblieben, wenn er rechtzeitig mit seiner angetrauten Ehefrau offen gesprochen hätte. Das sollte uns eine Lehre sein.

Das Buch erzählt eine erotische, wunderschöne Lebesromanze der damaligen Zeit mit wunderschönem Happy End. Sehr schön fand ich die Wiederbegegnung mit den Personen der vorangegangenen Bücher sowie der Seaton-Familie. Es ist immer wieder schön, lieggewonnene Personen wiederzutreffen.

Ich hoffe, im nächsten Teil finden wir die geeignete Frau für Octavius und seine Rasselbande. Das dürfte sehr interessant werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere