Profilbild von Isar-12

Isar-12

Lesejury Star
offline

Isar-12 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Isar-12 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2019

Bis das der Tod ihn scheidet ...

Mühlviertler Rache
0

"Mühlviertler Rache" ist der zweite Band aus der Chefinspektor-Stern-Reihe von Eva Reichl. Oskar Stern, der eigentlich gerade auf seine Enkelkinder aufpassen soll, wird zu einem Tatort in der Nähe von ...

"Mühlviertler Rache" ist der zweite Band aus der Chefinspektor-Stern-Reihe von Eva Reichl. Oskar Stern, der eigentlich gerade auf seine Enkelkinder aufpassen soll, wird zu einem Tatort in der Nähe von Freistadt gerufen. Ein Mann wurde vom Zug überrollt und vor Ort stellt man fest, dass er auf den Gleisen festgebunden war. Ein grausamer Mord, bei dem auch noch gleich der neunjährige Enkelsohn den Kopf der Leiche findet. Dieser aber nicht traumatisiert, im Gegenteil. Oskar Stern hat ab diesem Zeitpunkt einen "Hilfssheriff", das macht es für ihn nicht leichter mit den Ermittlungen. Wie auch schon im ersten Band sind durch die kleinen Tollpatschigkeiten des in die Jahre gekommenen Chefinspektor für den Leser so einige Schmunzler beim Lesen dabei. Speziell die Kombination mit seiner jungen Gruppeninspektorin Grünbrecht sorgt immer wieder für heitere Momente beim Lesen. Mal lässt er sie eine Stunde im Auto warten, während er dem Kuchen einer Verdächtigen nicht widerstehen kann, mal wenn es wieder um die unterschiedliche Auffassung von Geschwindigkeit bei einer Einsatzfahrt geht. Aber auch die klassische Polizeiarbeit kommt nicht zu kurz. Unterlagen wälzen, Spurensicherung und Befragungen, akribisch nähern sich die Ermittler dem Täter und der Aufklärung der Tat, die ihren Ursprung 18 Jahre früher hat. Oskar Stern ist ein angenehmer Kommissar. Eva Reichl zeichnet mit ihm eine Figur, die man sich bestens vorstellen kann. Seine kleinen Fehler, seine Liebe zu seiner Familie, seine Fürsorge für sein Team, aber auch seine Beharrlichkeit - all dies sorgt dafür das man von ihm noch weitere Fälle aus dem Mühlviertel lesen möchte. Eva Reichl ist mit ihrem zweiten Band eine gute Fortsetzung dieser Reihe gelungen, ein österreichischer Regionalkrimi der Spaß macht zu lesen.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Der erste Fall des Münchner Kommissar Wamprechtshammer

Brunzkachl
0

"Brunzkachl" ist der Debütkrimi von Rolf Mai. Dabei bekommt es der Münchner Kommissar Berti Wamprechtshammer mit grausam zugerichteten Opfern zu tun. Bei den Ermittlungen stehen ihm seine beiden Kollegen, ...

"Brunzkachl" ist der Debütkrimi von Rolf Mai. Dabei bekommt es der Münchner Kommissar Berti Wamprechtshammer mit grausam zugerichteten Opfern zu tun. Bei den Ermittlungen stehen ihm seine beiden Kollegen, die Halbasiatin Reserl und der fränkische Sigi, zur Seite. Wer jetzt aber einen brutalen Krimi erwartet, ist falsch. "Brunzkachl" ist zwar ein Regionalkrimi, aber hat fast was von einer Komödie. Der Leser lernt den Kommissar als einen Ermittler kennen, der stets um sein leibliches Wohl bemüht ist. Hopfen und Malz, einige Schnapserl und bayerische Kost genießt dieser reichlich und in allen Variationen, strahlt damit urbayerische Gemütlichkeit aus. Dieser München-Krimi ist darauf ausgelegt den Leser zu erheitern und die Ermittlungen nicht bierernst zu nehmen. Mit realer Ermittlungsarbeit hat es wenig zu tun und als Leser hat man schon einen klaren Vorteil, wenn man den Münchner Dialekt kennt. Für mich daher kein Problem und ich konnte mir daher die Szenarien bestens vorstellen. Natürlich packt der Autor dabei auch so einige Klischees in diese Geschichte, manches ist aber in München durchaus so täglich zu beobachten. So ist Rolf Mai mit seinem ersten Fall des Berti Wamprechtshammer ein unterhaltsamer München-Krimi gelungen, der mit origineller Komik punktet. Wer Ermittler wie Falk's "Eberhofer" oder Schröfl's "Sanktus" mag, der könnte mit "Berti" und seinem Team auch seine Lesefreude haben.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Das zügellose Rom unter Kaiserin Messalina

