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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2026

Brutal und voller harter Realität!

Frostmond
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. Suchst du einen düsteren Kriminalroman, der dich mit seiner schonungslosen Realistik in Staunen versetzt und dich mit einem mulmigen Gefühl der Sprachlosigkeit zurücklässt? „Frostmond“ entführt dich ...

. Suchst du einen düsteren Kriminalroman, der dich mit seiner schonungslosen Realistik in Staunen versetzt und dich mit einem mulmigen Gefühl der Sprachlosigkeit zurücklässt? „Frostmond“ entführt dich brutal und fesselnd in die abgelegenen, tristen Weiten Kanadas. In eine Welt, die in ihrer hoffnungslosen Ausweglosigkeit ebenso erdrückend wie packend wirkt, ganz ohne jeglichen Schnickschnack.

. Aber worum geht es genau…
In Kanada werden seit Jahren Verbrechen an indigenen Frauen begangen, die entlang des Transcanada-Highways verschwinden, ohne dass die Polizei den Fällen Prioritäten einräumt. Als die 15-jährige Jeanette Maskisin in Montreal tot aufgefunden wird, wird der Fall von den Ermittlern LeRoux und Garner übernommen. Die Ermittlungen werden jedoch durch enormes Misstrauen erschwert und die Ermittler geraten zunehmend unter Druck, da weitere Opfer befürchtet werden und auch der Täter zunehmend zur Zielscheibe eines blutigen Racheplans wird.

. „Frostmond – Der erste Fall für Ted Garner“ war mein erstes Buch der Autorin, und ich war sofort von diesem Kriminalroman fasziniert! Die Geschichte entführt uns nicht nur in die Ermittlungen des Duos LeRoux und Garner, sondern auch in die düsteren Gedankenwelten einer weiteren, noch nicht benannten, zentralen Figur, deren Perspektive uns als Erzähler in den Bann zieht. Durch diesen Erzähler tauchen wir tief in seine innere Zerrissenheit ein und werden von seinen finsteren Überlegungen ergriffen. Der ruhige, präzise und nuancierte Schreibstil trägt entscheidend dazu bei, dass man als Leser oder Leserin förmlich in die Geschichte hineingezogen wird.

. Der Krimi fesselt mit einem gekonnt aufgebauten Spannungsbogen, komplexen Hauptfiguren, die Ecken und Kanten besitzen und dadurch umso realistischer wirken, ebenso wie authentische Nebencharaktere, die das Setting mit Leben erfüllen. Besonders beeindruckt hat mich, wie der Roman die typische Spannung eines Krimis geschickt mit gesellschaftlicher Realität verwebt. Auf eindrucksvolle Weise beleuchtet er das Leben der indigenen Gemeinschaften, das institutionelle Desinteresse sowie die kulturellen Barrieren, die diese Menschen tagtäglich zu überwinden haben.
. Das Ermittlerduo polarisiert, es ist schwer ihnen Sympathie entgegenzubringen, aber genau dies macht die Geschichte umso packender. Das Gespann ist keineswegs jedermanns Fall. Ihre grobe Ausdrucksweise und die expliziten Gedanken mögen manchen Leser oder Leserin abstoßen, doch wer sich auf diesen Krimi einlässt, muss diese Eigenschaften zumindest tolerieren. Der Roman erinnert stark an klassische Noir-Literatur! Alle Protagonisten tragen ihr eigenes, dunkles Päckchen mit sich und eine beinahe depressive Grundstimmung zieht sich durch das gesamte Werk. Die Gesellschaft erscheint gnadenlos gegenüber jenen, die am Rand stehen.
. Mit großem Interesse habe ich die kulturellen und gesellschaftlichen Kontexte verfolgt, die die Autorin gekonnt in die Handlung integriert. Besonders eindrucksvoll beschreibt sie die Trostlosigkeit, Armut und den weit verbreiteten Alkoholismus in den Reservaten, der eine direkte Folge der jahrzehntelangen Unterdrückung und Entwurzelung der First Nations ist. Die Realitätsnähe dieser Darstellung ist bemerkenswert. Im letzten Drittel steigert sich das Tempo noch einmal beträchtlich, was mir besonders gut gefallen hat!
. Zusammengefasst lässt sich sagen…
Dieser Kriminalroman ist definitiv etwas für die hartgesottenen Leser und Leserinnen! Er ist in jeder Hinsicht realistisch, vor allem weil die Autorin selbst eine Zeit lang in einem Cree-Reservat lebte. Sie verschönert nichts und öffnet uns die Augen für die dunkle Wahrheit über das Leben am Rande der Gesellschaft.
Es wird mit Sicherheit nicht mein letzter Fall mit Ted Garner sein!

