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Veröffentlicht am 29.07.2023

- cinematischer Extrem-Horror-Thriller aus der Vorhölle -

Die Schwarze Farm
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Elias Witherow - Die Schwarze Farm
(Festa Verlag)

- cinematischer Extrem-Horror-Thriller aus der Vorhölle -

Das junge Paar Nick und Jess setzt seinem Schmerz über die Trauer und den Verlust seines ungeborenen ...

Elias Witherow - Die Schwarze Farm
(Festa Verlag)

- cinematischer Extrem-Horror-Thriller aus der Vorhölle -

Das junge Paar Nick und Jess setzt seinem Schmerz über die Trauer und den Verlust seines ungeborenen Sohnes, sowie nachfolgender heftiger Schicksalsschläge, gemeinsam ein Ende. Doch der Tod ist nicht das schwarze, erlösende Ende, das sich die beiden von ihrem Vorhaben erwartet haben, sondern das entrückte und abgrundtief bestürzende Gegenteil. Eine unerklärliche und unsägliche Hölle, durchzogen von Nässe, Ekel, Schmerz, Angst, Flucht und Folter tut sich vor Nick und Jess auf. Diese Hölle hat einen Namen. Es ist "Die Schwarze Farm".

Der US-amerikanische Schriftsteller Elias Witherow erzeugt, in seinem 2017 unter dem Originaltitel "The Black Farm" erschienen Extrem-Horror-Thriller, eine bedrückende, von verstörender Verderbtheit und entsetzlicher Angst durchzogene, tiefschwarze Atmosphäre. Wie im Laufschritt prescht Witherow durch ein Schreckensszenario nach dem anderen und lässt seinen Lesern, wie auch seinen Protagonisten kaum einmal Zeit zum Luft holen. Der cinematisch ausgearbeitete Albtraum spielt sich in einem schwarz beseelten und stinkenden Milieu aus Fäulnis, Dreck, Furcht, Leid und elendiger Pein ab. Man spürt die klamme Feuchtigkeit, den Schlamm, die Kälte, den Hass und den ewig währenden Schmerz in einer Welt voller geistesgestörter Soziopathen.

Nick und Jess finden sich, nach ihrem gemeinsam vollzogenen Suizid, zwar beide auf der Schwarzen Farm wieder, sind jedoch von Anfang an getrennt voneinander. Nick macht sich große Sorgen um Jess und das völlig zurecht. Sie beide sind in großer Gefahr, das durchzumachen, was sie sich in ihren schlimmsten Albträumen nicht hätten vorstellen können. Fern ab barer Realität macht sich Nick auf die beschwerliche Suche nach Jess. Dabei entdeckt er seine Hoffnung und seinen Ehrgeiz wieder, wird von monströsen Geschöpfen gejagt und trifft auf allerhand schräge Gestalten, bekommt aber auch unerwartet Hilfestellung. Mal wohlgesonnen, meist das Gegenteil an ihm exerzierend, wird die Schwarze Farm nicht zuletzt für Nick zu einer Art mitleiderregender, reizüberfluteter Tortur de Force aus Demütigung, Folter, Vergewaltigung, Mord und Totschlag. Auf der gottlosen Schwarzen Farm, dem Herrschaftsgebiet des Schweins gefangen, prasseln Chaos und Panik auf ihn ein, denn hier sind sämtliche suizidal Durchexerzierten in einem diabolischen Albtraum gefangen, der sie dazu verdammt, auf 1.000 abartige Weisen zu leiden und zu sterben.

In seinem biblischen Testament "Das erste Buch Elias" ging es dem Autor darum, seinen abartigen Folter-, Mord- und Vergewaltigungs-Fantasien freien Lauf zu lassen und seinem Werk eine triste, bitterböse, gefühlskalte und von Gewalt durchflutete Atmosphäre zu verleihen. Das ist ihm in jedem Falle gelungen. Dennoch hätte ich mir in seiner Beschreibung der Zwischenhölle gerne etwas mehr Tiefgang und Niveau gewünscht. Die Vorkommnisse, die Nick und seine Mitstreiter über sich ergehen lassen müssen, sind nämlich recht irdisch und hätten beinahe auch einem Extrem-Horror von Jon Athan entstammen können. Sieht man es jedoch rein aus der Sicht von Gewalt, Action und Spannung, kommt man mit "Die Schwarze Farm" definitiv auf seine Kosten und erhascht einen entsetzlichen Blick in die Hölle. Dieses literarische Martyrium ist definitiv kein Horror von der Stange und könnte ebenso gut unter dem Banner "Festa Extrem" - ab 18 Jahren - laufen.

