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Veröffentlicht am 15.09.2016

Absolute Leseempfehlung

Im Glanz der Welten
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Neue Schule, neues Image. So ist die Hoffnung von Silke, die auf ihrer früheren Schule keinen Anschluss gefunden hatte und Mobbingattacken erleben musste. Mit dem Wechsel auf das Gymnasium erhofft sie ...

Neue Schule, neues Image. So ist die Hoffnung von Silke, die auf ihrer früheren Schule keinen Anschluss gefunden hatte und Mobbingattacken erleben musste. Mit dem Wechsel auf das Gymnasium erhofft sie sich einen Neuanfang und endlich Freunde. Doch die Mobber sind auch auf dem Gymnasium und denken nicht daran, Silke in Ruhe zu lassen. Silke sieht nur einen Ausweg. Sie muss weg. Alles hinter ihr lassen und in einer anderen Welt ihr Glück versuchen. Denn Silke hat ein Geheimnis. Als Kind konnte sie zwischen unserer und der Anderswelt hin und her springen. Und nun versucht sie erneut den Wechsel. Es gelingt, doch der Rückweg wird versperrt. Wie es das Schicksal so will, trifft Silke auf ihre Kindheitsfreundin Ysra und die Halbriesin Unna. Gemeinsam lassen sie sich für den Leit anwerben. Zusammen mit 997 anderen Frauen ziehen sie ins Moor, um die seltenen Diamantblumen zu pflücken. Die 100 besten Pflückerinnen erhalten die Chance auf eine Ausbildung zur Weberin. Für diese Ehre spielen nicht alle Frauen fair. Die drei müssen sich aber nicht nur mit den Intrigen ihrer Mitbewerber auseinander setzen, auch unter den Soldaten gibt es Feinde und das Moor selbst enthält das Böse.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Silke, der Hauptperson, Ysra, Unna, Crispin und Ben erzählt.
Silke war mir ziemlich schnell sympathisch. Ihre Erlebnisse in unserer Welt waren schrecklich und ich kann verstehen, dass sie diese Attacken irgendwann nicht mehr aushält. Ihre Mutter ist nach dem Tod des Vaters tief in die Esoterikszene eingetaucht und ist nicht in der Lage die Situation ihrer Tochter zu erfassen. In der Anderswelt beginnt Silke stärker zu werden. Ihre neu gefundenen Freunde und die Anforderungen, die das Moor an die Mädchen stellt, lassen Silke wachsen. Sie wird selbstbewusster und beginnt sich zu behaupten.

Ysra ist eine Huldra, und auch wenn die Anderswelt viele magische Wesen beheimatet, sind die Menschen ihr nicht wohlgesonnen. Nach dem Tod ihrer Mutter steht sie alleine da und muss herausfinden, wie sie leben will und kann. Ihre Heilkenntnisse sind gern gesehen, aber ein kleiner Fehler und der Ruf nach dem Scheiterhaufen wird laut. Ysra gibt sich sehr selbstbewusst und ist sich ihrer Fähigkeiten und ihrer Grenzen bewusst.

Unna ist eine Halbriesin und war ihr Leben lang eingesperrt unter der Herrschaft ihres grausamen Vaters. Durch die fehlenden sozialen Kontakte fällt es ihr schwer die Menschen zu durchschauen. Sie schwankt zwischen ihrer Loyalität zu ihren Freunden und ihrer "Schwester", versucht aber einen Mittelweg zu finden und keinen zu verlieren.

Die drei Freunde lernen auf dem Leit Crispin und Astrid kennen. Crispin hat gegen den Schatten seines toten Bruders zu kämpfen und erhofft sich, Anerkennung beim König und bei seiner Mutter zu gewinnen, wenn er es schafft, mehr Diamantblumen sammeln zu lassen als sein Vorgänger vor hundert Jahren. Crispin konnte ich nicht so ganz einschätzen. Auf der einen Seite ist er recht sympathisch und will alle beschützen und dann gibt er Befehle, die die Frauen in tödliche Gefahr bringen. Und er weiß in dem Moment um die Gefahr.

Astrid stammt aus einer reichen Familie und ist von Zuhause abgehauen, um sich dem Leit anzuschließen. Wieso, weshalb, warum bleibt lange Zeit ungeklärt, aber schnell wird deutlich, dass Astrid nicht vor hat zu arbeiten und trotzdem die beste Pflückerin werden will. Ein unangenehmer Mensch, der aber zum Ende hin einige Überraschungen bereithält.

