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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2020

Sehr interessanter und spannender Roman

Echo des Schweigens
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Das "Echo des Schweigens" handelt zunächst vordergründig um einen Prozess, in dem ein Polizist angeklagt wird, einen Asylbewerber getötet zu haben. Der Anwalt Hannes Jansen vertritt seinen Mandanten ...

Das "Echo des Schweigens" handelt zunächst vordergründig um einen Prozess, in dem ein Polizist angeklagt wird, einen Asylbewerber getötet zu haben. Der Anwalt Hannes Jansen vertritt seinen Mandanten in der Überzeugung, dass dieser unschuldig ist. Die Frau, Sophie Tauber, in die er sich verliebt hat, ohne zu ahnen, das sie als Gerichtsmedizinerin auch mit dem Fall befasst ist, sagt im Prozess mit ihrem Gutachten jedoch das Gegenteil aus, sowie Hannes noch einen weiteren Hinweis erhält. Hannes gerät in eine Zwickmühle zwischen Recht und Gerechtigkeit sowie er seine Karriere und persönliche Situatioan im Blick hat.
Einen weiteren Blick auf die Geschichte erhalte ich als Leser aus der parallel erzählten Geschichte, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus ereignet hat und mit der das Leben von Sophie und Hannes eng verflochten ist.

Dieser Roman erzählt ein Stück Historie auf zwei Zeitebenen, denn die Geschichte des Prozesses ist angelehnt an den zu Tode gekommenen Asylanten Oury Jalloh sowie die Erzählebene zur Zeit des Nationalsozialismus auch auf realen Vorbildern beruht. Beides miteinander verknüpft und mit schriftstellerischer Freiheit ausgestattet, ergibt ein facettenreiches, spannendes und nachdenklich stimmendes Gesamtwerk, was mich sehr gut unterhalten hat. Es stellt die Strukturen der Gesellschaft und die Haltung jedes Einzelnen von uns in Frage. Der eine Leser wird die Justiz im Mittelpunkt seines Lesens stellen, der andere die Gräuel der Nazizeit, der nächste die Liebe..... alles hat hier seinen Raum. Genial!

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Liebe in schwierigen Zeiten

Die Kleider der Frauen
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In dem Buch "Die Kleider der Frauen" erzählt die Autorin Natasha Lester von
der jungen Estella, die 1940 in Paris Kleider näht, aber auch welche für sich selber entwirft. Die politische Situation ...

In dem Buch "Die Kleider der Frauen" erzählt die Autorin Natasha Lester von
der jungen Estella, die 1940 in Paris Kleider näht, aber auch welche für sich selber entwirft. Die politische Situation in Paris spitzt sich zu und als Estella in eine riskante Aktion verwickelt wird, verhilft ihr ihre Mutter zur Flucht nach New York, denn sie möchte das ihre Tochter ihren Traum als Designerin zu arbeiten, verwirklichen kann. Paralell dazu wird die Geschichte von Fabienne, der Enkelin Estellas erzählt, die in der Gegenwart bedeutende Dinge aus dem Leben der mittlerweile steinalten Estella erfährt.
Das Buch ist sehr vielschichtig und facettenreich, denn es gibt nicht nur einen Einblick in die schwere Zeit des Nationalsozialismus in Frankreich, wobei vieles angedeutet wird und ich als Leser jedoch weiss, was mit den Juden passieren wird, sondern auch in die Modewelt in Frankreich und New York. Wie ist es mit der Rolle der Frau bestellt? Damals und auch in der Gegenwart. Neben vielen, teilweise traurigen Familienereignissen, geht es aber auch um Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Viele verschwiegene Geheimnisse kommen ans Licht und trotz viel Leid überwiegt der Optimismus. Lebensfreude, die in düsteren Momenten gezeigt wird, es wird gesungen, getanzt und gelacht.
Vielleicht hat mich deswegen dieser Roman so begeistert, obwohl es viele Szenen in der Vergangenheit aber auch der Gegenwart gab, die mir die Tränen in die Augen trieben. Es ist auf jeden Fall ein ganz besonderer Roman, der viele Themen gekonnt miteinander vereint - erzählt mit einer gewissen Leichtigkeit. Grandios!

