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Veröffentlicht am 28.01.2021

Vielversprechender Auftakt einer neuen Krankenschwesterreihe

Die Schwestern von St. Angelus - Der Beginn unserer Träume (Lovely Lane 1)
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Wenn es nach ihrem Vater ginge, soll die junge Irin Dana Patrick, den unangenehmen Sohn des Nachbarn, heiraten. Doch Dana setzt sich durch und wird 1953 im renommierten St. Angelus Hospital in Liverpool ...

Wenn es nach ihrem Vater ginge, soll die junge Irin Dana Patrick, den unangenehmen Sohn des Nachbarn, heiraten. Doch Dana setzt sich durch und wird 1953 im renommierten St. Angelus Hospital in Liverpool eine Ausbildung zur Krankenschwester beginnen. Ebenso wie Beth, die aus einer Militärfamilie stammt, Pammy, die im „falschen“ Stadtteil Liverpools aufgewachsen ist und Victoria, deren aristokratische Familie hochverschuldet ist. Rasch schließen die neuen Schwesternschülerinnen Freundschaft. Ob alle vier für den Beruf der Krankenschwester geeignet und den schwierigen Anforderungen der Tätigkeit gewachsen sind?

Autorin Nadine Dorries schreibt lebendig, klar und gut verständlich. Sie nimmt verschiedene Perspektiven ein, erzählt unter anderem aus Danas und Victorias Sicht.

Neben den vier Schwesternschülerin Dana, Victoria, Pammy und Beth tauchen sehr viele weitere Figuren in „Die Schwestern von Angelus - Der Beginn unserer Träume“ auf, so auch andere Angestellte wie die Reinigungskräfte oder Vorgesetzte wie die Schulleiterin Emily. Bei den zahlreichen Namen hatte ich anfangs Schwierigkeiten, die Übersicht zu behalten. Doch im Verlauf der Handlung lernte ich die einzelnen Personen besser kennen und voneinander zu unterscheiden. Bestimmte Charaktere wie Dana oder Emily waren mir sehr sympathisch, mit ihnen fühlte ich vor allem gegen Ende intensiv mit. Andere Figuren wie Patrick spielen eher unangenehmere Rollen und sorgen so für Aufregung und Spannung. Insgesamt werden die Personen recht einfach und etwas eindimensional dargestellt, aber dies ist ja der erste Teil und die Figuren haben in den Fortsetzungen noch reichlich Zeit, sich zu entwickeln.

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden, aber später wurde ich von der Handlung ziemlich gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie alles weitergeht: Werden die Schwestern den Herausforderungen der Krankenstationen gerecht werden? Werden sie trotz privater und beruflicher Schickssalschläge an ihrem Traum, Krankenschwester zu werden, festhalten? Finden die Schwestern schließlich auch ihr privates Glück?
Der Roman war insgesamt angenehm zu lesen und hat mich vor allem zum Schluss hin überzeugt. Mir gefallen zwar Donna Douglas Nightingaleschwestern noch ein kleines bisschen besser- immerhin kenne ich sie schon länger- aber mich hat Nadine Dorries mit ihrem Roman durchaus gut unterhalten und mir einen interessanten Einblick in ein englisches Krankenhaus der 50er Jahre gewährt. Für mich ein vielversprechender, solider Reihenauftakt, der Lust auf die Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 25.01.2021

Sind die Eltern aus dem Haus, rocken die Kinder, aber nicht allein - wunderbar warmherzige und witzige Geschichte

7 Tage sturmfrei
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Während Mama und Papa auf Wellnessurlaub sind, dürfen die elfjährige Charlie und ihre fast volljährigen Geschwister Tom und Mira alleine zu Hause bleiben. Schon am ersten sturmfreien Tag deutet sich an, ...

Während Mama und Papa auf Wellnessurlaub sind, dürfen die elfjährige Charlie und ihre fast volljährigen Geschwister Tom und Mira alleine zu Hause bleiben. Schon am ersten sturmfreien Tag deutet sich an, dass das Haushaltsgeld der Eltern unmöglich reichen wird. Also müssen die drei irgendwie zu Geld kommen. Nur wie? Charlie hat eine ziemlich gewagte Idee und ihre Geschwister sind gleich Feuer und Flamme für ihren Vorschlag: Warum nicht während des Rockfestivals Hausgäste aufnehmen? Auf ihre Anzeige im Internet hin, meldet sich die Band HOWIES LITTLE SISTER und damit beginnt eine ganz besondere Zeit für alle Beteiligten.

