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Veröffentlicht am 16.01.2019

Unfall oder Mord im Englischen Garten?

Schwarze Seele
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"Schwarze Seele" ist der zweite Band der Patsy-Logan-Reihe von Ellen Dunne. Patsy, eine Ermittlerin mit deutsch-irischen Wurzeln, bekommt es diesmal mit einer Wasserleiche zu tun. Ein Spaziergänger mit ...

"Schwarze Seele" ist der zweite Band der Patsy-Logan-Reihe von Ellen Dunne. Patsy, eine Ermittlerin mit deutsch-irischen Wurzeln, bekommt es diesmal mit einer Wasserleiche zu tun. Ein Spaziergänger mit seinem Hund stößt auf die Leiche, die im Schwabinger Bach liegt. Dabei stellt sich heraus, dass es sich um einen von seiner Schwester vermisst gemeldeten Iren handelt, der derzeit in München weilte um seine Noch-Ehefrau zurückzuholen. Diese hatte sich von ihm getrennt, um mit dem Musiker Steve zusammenzuleben. Patsy Logans Chef möchte den Fall schnell als Unfall abschließen. Patsy dagegen ist überzeugt, es steckt mehr dahinter. Vielleicht eine Beziehungstat? Doch damit nicht genug. Auch Patsy selbst ist privat angeschlagen. Ihr unerfüllter Kinderwunsch schwebt wie ein Damoklesschwert über ihrer Ehe. Hier im Privatleben baut dieser zweite Band auf den ersten auf und führt Patsys Werdegang fort. Ellen Dunne zeichnet mit ihrer Ermittlerin eine Frau, die auf der einen Seite alles perfekt will, aber immer wieder dadurch aneckt oder an ihre Grenzen kommt. Aber dies macht sie auch sympathisch, denn wer kennt das nicht auch aus dem realen Leben. Die Belastung ihrer Ehe durch die Hormonbehandlung und dem nicht eingestellten Schwangerschaftserfolg ist spürbar, aber auch die Beziehungsgeflechte der beteiligten Protagonisten sind gut dargestellt. Und so wird man auch als Leser verleitet vielleicht den falschen Täter zu verdächtigen, denn letztendlich kommt es doch wieder ein klein wenig anders. Und so klärt sich alles erst wirklich gegen Ende des Krimi, obwohl man versucht war vorher sich als Leser festzulegen. Ellen Dunne ist mit "Schwarze Seele" eine gute Fortsetzung der Reihe gelungen. Auch diesmal verwebt sie Mordfall und Privatleben der Ermittlerin geschickt, am Ende sogar mit einem interessanten Cliffhanger bezüglich Patsy. Man darf gespannt sein, wie es mit der Ermittlerin in einem möglichen dritten Band weitergeht.

Veröffentlicht am 11.01.2019

Mordet der Spielmann erneut?

Leid und letzter Tag
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"Leid und letzter Tag" ist der sechste Band aus der Erik-Donner-Reihe von Elias Haller und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. Dabei müssen die Ermittler einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen, ...

"Leid und letzter Tag" ist der sechste Band aus der Erik-Donner-Reihe von Elias Haller und zugleich mein erstes gelesenes Buch des Autors. Dabei müssen die Ermittler einen Wettlauf gegen die Zeit gewinnen, um einen Serienkiller zu stoppen. Über eine Handy-App werden sie als fünf Mitspieler dirigiert, um das jeweilige Opfer zu retten. Erik Donner selbst, Kriminalhauptkommissar beim Leipziger K11, ist um es gelinde auszudrücken ein schwieriger Typ. Er hat den Spitznamen "Monster" unter den Kollegen aufgrund von Narben, aber bestimmt auch wegen seiner abweisenden Art. Nur Annegret, die K11-Leiterin und seine Freundin, durchdringt diesen Panzer. Sie und ihren Sohn Malte liebt er und sehnt sich nach ihrer Heirat. Doch die Vergangenheit und der inhaftierte Serienkiller Herzig, genannt der "Spielmann", scheint wieder aktiv zu sein. Aber wie geht das, sitzt er doch in der JVA ein? Kann der Killer rechtzeitig gestoppt werden, denn er bedroht auch Erik und seine Lieben? Elias Haller konstruiert hier ein brutalen, aber extrem spannenden Thriller. Von der ersten Seite weg zog er mich in seinen Bann, der mich bis zum Schluss fesselte. Man spürt richtig diesen Wettlauf gegen die Zeit, fühlt wie die Uhr herunterzählt im Handydisplay, um den Ermittlern so gut wie keine Chance zu geben die Opfer zu retten. Zeitgleich erfährt der Leser häppchenweise durch Rückblenden in die Vergangenheit, was es mit dem Spielmann und der Historie auf sich hat. Immer mehr werden Motiv klar, trotzdem bleibt der wahre Täter sehr lange verborgen. Der Spannungsbogen ist extrem gut, atemlos hetzt man auch als Leser von Seite zu Seite. Leid, Trauer, Schockmomente, all dies bietet dieser Thriller. Und wenn ich Erik Donner jetzt auch nicht unbedingt als einen sympathischen Ermittler bezeichnen kann, war dieser Thriller für mich dennoch ein Volltreffer, ein Spannungsfeuerwerk.

Veröffentlicht am 07.01.2019

Zefix no amoi !!!