Bei seiner beschwerlichen Suche nach Jess trifft Nick auf allerlei Leidensgenossen, die sich gemeinschaftlich der Höllenbrut entgegenzustellen versuchen. Es ist schon ganz schön durchgeknallt und verdammt harter Tobak, was Elias Witherow seinen Protagonisten an widerlichen Folter-Szenen und abartigen physischen, wie psychischen Qualen auferlegt. Das frisch verstorbene Paar Nick und Jess durchleidet im wahrsten Sinne des Wortes Höllenqualen. "Die Schwarze Farm" ist wie ein riesiger Vergnügungspark, nur eben so gänzlich ohne Vergnügen.

Natürlich geht die Fantasie mit Elias Witherow, der heute mit Frau und Sohn in New England lebt, von Zeit zu Zeit ein wenig mit ihm durch. Phasenweise bleibt auch die Logik auf der Strecke, aber wer sich voll und ganz auf die Geschichte einlässt, auf unterschwellig humorvollen Splatter-Hack- und Folter-Horror steht und seine Lektüre gerne eiskalt, abartig und gemein serviert bekommt, wird "Die Schwarze Farm" lieben. Es ist eben eine ganz andere Art von Horror-Thriller, mit einer ganzen Menge fantasievoller Gedankenkonstrukte. Ob sich der Festa Verlag auch der Fortsetzung "Return To The Black Farm" aus dem Jahre 2019 annehmen wird, steht derzeit wohl noch im ersten Kreis der Hölle.

(Janko)

https://www.facebook.com/FeedThePig/
https://www.instagram.com/eliaswitherow

Brutalität/Gewalt: 80/100
Spannung: 76/100
Action: 85/100
Unterhaltung: 80/100
Anspruch: 09/100
Atmosphäre: 77/100
Emotion: 71/100
Humor: 08/100
Sex/Obszönität: 28/100

https://www.lackoflies.com - Wertung: 83/100

Elias Witherow - Die Schwarze Farm
Festa Verlag
Horror-Thriller
Buchreihe: Horror & Thriller – Band 178
ISBN: 978-3-98676-067-0
384 Seiten
Paperback, Umschlag in Festa-Lederoptik
Originaltitel: The Black Farm (2017)
Aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Hoppe
Erscheinungstermin: 06.07.2023
EUR 16,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook: 978-3-98676-068-7
Erscheinungstermin: 14.06.2023
EUR 5,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die Schwarze Farm" beim Festa Verlag: https://www.festa-verlag.de/die-schwarze-farm.html

Leseprobe: https://www.festa-verlag.de/mpattachment/file/download/id/662/

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Veröffentlicht am 21.07.2023

- modern interpretierte, blumig verspielte Schauergeschichte -

Der mexikanische Fluch
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Silvia Moreno-Garcia - Der mexikanische Fluch
(Limes Verlag)

- modern interpretierte, blumig verspielte Schauergeschichte -

Bergisches Hochland, Mexiko, 1950. Als Mr. Taboada besorgniserregende Briefe ...

Silvia Moreno-Garcia - Der mexikanische Fluch
(Limes Verlag)

- modern interpretierte, blumig verspielte Schauergeschichte -

Bergisches Hochland, Mexiko, 1950. Als Mr. Taboada besorgniserregende Briefe seiner Nichte Catalina erhält, in denen sie von Entitäten, denkwürdigen Gefühlswelten, gedanklicher Gefangenheit und geistiger, wie körperlicher Bindung an ihr neues Zuhause berichtet, ist er mehr als aufgebracht. Catalina Taboada behauptet zudem, ihr frisch vermählter Ehemann Virgil Doyle wolle sie vergiften und sie verlangt ausdrücklich nach ihrer Nichte Noemí zu ihrer Errettung. Mr. Taboada schickt kurzerhand seine 22-jährige Tochter Noemí Taboada ins heruntergekommene, schroffe und ländliche El Triunfo, einem ehemals blühenden Minenort, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die mexikanisch-kanadische Schriftstellerin Silvia Moreno-Garcia haucht ihrem mysteriösen und atmosphärischen Genremix "Der mexikanische Fluch", unterschwellig und in leicht verständlicher Sprache, die hochgestochene Versnobtheit der High Society Mexikos, in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein. In ihrem modern interpretierten Gothicmahr erzeugt sie auf 416 Seiten, eine durchaus geheimnisumwobene und nebulöse Aura, die jedoch eine deutlich tiefschürfendere und charismatischere Würdigung verdient hätte.