Autorin Juma Kliebenstein schreibt wunderbar flüssig, witzig und locker aus Charlies Sicht. Die Leser werden direkt von Charlie angesprochen und haben dadurch sofort das Gefühl, mittendrin und Teil der Geschichte zu sein.
Barbara Jungs passende Illustrationen bringen zum Schmunzeln und motivieren zusätzlich.
Das Buch eignet sich für Leser ab neun, zehn Jahren. Jüngere Kindern ab sieben, acht Jahren lassen sich die Geschichte sicher gerne vorlesen.
Sehr gelungen ist definitiv der originelle Aufbau der Geschichte, der hat alle meine Mitleser sehr amüsiert. Los geht alles in dem Moment, als Charlies Eltern aus dem Urlaub zurückkommen. Sie entdecken danach wiederholt seltsame, verdächtige Details und fragen jedes Mal „Was um aller Welt ist denn das?“. Diesen Satz haben hier alle Kinder mitgesprochen, so gut hat er ihnen gefallen. Im folgenden Kapitel heißt es dann „Die Wahrheit über die Sache mit...“. Charlie erklärt, wie es wirklich zum entsprechenden verdächtigen Umstand kam. Das können die Kinder natürlich aber nicht zugeben und daher gibt es im Anschluss an die echte Wahrheit einen Abschnitt betitelt mit „Also das war so...“, in dem sich die Geschwister eine erlogene Erklärung, eine „alternative Wahrheit“ für die Eltern ausdenken. Das ist eine sehr unterhaltsame Art, die Geschichte zu erzählen.

Charlie ist ein ganz tolles Mädchen. Sie hat vor Jahren einen schlimmen Schicksalsschlag erleiden müssen, will sich aber nicht dadurch definieren lassen. Sie ist sympathisch, gewitzt, einfach liebenswert. Ihre Geschwister haben beide durchaus auch - ganz geschwistertypisch eben-unangenehme Eigenschaften, sind aber im Grunde total in Ordnung, so wie sie sind.
Anfangs wirken die Mitglieder der Band HOWIES LITTLE SISTER erstmal ziemlich furchterregend, sehen sie doch aus wie typische Rocker, tätowiert, langhaarig, schwarzgekleidet und etwas schmuddelig. Doch der Schein trügt. Hoagi, Frankie, Bernie, Sandy und Ralle sind ganz besondere Typen, die für einige unvergessliche Erinnerungen im Leben der Geschwister sorgen. Durch die Bank tolle Figuren hat sich Juma Kliebenstein da ausgedacht.

Werden die Eltern dahinterkommen, was in der Zeit ihrer Abwesenheit wirklich los war? Und was war überhaupt wirklich los?
Als Leser kann man gar nicht anders, als mit den Geschwistern mitzufiebern und sich mit ihnen über die vielen großartigen Momente, die sie erleben, zu freuen. Bei all den Turbulenzen kommen sich am Ende die Geschwister näher, Charlie traut sich, an Unglaubliches zu glauben, Mira wird unerwartet zur Heldin und auch Tom wird in seinem Talent bestärkt. Eine wunderbar warmherzige, witzige Geschichte mit vielen Überraschungen, die sehr großen Spaß macht.

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Veröffentlicht am 24.01.2021

Wird Evi die Vergangenheit ändern? Spannende Zeitreise in einem englischen Herrenhaus

Mitternacht in Charlbury House
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Während Evis Mutter mit ihrem neuen Ehemann ihre Flitterwochen in Venedig verbringt, soll Evi bei ihrer unbekannten Patentante Anna in deren angestaubtem Herrenhaus auf dem Land wohnen. Sehr willkommen ...