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Eine magische Zeitreise!

Das White Octopus Hotel
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. Wenn du Lust auf eine außergewöhnliche Zeitreise hast,
dann bist du im White Octopus Hotel genau richtig. Dieser fesselnd-magische Roman entführt dich in eine geheimnisvolle Welt und erzählt dabei eine ...

. Wenn du Lust auf eine außergewöhnliche Zeitreise hast,
dann bist du im White Octopus Hotel genau richtig. Dieser fesselnd-magische Roman entführt dich in eine geheimnisvolle Welt und erzählt dabei eine berührende Liebesgeschichte! Poetisch, atmosphärisch und ganz ohne Kitsch. ✨ 4/5⭐️

. Aber worum geht es genau…
Die junge Kunstgutachterin Eve Shaw erfährt von einem mysteriösen Hotel, dem White Octopus Hotel. Dort gehen rätselhafte Dinge vor sich, es soll dort mystische Gegnstände und Zeitreisezimmer geben. Da Eve das Gefühl nicht loslässt sie wäre schon einmal dort gewesen, macht sie sich auf den Weg zum längst verlassenen und heruntergekommen Hotel.

. In „The White Octopus Hotel“ folgen wir Eve und auch Max, jenem geheimnisvollen Mann, der ihr begegnet und uns auch als Erzähler durch die Geschichte begleitet. Nach und nach lernen wir beide intensiv kennen. Bell gelingt es mühelos, zwei vielschichtige, emotional tief verankerte Charaktere zu erschaffen, deren Handlungen stets glaubwürdig und organisch wirken.
. Der Roman ist eine magische Zeitreisegeschichte! Wir bewegen uns zwischen Vergangenheit und Gegenwart, springen durch Zeiten und Erinnerungen. Stück für Stück öffnet sich so, uns als Leserinnen und Lesern die geheimnisvolle Welt des White Octopus Hotels.
. Bells Magie ist dabei zart und zugleich rätselhaft. Sie entfaltet sich leise, fast beiläufig und steht doch immer wieder im Kontrast zur Härte der Realität, die erlebt wurde oder gerade erlebt wird.
. Das Setting ist außerordentlich detailreich. Bell schreibt mit einer bildhaften, atmosphärischen Sprache, die es leicht macht, sich das herrschaftliche Hotel mit all seinen Räumen und Geheimnissen vorzustellen.
. Besonders faszinierend fand ich die Verwebung von Erinnerungen, Kunst und Musik. Es entsteht ein Geflecht, das sich wie ein feines, außergewöhnliches Spinnennetz über die gesamte Geschichte spannt.
. Zeitweise liest sich der Roman fast wie ein Krimi, spannend, fesselnd, mit einem Sog, der einen Seite um Seite weiterlesen lässt. Man möchte die Figuren noch besser verstehen, ihre Verbindungen entschlüsseln und herausfinden, wie all die Fäden zusammenlaufen.
. Immer wieder streut Bell kleine, subtile magische Details ein, die der Geschichte eine besondere Atmosphäre verleihen.
. Im Kern ist es eine Liebesgeschichte, doch eine ohne Kitsch, still und zugleich wunderschön.
. Ein Roman voller Puzzlestücke, die sich nach und nach zu einem größeren Bild zusammenfügen.
. Am Ende blieben für mich zwar einige Fragen offen, doch vielleicht gehört gerade das zu Zeitreisegeschichten dazu.
. Ein einzigartiger, mitreißender Roman, den ich allen empfehlen kann, die sich ein wenig Magie im Alltag wünschen. ✨

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Eher ein Teenie- Gruselroman!

Das gierige Haus
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. Ein Horrorroman, der offenbar an seiner eigentlichen Zielgruppe vorbei schwimmt und sich stattdessen eher im Fahrwasser jugendlicher Gruselgeschichten bewegt.
Ein Horrorroman mit verheißungsvollen Ansätzen ...

. Ein Horrorroman, der offenbar an seiner eigentlichen Zielgruppe vorbei schwimmt und sich stattdessen eher im Fahrwasser jugendlicher Gruselgeschichten bewegt.
Ein Horrorroman mit verheißungsvollen Ansätzen und Keimlingen des Unheimlichen, aus denen weit mehr hätte wachsen können, hätte man sie nur konsequenter genährt.
„Das gierige Haus“ …
ein Roman, der nach der Dunkelheit greift, sie zeitweise auch berührt,
doch auf halbem Weg innehält und
gerade dort ins Straucheln gerät, wo er hätte tiefer hinabsteigen müssen.

Erwachenenhorror: 3/5⭐️
Teeniehorror: 3,5/5⭐️

. Aber worum geht es genau…
In einer Straße in Chicago steht ein verlassenes Haus, in dem bereits in den Siebzigerjahren sieben Menschen auf grausame Weise ums Leben kamen.
Das Betretungsverbot steigert nur die Faszination der Kinder aus der Nachbarschaft. Bei einer Mutprobe verschwindet Jessies kleiner Bruder Paul spurlos in dem Gebäude. Jahre später lebt Jessie noch immer dort, als sich erneut eine unheimliche, scheinbar lebendige Dunkelheit um das Haus ausbreitet…

. In „Das gierige Haus“;
das in meinen Gedanken teilweise den passenderen Titel „Das gierige Herz“ trug, begleiten wir Jessie auf ihrem Weg durch die Geschichte, die ganz aus ihrer Perspektive lebt. Sie ist keine ferne Figur, sondern eine Protagonistin, deren Weltanschauung und Gefühlswelt den Roman maßgeblich prägen. Ihre inneren Bewegungen, Zweifel und Sehnsüchte nehmen weiten Raum ein und verleihen der Erzählung eine sehr persönliche Färbung.

Auch die Historie der Wohngegend,
in der das unheilvolle Haus steht,
erhält beträchtliche Aufmerksamkeit.
Doch gerade diese Nebenstränge lassen die aufkeimende Spannung stellenweise wieder versanden. Zwar blitzen hier und da Momente des Unheimlichen auf, doch sie bleiben meist zaghaft inszeniert.
Eine tiefschwarze, beklemmende Atmosphäre, wie sie erfahrene Horrorfans suchen, will sich nicht einstellen.
. Der vom Verlag verliehene Titel „Die neue Queen des Horror“ weckt Erwartungen, denen der Roman nur bedingt gerecht wird. Vielleicht findet er eher im Jugendbereich sein begeistertes Publikum.
Dort, wo Identifikation stärker wiegt
als das Bedürfnis nach Finsternis.
. Und dennoch…
die Grundidee ist keineswegs schlecht.
Mag sie auch nicht gänzlich neu sein, so wird sie solide getragen und entfaltet gegen Ende sogar eine leise emotionale Wirkung.
. Wer leichten Horror mit einem relativ sympathischen Hauptcast schätzt,
wird hier durchaus fündig.
Gerade jüngere Leserinnen und Leser könnten sich in Jessie wiedererkennen und ihre Geschichte als spannend und unterhaltsam empfinden.
. Es ist ein Roman mit gutem Kern,
dem es stellenweise an Liebe zum Detail fehlt.
Ebenfalls ließ mich während der Lektüre der Gedanke an einen gewissen animierten Spukhausfilm einfach nicht los…
vielleicht hat gerade dieser Vergleich das Buch in meiner Wahrnehmung stärker in Richtung Teenieroman gerückt.
. Wer ein paar freie Minuten zu füllen hat, kann sich getrost auf diese Geschichte einlassen. Unterhaltsam ist sie allemal, auch wenn eher auf leise, unkomplizierte Weise.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ein schaurig schönes Märchen für Erwachsene!

