Profilbild von Island

Island

Lesejury Star
offline

Island ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Island über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2024

Schmerzvolle Erinnerungen

Tage mit Milena
0

Bei diesem Roman hat mich das Cover direkt angesprochen, da es auf mich wirkte, als spiele das Meer eine große Rolle in der Geschichte. Das war dann zwar weniger der Fall, dennoch hat mir die Geschichte ...

Bei diesem Roman hat mich das Cover direkt angesprochen, da es auf mich wirkte, als spiele das Meer eine große Rolle in der Geschichte. Das war dann zwar weniger der Fall, dennoch hat mir die Geschichte gut gefallen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Annika, eine um die 50-jährige Frau, die eine Art Schreibwarenladen betreibt und dort die 17-jährige Klimaaktivistin Luzie kennenlernt. Dadurch werden plötzlich Erinnerungen an ihre Zeit in der Hausbesetzerszene in der Hamburger Hafenstraße vor gut 30 Jahren und Milena und Matti wach, mit denen sie damals dort lebte. Aus Sorge um Luzie folgt Annika ihr zu einer Protestaktion in Hamburg, wo weitere Erinnerungen an die Zeit damals und ein traumatisches Ereignis hochkommen.

Ich fand es sehr gelungen, wie die Autorin die aktuellen Klimaproteste mit der Zeit der Hausbesetzungen in Hamburg vor über 30 Jahren verwoben hat und es war sehr interessant, mehr über diese Zeit und die damit verbundenen Ereignisse zu erfahren. Auch die Protagonist:innen sind interessante Persönlichkeiten, deren Charaktere von der Autorin überzeugend ausgestaltet wurden. Der Schreibstil war gut lesbar und Wechsel zwischen den Zeitebenen erzeugten zusätzlich Spannung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.10.2024

Turbulente Weihnachtstage in der Rosenholzvilla

Weihnachten in der Rosenholzvilla
0

Bei diesem Büchlein handelt es sich um eine Weihnachtsausgabe zur Reihe um die Rosenholzvilla. Dadurch ist der Band auch dünner und in einem kleineren Format als die regulären Bände. Die Covergestaltung ...

Bei diesem Büchlein handelt es sich um eine Weihnachtsausgabe zur Reihe um die Rosenholzvilla. Dadurch ist der Band auch dünner und in einem kleineren Format als die regulären Bände. Die Covergestaltung zeigt aber direkt, dass wieder die Rosenholzvilla im Tessin im Mittelpunkt steht und man erkennt auch direkt, dass alles an Weihnachten spielt.

In die Rosenholzvilla zieht kurz vor Weihnachten der erste erkrankte Musiker und es ist ausgerechnet Elisas früherer Erzfeind, Adrien Dufois, der sich ihr gegenüber auch weiterhin total unangebracht verhält. Auch weitere Gäste, unter anderem Elisas Mutter, haben sich zur Weihnachtsfeier angekündigt, bei anderen, nämlich Physiotherapeut Amadou und Danilos Bruder Fabio, bleibt es spannend, ob sie zumindest zum Fest wieder da sein werden. Das Wetter spielt auch nicht so richtig mit, denn es regnet fast ununterbrochen, sodass sogar Erdrutsche in der Nähe der Rosenholzvilla drohen.