Vespasian: Das Blut des Bruders
0

"Das Blut des Bruders" ist der fünfte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er erstreckt sich diesmal über den Zeitraum Frühjahr 45 - Januar 49 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. In den ersten ...

"Das Blut des Bruders" ist der fünfte Band aus der Vespasian-Reihe von Robert Fabbri. Er erstreckt sich diesmal über den Zeitraum Frühjahr 45 - Januar 49 A.D. und ist in vier Teile gegliedert. In den ersten beiden ist Vespasian noch immer auf Feldzug in Britannien und muss dabei auch seinen Bruder Sabinus aus den Fängen der Druiden befreien. Gleichzeitig gelingt es ihm aber immer noch nicht gegen Caratacus den entscheidenden Schlag zu führen. Immer wieder macht ihm ein Spion das Leben schwer und mit Mühe entkommen die Brüder den Fängen der Druiden. Zurück in Rom wird Vespasius gleich wider Willen in die politischen Ränkespiele verwickelt. Rom gleicht einer Schlangengrube und inmitten die Kaiserin Messalina, die all ihre Macht auszuspielen versucht. Vespasian muss erneut alles unternehmen um sich und seine Familie vor diesem Machtdurst zu schützen und in Sicherheit zu bringen. So ist er selbst gezwungen zu allen Mitteln zu greifen. Fabbri beschreibt die Zusammenstöße mit den Druiden fast mystisch, manchmal meint man fast Vespasian hat es mit übersinnlichen Kreaturen zu tun. Irgendwie empfand ich das ein klein wenig überspitzt und hatte daher diesmal ein wenig Probleme mir das vorzustellen. Dagegen die Rückkehr Vespasians nach Rom und all die Intrigen rund um Kaiser Claudius fand ich wieder hervorragend in Szene gesetzt. Man fiebert richtig mit, Verrat und Allianzen, Freund und Feind, all dies macht auch diesen Band wieder zu einer gelungenen Fortsetzung. Immer mehr erfährt man über das Leben Vespasians, das ist wirklich tolle römische Geschichte in Romanform. Schon jetzt bin ich sehr auf den sechsten Band gespannt und die Fortschreibung der Ereignisse im alten Rom.

Veröffentlicht am 28.06.2019

Ein neuer Ermittler betritt die Bühne ...

Die Maske der Gewalt
1

"Die Maske der Gewalt" ist der erste Band aus der neuen Richard-Schwarz-Reihe von Jennifer B. Wind. Dabei bekommt es der neue Ermittler mit zwei Frauenleichen zu tun, die beide sehr ungewöhnliche Stichverletzungen ...