Als die frivole, temperamentvolle, aber auch jugendlich verträumte Studentin für Theaterwissenschaft Noemí Taboada auf High Place, dem einstmals prunkvollen Sitz der Familie Doyle ankommt, treten die einzelnen Familienmitglieder ihr gegenüber eher reserviert und distanziert auf. Noemís forsche und fordernde Art stößt, bei den ehemaligen Betreibern einer aufgegebenen Silbermine, häufig auf Unverständnis oder gar offen an den Tag gelegte Ablehnung. Ihre fünf Jahre ältere Cousine Catalina wirkt hingegen seltsam verändert, um nicht zu sagen geistig entrückt. Sie tut die Briefe, die sie nachhause geschickt hat, als im Fieberwahn ihrer Tuberkulose-Erkrankung verfassten Unsinn ab. Dennoch sei es Tatsache, dass sie das erstickend klamme, düstere und kalte Haus an diesem seltsamen, trübsinnigen Ort nicht wieder verlassen könne. Niemand scheint Catalina helfen zu können. Auch die vermeintliche Hilfe von außerhalb entpuppt sich als Luftnummer. Alles auf High Place wirkt veraltet, bleich, trostlos, verdorben und in gewisser Weise tot. Da heizen die erschreckenden Geschichten über mysteriöse Epidemien, denkwürdige Todesfälle und einem Fluch, der auf der Familie lasten solle, die Gerüchteküche zusätzlich ein.

Die 1981 im mexikanischen Baja California geborene Autorin, legt gesteigerten Wert auf ein wohl bezeichnetes, buntes Lokalkolorit. Silvia Moreno-Garcia färbt Noemís Umfeld, ihre Reaktionen sowie ihre Gefühlswelt überdeutlich ein und verhilft ihr auf diese Weise, trotz aller Widrigkeiten, zu einer aufgeweckten und blumigen Vitalität. Es ist eine intelligente, beseelte und gefühlvolle Geschichte, die zwar dem Alter Noemís durchaus angemessen ist, mir jedoch etwas zu "mädchenhaft" verspielt rüberkommt.

Noemí lässt sich selbst von verschrobenen, psilocybinen Fieberträumen nicht abhalten, ihrer Nichte Catalina zu helfen und die trügerischen Geheimnisse der altmodischen Familie Doyle und ihres, in die Jahre gekommenen Familiensitzes High Place zu entschlüsseln. Was führt Howard Doyle, der hochbetagte, immer noch rüstige Patriarch der Familie im Schilde? Warum ist Florence, die Nichte von Howard, Noemí gegenüber so abweisend? Was verheimlicht Catalinas Ehemann Virgil, der 35 Jahre alte Sohn von Howard Doyle? Und was hat es mit deren Familiensymbol, dem Ouroboros auf sich, der überall auf High Place zu finden ist? Noemís einziger Verbündeter scheint Francis, der gebrechlich wirkende, 25-jährige Cousin von Virgil Doyle zu sein. Doch ist er tatsächlich derjenige, der er vorgibt zu sein?

Der Roman, der 2020 in der Originalausgabe unter dem Titel "Mexican Gothic" erschien, lässt sich definitiv gut lesen, ergeht sich aber häufig in ausschweifende Gedankengänge und tröpfelt, für meinen Geschmack, doch etwas zu gemächlich vor sich hin. Das Crossover aus Thriller, Mystery, Gothic und Horror versprüht eine durchaus interessante, verworrene und rauschartige Atmosphäre, die sich jedoch in Ermangelung mitreißender Ereignisse, streckenweise als langwierig und ausschweifend herausstellt. Die Erzählung von Señora Moreno-Garcia wirkt ab und an etwas konstruiert und erinnert mich von ihrer Machart her, ein wenig an "Das Jahr der Hexen" von Alexis Henderson. Stellenweise kommt die modern interpretierte, blumig verspielte Schauergeschichte, die als "New-York-Times-BESTSELLER" angepriesen wird, über die Dramaturgie einer Telenovela kaum hinaus.

(Janko)

https://silviamoreno-garcia.com/
https://www.facebook.com/smorenogarcia/
https://www.instagram.com/silviamg.author/

Brutalität/Gewalt: 24/100
Spannung: 57/100
Action: 44/100
Unterhaltung: 68/100
Anspruch: 40/100
Atmosphäre: 60/100
Emotion: 44/100
Humor: 05/100
Sex/Obszönität: 11/100

https://lackoflies.com - Wertung: 68/100

Silvia Moreno-Garcia - Der mexikanische Fluch
Limes Verlag
Genre Mix
ISBN: 978-3-8090-2747-8
416 Seiten
Hardcover
Originaltitel: Mexican Gothic (2020)
Aus dem amerikanischen Englisch von Frauke Meier
Erscheinungstermin: 26.10.2022
ca. EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN Taschenbuch, Broschur: 978-3-7341-1285-0
Erscheinungstermin: 20.09.2023
EUR 13,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

