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Veröffentlicht am 05.02.2020

Von Gefühlen, die feuerrot, so warm im Bauch wie eine große Tasse Kakao oder wie 100 Wunderkerzen im Innern sein können

Helsin Apelsin und der Spinner
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Die achtjährige Helsin ist ein ganz besonderes Mädchen, in der viel mehr Gefühle stecken als üblicherweise in Mädchen ihres Alters. Sie ist außergewöhnlich fröhlich, lacht viel und steckt andere mit ihrem ...

Die achtjährige Helsin ist ein ganz besonderes Mädchen, in der viel mehr Gefühle stecken als üblicherweise in Mädchen ihres Alters. Sie ist außergewöhnlich fröhlich, lacht viel und steckt andere mit ihrem Enthusiasmus und ihrer unerschöpflichen Energie an. Aber wenn sie sich ärgert, kann sie mit der Fülle ihrer Emotionen nicht umgehen, dann hat der Spinner seinen Auftritt und Helsin verliert die Kontrolle. Als Louis neu in Helsins Klasse kommt, fällt ihm erst einmal nichts besseres ein als sich über Helsins Namen lustig zu machen. „Helsin Apelsin“ nennt er sie. Und weil das bisher noch nie jemand getan hat, bekommt Helsin daraufhin erst einmal einen Spinner und haut ihm die Nase blutig. Kein guter Start zwischen Louis und Helsin.....

„Manchmal allerdings da kocht die Energie über und spült eine rasende rote Welle in Helsins Körper hoch, und dann sieht und hört und riecht und schmeckt Helsin nichts anderes mehr als FEUERROT“, so erlebt Helsin ihre Spinner. Stefanie Höfler formuliert sehr bildhaft. Die Gefühle, die bei Helsin im Übermaß auftreten, beschreibt sie besonders anschaulich. Fast spürte ich beim Lesen am eigenen Leib, wie es Helsin gerade geht, was sie empfindet.
Die phantasievolle Helsin hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen. Sie ist trotz ihrer Spinner liebenswert, weil sie so echt, naiv und unverstellt ist. Leider wird ihre Ehrlichkeit im Verlauf der Geschichte auf eine harte Probe gestellt. Auch die anderen Figuren sind sehr authentisch: ihr schüchterner Freund Tom, Louis, der doch nicht so großmäulig ist, wie er tut, die etwas verplante, aber patente Lehrerin Frau Coroni und die verständnisvollen Eltern.
Obwohl die Geschichte - von Maria dem Fidschileguan einmal angesehen- im normalen Alltag der Kinder angesiedelt ist, war sie sehr spannend. Ich habe sie meinen Kindern (acht, sechs und vier Jahre alt) vorgelesen. An mehreren Stellen mussten sie über den lustigen Humor der Autorin lachen, der genau den ihren trifft. Auch die kleinen witzigen Illustrationen von Anke Kuhl haben meine Kinder gerne angeschaut. Wir alle haben mit Helsin mitgefiebert und uns gewünscht, dass das Mädchen endlich aus dem Schlamassel, in das es sich gebracht hat, wieder rauskommt. Es werden dabei wichtige Themen wie Freundschaft, Stehlen, Lügen und Adoption angesprochen. Diese werden aber nicht belehrend behandelt, sondern so, dass die Leser selbst ganz intuitiv genau wissen, was „richtig“ ist, ohne dass die Autorin den Zeigefinger hebt. Auch Helsin braucht keine Moralpredigt, ihr Gewissen führt sie selbst auf den rechten Weg zurück. Interessant auch, dass meine achtjährigen Tochter und mein sechsjähriger Sohn Helsins Spinner genau nachempfinden können und mir erklärt haben, in welchen Situationen sie von Spinnern übermannt werden. Jeder hat auf seine eigene Art doch irgendwann Spinner, manche leben sie körperlich aus wie Helsin und schlagen dann anderen die Nase blutig, andere schreien oder verletzen mit Worten, manche werden dann ganz starr und stumm. Wenn man die Spinner irgendwann akzeptiert und keine Angst mehr vor ihnen hat, lässt es sich leichter mit ihnen leben.