Ich fand es schön, diese Weihnachtsfolge der Rosenholzvilla-Reihe zu lesen, zumal diese mir ein Wiedersehen mit den Protagonist:innen ermöglichte, bevor der reguläre dritte Teil erscheint. Ich habe bereits den ersten und zweiten Band gelesen und würde dies auch empfehlen, da sonst doch der Bezug zu den Personen fehlt. Gut gefallen hat mir, dass die Handlung trotz des Weihnachtsmottos nicht zu kitschig und feierlich ausgefallen ist und, dass entgegen aller Weihnachtsklischees Dauerregen herrschte und auch die Gefahren, die der Klimawandel verstärkt mit sich bringt, nicht unter den Tisch gekehrt wurden. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut lesbar und Elisa als Protagonistin ist mir weiterhin sehr sympathisch. Leichte Abzüge gibt es von mir aber für die Preisgestaltung, da das Buch wirklich sehr dünn ausgefallen ist, obwohl noch eine Leseprobe mit Ausblicken auf den dritten Teil enthalten ist. Dafür finde ich den Preis nicht ganz angemessen. Potential, die Geschehnisse rund um Weihnachten und insbesondere den Konflikt zwischen Elisa und Adrien noch ausführlicher zu gestalten, wäre zudem vorhanden gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 13.10.2024

Hebamme unter erschwerten Bedingungen

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
0

Das Cover und der Titel des Romans lassen wenig Unklarheiten, was die Thematik des Buches angeht. In diesem historischen Roman geht es um die Hebamme Maria, die 1893 nach ihrer Ausbildung in München in ...

Das Cover und der Titel des Romans lassen wenig Unklarheiten, was die Thematik des Buches angeht. In diesem historischen Roman geht es um die Hebamme Maria, die 1893 nach ihrer Ausbildung in München in ihr Heimatdorf Brannenburg in den Bayerischen Alpen zurückkehrt, um die Nachfolge der alten Hebamme Alma anzutreten. Dort wird sie aber von vielen wenig freundlich empfangen, da sie als "Bankert" gilt, weil sie unehelich zur Welt gekommen ist und von ihrer Mutter zurückgelassen wurde. Außerdem weigert sich auch Alma, sich aufs Altenteil zurückzuziehen und möchte weiter praktizieren, teils mit fragwürdigen Methoden. Hinzu kommt, dass sie und ihr verheirateter Jugendfreund Max plötzlich feststellen, dass sie mehr füreinander empfinden als nur Freundschaft.

Ich fand es sehr interessant, mehr über die Arbeit einer Hebamme zur damaligen Zeit zu erfahren, einerseits in München, wo in der Geburtsanstalt für ledige Mütter auch ganz eigene Bedingungen herrschten, andererseits in der rauhen und abgeschiedenen Bergwelt mit den einzeln gelegenen Höfen und Almen und den stark im Katholizismus verwurzelten Bewohner:innen, wo Taufen mit Weihwasser im Mutterleib zum Standard der alten Hebamme gehörten und ein enormes Infektionsrisiko darstellten. Auch ansonsten gab es ein großes Risiko für Komplikationen und die Hebammen hatten weite und beschwerliche Wege zurückzulegen. Das wird durch die anschauliche Schilderung vieler Geburten sehr anschaulich, andererseits ist dabei manches doch recht ähnlich, sodass es auch gut möglich gewesen wäre, ein paar der beschriebenen Geburten wegzulassen. Gleiches gilt für die Szenen, in denen werdende Mütter oder ihre Verwandten Maria feindlich gegenüber treten. Maria als Protagonistin war mir sehr sympathisch, die Beschreibung des sich wandelnden Verhältnisses zu ihrem brüderlichen Freund hat mich dagegen nicht voll überzeugt. Insgesamt fand ich die Lektüre aber sehr interessant und der Schreibstil war gut lesbar, daher würde ich mich auch über eine Fortsetzung sehr freuen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2024

Mutter auf Distanz

Der Morgen nach dem Regen
0

Bei diesem Roman hat mich das Cover zunächst weniger angesprochen, da ich weniger abstrakte Covergestaltungen bevorzuge, auch wenn es sicher zum Roman passt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die sechzigjährige ...