"Die Maske der Gewalt" ist der erste Band aus der neuen Richard-Schwarz-Reihe von Jennifer B. Wind. Dabei bekommt es der neue Ermittler mit zwei Frauenleichen zu tun, die beide sehr ungewöhnliche Stichverletzungen haben, fast wie ein Muster. Aber zeitgleich wird seine Schwester, die in München einen Zirkus leitet, entführt. Für Richard Schwarz eine Zerreißprobe und ein Kampf an zwei Fronten. Jennifer B. Wind lässt hier zum ersten Mal in ihren Büchern einen Serienermittler zum Zuge kommen und zugleich einen, der selbst vom Schicksal gezeichnet ist. Als kleiner Junge wurde er durch einen heißen Topf von der Herdplatte verbrüht und musste auch noch den Tod der Mutter miterleben. In kleinen Rückblenden wird einem als Leser dabei die Person Schwarz und dessen Charakter anschaulich dargestellt. Jetzt in der Gegenwart erlebt man ihn als sympathischen, aber auch konsequenten Ermittler. Die beiden Handlungsstränge in Wien und München ergänzen sich dabei sehr gut und es gefällt, dass Richard Schwarz nicht nur als Einzelgänger unterwegs ist. Im Gegenteil, durch die Zusammenarbeit mit Kollegen und den Zirkusleuten werden diese beiden Stränge realistisch dargestellt. Die Gerichtspsychiaterin Theres bekommt im Laufe der Geschichte eine immer wichtigere Rolle, die gar in einem geschickten Cliffhanger für den Folgeband mündet. Die Kombination der Themen "häusliche Gewalt, Drogen und Onlinespielsucht" sind der Autorin dabei sehr gut gelungen. Als Leser fliegt man nur so über die kurzen Kapitel, der Spannungsbogen baut sich stetig auf. Bis zum Schluss bleibt der Täter für den Leser im Verborgenen. Der Epilog rundet diesen ersten Band stimmig ab, man bekommt einen Einblick was einen im Folgeband erwarten könnte. Haben mir schon die ersten Thriller von Jennifer B. Wind in der Vergangenheit sehr gut gefallen, so konnte sie mich auch mit ihrer neuen Reihe überzeugen. Richard Schwarz, ein LKA-Ermittler von dem ich mehr lesen möchte.

Veröffentlicht am 22.06.2019

Die dunkle Welt von Misshandlung, Drogen und Exzessen

Blutwette
0

"Blutwette" ist der achtzehnte Fall aus der Julia-Durant-Reihe von Andreas Franz. Nach dem Tod von Franz führt seit dem zwölften Band Daniel Holbe diese Reihe unter dessen Name fort. Ich lese diese Reihe ...

"Blutwette" ist der achtzehnte Fall aus der Julia-Durant-Reihe von Andreas Franz. Nach dem Tod von Franz führt seit dem zwölften Band Daniel Holbe diese Reihe unter dessen Name fort. Ich lese diese Reihe schon seit vielen Jahren und bin jedes Mal gespannt auf den neuen Fall. Die Protagonisten sind dabei schon alte Bekannte und daher bin ich auch immer wieder neugierig wie es in deren Privatleben weitergeht. Julia Durant muss sich diesmal mit dem Tod ihres Vaters auseinandersetzen und zugleich reißt der aktuelle Fall auch bei ihr alte Wunden auf bzgl. Kinderlosigkeit. Als dann auch noch bei einem Undercover-Einsatz ihr Kollege Kulmer schwerstverletzt wird und um sein Leben ringen muss, gibt es für die Frankfurter Kommissarin kein Pardon mehr. Gemeinsam mit ihrem Team und der Unterstützung des Offenbacher Kollegen Peter Brandt versucht sie Licht ins Dunkel einer Welt von Glücksspiel, Drogen und Misshandlung zu bringen. Dabei scheint auch so mancher Prominente etwas verbergen zu haben. Der Autor lässt in diesem Buch diesmal den Leser mehrere Handlungsstränge verfolgen, die zwar zusammenhängen aber für mich nicht immer ganz konsequent zu Ende geführt werden. Teilweise bleibt einem das Herz stehen, wie zum Beispiel bei Kulmer auf der Intensivstation, dann aber verlaufen andere Teile ein wenig im Sand. Hier hätte ich mir gewünscht, dass diese genauer zu Ende geführt wären. Dadurch entsteht für den Leser manchmal eine kleine Verwirrung und Ratlosigkeit. Julia Durant und ihrem Team merkt man die Abnutzungserscheinungen an, mir als Leser ging es auch ein wenig so. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Reihe auch mal einen würdigen Dienstschluss findet. "Blutwette" ist ein solider guter Krimi, aber kommt nicht an frühere Bände ganz heran.