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Veröffentlicht am 13.03.2022

Eine Frau ist ihrer Zeit voraus

Die Architektin von New York
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Emily Warren Roeblings Mann Washington ist als Chefingenieur dafür zuständig, eine Brücke über den East River zu erbauen, die Ende des 19. Jahrhunderts endlich Brooklyn mit Manhattan verbinden soll, die ...

Emily Warren Roeblings Mann Washington ist als Chefingenieur dafür zuständig, eine Brücke über den East River zu erbauen, die Ende des 19. Jahrhunderts endlich Brooklyn mit Manhattan verbinden soll, die heutige Brooklyn Bridge, die weltbekannt ist. Sie selbst ist ebenfalls sehr an den technischen Hintergründen interessiert und beschäftigt sich mit Berechnungen und Plänen. Als ihr Mann während der Bauphase schwer erkrankt, vertritt und ersetzt sie ihn dann sogar, soweit dies einer Frau in dieser Zeit überhaupt möglich war. Dabei muss sie immer wieder gegen einflussreiche Männer und alle möglichen Widrigkeiten ankämpfen.

Ich hatte bis zur Lektüre des Romans, der auf historischen Fakten, angereichert mit fiktiven Ergänzungen, beruht, noch nichts von Emily Warren Roebling gehört und fand es sehr interessant, mehr über sie als starke Frau, die ihrer Zeit voraus war und vor allem auch die technischen Hintergründe zum Bau der Brooklyn Bridge zu erfahren. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Bauweise und die damit verbundenen Schwierigkeiten so zu beschreiben, dass auch Laien wie ich sich etwas darunter vorstellen können. Es ist beeindruckend, welchen Gefahren alle am Bau Beteiligten sich aussetzten und teilweise auch mit dem Leben dafür bezahlten. Das ist vielen Touristen, die heute die Brücke bewundern, oft wahrscheinlich gar nicht bewusst. Der Schreibstil der Autorin ist gut lesbar und anschaulich, Emily Warren Roebling als Protagonistin weist trotz ihrer Leidenschaft für den Bau der Brücke auch immer eine mitfühlende und sympathische Seite auf, indem ihr das Wohlergehen ihres Mannes, ihrer Familie und der Mitarbeiter wichtig ist, dadurch wirkt sie sehr sympathisch.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Andere Zeiten

Das Fundament der Hoffnung
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Bei Bauarbeiten ist Auroras Bruder Tomasso Mandelli ums Leben gekommen, der das kleine Bauunternehmen der Familie, die nahe des Comer Sees lebt, übernehmen sollte. Der Vater versinkt in einer Depression ...

Bei Bauarbeiten ist Auroras Bruder Tomasso Mandelli ums Leben gekommen, der das kleine Bauunternehmen der Familie, die nahe des Comer Sees lebt, übernehmen sollte. Der Vater versinkt in einer Depression und ist zunächst nicht in der Lage, das Unternehmen weiter zu führen, also ergreift Aurora mehr oder weniger notgedrungen die Initiative und packt im Unternehmen auch körperlich mit an, was ihr schon als kleines Kind Spaß gemacht. In ihrem Umfeld und bei den meisten Kunden stößt sie aber auf wenig Verständnis dafür, der Maurer Michele scheint zunächst der einzige zu sein, der sie unterstützt.

Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen, da ich es mag, beim Lesen in andere Zeiten und Gegenden abzutauchen und auch andere Berufe kennenzulernen. Aurora war mir als Protagonistin auch sehr sympathisch, manchmal hat sie mir (auch wenn das sicher der damaligen Zeit geschuldet ist) aber einen zu naiven Eindruck gemacht und sich auch zu viel gefallen lassen. Das Ende des Buches war mir dann zudem etwas zu abrupt und im Zeitraffer, hier hätte ich mir etwas mehr Details zu Auroras weiteren Leben gewünscht. Der Schreibstil der Autorin war sehr anschaulich und angenehm lesbar.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Die Wunderfrauen suchen ihren eigenen Weg

Die Wunderfrauen
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"Freiheit im Angebot" ist der letzte Teil um die vier Wunderfrauen, die Tante-Emma-Laden-Besitzerin Luise, die Frauenärztin Helga, die Pferdewirtin Marie und die Arztgattin Annabel.

Diesmal spielt alles ...

"Freiheit im Angebot" ist der letzte Teil um die vier Wunderfrauen, die Tante-Emma-Laden-Besitzerin Luise, die Frauenärztin Helga, die Pferdewirtin Marie und die Arztgattin Annabel.

Diesmal spielt alles um das Jahr 1972 herum, als die Olympischen Spiele in München stattfanden. Jede der vier Frauen hat ihr Päckchen zu tragen, beruflich wie privat und auch die Aufarbeitung dunkler Stellen aus der Zeit des Nationalsozialismus in manch einer Familiengeschichte spielt eine Rolle. Alle orientieren sich auf die eine oder andere Art neu und erkennen, dass es wichtiger ist, mit seinem Leben glücklich zu sein, als immer weiter gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.

Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Geschichte um die vier Frauen mit wichtigen Ereignissen, die die damalige Zeit prägten, wie das Olympia Attentat oder die Teilung Deutschlands, zu verknüpfen. Die Perspektivwechsel erzeugten zudem konstant Spannung. Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen und die Gestaltung des Covers passt der gut zu der Geschichte.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Die Töchter des Rum-Fabrikanten

Schwestern fürs Leben
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Im Mittelpunkt von Sybille Schrödters Roman steht die Familie Dannberg, der das altehrwürdige Flensburger Rumhaus Dannenberg gehört. Nachdem der einzige Sohn im 1. Weltkrieg gefallen ist, bleiben vier ...

Im Mittelpunkt von Sybille Schrödters Roman steht die Familie Dannberg, der das altehrwürdige Flensburger Rumhaus Dannenberg gehört. Nachdem der einzige Sohn im 1. Weltkrieg gefallen ist, bleiben vier Töchter, von denen zumindest eine für den Rum brennt und das Familienunternehmen gerne übernehmen würde, aber die Zeit ist noch nicht reif dafür, dass eine Frau ein Unternehmen, noch dazu eine Rumfabrik, führen darf, weshalb sie einen Mann heiraten soll, der das Unternehmen von ihrem Vater übernimmt. Auch die anderen Schwestern haben ihre Wünsche und Träume, die sie zu verwirklichen versuchen, auch wenn es immer wieder zu Rückschlägen und irgendwann auch zur Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg kommt.

Mir hat der Roman grundsätzlich gut gefallen, die Protagonistinnen waren mir sympathisch, auch wenn ich aus heutiger Perspektive nicht immer all ihre Handlungen nachvollziehen kann und anfangs Schwierigkeiten hatte, bei den vielen Personen, den Überblick zu behalten, wer wer ist. Die geschichtlichen Bezüge wirken gut recherchiert und ich fand es interessant auch mehr über das deutsch-dänische Verhältnis in der Grenzregion um Flensburg zu erfahren. Was ich aber etwas vermisst habe, waren detaillierte Informationen zu den Feinheiten der Rumproduktion und zum Handel mit Rum, da hatte ich erwartet, dass das eine etwas größere Rolle spielt. Auf jeden Fall interessiert mich aber die Fortsetzung, da ich gerne erfahren würde, wie es nach Kriegsende mit allen weiterging.

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Veröffentlicht am 13.03.2022

Die Zeit des Nationalsozialismus in Köln aus der Perspektive einer Edelweißpiratin

Die Edelweißpiratin
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Michaela Küppers Roman "Die Edelweißpiratin" beruht auf wahren Fakten aus dem Leben der Protagonistin "Mucki" Kühlem, die 1933 noch ein Kind ist, als ihr Vater Peter verhaftet wird, der regelmäßig an kommunistischen ...

Michaela Küppers Roman "Die Edelweißpiratin" beruht auf wahren Fakten aus dem Leben der Protagonistin "Mucki" Kühlem, die 1933 noch ein Kind ist, als ihr Vater Peter verhaftet wird, der regelmäßig an kommunistischen Treffen teilnimmt. Und auch ihre Mutter Gertrud passt sich den Vorstellungen der Nationalsozialisten nicht an und hilft Zwangsarbeitern und Kommunisten. Peter kommt nach weiteren Verhaftungen in ein Arbeitslager und Mucki schließt sich als Jugendliche einer Gruppe junger Menschen an, die mit den gleichgeschaltenen Jugendorganisationen der Nationalsozialisten nichts am Hut haben und ihr eigenes Ding machen wollen, wandern, Musik machen, feiern. Das genügt, um immer wieder Ärger mit den Herrschenden zu bekommen. Im Laufe der Zeit verteilen sie zudem auch Flugblätter gegen Hitler und schreiben Parolen gegen die Nationalsozialisten an Wände, was auch zu Verhaftungen und weiteren Sanktionen führt.

Der Roman ist sehr authentisch erzählt, abwechselnd aus der Perspektive von Mucki und ihrer Mutter, sodass man sich sehr gut in sie hereinversetzen kann, insbesondere zu Beginn, als Mucki den aufkeimenden Nationalsozialismus aus der Perspektive eines Kindes miterlebt und dennoch schon versteht, dass da etwas gewaltig schief läuft. Ansonsten geht es weniger um Beschreibungen von brutalen Erlebnissen und spektakulären Aktionen, sondern darum, wie sehr sich das Leben der beiden Frauen und ihrer Freunde durch die Unrechtsherrschaft geändert hat und wie viel Leid für sie damit verbunden ist, sie sich aber trotzdem nicht klein kriegen lassen.

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