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Veröffentlicht am 23.03.2020

Die geheimnisvolle weiße Frau aus der Wachau

Wenn die Alpen Trauer tragen
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"Wenn die Alpen Trauer tragen" ist der zweite Band der Mörder-Mitzi-Reihe von Isabella Archan. Maria Konstanze Schlager, kurz Mitzi, kann es wieder mal nicht lassen. Um ihre eigene Vergangenheit besser ...

"Wenn die Alpen Trauer tragen" ist der zweite Band der Mörder-Mitzi-Reihe von Isabella Archan. Maria Konstanze Schlager, kurz Mitzi, kann es wieder mal nicht lassen. Um ihre eigene Vergangenheit besser bewältigen zu können, hat sie sich zur Aufgabe gemacht wildfremde Menschen zu besuchen, die wie sie schon mal in ein Verbrechen verwickelt waren. Und prompt stößt sie bei einem Besuch in der Wachau auf einen neuen Fall, der ihre Neugier weckt. Ihre Freundin, die Inspektorin Agnes Kirschnagel, zieht sie natürlich gleich mit ins Geschehen. Mitzi, eine knapp 30-jährige junge Frau, ist von der Autorin wie auch schon im ersten Band schräg und etwas überzeichnet dargestellt. Als Leser kann man sie sich direkt mit all ihren Gefühlswallungen vorstellen, ebenso wie sie dabei die Nerven anderer auch immer wieder strapazieren kann. In Kombination mit der Kufsteiner Inspektorin Agnes Kirschnagel ergeben die beiden eine sehr gute Kombination. Denn diese wacht fast immer irgendwie wie ein Schutzengel über die unbedarfte Mitzi. Trotz aller Schrägheit der Mitzi ist dieser Krimi wieder durchgängig spannend. Lange bleibt die Identität der "Hex" im Verborgenen für den Leser, erst nach und nach lüftet die Autorin das Geheimnis der "weißen Frau". Auch mit diesem zweiten Band konnte sich Isabella Archan wieder in mein Leserherz schreiben. Der Kriminalfall ist geschickt aufgebaut, durchgängig spannend bis zum dramatischen Finale. Auch darf man gespannt sein in welche Richtung sich die Leben von Mitzi und Agnes in einem zukünftigen Band drehen werden. Ein Prise schwarzer Humor rundet auch diesmal wieder diesen Krimi gut ab.

Veröffentlicht am 20.03.2020

Das Gold, das kein Glück bringt

Kriegsgold
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"Kriegsgold" ist ein Kriminalroman von Jörg Rönnau und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. An der Ostseeküste taucht eine zerstückelte Leiche auf, die Mordkommission ist gefordert die Identität ...

"Kriegsgold" ist ein Kriminalroman von Jörg Rönnau und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. An der Ostseeküste taucht eine zerstückelte Leiche auf, die Mordkommission ist gefordert die Identität des Toten festzustellen. Und schon bald gibt es weitere Tote, es gilt herauszufinden was die Opfer gemeinsam haben. Jörg Rönnau erzählt diese Geschichte in zwei Zeitebenen, zum einen im Frühjahr 1945 kurz vor Kriegsende, zum anderen in der Gegenwart. Sehr schnell wird für den Leser das eigentliche Motiv aus der Vergangenheit klar, es geht um "Kriegsgold" der deutschen Wehrmacht. Doch wie das mit den Tätern und Opfern aus der Gegenwart zusammenspielt, bleibt lange verborgen. Das macht es sehr interessant der Geschichte zu folgen und die Spannung in diesem Krimi zu erzeugen. Das Ermittlerteam ist durchwegs sympathisch, einzig den Kakadu von Matthiesen empfand ich ein klein wenig deplaziert. Dies hat aber keinerlei Einfluss auf die Story an sich. Diese ist schlüssig und konsequent aufgebaut. "Kriegsgold" war für mich ein sehr guter Krimi mit einer spannenden Geschichte.

Veröffentlicht am 18.03.2020

Der Schein der Tradition wankt in Oberammergau

Kreizkruzefix
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"Kreizkruzefix" ist ein Regionalkrimi von Monika Pfundmeier, angesiedelt in Oberammergau kurz bevor die Passionsspiele stattfinden sollen. Theres Hack, ihres Zeichens Metzgerin und Jägerin, findet auf ...

"Kreizkruzefix" ist ein Regionalkrimi von Monika Pfundmeier, angesiedelt in Oberammergau kurz bevor die Passionsspiele stattfinden sollen. Theres Hack, ihres Zeichens Metzgerin und Jägerin, findet auf dem Thaller-Hof die Besitzer und deren Hofhund ermordet auf. Diese hatten sich von der traditionellen Landwirtschaft abgewandt und sind in die Gin-Produktion eingestiegen. War dies für einige alttraditionelle Bewohner ein Dorn im Auge oder steckt ganz was anderes dahinter? Monika Pfundmeier zeichnet im oberbayerischen Passionsort eine Situation, in der die Gegensätze aufeinanderprallen. Zum einen Menschen die jeglichem Neuen skeptisch gegenüberstehen und zum anderen diejenigen, die mit Vollgas auf der "Social Media Überholspur" sind. Genau diese verschiedenen Personen lässt die Autorin in diesem Buch auf den Leser los und man ertappt sich selbst, wem man einzelnen Figuren mehr oder weniger Sympathie entgegenbringt. Und so nimmt auch einige Seiten des Buches nicht der eigentliche Mordfall Raum ein, sondern eben genau diese zwischenmenschlichen Spannungen. Hier hatte ich aber als Leser manchmal meine kleinen Schwierigkeiten. Die wechselnden Erzählperspektiven erforderten meine ganze Aufmerksamkeit um nicht den Faden zu verlieren. Im letzten Drittel veränderte sich dies aber wieder, denn die Tätersuche und das eigentliche Motiv bringen wieder Schwung in die Ermittlungen. "Kreizkruzefix" ist ein Regionalkrimi, der mit Gegensätzen im traditionellen Oberammergau spielt. Alt gegen neu, Tradition gegen Moderne. Kein klassischer Krimi, aber durchaus interessant.

