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Veröffentlicht am 28.08.2024

ein Buch zum Eintauchen

Man sieht sich
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„ Man sieht sich „ von Julia Karnickel ist ein Buch in das ich ganz tief eintauchen konnte und wie nach einem Urlaub erholt wieder auftauchte. Ich habe es fast an einem Stück gelesen, weil ich nicht loslassen ...

„ Man sieht sich „ von Julia Karnickel ist ein Buch in das ich ganz tief eintauchen konnte und wie nach einem Urlaub erholt wieder auftauchte. Ich habe es fast an einem Stück gelesen, weil ich nicht loslassen konnte, ich wollte immer weiterlesen, weil ich wissen wollte, wie es mit Fri und Robert endet. Das ist mir schon lange nicht. Mehr passiert.

Fri und Robert lernen sich in der Oberstufe kennen. Robert , eher schüchtern ,melancholisch und introvertiert. Fri, ein Bündel Lebensfreude und neugierig auf das Leben.Die beiden werden zu guten Freunden, die sich blind verstehen, sich fast alles anvertrauen. Robert ist von Anfang an in Fri verliebt, doch Fri sieht Robert als Freund, bis …….

Die Geschichte von Fri und Robert umfasst fast ein ganzes Leben. Immer wieder treffen sie aufeinander, merken sie, was sie sich bedeuten, auch die Liebe schleicht sich zwischendurch ein, doch immer kommt das Leben dazwischen. Die Lebensphasen, in denen sie sich treffen, sind nie kompatibel. Erst will Fri die Welt und das Leben entdecken, dann wird sie allein erziehende Mutter und dann……
Robert hat immer ein wenig Angst, wieder von Fri verletzt zu werden, weil sie es vielleicht nicht ernst meint, er hält sich zurück, lebt ein Leben ohne sie bis auf die Male, die sie aufeinandertreffen, aber er vergisst sie nie.

Julia Karnickel hat hier eine Liebesgeschichte geschrieben , die ohne Kitsch auskommt, einen aber von Anfang an in ihren Bann zieht. Sie erzählt eine Geschichte, die das Leben schreibt, realistisch und so, dass sich einige hier vielleicht wiederfinden. Auch die Schilderung der Gefühlswelt der Protagonisten hat mir gut gefallen, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, vor allem in Fri, auch was die Zeit in Bozen anging.

Ein Buch das flüssig und absolut fesselnd geschrieben istund mich neugierig gemacht hat auf ihr Buch „ Am liebsten sitzen alle in der Küche“.

Ich kann nur sagen, lesen, lesen, lesen, ihr verpasst sonst was ! !!!

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Veröffentlicht am 28.08.2024

guter Einstieg in eine neue Reihe des Autorenpaares

Tode, die wir sterben
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In Mälmö wird auf offener Strasse ein dreizehnjähriger Junge mit Kopfschuss niedergestreckt. Kommissar Nordh , der seine Frau durch einen Verkehrsunfall verloren hat und mit seiner familiären Situation ...

In Mälmö wird auf offener Strasse ein dreizehnjähriger Junge mit Kopfschuss niedergestreckt. Kommissar Nordh , der seine Frau durch einen Verkehrsunfall verloren hat und mit seiner familiären Situation als alleinerziehender Vater von zwei Kindern überfordert ist, zumal seine Frau mit seinem Kollegen in einem Auto saß, der als Weiberheld verschrien war, wird mit diesem Fall beauftragt. Für ihn, nach einer langen Pause ein wichtiger Fall, um wieder Fuß zu fassen. Zur Seite gesellt wird ihm Svea Karhuu, die nach einem missglückten Einsatz einen Kollegen erschossen hat und erst einmal aus der Schußlinie genommen wurde. Auch für sie ist dieser Fall wichtig, um wieder als verdeckte Ermittlerin in Stockholm arbeiten zu können.

Doch der Fall gestaltet sich schwierig. Sah es zu Anfang so aus, als wäre es ein zufälliger Mord im Bandenmilieu, kommen immer mehr Zweifel auf, vor allem, nachdem weitere Morde geschehen.
Svea und Nordh wird der Fall entzogen, da ihre Chefin Zusammenhänge mit der rechten Szene sieht.
Svea und Nordh ermitteln parallel zu dieser Spur, weil sie nicht von der Theorie der Chefin überzeugt sind.

Der Krimi war spannend und vom Thema hochaktuell, zeigt aber auch Längen , was ab und zu zu Lasten der Spannung ging.
Die beiden ermittelnden Kommissare fand ich gut beschrieben und sympathisch. Interessant war die Interaktion untereinander, die nach anfänglicher Ruppigkeit dann irgendwann harmonischer wurde.
Ich bin gespannt , wie es mit den beiden weitergeht.