Und in der Menschenwelt? Dort spielt Ben eine wichtige Rolle. Er ist ein Klassenkamerad von Silke, der erst nach ihrem Verschwinden sein Gewissen findet. Zudem ist er der Freund von Silke "Ober"-Mobberin Amanda. Ich gestehe, er hat seine positiven Seiten, aber ich mag ihn nicht.

Ziemlich viele Sichtweisen, aber es kommt kein Durcheinander auf und man weiß immer, wo man gerade ist. Die Wechsel sind schön aufeinander abgestimmt. Åsa Böker schafft es eine unglaubliche Welt aufzubauen, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat. Man fiebert mit den Mädchen mit und wünscht ihnen allen, dass sie den Leit überleben. Und dann steht immer noch die große Frage im Raum, ob Silke einen Weg zurück in ihre Welt findet. Und ob sie dies überhaupt will. Und wofür werden die Diamantblumen gebraucht? Nordische Mythen sind geschickt in die Geschichte eingewoben und man lernt viele neue Wesen und Mythenanfänge kennen. Ich möchte direkt in den nächsten Band einsteigen, der aber noch etwas auf sich warten lässt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ganz unterhaltsam

Mein Herz für deine Liebe
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Mein Herz für deine Liebe ist der zweite Band der Herzgeschichten von Danielle A. Patricks und erzählt die Geschichte von Marika und Tim. Da ich den ersten Band selbst nicht kenne, kann ich sagen, dass ...

Mein Herz für deine Liebe ist der zweite Band der Herzgeschichten von Danielle A. Patricks und erzählt die Geschichte von Marika und Tim. Da ich den ersten Band selbst nicht kenne, kann ich sagen, dass es sich ohne Probleme als Erstes lesen lässt.

Die Erzählperspektive ist die des eingeschränkten auktorialen Erzählers, wobei die meiste Zeit aus Marikas Sicht erzählt wird. Aber auch Tims Sicht erhält genügend Platz, um ihn kennen zu lernen. Der Schreibstil ist flüssig gehalten und leicht zu lesen. In meinen Augen genau richtig für eine Liebesgeschichte.

Marika hat nach einem traumatischen Erlebnis jedes Interesse an einer längeren Beziehung verloren und hält sich von potenziellen Beziehungskandidaten fern. Ihr Verlangen nach körperlicher Nähe befriedigt sie durch One-Night-Stands. Diese Tatsache hat mich gleich zu Anfang beruhigt. Jedes Mal, wenn ich bei Frauen das Wort Beziehungsprobleme und Trauma lese, dann mache ich mir Sorgen, dass ein gewisses Erlebnis passiert ist, was natürlich schrecklich ist, bei dem ich aber auch das Gefühl habe, dass es in jeder dritten Geschichte die Ursache für das Trauma ist. Ich möchte ja nicht zu viel verraten und vielleicht wisst ihr ja so, was ich meine. Jedenfalls lässt Marika kaum noch jemanden an sich heran und hat nur zu der Familie ihrer besten Freundin Anne eine richtige Beziehung. Ersatzfamilie sozusagen. Für die Liebe kein guter Nährboden.

Tim ist ein Kollege und Freund von Annes Ehemann. Er und Marika kennen sich zu Beginn des Buches schon und es wird deutlich, dass Tim schon länger versucht ein Date mit Marika zu bekommen. Was diese bisher ablehnt. Die Art und Weise wie er dieses dann doch erhält, machte ihn mir nicht gerade sympathisch. Ich hätte an Marikas Stelle nicht eingewilligt. Jedenfalls bin ich mit Tim bis zum Ende hin nicht wirklich warm geworden. Zwischendrin hatte ich mich gefragt, ob er zu Gewalt neigt, wenn er nicht bekommt was er will. Das Gefühl erhielt ich durch Sätze wie „Tims Gesicht verzog sich nun doch wutentbrannt. Sein harter Griff umschloss ihren Arm noch fester. Drückte seine Finger tief in ihr zartes Fleisch.“ (S. 60 auf meinem Tablet) Und dann fallen auch öfter die Worte „drohte er“. Das legt sich war alles ab der Mitte, aber der erste Eindruck zählt viel. Es wurde aber im Laufe der Geschichte deutlich, dass Tim ihr guttut und er war am Ende auch nicht mehr ganz so unsympathisch wie zu Beginn, aber mich für sich zu erwärmen, schaffte er nicht. Aus diesem Grund ist der Funke der Liebe auch nicht zu mir übergesprungen.

Trotz der fehlenden Gefühlsduselei meinerseits, deren hervorrufen ich bei Liebesgeschichten erwarte, ließ sich die Geschichte angenehm zu Ende lese. Ich war daran interessiert, ob es Marika gelingt sich ihrem Trauma zu stellen und ob es ein Happy End für die beiden geben wird.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Dieses Multiversum zieht einen in seinen Bann

Elric - Der Blutthron
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Die erste Geschichte über Elric, den Herrscher über die Dracheninsel Melniboné, erschien erstmals 1961 unter dem Titel The Stealer of Souls. Mit Elric - der Blutthron erscheint der erste Band der Elric ...

Die erste Geschichte über Elric, den Herrscher über die Dracheninsel Melniboné, erschien erstmals 1961 unter dem Titel The Stealer of Souls. Mit Elric - der Blutthron erscheint der erste Band der Elric Saga in neuer Übersetzung und mit Zusatzmaterialen wie zum Beispiel dem Skript zum Graphic Novel und einem Interview mit Michael Moorcock. Für Fans der Elric-Saga sicherlich sehr interessant. Im Zuge einer Leserunde bin ich in den Genuss dieser Geschichte gekommen und nach dem Lesen kann ich die lobenden Worte aus den Vorworten sehr gut nachvollziehen. Aus diesen erfuhr ich auch, dass Elric prägend für die Rolle des tragischen Heldens in der fantastischen Literatur war und ist.

Elric ist ein Albino und kann nur mit regelmäßigem Konsum von Drogen körperlich stark bleiben. Elric unterscheidet sich aber nicht nur äußerlich von seinem Volk, er erfreut sich auch nicht an den gleichen Grausamkeiten. Sein Vetter Yyrkoon stellt Elrics Herrscheranspruch in Frage, da Elric sich von den vorherigen Herrrschern stark unterscheidet und Yyrkoons Ansicht nach, das Reich der Melnibonéer in den Untergang führen wird. Cyromil, Elrics Verlobte, und Dyvim Tvar, der Herr der Drachenhöhlen, sind Elrics einzige Freunde, die ihn und seine moralischen Gedanken zwar nicht verstehen, aber vollkommen hinter ihm stehen. Elric und Yyrkoon sind als Drachenprinzen Zauberer und können die verschiedenen Dämonen, Elementarwesen und die Chaosfürsten selbst beschwören, die ihnen helfen, dafür aber auch einen Preis fordern. Für eine Aufgabe muss Elric den Obersten der Chaosfürsten, Arioch, beschwören und wird damit zum Spielball zwischen den Fürsten der Ordnung und des Chaos.

Elric würde ich folgendermaßen beschreiben: leidend, einsam, melancholisch, wütend, hassend, liebend, voller Selbstzweifel, mit sich und der Welt im Unreinen ... "der ewige, tragische Held". Ich fand ihn faszinierend. Er ist vielschichtig und eine verlorene Seele, die den richtigen Platz für sich und sein Volk sucht. Es ist sicherlich interessant zu erfahren, wie er sich in den nachfolgenden Bänden entwickelt; und wie sein Leben bei dem ihm vorbestimmten Schicksal verläuft.

Das Multiversum, in der Elrics Geschichte angesiedelt ist, ist sehr komplex aufgebaut. Die Welt besteht aus mehreren Dimensionen/Ebenen; Chaos und Ordnung stehen im Kampf miteinander und Elric wird zur Schlüsselfigur. Das Tempo der Geschichte ist sehr zügig. Die Hauptgeschichte wird kontinuierlich verfolgt, es gibt keine Nebengeschichte. Manchmal wirkte die Geschichte etwas gehetzt auf mich, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.

Die Saga von Elric gehört zu den Klassikern des Fantasygenre und ich habe den ersten Band verschlungen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Schöner Fantasyroman, der mehr hätte sein können

Cleaners Inc. - Retterin der Welt
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Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Thia erzählt, die von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für die magischen Wesen, auch Ceteri genannt, in ihrer Stadt und Umgebung trägt, obwohl ...

Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Thia erzählt, die von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für die magischen Wesen, auch Ceteri genannt, in ihrer Stadt und Umgebung trägt, obwohl sie von deren Existenz gar keine Ahnung hatte.
Durch die Ich-Perspektive lernt der Leser die magische Welt zusammen mit Thia kennen. Ich mag den Ich-Erzähler - wenn es gut geschrieben wird. Die Schwierigkeit liegt ja darin, dass nur Dinge vermittelt werden können, die der Erzähler weiß. Nur sein Innenleben, sein Gefühle können direkt vermittelt werden. Gefühle der Nebencharakter allerdings nur indirekt durch Gespräche, Gesten und Handlungen. Und hier hakte es in meinen Augen leider. Die anderen Personen wie Thias Vater, Colton, Jared, Angela, .... blieben mir fremd, eben weil ich ihre Handlungen zum Teil nicht nachvollziehen konnte. Thia hingegen wirkte sehr sympathisch auf mich. Sie hat keine Ahnung, von ihren Kräften und soll ohne Anleitung ihre Aufgabe erfüllen. Das da nicht alles klappt, wie von ihren Chefs, dem Konsortium, gewünscht, ist verständlich. Trotzdem versucht sie ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Auch die Liebesgeschichte konnte mich trotz der Ich-Perspektive nicht wirklich erreichen. So richtig mitleiden konnte ich mit Thia nicht.
Wer mir noch total sympathisch war: Walther. So süß. Ich hätte auch gern einen.

Die Grundidee und den Handlungsablauf der Geschichte fand ich richtig klasse, allerdings hätte es für meinen Geschmack ein bisschen mehr ins Detail gehen können. Das Aussehen der Drachen zum Beispiel oder Handlungsabschnitte, die auf mich einen unfertigen, "geschnittenen" Eindruck machten. Auch wurden einige Dinge angerissen und tauchten nicht wieder auf. Für mich als Leser blieben da so einige Fragen offen, die die Handlungen plausibler gemacht hätten.

Das Ende wartet mit einem riesigen Cliffhanger auf, der auf einen zweiten Teil hoffen lässt. Trotz all meiner Kritik würde ich nämlich sehr gerne wissen, wie es mit Thia weitergeht. Löst sie das Rätsel und wie steht es mit der Liebe?

Was noch den Lesefluss gestört hat, waren die Fehler. Besonders am Anfang fielen diese stark auf. Doppelte Wörter, die darauf schließen ließen, dass der Satz umgebaut wurde. Kommafehler und Logikfehler. Während der Leserunde erklärte die Autorin aber, dass in nächster Zeit eine neue fehlerfreie Version erscheint.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unterhaltsam, aber zum Teil vorhersehbar

Hardwired - verführt
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Das Genre gehört eigentlich nicht zu meinem üblichen Beuteschema, weil ich finde, dass viele Bücher gleich ablaufen. Frau trifft den perfekten Mann, der ihre sexuelle Lust mit einem Blick entfacht und ...

Das Genre gehört eigentlich nicht zu meinem üblichen Beuteschema, weil ich finde, dass viele Bücher gleich ablaufen. Frau trifft den perfekten Mann, der ihre sexuelle Lust mit einem Blick entfacht und ein paar Tage später ist sie abhängig von ihm und nicht mehr in der Lage eine eigene Meinung zu vertreten. Besonders letzteres stört mich ziemlich.

Dieses Buch fängt auch ganz klischeehaft an, aber im Laufe der Geschichte zeigte sich, dass Erica zumindest versucht ihre Meinung durchzusetzen, auch wenn sie in Diskussionen mit Blake selten die Oberhand behält. Allerdings konnten weder Erika noch Blake mich vollkommen überzeugen. Erika behauptet zwar von sich selbst, dass sie ihren eigenen Weg gehen will, aber der Kontrollzwang von Blake macht es ihr nicht einfach. Dafür dass sie selbst so oft betont, dass sie ihm nicht erlauben wird, sich einzumischen, sind ihre Versuche sich Blake entgegenzustellen in meinen Augen viel zu schwach. Die Tatsache, dass Erika eine furchtbare Erfahrung in der Vergangenheit durchleben musste und Blake ein dunkles Geheimnis hütet, bedienen in meinen Augen auch das Klischee und waren, besonders bei Erika, vorhersehbar. Blake empfand ich zum Ende immer noch sehr farblos.

Ich weiß, dass das Buch der erste Teil einer Reihe ist, aber trotzdem hat es mich gestört, dass viele Dinge/Probleme nur angerissen wurden. Ich kann es nicht ohne Spoiler erklären, deswegen lasse ich es, aber bei einigen Sachen hätte ich mir schon gewünscht, dass weiter daraufeingegangen bzw. es ausführlicher dargestellt wird.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Es ließ sich alles sehr leicht und flüssig lesen. Auch die Sexszenen fand ich stimmig und nicht zu übertrieben. Sex und Story waren in meinen Augen sehr ausgewogen.

Alles in allem eine unterhaltsame Story, die aber mit nichts Neuem aufwarten konnte und zum Teil vorhersehbar war.