Während Evis Mutter mit ihrem neuen Ehemann ihre Flitterwochen in Venedig verbringt, soll Evi bei ihrer unbekannten Patentante Anna in deren angestaubtem Herrenhaus auf dem Land wohnen. Sehr willkommen fühlt sich das Mädchen dort nicht:
„So also wird mein Leben in den kommenden Tagen aussehen, dachte ich. Ich werde hier inmitten der Stille herumsitzen und altbackendes Brot essen, mit einem Totenschädel als einzige Gesellschaft.“
Aber dann kommt alles doch ganz anders, als Evi erwartet. Eines Nachts wacht sie auf und befindet sich plötzlich im Jahr 1814 und arbeitet als Dienstmädchen im Haus. Evi spürt schon bald, dass ihre Reise in die Vergangenheit mit einem Auftrag verbunden ist. Sie muss die Vergangenheit ändern, um in die Zukunft zurückkehren zu können.....

Helen Peters schreibt flüssig, lebendig und oft amüsant in Ich-Form aus Evis Sicht. Der Text ist für ausdauernde Leserinnen ab zehn Jahren geeignet und gut verständlich formuliert.
Am Anfang jeden Kapitels finden sich kleine Bilder von einer Uhr oder Grabsteinen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Jeder Teil wird mit der gleichen Zeichnung eines historischen Hauses eingeleitet. Die sich wiederholenden Illustrationen stimmen gut auf die Atmosphäre der Geschichte ein.

In Evi, die sich plötzlich im Jahr 1814 wiederfindet, können sich die Leserinnen sicher problemlos hineinversetzen. Sie selbst wären in der Vergangenheit wahrscheinlich ebenso aufgeschmissen wie Evi und fiebern daher vermutlich rasch mit dem Mädchen mit. Evi wirkt nett und sympathisch, lernt schnell, passt sich leicht an und hat ziemlich gute Ideen. Zum Glück hat sie das patente, freundliche Dienstmädchen Polly an ihrer Seite, das ihr stets selbstlos hilft und sie in jeder Situation unterstützt. Nicht alle Figuren aus der Vergangenheit möchte man jedoch gerne persönlich kennenlernen. Im Haus wohnen einige fiese Gestalten, die Evi und ihrer Herrin Sophia das Leben schwer machen. Dass die Charaktere zu unterschiedlichen Zeiten leben und ganz verschiedene Voraussetzungen haben, macht die Personenkonstellation sehr faszinierend. Da treffen oft Welten aufeinander.

Was für eine seltsame, Furcht einflößende Vorstellung, plötzlich in der weit entfernten Vergangenheit aufzuwachen! Wird Evi am Ende, ihre komplizierte Mission erfolgreich erfüllen?
Ganz schön aufregend, was sie im Jahr 1814 alles erlebt.
„Mitternacht in Charlbury Haus“ zeigt die damaligen Zustände sehr anschaulich. Hier erfahren die Leser einiges über das Leben in einem Herrenhaus 1814, was sie sicherlich noch nicht wussten. Und das wird überhaupt nicht trocken, sondern sehr spannend und interessant in die Geschichte eingebunden vermittelt. Mir war nicht bewusst, dass die Fortschritte der Zukunft wie z.B. Wasserleitungen mit fließend warmen Wasser auf Leute damals ähnlich unwahrscheinlich gewirkt haben müssen wie „fliegende Schweine“. So empfindet das zumindest Polly. Und Evi begreift, dass ihr normales heutiges Leben mit Schule im Vergleich zu 1814 geradezu „paradiesisch“ ist.
Evi fühlt sich zwischendurch ganz schön verwirrt. Was ist Wirklichkeit und was Traum? Und die Frage, ob man die Vergangenheit ändern kann, treibt nicht nur Evi, sondern auch die Leserinnen zwangsläufig um und bringt ins Grübeln.
Eine aufregende, mitunter etwas rätselhafte Zeitreise, die auf unterhaltsame und interessante Weise auch gesellschaftliche Entwicklungen thematisiert. Mir hat das Buch gut gefallen.

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Der Erste Weltkrieg verändert alles - packende Fortsetzung der Reihe

Die Krankenschwester von St. Pauli – Jahre des Aufbruchs
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„Der Krieg und die Zukunft. Vom einen gab es zu viel, vom anderen viel zu wenig.“

Svantje Falkenberg arbeitet 1914 weiterhin als Krankenschwester. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kümmert sie sich ...

„Der Krieg und die Zukunft. Vom einen gab es zu viel, vom anderen viel zu wenig.“

Svantje Falkenberg arbeitet 1914 weiterhin als Krankenschwester. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kümmert sie sich hauptsächlich um schwerverwundete Soldaten. Auch Tochter Karoline meldet sich freiwillig, um als Helferin im Krankenhaus die Kriegsverletzten zu versorgen. Doch dann verliebt sie sich in einen der Patienten, Jonathan. Als der zurück an die Front muss, fällt Karoline eine folgenschwere Entscheidung.

Autorin Rebecca Maly formuliert gut verständlich und klar. Sie wechselt immer wieder die Perspektive und beschreibt die Situation der verschiedenen Figuren Svantje, Raik, Hilde oder Karoline intensiver. Vor allem in Raiks wörtlicher Rede verwendet sie auch Ausdrücke aus dem Hamburger Dialekt. Das wirkt authentisch, schließlich spielt die Geschichte in Hamburg und Raik stammt aus recht einfachen Verhältnissen.

Die Figuren sind aus den ersten beiden Bänden der Reihe schon bekannt. Zur besseren Übersicht hätte ich mir allerdings vorne ein Personenregister als Erinnerungsstütze gewünscht. Hauptfigur ist Svantje, die ihren Traum verwirklichen konnte, als Krankenschwester zu arbeiten und das trotz ihrer Heirat mit Friedrich. Svantje ist eine bewundernswerte, sehr patente Frau, die wirklich alles für ihre Familie tut. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Raik Albers, Svantjes Jugendfreund, und Richard Harkenfeld, der heimlich ein Verhältnis mit einem Mann hat, zu jener Zeit noch ein Unding. Interessant, wie sich die bekannten Figuren unter dem Einfluss des Krieges weiterentwickeln. Richard wird beispielsweise als Soldat zum „Dieb“ und „Mörder“, worunter er sehr leidet.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, mich ins Geschehen hineinzuversetzen, die Handlung zog sich ein wenig. Aber schon bald nahm die Geschichte Fahrt auf und ich wurde wieder mitgerissen. Die Figuren kommen nicht zur Ruhe, nichts ist berechenbar, der Krieg ändert alles, nimmt in jeder Hinsicht die Verlässlichkeit. Der grausame Erste Weltkrieg wird durch den ständigen Schauplatz- und Perspektivwechsel aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Sehr fesselnd und tragisch, was die Figuren erleiden müssen. Vor allem gegen Ende geht es sehr dramatisch zu. „Jahre des Aufbruchs“ ist eine gelungene Fortsetzung der Reihe um die Krankenschwester von Sankt Pauli: fesselnd, unterhaltsam, aufwühlend. Der erste Band „Tage des Schicksals“ hat mir dennoch ein kleines bisschen besser gefallen, vermutlich weil darin die einzelnen Personen noch mehr im Fokus stehen und die Protagonisten mehr agieren als reagieren.

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Veröffentlicht am 21.01.2021

Grandioses Detektivabenteuer mit den besten und liebenswertesten Ermittlern der Welt

Die Tierpolizei 2. Ohren hoch oder es knallt!
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Es wird wieder poliziert. Völlig aufgelöst taucht das kleine Kaninchen Rosine im Revier der Tierpolizei auf. Seine Mama Moni ist spurlos verschwunden. Natürlich setzen Katzenbärin Flopson und ihre Kollegen ...

Es wird wieder poliziert. Völlig aufgelöst taucht das kleine Kaninchen Rosine im Revier der Tierpolizei auf. Seine Mama Moni ist spurlos verschwunden. Natürlich setzen Katzenbärin Flopson und ihre Kollegen von der Tierpolizei alle Hebel in Bewegung, um Rosine zu helfen. Während der Ermittlungen gehen noch mehr Tiere verloren. Ob die dubiose Sammlerin Mülllady de Winter etwas mit der Entführung zu tun hat?