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Veröffentlicht am 26.03.2020

Thriller mit Brisanz

Todgeweiht: Thriller
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Die Autorin Catherine Shepard erzählt in ihrem Zons-Thriller parllel in zwei Zeitebenen in der Gegenwart von dem Verschwinden einer jungen Frau und dem fast zeitgleichen Auffinden einer zu Tode gehungerten ...

Die Autorin Catherine Shepard erzählt in ihrem Zons-Thriller parllel in zwei Zeitebenen in der Gegenwart von dem Verschwinden einer jungen Frau und dem fast zeitgleichen Auffinden einer zu Tode gehungerten jungen Frau im See, sowie in der Vergangenheit der erste Pesttote auftaucht.

Bei beiden Ermitllungen ist nichts so, wie es auf den ersten Blick aussieht und ziemlich lange Zeit bin ich "ermittlungstechnisch" auf völlig falschen Fährten gewesen. Während ich in der Gegenwart stückchenweise etwas über die Scheinheitsideale junger Frauen, Influencerinnen, der heiß umkämpften und intrigenhaften Modebranche erfahre und auch etwas über die Denkweise des Mörders, erlebe ich in der Vergangenheit den Ausbruch der Pest und dessen Bekämpfungmassnahmen.

Die Vergangenheit hat ungewollt einen direkten Bezug zu unserer momentanen Realität im Jahre 2020 (Corona) und die "Quarantäne" im Krötschenturm oder die mit einem schwarzen Kreuz bemalte Tür, wo der Betroffene nicht vor dieselbige treten darf, und von anderen Menschen mit Lebensmitteln versorgt wird, hätten mich 2019 noch nicht betroffen gemacht wie momentan.

Beide Erzählebenen bestechen durch kurze, knappe, spannende Kapitel mit vielen Cliffhängern und ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Die Protagonisten gefielen mir sehr gut, bis auf eine Ausnahme und das war Emiliy, die Freundin von Oliver, die mir ein wenig zu naiv dargestellt wurde, aber das ist ja Geschmacksache.

Insgesamt für diese spannenden Stunden, wobei es mir an manchen Stellen aufgrund der aktuellen Situation kalt den Rücken herunterlief, fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 21.03.2020

Emily, ein besonderes Mädchen

Emily Pferdeflüsterin
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In "Emily Pferdeflüsterin" von Mila Sternberg geht es um Emily, die sich sehnlichst ein eigenes Pferd wünscht und sie kann sich ihren Wunsch erfüllen, in dem sie ihre durch ihre Mathefähigkeiten als Siegerin ...

In "Emily Pferdeflüsterin" von Mila Sternberg geht es um Emily, die sich sehnlichst ein eigenes Pferd wünscht und sie kann sich ihren Wunsch erfüllen, in dem sie ihre durch ihre Mathefähigkeiten als Siegerin in einem Quiz herausgeht.

Dies klingt ja schon nach etwas Ausgefallenem und Besonderen, jedoch das ist noch längst nicht alles. Emily ist ein besonderes Mädchen, mit besonderen mathematischen, technischen Fähigkeiten, einen großen Einfühlungsvermögen in Tiere, jedoch mangelts ihr an Einfühlungsvermögen in die Menschen und deswegen eckt sie ungewollt an. Sie nimmt die Aussagen der Menschen wortwörtlich, kann deren Mimik nicht deuten aber gleichzeitig "hört" sie, was sie denken.

Mit Emilys Geldgewinn kann ihr Traum vom eigenen Pferd in Erfüllung gehen, gleichzeitig zieht sie um und kommt in eine neue Schulklasse.

Die Autorin Mila Sternberg erzählt auf eine lockere, unterhaltsame Weise mit ganz viel Blick auf Details ihre Geschichte von Emily und wie sie neben einem Pferd auch eine Freundin findet und auch einen Tick mehr Zugang und Verständnis für ihre Mitmenschen entwickelt bzw. auch diese für sie. Sprachlich und inhaltlich ist die Geschichte sehr ausgefeilt, spricht Themen wie Mobbing, Scheidung,, Erziehung, Trauer indirekt an und beschäfigt sich direkt mit Freundschaft, den vielen Facetten und Folgen von Asperger, ohne dass der Begriff fällt (wie genial) und den Umgang mit Tieren.