Wir haben jede Seite dieses außergewöhnlichen Buchs genossen, das so bunt und prall gefüllt ist. Trotz der Vielfalt an Themen, verzettelt sich die Autorin nicht und behält bis zum Abschluss stets den rote Faden. Eine abwechslungsreiche stimmige und runde Geschichte über Freundschaft, Familie und ganz viele Gefühle, zum Vorlesen für Kinder ab sechs Jahren, zum Selberlesen für Achtjährige geeignet.

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Veröffentlicht am 05.02.2020

Wie und wann sind wir zu dem geworden, was wir sind?

Was wir sind
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2004 leben die drei Freundinnen Cate, Hannah und Lissa gemeinsam in einer WG in einem Haus im London Fields. Sie sind 29 Jahre jung und blicken ganz unbeschwert in die Zukunft. „Sie haben noch Zeit zu ...

2004 leben die drei Freundinnen Cate, Hannah und Lissa gemeinsam in einer WG in einem Haus im London Fields. Sie sind 29 Jahre jung und blicken ganz unbeschwert in die Zukunft. „Sie haben noch Zeit zu werden, wer sie einmal sein wollen“.

2010 hat sich die Situation grundlegend verändert. Die drei Freundinnen befinden sich alle an einem Wendepunkt in ihrem Leben: Lissa möchte endlich als Schauspielerin durchstarten. Cate hat gerade ein Baby bekommen und fühlt sich als Mutter oft überfordert und einsam. Auch in der Beziehung mit Sam, dem Vater ihres Sohnes ist sie nicht richtig glücklich. Hannah versucht verzweifelt schwanger zu werden, doch bisher scheiterte jeder Versuch der künstlichen Befruchtung. Die drei Frauen fragen sich: Wer sind sie und was ist aus dem Menschen geworden, der sie einmal sein wollten? Ihre Zukunft ist plötzlich nicht mehr weit entfernt, sondern jetzt. Das setzt ganz schön unter Druck und bringt jede der drei gewaltig ins Grübeln.....

Autorin Kate Hope schreibt sehr lebensnah, direkt und strukturiert. Sie erzählt aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren und wechselt dabei immer wieder die Zeiten, in denen die Figuren sich gerade befinden, mal ist es 2008, dann wieder 2010. Dabei geht Hope nicht chronologisch vor, sondern so, dass die Sichtweisen und Situationen der Frauen immer besser begreiflich und schlüssiger werden. So erklärt sich, wie die Frauen nach und nach zu dem werden, was sie sind.
Kate Hope zeichnet ihre Protagonistinnen alle ausführlich, sehr nachvollziehbar, klar und mit Tiefe. Und obwohl so verschieden, habe ich mich mit allen Figuren identifizieren können. Mit Cate, die in ihr jetziges Leben mehr oder weniger hineingestolpert ist, ohne darüber nachzudenken. Mit Hannah, die sich so sehr ein Baby wünscht, dass sie in ihrem Kummer über ihre Kinderlosigkeit alles andere, auch die Beziehung zu ihrem Ehemann Nathan und ihren Freundinnen vergisst. Und mit Lissa, die noch immer nicht in der Schauspielerei Fuß gefasst hat und sich mit anderen Jobs über Wasser hält. Alle messen ihr jetziges Leben an ihren früheren Träumen, ohne zu fragen, ob diese Träume eigentlich noch zu ihrem Leben passen.....
Die drei Frauen, so unterschiedlich sie sind, sind doch so typisch für ihre Generation. Jeder kommt irgendwann an dem Punkt, an dem er feststellt, dass die Zukunft keine Zeit mehr hat und manche Entscheidungen einfach getroffen werden müssen. Das Leben ist leider kein Wunschkonzert und bestimmte Dinge lassen sich nicht erzwingen.
Das Cover des Romans hat mich anfangs etwas irritiert. Unspektakulär, verschwommen, unklar, unauffällig, fast belanglos, etwas sehr „Retro“ kam es mir vor. Nach der Lektüre empfand ich das Motiv des unscharfen Fotos einer Frau allerdings als durchaus passend. Es ist nie ganz klar, wer wir eigentlich sind. Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue suchen, finden und definieren.
Hopes Roman ist nicht laut, actionreich oder spannend. Er ist schlicht und einfach realistisch. Die Handlung lässt sich in einigen wenigen Sätzen zusammenfassen. Sie findet aber nicht nur äußerlich statt, sondern hauptsächlich auch im Inneren der Personen. Die Personen und ihr Verhalten entwickeln sich weiter durch ihre Gedanken und Gefühle. Hope stellt diese persönliche Entwicklungen so plausibel und stimmig dar, dass mir als Leserin die Charaktere allesamt ungewöhnlich vertraut wurden und mich intensiv berührten.
Weil das Leben ist wie es ist, geht es stellenweise ganz schön traurig und deprimierend zu. Aber weil das Leben ist, wie es ist, geht die Zuversicht nie ganz verloren.