Bei diesem Roman hat mich das Cover zunächst weniger angesprochen, da ich weniger abstrakte Covergestaltungen bevorzuge, auch wenn es sicher zum Roman passt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die sechzigjährige Johanna und ihre erwachsene Tochter Elsa. Diese hat seit ihrer Kindheit ein wesentlich engeres Verhältnis zu ihrem Vater, da sie sich oft von ihrer Mutter im Stich gelassen gefühlt hat, da diese für ihren Job bei den Verdienten Nationen in allen möglichen Krisengebieten war, während Elsa und ihr Vater in New York zurückblieben. Im Erwachsenenalter brach Elsa den Kontakt zu ihrer Mutter dann fast vollständig ab. Nun arbeitet Elsa als Anwältin am internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und verteidigt dort potenzielle Kriegsverbrecher. Als ihre Mutter gerade das Haus ihrer Tante Toni am Rhein geerbt hat, wo Elsa in ihrer Kindheit glücklich war, erleidet Elsa einen Burnout und es zieht sie an diesen Ort der Kindheit, aber nicht zu ihrer Mutter. Dennoch müssen die beiden nun miteinander unter einem Dach klarkommen und Johanna sorgt sich auch sehr um ihre Tochter. Langsam nähern beide sich an und so erfährt Elsa vieles über das Leben ihrer Mutter, womit sie nicht gerechnet hätte.

Ich fand den Roman sehr interessant. Man erfährt viel über die Arbeit und die Lebensbedingungen in Krisengebieten und beide Protagonistinnen üben sehr spannende Berufe aus. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, die für eine gewisse Spannung sorgen, bis man nach und nach erfährt, was Johanna widerfahren ist. Die Autorin schildert auch die sehr langsame Annäherung zwischen Mutter und Tochter sehr authentisch und nachvollziehbar. Insgesamt war der Schreibstil gut lesbar und anschaulich, sodass ich mich auch in sehr ungewohnte Situationen gut hineinversetzen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.10.2024

Vielschichtiger Thriller

Lupus
0

»Lupus« ist nach "Der Wald" der zweite Wissenschaftsthriller von Tibor Rode. Auf dem Cover sieht man dann auch den Namensgeber der Geschichte mit einer übertrieben furchteinflößenden Fratze. Dadurch war ...

»Lupus« ist nach "Der Wald" der zweite Wissenschaftsthriller von Tibor Rode. Auf dem Cover sieht man dann auch den Namensgeber der Geschichte mit einer übertrieben furchteinflößenden Fratze. Dadurch war ich mir zunächst nicht ganz sicher, ob das Ganze zu blutig für meinen Geschmack wird, die Thematik hat mich dann aber doch interessiert.

Die Handlung beginnt damit, dass der Vater der Tierärztin und neuen Wolfsbeauftragten des Landkreises Jenny Rausch verschwunden ist. Es wird in Betracht gezogen, dass er bei der Jagd einem Wolfsangriff zum Opfer gefallen ist, da in der Gegend aktuell anscheinend recht aggressive Wölfe unterwegs sind. Ein KI gesteuerter Wildschutzzaun hat zudem sehr seltsame Daten aufgezeichnet. Jenny begibt sich zusammen mit Staatsanwalt Bach auf die Suche nach den Wölfen und auch nach ihrem Vater und stößt dabei auch auf einige Geheimnisse aus dessen Vergangenheit.

Ich fand die Wolfsthematik sehr interessant, da dieses Thema ja seit Jahren die Gemüter von Landwirt:innen und Politiker:innen erhitzt. Auch die KI-gesteuerten Zäune sind nicht nur Fiktion, zumal sie ja auch nicht ausschließlich dazu benutzt werden können, Tiere abzuhalten. Besonders spannend fand ich auch den Zusammenhang zwischen der aktuellen Story und der DDR-Vergangenheit mit der Forschungsanstalt auf der Insel Riems, die eine Welt für sich war und auch heute noch quasi Sperrgebiet ist. Insgesamt war mir die Auflösung am Ende dann jedoch etwas zu konstruiert und unrealistisch. Der Schreibstil des Autors war aber gut lesbar und so, dass man als Laie dennoch alle technischen und naturwissenschaftlichen Zusammenhänge verstehen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere