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Veröffentlicht am 20.09.2024

Ein Sturm wird kommen über sie ...

Kalter Sturm
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"Kalter Sturm" ist der vierte Fall der Tom-Skagen-Reihe von Anne Nørdby. Der Ermittler Tom Skagen gerät erneut ins Visier der rechtsradikalen Gruppierung "Åsgards Søner". Seit seinem letzten Fall konnten ...

"Kalter Sturm" ist der vierte Fall der Tom-Skagen-Reihe von Anne Nørdby. Der Ermittler Tom Skagen gerät erneut ins Visier der rechtsradikalen Gruppierung "Åsgards Søner". Seit seinem letzten Fall konnten die Hintermänner bis dato nicht ausfindig gemacht werden und anscheinend sind diese jetzt auf einem Feldzug um unliebsame Zeugen und Ermittler zu beseitigen. Schnell wird klar, er wäre nur in einem Safehouse sicher. Doch auf dem Weg zu diesem wird er als Ermittler zu einem ominösen Vermisstenfall in Island gerufen. Für ihn die bessere Entscheidung um selbst von der Bildfläche zu verschwinden und gleichzeitig für Skanpol tätig zu sein. Doch vor Ort trifft er auf ein Geflecht von Schweigen. Familien, die einer Sekte angehören und abergläubische Bewohner, die hinter den Lavasteinen noch das Land der Elfen sehen. Und dann gibt es ein Mordopfer unter den Sektenmitglieder. Tom Skagen muss die Wahrheit inmitten von Glaubensfanatikern, Schnee und Eis, sowie heißen Lavaströmen herausfinden. Anne Nørdby beginnt diesen vierten Fall von Tom Skagen mit zwei Handlungssträngen. Einige Zeit muss man dabei als Leser rätseln, wie sich diese zusammenfügen. Letztendlich verfolgt sie aber nur einen in der Hauptstory, der andere wirkt wie schmückendes Beiwerk. Aber diesen Hauptstrang verfolgt die Autorin dann konsequent und der Leser wird in das Geschehen mit hineingesogen. Bildreich beschrieben die karge Lavalandschaft mit ihren zerklüfteten Höhlen und schwefelhaltigen Quellen, aber auch dieses extreme Miteinander der Sektenmitglieder. Unter dem Mantel des Glaubens verbirgt sich viel mehr, Abgründe gegen die die Lavahöhlen Islands nicht Schritt halten können. Dazwischen die Ermittler, auch diese drei völlig unterschiedliche Charaktere. Teils schleichen sich zwar kleine Längen in der Story während der Ermittlungen ein, im Gesamten ist dieser neue Band der Reihe aber wieder durchaus gelungen. Speziell im letzten Drittel gewinnt die Geschichte auch immer mehr an Fahrt und hält dieses Spannungsniveau auch bis zuletzt. In Summe ist dieser vierte Band wieder ein lesenswertes Buch, dies einen in die Landschaft Islands entführt. Von Ermittler Tom Skargen zu lesen macht Spaß und hoffentlich darf man von ihm auch in einem weiteren Band zu neuen Fällen entführt werden.

Veröffentlicht am 15.09.2024

Tick ... tack ... deine Zeit läuft ab!

Das Quadrat
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"Das Quadrat" ist der sechste Band der Arne-Stiller-Reihe von Elias Haller. In Dresden soll das neu gebaute Kriminalwissenschaftliche und -technische Institut (kurz KTI) des LKA Sachsens eingeweiht werden. ...


"Das Quadrat" ist der sechste Band der Arne-Stiller-Reihe von Elias Haller. In Dresden soll das neu gebaute Kriminalwissenschaftliche und -technische Institut (kurz KTI) des LKA Sachsens eingeweiht werden. Etliche, teils hochrangige Besucher sind vor Ort. Doch es kommt zu einem Sprengstoffattentat , bei dem sechs Menschen den Tod finden und etliche Besucher schwer verletzt werden. Unter ihnen auch die Freundin des Kryptologen Arne Stiller. Dieser hatte kurz vor dem Anschlag noch einen rätselhaften Anruf erhalten, konnte den Anschlag aber nicht mehr verhindern. Zudem ist ein ehemaliger Bombenleger in der Stadt, der nun nach seiner Haftentlassung sich als Buchautor feiern lässt. Arne Stiller konnte ihn damals rechtzeitig überführen. Beginnt nun ein weiteres Katz-und-Maus-Spiel zwischen den beiden? Elias Haller lässt dem Leser gleich nur ca. drei Seiten Zeit um in der Geschichte anzukommen. Denn dann zieht er fest am Spannungsbogen und katapultiert einen sofort in diesen hochexplosiven Fall. Rätselhafte Verschlüsselungen gilt es für die Ermittler zu lösen, dabei stehen sie unter Hochdruck die nächsten Bombenattentate zu verhindern. Wenn die Uhrzeit auf dem Zünder runterzählt, ist man als Leser selbst wie gefesselt und bangt mit ob die Entschärfung rechtzeitig gelingt. Dieser sechste Band der Reihe rund um den Kryptologen Arne Stiller ist beste Thrillerkunst. Elias Haller gelingt es einen derart mit diesem rasanten Fall zu fesseln und in Atem zu halten, so dass ich das Buch nur schwer zur Seite legen konnte. Einfach Hochspannung pur. Für mich ein perfekter Band aus dieser Reihe und eine absolut Leseempfehlung für Thriller- und Krimifans.