Ein vielversprechender Anfang, der sich manchmal in zu vielen Handlungssträngen verlor, mir aber trotzdem gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 28.08.2024

kann den Hype nicht ganz verstehen

Die Butter und der Schlitten
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" Die Butter und der Schlitten " ist ein Buch, von dem ich einiges erwartet habe und ein bisschen enttäuscht wurde.

Die Autorin erzählt hier Sequenzen aus dem Leben von 5 Menschen, die in einer Stadt ...

" Die Butter und der Schlitten " ist ein Buch, von dem ich einiges erwartet habe und ein bisschen enttäuscht wurde.

Die Autorin erzählt hier Sequenzen aus dem Leben von 5 Menschen, die in einer Stadt wohnen und alle irgndwie etwas miteinander zu tun.
Da ist Joy, die nur One-night Stand´s mag und vor einer festen Beziehung zurückschreckt. Violetta ist stark übergewichtig, auch weil sie sehr unglücklich ist mit ihrer alkoholkranken Mutter , die sie betreut und kompensiert dies mit Essen. Auf einem Datingportal gibt sie sich als eine andere Person aus. Jung, attraktiv, vielleicht so, wie sie gern sein würde. Leonard ist alleinerziehender Vater, die seine Frau bei einm Unfall verloren hat und total überfordert ist mit der emotionalen Situation. Emma ist Anfang 90, lebt noch allein in ihrer Wohnung und erinnert sich immer wieder an die Kriegszeit zurück. Martin ist ein verheirateter Mann mit einem Agressionsproblem.

Ich kann nicht sagen , dass mir das Buch nicht gefallen hat, aber ich fand , dass einige Figuren einfach nur oberflächlich angerissen wurden und das hat mich unbefriedigt zurückgelassen. Die Themen Einsamkeit, Bindungsunfähigkeit und auch die Verarbeitung on Trauer kamen mir einfach zu kurz, sie wurden nur kurz angerissen, was ihnen nicht gerecht wurde.

So sehe ich diese Geschichte als kleinen Auschnitt von 5 Menschen in ihren Gefühlswelten, der mich aber leider nicht überzeugen konnte.Wohlwollende 4 Sterne , eigentlich 3, 5*.

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Veröffentlicht am 23.08.2024

aufklärend und tröstend

Alte Eltern
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Irgendwann kommt es auf jeden zu, die eigenen Eltern werden alt und die Situation verkehrt sich, die die uns früher auf`s Leben vorbereiteten, die uns Dinge beibrachten, sind nun auf unsere Hilfe angewiesen, ...

Irgendwann kommt es auf jeden zu, die eigenen Eltern werden alt und die Situation verkehrt sich, die die uns früher auf`s Leben vorbereiteten, die uns Dinge beibrachten, sind nun auf unsere Hilfe angewiesen, entweder weil sie körperlich gebrechlich werden, oder was um einges tragischer ist, sie ihre geistigen Fähigkeiten verlieren. Dieses Thema greift der Autor Volker Kitz in seinem Buch " Alte Eltern auf" und erzählt anhand der Erkrankung seines Vaters eine Geschichte, die viele betrifft oder noch betreffen wird.

Für mich war das Buch " Alte Eltern " von Volker Kitz eine Reise in die Zeit , als ich meine Mutter gepflegt, bzw begleitet habe. Ich habe mich in vielen Situationen und Gefühlen wiedergefunden und dabei so einige Tränen geweint.

Volker Kitz geht das Buch " Alte Eltern" auf verschiedene Arten an.
Für ihn ist wichtig, was es mit dem Begriff Erinnerungen auf sich hat, die bei der Demenz ja das zentrale Thema ist. Der Mensch, der an Demenz erkrankt vergisst, nicht nur wer er und seine ihn umgebenden Personen sind, sondern auch alle Dinge, die mit dem Leben zusammenhängen und für"s Überleben wichtig sind, wie ganz einfache alltägliche Tätigkeiten.

Verschiedene Sichtweisen werden hier aufgeführt, aus rein wissenschaftlicher Sicht, aber auch aus literarischer Sicht, wie Volker Kitz anhand von Zitaten aus vielen verschiedenen Büchern, die ich teilweise selbst gelesen habe und empfehlen kann, anbringt.

Man merkt ihm an, er will seinen Vater verstehen, will Erklärungen finden, durch die ein adäquates Umgehen mit seinem Vater möglich ist, aber auch er besser mit der Situation umgehen kann und doch stößt er immer wieder an neue Grenzen.
Seine Schilderungen über das Leben mit seinem Vater zeigen immer wieder, wieviel Gedanken er sich macht und wie intensiv die Beziehung zu seinem Vater ist.
Er zeigt aber auch ganz alltägliche Situationen auf, die auf Angehörige zukommen können,was beispielsweise die Patientenverfügung betrifft, mit denen man nicht gerechnet hat und die einem durch dieses Buch ein wenig Hilfe verschaffen.