Eberhofer, Zefix!
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"Eberhofer, Zefix" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten des Franz Eberhofer von der Autorin Rita Falk, wobei man bei diesem Buch nicht wirklich von Sammlung sprechen kann. Es sind in Summe genau vier ...

"Eberhofer, Zefix" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten des Franz Eberhofer von der Autorin Rita Falk, wobei man bei diesem Buch nicht wirklich von Sammlung sprechen kann. Es sind in Summe genau vier Kurzgeschichten die sich gerade mal über 78 Seiten ausdehnen. Und davon ist die letzte sogar schon mal im "Kaiserschmarrndrama" abgedruckt gewesen. Die restlichen 50 Seiten sind Wörterlexikon "Niederbayerisch für den Rest der Welt" und Werbung. Für mich als Oberbayer wahnsinnig bildend. Nicht das ich die Geschichten vom Franzl nicht mag, ja sogar sehr gern lese, aber ich frage mich schon was sich der dtv Verlag dabei gedacht hat. Mal kurz auf der Erfolgswelle acht Euro für dieses Werk abzocken? Hier muss man fast von Nepp sprechen, so kann man die Leser vergraulen. Recht viel mehr kann ich zu diesem Werk fast nicht sagen. Einfach enttäuschend.

Veröffentlicht am 06.01.2019

Thomas Blackstone auf Rachefeldzug

Legenden des Krieges: Der große Sturm
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"Der große Sturm" ist der vierte Band aus der Legenden-des-Krieges-Reihe von David Gilman. Ein weiteres Kapitel im hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich wird aufgeschlagen im Jahr 1360. ...

"Der große Sturm" ist der vierte Band aus der Legenden-des-Krieges-Reihe von David Gilman. Ein weiteres Kapitel im hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich wird aufgeschlagen im Jahr 1360. Edward III. ist entschlossen endgültig die französische Krone an sich zu reißen, nachdem der Dauphin Karl immer noch nicht den Lösegeldforderungen für den französischen König Johann nachgekommen ist. Immer wieder wird Thomas Blackstone und seine Männer dabei in weitere Kämpfe auf dem Weg nach Paris verwickelt. Als im April 1360 ein schwerer Gewittersturm das englische Heer auf offenem Gelände überraschte und tausende Soldaten und Pferde dabei im Hagelschlag ums Leben kamen, sah dies Edward III. als göttliches Zeichen für Friedensverhandlungen. Und damit wird Thomas Blackstone erneut zum Spielball der Könige, aber ihm bietet sich auch die Chance sich an den Auftraggebern des Mordes seiner Gattin und Tochter zu rächen. Sein Weg führt in nach Mailand zu den Brüdern Visconti. Auch in diesem Band schildert Gilman seine Handlung mit aller Härte und Brutalität, die so ein Krieg für die Menschen bereithielt. Teilweise mit derber Sprache, aber jederzeit glaubwürdig. Das Buch liest sich wie auch die anderen Bände dabei flüssig. Erneut wird man als Leser in die Geschichte hineingezogen, fiebert mit bei den Kämpfen, hofft auch das Blackstone irgendwann zur Ruhe kommt. Aber sein Sinn auf Rache ist größer und seine Persönlichkeit ist dabei gut herausgearbeitet. Immer mehr wachsen einem der Protagonist und seine Begleiter dabei ans Herz und man hofft, sich beim Lesen von keinem verabschieden zu müssen. Für mich wieder ein guter historischer Roman aus der Zeit des hundertjährigen Krieges und ein stimmiger Band dieser Serie.

Veröffentlicht am 01.01.2019

Kommissar Kluftinger selbst in Lebensgefahr

Kluftinger
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"Kluftinger" ist der mittlerweile zehnte Band aus der gleichnamigen Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Und diesmal steht der Kommissar selbst im Scheinwerferlicht, denn anscheinend soll er das ...

"Kluftinger" ist der mittlerweile zehnte Band aus der gleichnamigen Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Und diesmal steht der Kommissar selbst im Scheinwerferlicht, denn anscheinend soll er das Mordopfer werden. Erst an Allerheiligen sein Name auf einem Holzkreuz an dem frischen Grab, dann auch noch seine Todesanzeige in der Zeitung. Er muss in der Vergangenheit forschen, wer an ihm Rache üben will. Und so erfährt diesmal der Leser sehr viel über die Lebensgeschichte des Klufti, beginnend aus der Jugendzeit bis hin zu seiner Karriere als Kriminalpolizist. Dieser Band ist daher weniger ein klassischer zu lösender Kriminalfall wie in den Vorgängerbänden. Viel mehr ist es ein Band in dem der Leser sehr viel über den Werdegang des Klufti erfährt. Gewohnt sind dabei natürlich etliche Schmunzelmomente vorhanden, die das Buch zu einer unterhaltsamen Lektüre werden lassen. Aber die Handlung nimmt auch einige Wendungen, die bedeutende Einschnitte im Leben des Ermittlerteams darstellen. Obwohl man diesmal sehr viel über den Protagonisten erfährt, bleibt aber bezüglich des Falles einiges im Unklaren, ja sogar das Ende fast wie der Einstieg in einen elften Band. Das fand ich etwas schade und letztendlich auch ein wenig unbefriedigend. In Summe gefällt mir dieser zehnte Band gut, aber an Hochzeiten des Klufti kann er nicht ganz herankommen.