„Was wir sind“ macht auf den ersten Blick nicht viel her. Ohne viel Tamtam, ist es eher ein Buch der leisen Töne. Aber gerade das macht es so besonders, alles könnte genau so passieren. Vielleicht ist es schon....Hannah, Cate und Lissa müssen schmerzlich erkennen: Manchmal zieht das Leben einfach so an uns vorbei, während wir noch damit beschäftigt sind, anderweitig Pläne zu machen. Dieser Roman wird aufgrund seiner Intensität sicher nicht einfach an mir vorbeiziehen, sondern noch lange präsent sein.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Lieber Dreck am Stecken als im Dreck stecken..

Was sie nicht wusste
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... davon ist Neve Connolly überzeugt. Eigentlich wollte sie ihren heimlichen Geliebten und Chef Saul zu einem Stelldichein in dessen Wohnung treffen, doch als sie dort ankommt, ist er tot, mausetot. Ermordet ...

... davon ist Neve Connolly überzeugt. Eigentlich wollte sie ihren heimlichen Geliebten und Chef Saul zu einem Stelldichein in dessen Wohnung treffen, doch als sie dort ankommt, ist er tot, mausetot. Ermordet durch einen Schlag auf dem Kopf mit einem Hammer. Neve beseitigt ihre Spuren und reinigt den Tatort akribisch, um nicht mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht zu werden. Doch die Polizei, allen voran Detective Inspector Hitching, arbeitet überaus gründlich.....

Ein wenig Zeit habe ich gebraucht, um von Nicci Frenchs Thriller mitgerissen zu werden, aber nach kurzer Eingewöhnung war ich von der Geschichte gefangen und habe gebannt jede Seite, jede kleinste Entwicklung, jedes neu aufgedeckte dunkle Geheimnis verfolgt. Der Schreibstil liest sich - wie von Nicci French gewohnt - unkompliziert, lebendig, angenehm und flüssig.