Was mir bei dem Buch sehr weitergeholfen hat, war die Tatsache, dass der Autor aufzeigt, welche Gefühle die Erkrankung bei den Angehörigen hervorrufen, und das es ganz natürliche Gefühle sind mit denen man nicht allein ist und derer man sich nicht schämen sollte.

Auch die Tatsache , dass Demenz neben Krebs die Erkrankung ist, vor der die meisten Menschen Angst haben und die mit zunehmendem Alter der Bevölkerung ein immer größeres Problem wird, angesichts der Pflegesituation , wird hier angesprochen.

Volker Kitz hat ein Buch geschrieben das sachlich, aber auch emotional aufklärt und berührt und das bei der Ausgestaltung einen großen Respekt vor seinem Vater zeigt.

Danke für dieses Buch.

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Vorstadtidylle

Der Honigmann
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Fischbach ist ein kleiner Ort vor den Toren Berlins. Hier haben sich die Menschen, denen das Leben in der Großstadt nicht mehr erstrebenswert erscheint, da zu laut , zu teuer und für das Aufwachsen ihrer ...

Fischbach ist ein kleiner Ort vor den Toren Berlins. Hier haben sich die Menschen, denen das Leben in der Großstadt nicht mehr erstrebenswert erscheint, da zu laut , zu teuer und für das Aufwachsen ihrer Kinder nicht geeignet, zurückgezogen. 15000 Einwohner zählt der idyllische Ort durch den der kleine Fischbach fließt, der dem Ort den Namen gegeben hat. Hier kennt fast jeder jeden. IN einer kleinen Neubausiedlung direkt am Bach, in der auch Tim und Fine leben, kennen sich die Nachbarn, sind Freunde geworden, feiern zusammen und teilen ihre Sorgen miteinander. Besser könnte es nicht sein, ein kleines Bullerbü vor den Toren der Großstadt.

Als eines Tages ein kleiner Laden eröffnet, in dem "der Honigmann" seinen Tee, Honig und allerlei DEkoartikel anbietet, ist man froh nicht mehr in die Stadt zu müssen, wenn man zu einer Feier ein kleines Mitbringsel braucht. Hier wird jeder fündig, hält einen kleinen Plausch mit dem Honigmann, der auch für die Kinder des Ortes immer ein offenes Ohr hat.

Fine und Tim fühlen sich wie im Paradies und vor allem fühlen sie sich angekommen, hier wollen sie alt werden.

Als eines Tages aber ein Gerücht die Runde macht, zeigt die Idylle erste Risse. Fine hat gehört, dass eine Bekannte von ihr im Internet einen Artikel gelesen hat, der allerdings schon Jahre alt ist, dass der Honigmann ein verurteilter Kinderschänder sein soll. Fine ist entsetzt und fühlt sich bemüßigt das mit anderen Eltern zu teilen. Was, wenn auch ihre Kinder Opfer werden, kann man diesem Mann trauen, dass er, der seine Strafe abgesessen hat, nicht wieder straffällig wird ?

Fine gründet ein What`s App Gruppe, in der sie ihr Wissen teilt und damit beginnt die Hexenjagd in Fischbach gegen einen Mann, von dem man nur etwas gehört hat, reine Mutmaßungen anstellt , verurteilt, ohne Beweise zu haben.

Die Sache entwickelt ihre eigene Dynamik und nimmt eine Wendung, die wohl niemand erwartet hat.


Chapeau Herrn Huth, der hier einen Roman geschrieben hat, der in die Zeit passt, wie die Faust auf`s Auge.

Vorurteile,Misstrauen, Gerüchte, ein bisschen Neid und Missgunst sind der beste Cocktail um Massen zu molilisieren, die den sogenannte " Mob" durch die Straßen jagd. Da wird nicht nach Fakten gefragt, man fühlt sich bedroht, egal ob gerechtfertigt oder nicht und hat somit das Recht sich zu wehren und zwar mit allen Mitteln.

Die Geschichte des Honigmann kann als Parabel für unsere heutige Gesellschaft stehen, nicht umsonst bringt Herr Huth das Bespiel von Herrn Aiwanger an, der durch die Rufkampagne, sei sie nun gerechtfertigt oder nicht, das sein dahingstellt, auch " als Sau durch die Straßen getrieben wurde".

Gerüchte oder vermeintliche Bedrohungen als Rechtfertigung für Aburteilung, bis hin zu Mordversuchen sind in unserer " Neuen Welt " gang und gäbe, angefeuert durch die sozialen Medien, in denen sich jeder bemüßigt sieht seinen Senf dazuzugeben, ohne Respekt, geschweige denn auf Tatsachen basiert.

" Der Honigmann" liest sich flüssig und spannend wie ein Krimi und zeigte mir noch mal deutlich, wie schnell eine Situation eskalieren kann. Die Protagoniesten waren für mich überzeugend in ihrem Handeln und ich habe mich häufig gefragt, wie hätte ich reagiert ?


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