Wer jetzt denkt die Geschichte eignet sich nur für pferdenärrische Mädchen, liegt völlig verkehrt. Emily ist tierlieb, aber in dieser Geschichte setzt sie sich noch nicht mals auf ein Pferd. Die Altersangabe ab 8 sollte man eher ignorieren und ist in meinen Augen nicht hilfreich, da sich dann 10jährige schon zu alt für das Buch fühlen, was aber völliger Quatsch ist. Ich, als erwachsene Leserin, habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, da auch für Eltern/Lehrer ein hoher Wiedererkennungswert besteht und wir auch andere, teilweise humorvolle, Zwischentöne wahrnehmen.

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Es wäre eine tolle Schullektüre ( leider kostet das gebundene Buch 13 Euro), denn es spricht viele Themen und Probleme, mit denen Kinder konfrontiert werden und jeder wird sich irgendwo im Buch wiederfinden, und wenn nur als als Klassenkamerad, der schon einmal auf ein ähnliches Kind wie Emily kennengelernt hat. Dieses Buch bietet viele Denk- und Gesprächsanlässe und dies alles ohne den erhobenen pädagischen Zeigefinger.
Ich habe Emily und ihren Vater Paulus in mein Herz geschlossen.


Für dieses großartig geschriebene Buch, was viele Botschaften auf lockere Art vermittelt, von mir fünf Sterne!!!


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Veröffentlicht am 16.03.2020

Wo stehe ich, wo will ich hin? -

Die Glasschwestern
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Der Roman von Franziska Hauser „Die Glasschwestern“ handelt von den Zwillingsschwestern Saphie und Dunja, beide Ende dreißig und ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester Lenka. Während Dunja schon zwei fast ...

Der Roman von Franziska Hauser „Die Glasschwestern“ handelt von den Zwillingsschwestern Saphie und Dunja, beide Ende dreißig und ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester Lenka. Während Dunja schon zwei fast erwachsene Kinder hat, in der Stadt lebt und arbeitet, lebt Saphie, kinderlos, in dem Dorf ihrer Kindheit und führt mit ihrem Mann ein Hotel. Beide Männer sterben plötzlich und erwartet an dem selben Tag. Eigentlich heißt es in der Geschichte gab es nie Parallelen im Leben der Zwillingsschwestern und dann dies. Nicht nur die Männer müssen beerdigt werden, sondern das ganze Leben wird auf den Kopf gestellt und hinterfragt.... wer bin ich, was möchte ich, wo will ich hin? Neben den Zwillingsschwestern spielen auch die Kinder von Dunja , Lenka und auch das gesamte Umfeld vom Hotel, wo Dunja nach dem Tod der Männer sich aufhält eine große Rolle.
Die Autorin zeigt in ihrem Roman immer wieder neue Facetten der Figuren, gibt bruchstückhafte Rückblicke und Einblicke in das Leben der Frauen in der Gegenwart und der Kindheit. Gerade, wenn ich denke, jetzt lerne ich sie kennen, dann endet der Moment für mich unvermittelt und ich kann mich nicht. oder nur schwer, in sie hineinfühlen und verstehen.
Sprachlich hat das Buch mir sehr gut gefallen, insbesondere die Überschriften - quasi eine Art Lebensweisheit – zu Beginn jedes Kapitels fand ich sehr gut gewählt, jedoch fiel es mir schwer mich mit den Figuren „anzufreunden“. Vielleicht hat Franziska Hauser dies jedoch auch beabsichtigt, um mir als Leser den Spiegel vorzuhalten, in wie fern mich selber andere Menschen auch nicht verstehen oder um über mein eigenes Leben nachzudenken und den Lebensentwurf auch in Frage zu stellen. Letzteres ist ihr auf jeden Fall gelungen. Selber hätte ich mir gerne „Figuren“ gewünscht, die nicht in der Mehrzahl so „sperrig“ sind.
Insgesamt von mir 3,5 Sterne

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