Neve macht sich durch ihre Tat - obwohl eigentlich unschuldig- schuldig und verstrickt sich dadurch in immer größere Lügen. Trotzdem ich Neves Verhalten oft nicht gutheißen konnte, habe ich mit ihr gefiebert und gehofft, dass sie ungeschoren davonkommt und es ihr gelingt, sich und ihre Lieben zu schützen. Auch die anderen Charaktere des Romans polarisieren, allen voran der penetrante Ermittler Hitching, der ständig zu unangemeldeten Besuchen erscheint, die labile unberechenbare Tochter Mabel, die Neve und ihrem Mann Fletcher solche Sorgen bereitet, und Neves anstrengende nervende immer präsente Freunde wie Renata, die Neve in ihrem Zuhause regelrecht belagern und ihr kaum eine Pause ohne deren Anwesenheit gönnen. Die besonderen Beziehungen der speziellen Figuren untereinander machen einen wesentlichen Reiz der Geschichte aus. Der Protagonistin Neve bleibt kaum Raum für sich alleine, um ihre Situation zu verarbeiten. Der Stress, den sie dabei empfindet, war für mich als Leser selbst deutlich zu spüren. Mit der Bandbreite menschlicher Gefühle und deren fast greifbare, überaus plastische Darstellung kennt sich Nicci French zweifelsohne bestens aus, dadurch entsteht eine unverwechselbare explosive Atmosphäre.

French‘ gut gemachter Thriller hat mich prima unterhalten, seine interessante packende Handlung vermochte mich bis zuletzt zu überraschen. Meiner Meinung nach ein Buch, das sich nahtlos in die früheren erfolgreichen Kriminalromane des Autorenduos einreiht. Ich hoffe, die Zwei schreiben noch lange so weiter.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Wunderbar leicht zu lesender Wohlfühlroman mit ernstem Hintergrund

Das Glück ist zum Greifen da
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Die gebürtige Serbin Ana Abovicz hat in Deutschland ihr Designstudium erfolgreich abgeschlossen und sich ganz alleine um ihre Zwillingssöhne Vally und Olly gekümmert. Als der sicher geglaubte Job bei einem ...

Die gebürtige Serbin Ana Abovicz hat in Deutschland ihr Designstudium erfolgreich abgeschlossen und sich ganz alleine um ihre Zwillingssöhne Vally und Olly gekümmert. Als der sicher geglaubte Job bei einem Kölner Startup-Unternehmen doch noch platzt, beginnt für sie eine Pechsträhne. Ana erhält einen Brief vom Ausländeramt und wird aufgefordert, die BRD innerhalb von 28 Tagen zu verlassen. Obwohl Ana alles versucht und auch engagiert von Nachbarn und Freunden unterstützt wird, scheint die Abschiebung nach Serbien nicht mehr abzuwenden. Keine einfache Situation, zumal Ana Peter, den Klavierlehrer ihrer Söhne, plötzlich immer sympathischer findet....

Sylvia Deloy schreibt wunderbar leicht und angenehm. Wäre ich nicht Teilnehmer einer Leserunde gewesen, hätte ich ihren Roman in einem Rutsch „aufgesogen“. Die stimmige Handlung der Geschichte hat mich überzeugt und war stets für eine Überraschung gut.
Hauptfigur Ana, die ständig in Aktion ist und sich um alles und jeden kümmert, konnte sofort meine Sympathie gewinnen. Anas Söhne sind in Deutschland geboren, die kleine Familie ist perfekt integriert, trotzdem droht die Ausweisung, das empfand ich als sehr ungerecht. Bis zum Schluss habe ich mit Ana mitgefiebert und gelitten. Aber auch die anderen Charaktere wie die tatkräftige Freundin Ella, Träumer Peter, die witzigen Zwillinge, der immer zuverlässige Bäckereifachverkäufer Kosta oder die drollige Klavierschülerin Li sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen. Die vielen liebenswerten originellen Figuren machen den Roman zu etwas wirklich Besonderem und beweisen, wie wertvoll und wichtig richtiger Zusammenhalt für jeden Einzelnen sein kann.

Sylvia Deloys Geschichte hat mich mitgerissen, mitgenommen auf eine schöne Gedankenreise fernab vom Alltag. Ihr ist nicht nur ein unterhaltsamer Wohlfühlroman gelungen, nebenbei hat sie noch eine ganz große Liebeserklärung an die Stadt Köln und seine Bewohner verfasst. Trotz der ernsten realistischen Thematik um die Abschiebung ein Gute-Launebuch für graue Tage.