House of Hollow - Ein Horror-Fantasy-Roman
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. Sehnst du dich nach einer düsteren und betörenden Geschichte, die dich vom ersten Satz an umschlingt und bis zur letzten Seite nicht mehr freigibt?
„House of Hollow“
entfaltet genau diese Sogwirkung!
Die ...

. Sehnst du dich nach einer düsteren und betörenden Geschichte, die dich vom ersten Satz an umschlingt und bis zur letzten Seite nicht mehr freigibt?
„House of Hollow“
entfaltet genau diese Sogwirkung!
Die Erzählung legt sich wie ein feiner Nebel um dich, zieht dich tiefer und tiefer in ein Geflecht aus Mythen, Schatten und flüsternden Geheimnissen.
Eine moderne Folklore, geheimnisvoll und schillernd, die unter die Haut geht und dich mit leiser Beharrlichkeit alles infrage stellen lässt, was du zu wissen glaubtest. 5/5 ⭐️

. Aber was erwartet dich genau…
Iris und ihre älteren Schwestern Vivi und Grey verschwinden in ihrer Kindheit spurlos für einen Monat. Sie kommen zurück und die Veränderungen beginnen…
Die Hollow- Mödchen… wunderschön, mysteriös und irgendwie gefährlich.
Als nun Grey Jahre später wieder verschwindet machen sich ihre Schwestern auf die Suche nach ihr und erfahren mehr als ihnen lieb ist…

. In „House of Hollow“ folgen wir Iris, die uns als Erzählerin unmittelbar an ihrem Innenleben teilhaben lässt.
Jede Regung, jede Angst, jedes flüchtige Aufglühen von Hoffnung wird spürbar. Ebenso wie das unsichtbare, beinahe schicksalhafte Band, das sie mit ihren Schwestern verbindet.
. Der Roman entfaltet sich als intensive Reise zwischen Horror, Fantasie und dunkler Folklore. Mit jeder Seite verdichtet sich die Atmosphäre, wird schwerer, unheilvoller, bis die Geschichte in eine steil ansteigende Spannungskurve mündet, die in einem mitreißenden Finale gipfelt.
Und doch ist dieser Horror von einer eigentümlichen und fast betörenden Skurrilität. Er erschreckt, aber er verfolgt einen nicht bis in die Nacht. Für erfahrene Horrorfans bleibt das Grauen eher ein prickelnder Schauer als ein auslösendes Albtraumbild.
Was diesen Roman so besonders macht, ist der feine Hauch von Realität, der sich durch jede Szene zieht. Trotz aller übernatürlichen Elemente gelingt es Sutherland, ihre Figuren fest in unserer Welt zu verankern. Themen wie Familie, Vertrauen, Vernunft und Moral verweben sich organisch mit dem Fantastischen. Die Charaktere sind dabei keine makellosen Heldinnen, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und kleinen Fehlern. Gerade deshalb wirken sie so nahbar.
So ist „House of Hollow“ kein klassischer Horror-Fantasyroman, sondern vielmehr ein düsteres Märchen für Erwachsene, das virtuos mit unserer Vorstellungskraft spielt. Die mystische, schattengetränkte Atmosphäre entsteht durch Sutherlands präzise, sinnliche Sprache, die Bilder erschafft, die lange nachhallen.
Dieses Buch hat das Potenzial, deinen Blick auf die Welt nach der letzten Seite ein wenig zu verändern. Auch das Ende empfand ich als stimmig und rund. Ein Abschluss, der nachklingt. 💚

. „House of Hollow“ ist moderne Folklore, die mit ihren Schockmomenten unter die Haut geht und zugleich durch ihre magische Ästhetik verzaubert. Ein atmosphärisches, beinahe wohliges Horrormärchen, das ich dir von Herzen empfehlen kann. 💚

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Gesellschaftssatire mit viel schwarzem Humor!

Luzifers Burnout
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. Bist du auf der Suche nach einem Buch, das weit mehr zwischen seinen Seiten verbirgt, als sein Titel zunächst erahnen lässt?
Nach einer Geschichte, die dich unvorbereitet trifft mit überwältigenden Emotionen, ...