Veröffentlicht am 09.09.2024

Nelsons Weg vom Captain zum Admiral

Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs
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"Captain Nelson - Unter der Flagge des Königs" ist der erste Band von zweien der Dilogie "Lord Nelson - Über alle Meere" von Mac P. Lorne. Im Februar 1784 erhält der noch junge Captain Nelson den Auftrag ...

"Captain Nelson - Unter der Flagge des Königs" ist der erste Band von zweien der Dilogie "Lord Nelson - Über alle Meere" von Mac P. Lorne. Im Februar 1784 erhält der noch junge Captain Nelson den Auftrag sich nach Plymouth und an Bord der HMS Boreas zu begeben, um sich auf ihr auf den Weg Richtung Kleine Antillen zu machen. Dort soll er die Gattin und Tochter des dortigen Kommandanten abliefern und danach seine Segelorder erfüllen: Die strikte Befolgung des „Navigation Act“ und die Unterbindung des Schmuggels. Doch diese Aufgabe erweist sich als äußert schwierig für den prinzipientreuen jungen Nelson, denn vor Ort werden diese Dinge auch von der englischen Admiralität anders gehandhabt als es im fernen England gewünscht ist. Nelson erfüllt seine Order entgegen aller Widerstände, muss aber nach seiner Rückkehr in die Heimat für mehr als fünf Jahre mit Halbsold auf ein neues Kommando warten. Erst nach der Kriegserklärung der Franzosen gegen England erhält er ein neues Kommando über die HMS Agamemnon. Unter verschiedenen Vorgesetzten beginnt 1793 sein Einsatz im Mittelmeer und sein militärischer Aufstieg. Mac P. Lorne greift mit dieser Dilogie den Werdegang eines der größten Seehelden Englands auf und macht daraus unter Berücksichtigung historischer Fakten und Ereignisse einen spannenden Seefahrerroman. Haderte ich anfangs noch ein klein wenig mit dem sturen Pfarrerssohn aus Norfolk, so hatte er mich spätestens mit seinen Manövern in Westindien gänzlich eingefangen. Der Leser erfährt von Schwächen wie auch Stärken dieses Mannes und erlebt dessen Werdegang hautnah mit. Viele seiner Einsätze fügten den Franzosen unter Napoleon Bonaparte immer wieder empfindliche Niederlagen zu. Seine Einsätze in der Royal Navy verfolgt man als Leser nur so von Seite zu Seite. Teils zog mich die Geschichte so in ihren Bann, als wäre ich selbst an Bord der HMS Agamemnon gewesen. Dieses Buch ist ein weiterer hervorragender Seefahrerroman von Mac P. Lorne und ich kann es kaum erwarten wie es im zweiten Teil dann mit Admiral Nelson weitergeht. Absolute Leseempfehlung für alle, die wie ich auf spannende Geschichten aus der Seefahrt stehen.

Veröffentlicht am 02.09.2024

"Sie lebten in Sünde und gehörten bestraft"

Genius
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"Genius" ist der vierte Band der Kommissar-Birkholz-Reihe von Astrid Schwikardi. Spielende Kinder finden in der Nähe von Fort Deckstein eine Frauenleiche. Die junge Frau wurde erwürgt. Bei der Obduktion ...