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Veröffentlicht am 30.01.2020

Es scheint stets unmöglich, bis es jemand tut

Das Mädchen, das den Sturm ruft
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Die elfjährige Red hat es alles andere als leicht. Seit ihre Mutter im Gefängnis sitzt, ist sie ein Pflegekind und wartet sehnsüchtig darauf, nach deren Entlassung wieder bei ihr leben zu dürfen. Red ist ...

Die elfjährige Red hat es alles andere als leicht. Seit ihre Mutter im Gefängnis sitzt, ist sie ein Pflegekind und wartet sehnsüchtig darauf, nach deren Entlassung wieder bei ihr leben zu dürfen. Red ist kein gewöhnliches Kind: Wenn Red wütend wird, strömt Wind durch Reds Adern und ein Sturm zieht auf. Vielleicht durfte Red deshalb noch nicht länger bei einer Pflegefamilie bleiben. Nun erhält sie eine neue Chance. Jackson und Celine, die auf ihrem Hof vielen verwaisten Tieren ein Zuhause geben, wollen auch Red bei sich aufnehmen und sich als Pflegeeltern um Red kümmern.

Die Autorin bedient sich der Sprache auf ganz besondere Art: sie schreibt wunderbar bildhaft, manchmal fast poetisch. Immer wieder freute ich mich beim Lesen über außergewöhnliche Formulierungen, Sprachperlen wie „Granma hatte mal gesagt, sie würde sich Beethovens fünfte Sinfonie immer dann anhören, wenn ihre Gefühle sie so übermannten, dass sie aus ihr herausströmten. Beethoven gab ihnen ein Zuhause“.
Red ist ein außergewöhnliches Mädchen, ein ganz besonderer Charakter. Sie macht es anderen nicht leicht, zu ihr vorzudringen. Aber nach allem, was sie erlebt hat, ist das auch mehr als verständlich. Imponiert hat mir ihre besondere Willensstärke. Ich habe sehr mit ihr gelitten und gehofft, dass sie endlich ein Zuhause findet. Auch Marvin, der so begeisterungsfähig und alles positiv sieht und Pflegemutter Celine, die unglaublich sensibel auf Red eingeht und immer wieder das Richtige sagt, sind sehr sympathische und beeindruckende Figuren.

Seit Reds Mutter einmal feststellte„ Es ist unmöglich, eine gute Mutter zu sein“ führt Red ein Notizbuch der unmöglichen Dinge. Sie schreibt darin Dinge auf, die eigentlich unmöglich sind, aber trotzdem passieren, passend zu Nelson Mandelas Zitat: „Es scheint stets unmöglich, bis es jemand tut“. Die Einträge von Reds Buch sind teilweise zwischen die Kapitel gedruckt. So erfährt der Leser z.B. warum Hummeln fliegen können, obwohl das den Gesetzen der Physik widerspricht oder dass die Titanic mehr als 21 km von dem Ort geborgen wurde, an dem die eigentlich vermutet wurde. Diese Einschübe haben mir besonders gefallen. Denn Red beweist damit, dass vieles, das wir für ausgeschlossen halten, eben gar nicht so unmöglich ist und dass es sich lohnt, nicht vorzeitig aufzugeben, sondern weiterzumachen.

Lindsay Lackey ist ein außergewöhnliches Debüt gelungen. Eines, das mitreißt, tieftraurig und glücklich zugleich macht. Eines, das zeigt, dass so gut wie nichts unmöglich ist, wenn man nur fest daran glaubt. Eines, das Hoffnung gibt.
Das angegebene Lesealter ab zehn Jahre halte ich für etwas zu früh, Kinder dieses Alters könnten mit der traurigen Thematik (Krankheit, Drogensucht, Tod) und der besonderen Sprache etwas überfordert sein. Ich würde es eher Lesern ab zwölf Jahren empfehlen.

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