. Bist du auf der Suche nach einem Buch, das weit mehr zwischen seinen Seiten verbirgt, als sein Titel zunächst erahnen lässt?
Nach einer Geschichte, die dich unvorbereitet trifft mit überwältigenden Emotionen, rabenschwarzem Humor in seiner reinsten Form und einer schonungslosen, scharfzüngigen Gesellschaftskritik?
Dann wage den Blick in „Luzifers Burnout“!Ein Werk, das überrascht, erschüttert und zugleich auf verstörend schöne Weise unterhält. 5/5 ⭐️

. Aber was erwartet dich genau…
Luzifer;
Sinnbild des Bösen, Fürst der Finsternis und Meister der Versuchung, erkennt eines Tages mit beinahe nüchterner Ernüchterung, dass die Menschen des Teufels Beistand längst nicht mehr bedürfen, um Grausamkeit und Abgründe hervorzubringen. Und während die Welt sich auch ohne sein Zutun erstaunlich zuverlässig ins Verderben stürzt, spürt er selbst eine seltsame Müdigkeit in sich wachsen. Die Jahrhunderte der Verführung, die Ewigkeiten der Folter und des höllischen Pflichtprogramms haben ihre Spuren hinterlassen.
So reift in ihm ein unerhörter Gedanke:
Vielleicht ist es an der Zeit sich mal eine Auszeit zu gönnen…

. In Luzifers Burnout folgen wir Luzifer durch die Wirrnisse dieser Geschichte und doch ist er nicht der einzige Erzähler, der uns begegnet. Es gibt Stimmen in diesem Roman, die man nicht nur kennenlernt, sondern ins Herz schließt. Welche das sind, lasse ich mit einem vielsagenden Lächeln im Raum stehen. 😎
Flachs Figuren sind mit bemerkenswerter Sorgfalt ausgearbeitet, vielschichtig, widersprüchlich, lebendig. Besonders die Protagonisten bestechen durch Tiefe und Kontur. Frauen wie Männer erhalten Raum, Ecken und Kanten, Schwächen und Stärke…
sie wirken nicht erdacht, sondern gelebt!


. Die Handlung entfaltet sich erfrischend, mitreißend und von einer Leichtigkeit getragen, die trügerisch ist,
denn unter dem funkelnden, rabenschwarzen Humor brodelt eine kluge, fein gesponnene Gesellschaftskritik.
Es ist eine Satire, die nicht laut verkünden muss, dass sie eine ist!
Sie flüstert und trifft dabei umso präziser.
. Durch Flachs eindringliche Darstellung von Dämonen und Engeln erscheinen diese erstaunlich menschlich. Ihre Konflikte, ihre Zweifel, ihre Erschöpfung lassen sich mühelos in unsere Wirklichkeit übertragen. Die Geschichte von Identitätskrise, Burnout, Depression und unerbittlichen Erwartungshaltungen könnte ebenso gut in den Fluren eines internationalen Konzerns spielen, wie in den Sphären des Jenseits.
. Gleichzeitig wagt der Roman eine kritische Auseinandersetzung mit Religion! Scharf, aber nie respektlos, hinterfragend, doch nicht blasphemisch.
. Und über allem schwebt die eine, alles entscheidende Frage:
Was ist gut? Was ist böse?
Gibt es eine klare Grenze oder verläuft sie vielleicht mitten durch uns selbst?
Auch lange nach der letzten Seite hallt diese Frage nach. Man ertappt sich dabei, Antworten zu suchen und vielleicht die Perspektive zu wechseln.
. Würde ich nach dieser Lektüre die Seiten tauschen?
Vielleicht.
Und womöglich wäre ich gar keine so schlechte Dämonin… 😎
. Vor allem bei diesem fulminanten, von mir sehnsüchtig erwarteten Ende.
. Alles in allem ist dieser Roman eine leise, aber treffsichere Gesellschaftssatire, klug komponiert und voller Biss. Eine Geschichte, die ich dir wärmstens ans Herz lege, vorausgesetzt, du bist bereit, dich zumindest gedanklich auf die „böse“ Seite zu schlagen. 😘

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