Veröffentlicht am 16.03.2020

Wenn der Schein trügt ...

Gerecht ist nur der Tod
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"Gerecht ist nur der Tod" ist eine Kriminalroman von Judith Bergmann (einem Pseudonym der Autorin Jutta Profijt). Im Mittelpunkt steht dabei die Psychologin Ina Reich, die die seelische Belastung der Mitglieder ...

"Gerecht ist nur der Tod" ist eine Kriminalroman von Judith Bergmann (einem Pseudonym der Autorin Jutta Profijt). Im Mittelpunkt steht dabei die Psychologin Ina Reich, die die seelische Belastung der Mitglieder der Soko Reimer untersuchen soll. Diese bekommt es mit mehreren Morden zu tun, die auf den ersten Blick nur wenig gemein haben. Aber dann ergeben sich Zusammenhänge, die in der Vergangenheit liegen und Ina Reich ist mittendrin im Geschehen. Gleich zu Beginn bekommt es der Leser mit dem ersten Mord zu tun und lernt die ermittelnden Beamten kennen. Die Story wird aus der Sicht der Psychologin Ina Reich erzählt und ist geprägt von der Ermittlungsarbeit der Soko. Dabei wird der eigentliche Krimi immer wieder überlagert durch das Misstrauen der Kommissarin Bulut gegenüber Ina Reich. Dies geht soweit, dass sich beide gegenseitig bespitzeln. Teilweise empfand ich diese Konstellation als etwas zu viel Raum einnehmend, ist aber dann im Verlauf der Geschichte eine logische Entwicklung. Als sich der Krimi den Geschehnissen der Vergangenheit näherte, war für mich relativ schnell klar in welche Richtung es gehen wird. Das Ende empfand ich aber etwas zu sehr konstruiert und auch nicht sehr realistisch. In Summe ist dieses Buch für mich ein solider Kriminalroman, aber keiner der mich absolut fesselte.

Veröffentlicht am 08.03.2020

Das Ende der friesischen Freiheit und der Aufstieg der Hanse

Im Zeichen des Löwen
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"Im Zeichen des Löwen" ist der Auftaktroman zur neuen Friesensaga von Daniel Wolf. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Wilken aus Warfstede, einem Sielhafen an der ostfriesischen Küste. Die Brüder Abbe ...

"Im Zeichen des Löwen" ist der Auftaktroman zur neuen Friesensaga von Daniel Wolf. Im Mittelpunkt steht dabei die Familie Wilken aus Warfstede, einem Sielhafen an der ostfriesischen Küste. Die Brüder Abbe und Jann haben es dabei besonders schwer. Der drittgeborene Abbe ist ein Krüppel mit einem Buckel und Jann ein unehelicher Bastard. Doch genau die beiden müssen sich trotz aller Widrigkeiten dem Schicksal stellen um den Fortbestand ihres Dorfes zu sichern. Dabei haben sie es nicht nur mit der Blutfehde zwischen den Osinga und den Rycken zu tun, auch gegen den Widerstand der Zunft der Schiffsbauer gilt es sich zu behaupten. Denn Jann revolutioniert den Schiffsbau der Koggen mit einer neuartigen Bauart. Unterstützt wird er dabei vom Schiffsbaumeister Folkmar, sein Lehrmeister und Vater von Jorien, Jann's großer Liebe. Daniel Wolf lässt den Leser in eine Zeit eintauchen, in der die Hanse ihre wirtschaftlichen Interessen gegenüber Flandern und Dänemark festigte und zugleich sich im freien Friesland nach und nach immer mehr gewählte Richter zu Alleinherrschern als "Häuptlinge" erheben. Dabei verbindet er die Geschehnisse rund um die Familien sehr geschickt mit den historischen Gegebenheiten dieser Zeit. Spannende Passagen lassen einen dabei genauso über die Seiten fliegen, wie auch über diejenigen von Gefühlen wie Anerkennung und Liebe. Die Figuren sind dabei so gut gezeichnet, dass man diese sich während des Lesens des Roman bildhaft vorstellen kann. "Im Zeichen der Löwen" hat einen Umfang von über 900 Seiten und hält dabei ständig ein hohes Niveau. Ich war auf diesen historischen Roman sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Daniel Wolf konnte mich von Beginn an mit seiner Friesensaga begeistern und ich bin sehr gespannt wie sich diese weiterentwickelt.