"Genius" ist der vierte Band der Kommissar-Birkholz-Reihe von Astrid Schwikardi. Spielende Kinder finden in der Nähe von Fort Deckstein eine Frauenleiche. Die junge Frau wurde erwürgt. Bei der Obduktion findet man eine spezielle Münze in ihrem Hals. Was will der Täter damit ausdrücken? Als kurze Zeit später erneut eine erwürgte Frauenleiche mit ebenfalls der gleichen Münze im Hals aufgefunden wird, ist die Kölner Kripo in höchster Alarmbereitschaft. Es scheint sich um einen Serientäter zu handeln, aber was sind seine Beweggründe? Kommissar Birkholz und sein Team brauchen den schnellen Fahndungserfolg, denn die Mordserie scheint nicht zu Ende zu sein. Astrid Schwikardi schickt ihren Kölner Ermittler nun zum vierten Mal ins Rennen. Bekannte Figuren aus den Vorgängerbänden begegnen dem Leser erneut, man muss aber diese nicht zwingend zuvor gelesen haben. Dieser Band lässt sich eigenständig lesen. Gleich im Prolog wird es spannend und der Leser wird sofort in die Geschichte gezogen. Die Ermittler leisten dann klassische Polizeiarbeit. Befragungen, Hintergrundrecherche, Obduktionsbericht, alles was man so kennt. Dies wirkt aber nie langweilig, denn es gelingt der Autorin dem Leser die Erkenntnisse ebenso wie ihren Ermittlern häppchenweise zu präsentieren. So bleibt es immer spannend und die kurzen prägnanten Kapitel tragen dazu bei, dass der Krimi für den Leser absolut kurzweilig ist. Auch die Hinführung zum Finale der Story hat mir gut gefallen, damit bleibt es bis zur letzten Seite spannend. Einzig kleine Fragen bleiben am Ende offen: Stichworte "Gewalt in der Ehe" und "Holzfass". Dies ist aber in keinerlei weise störend. In Summe ist auch dieser vierte Band der Reihe ein gelungener Krimi und es machte Spaß Kommissar Mark Birkholz und sein Team wieder bei den Ermittlungen zu begleiten.

Veröffentlicht am 27.08.2024

Mauerbau und Geheimnisverrat

Mauern und Lügen
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"Mauern und Lügen" ist der vierte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (einem Pseudonym des Autors Jörg Kastner). Im Sommer 1961 erfährt BKA-Hauptkommissar Philipp Gerber in letzter Minute durch ...

"Mauern und Lügen" ist der vierte Band der Philipp-Gerber-Reihe von Ralf Langroth (einem Pseudonym des Autors Jörg Kastner). Im Sommer 1961 erfährt BKA-Hauptkommissar Philipp Gerber in letzter Minute durch einen anonymen Anruf von einem Anschlag auf seinen ehemaligen Vorgesetzten beim US-Militärgeheimdienst. Dieser Anschlag kann durch ihn gerade noch vereitelt werden, aber schnell gerät er selbst in die Schusslinie. Anscheinend gibt es in Reihen des BND einen Verräter. Gleichzeitig spitzt sich in Berlin immer weiter die politische Lage zwischen Ost und West zu. Die Stadt steht vor der Teilung, Flüchtlingsströme sind unterwegs in den Westteil und ein ehemaliger Feind Gerbers will überlaufen. Wird es Philipp Gerber gelingen den KGB-Mann in den Westen zu schleusen oder steht er dann auch auf der falschen Seite der Mauer? Ralf Langroth lässt seinen BKA-Hauptkommissar erneut zu einem Meilenstein der deutschen Nachkriegsgeschichte ermitteln. Dabei gelingt es immer wieder hervorragend die zeitgeschichtlichen Ereignisse aus dem Jahr 1961 mit einem spannenden Spionagethriller zu verbinden. Der Protagonist Philipp Gerber und seine Freundin, die Journalistin Eva Herden, wirken auf mich als Leser absolut sympathisch und man fiebert mit den beiden nur so in der Story mit. Auch das in diesem Roman wieder einige reale Personen vorkommen und in die Erzählung mit eingebaut werden gefällt mir sehr gut. Dadurch wirkt das Geschehen noch realer und man reist beim Lesen direkt in die Zeit von damals zurück. Die Vorgeschichte und letztendlich der Mauerbau war ein Ereignis, dass für viele Jahre in Deutschland prägend war. Die Umsetzung und Einarbeitung des Zeitgeschehens in diesen Thriller ist dabei hervorragend gelungen. Auch dieser vierte Band der Philipp-Gerber-Reihe hat mir hervorragend gefallen und ist für mich eine klare Leseempfehlung. Das zusätzliche Nachwort mit weiteren Informationen und die Zeittafel runden das Buch am Ende noch als I-Tüpfelchen ab.