Autorin Anna Böhm schreibt so, dass es ein wahrer Vorlesegenuss ist: flüssig, klar, lebendig, locker-leicht und herrlich komisch. Kinder ab fünf, sechs Jahren können dem Geschehen beim Vorlesen schon folgen, achtjährige Leser bewältigen die Geschichte selbstständig ohne Unterstützung.
Ausgesprochen gelungen sind Ramona Wultschners unschlagbare Illustrationen, die das ohnehin schon grandiose Buch noch grandioser machen. Die Zeichnungen sind nicht nur irre witzig und sehr drollig, sondern auch bemerkenswert ausdrucksstark. Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich und individuell beispielsweise Kaninchen aussehen können. Am Ende der Geschichte findet sich als prima Zugabe für kleine Zeichenfans eine genaue Anleitung zum Zeichnen von Jack in vier Schritten.
Das Cover mit den Bildern aller Tierpolizisten, Loch und Absperrband ist ein echter Hingucker mit Wiedererkennungswert.

Auf der hinteren Umschlaginnenseite werden alle Beteiligten noch einmal kurz und knapp mit Bild vorgestellt, für Neulinge sehr praktisch.
Wer die Mitglieder der Tierpolizei kennenlernt, muss sie zwangsläufig sofort ins Herz schließen.
Da ist Flopson, die ihr Leben bisher in einem Wohnzimmer verbracht hat und sich in der wilden weiten Welt noch zurechtfinden muss. Flopson ist superschlau, handelt aus dem Bauch raus und ist immer wieder für eine Idee gut. „Fingerabdrückler“ Teddyhamster Jack geht nicht ganz so offen auf seine Mittiere zu, hat aber unter der grummeligen Schale ein mindestens genauso großes Herz wie Flopson. Basteln, Tüfteln und Absperren sind Jacks Spezialgebiet, während Falabellapony Fridolin eher für das Grobe zuständig ist. Fridolin mag manchmal auf dem Schlauch stehen, ist aber sehr, sehr stark und ein prima Kerl. Die Vierte im Bunde ist Blaumeise Meili, eine Meisterspionin, der kaum eine Neuigkeit entgeht. So unterschiedlich die Tierpolizisten sind, so perfekt arbeiten sie zusammen. Jeder hat seinen Bereich, seine Domäne und auch mal seinen großen Auftritt. Der Held der Geschichte ist die ganze Truppe. Wenn alle Menschen so wären wie die Tierpolizisten, wäre die Welt eine deutlich bessere.
Diesmal haben es Flopson und Co mit einem drohgebärdenschwingenden Wutkaninchen, ziemlich ahnungslosen Zoohandlungstieren und einer habgierigen Katzendame zu tun, die sehr schlecht hört und offensichtlich etwas zu verbergen hat. Was zwischentierlich passiert, macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.

Selten kommt es vor, dass meine Mitleser - Kinder von fünf bis neun Jahren- und ich erst einmal traurig sind, wenn ein Buch vorbei ist. Wir sind alle so verliebt in diese wunderbare Geschichte voller Situationskomik, dass Abschiednehmen schwer fällt. Wenn Fridolin z.B. mal wieder alles zu wörtlich nimmt, seine Meinung innerhalb von Sekunden um 180 Grad dreht, da kann man nicht anders, als gute Laune zu bekommen. Gleichzeitig geht es aber auch ganz schön spannend zu und unweigerlich geraten die Leser ins Grübeln darüber, wo denn nun eigentlich die fehlenden Kaninchen abgeblieben sind. Nebenher werden ganz behutsam und kindgemäß auch Probleme angesprochen, denn in der wilden, weiten Welt ist eben doch nicht alles eitel Sonnenschein. Auch wenn die Tierpolizei wirklich alles dafür tut und mit Mut und Courage, die für jeden etwas Anderes bedeuten, gegen Gemeinheiten vorgeht.
Ein Kinderbuch zum Schwärmen und sich Begeistern lassen. Auch wenn Band zwei „Ohren hoch oder es knallt“ trotzdem verständlich ist, wenn man den Vorgänger nicht kennt, würden wir jedem empfehlen, vorher Band eins „Kommissare mit Fell und Feder“ zu lesen. Besser ist es doch wohl zwei großartige Bücher zu lesen anstatt nur eines. Und wer verzichtet schon gern auf was Gutes?

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