ISBN eBook (epub): 978-3-641-27922-6
Erscheinungstermin: 26.10.2022
EUR 6,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Der mexikanische Fluch" beim Limes Verlag: https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Der-mexikanische-Fluch/Silvia-Moreno-Garcia/Limes/e582663.rhd

Leseprobe: https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Der-mexikanische-Fluch/leseprobe_9783809027478.pdf

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Veröffentlicht am 30.06.2023

- emotionaler Hybrid aus Thriller, Krimi und Milieustudie einer Kleinstadt -

Dunkelzeit
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Erin Flanagan - Dunkelzeit
(Atrium Verlag)

- emotionaler Hybrid aus Thriller, Krimi und Milieustudie einer Kleinstadt -

Gunthrum, Nebraska, im November 1985. Seit beinahe einer Dekade ist der 28-jährige, ...

Erin Flanagan - Dunkelzeit
(Atrium Verlag)

- emotionaler Hybrid aus Thriller, Krimi und Milieustudie einer Kleinstadt -

Gunthrum, Nebraska, im November 1985. Seit beinahe einer Dekade ist der 28-jährige, geistig zurückgebliebene Hal Bullard, Landarbeiter auf Alma und Clyle Costagans Farm. Mit seinen Freunden Larry Burke und Sam Gary fährt er übers Wochenende nach Valentine zum Jagen. Zur gleichen Zeit verschwindet die 17-jährige Peggy Ahern, spurlos aus der verschneiten kleinen Ortschaft. Als Hal am Montagmorgen auf die Farm zurückkehrt, ist er nicht ganz nüchtern und noch verwirrter, als es das kinderlos gebliebene Ehepaar Alma und Clyle Costagan ohnehin schon von ihm gewohnt ist. Hal habe seine Freunde Larry und Sam Samstagabend einfach in Valentine sitzen gelassen, da sie ihn nicht zum Jagen mitnehmen wollten. Anschließend sei er nach Hause gefahren. Unterwegs habe Hal eine Hirschkuh geschossen, weswegen sie schließlich nach Valentine gefahren seien. Er habe die Hirschkuh auf seinen Pick-up geladen und versucht sie zu Hause in seiner Küche auszunehmen, was das ganze Blut im Truck und seiner Küche erklärt. Die Geschichte kommt den Costagans, die Hal wie ihren eigenen Sohn behandeln, doch reichlich weit hergeholt vor. Als Clyle auch noch bemerkt, dass Hals Wagen einen Frontschaden hat, gibt selbiger auf Nachfrage an, beim Einparken mal wieder gegen seine Garage gefahren zu sein.

Das tiefgründige und emotionale Erstlingswerk "Dunkelzeit", der US-amerikanischen Schriftstellerin Erin Flanagan geht dem Leser runter wie Öl. Das liegt wohl in erster Linie an der lebensnahen, authentischen und mitfühlenden Art, welche die Professorin für Englische Sprache und Literatur an der Wright State University in Dayton, Ohio, in ihren komplexen und tief unter die Haut gehenden Debütroman hat einfließen lassen. Es ist weniger der Thriller-Anteil, auf den hier Wert gelegt wird. Das 368 Seiten umfassende, niveauvolle und psychologisch geprägte Familiendrama "Dunkelzeit", das 2021 unter dem Originaltitel "Deer Sesaon" erschien, lebt eher von seiner Stimmung, seiner Emotionalität und seiner unterschwelligen Boshaftigkeit.

In der typischen Kleinstadtidylle, in der man gerne mal frivole Gehässigkeiten untereinander austauscht und in der jeder über jeden Bescheid zu wissen scheint, spricht sich schnell herum, dass die vermisste Jugendliche Peggy Ahern letztmalig am Samstagabend in der Kneipe "Castle Farm" gesehen wurde. Sie soll stockbesoffen gewesen sein, obwohl ihre Familie wegen der Konfirmation ihres Bruders Milo, Besuch von Onkel Randall, Tante Sally und Cousin George hatte. Auch Hal Bullard, der gelegentlich zu gewalttätigen Ausbrüchen neigt und vor einiger Zeit in Peggy Ahern verknallt war, sei in der "Castle Farm" gesehen worden.

Der spannende Hybrid aus Thriller, Krimi und Milieustudie einer Kleinstadt erinnerte mich von seiner einfühlsamen Machart, seiner tollen Atmosphäre und der ihn umgebenden Aura, an den kürzlich erschienenen Roman "Dinge, die wir brennen sahen", der australischen Schriftstellerin Hayley Scrivenor. Flanagan erzählt vom Leben der Dorfbewohner, ihren Marotten, ihren Sorgen und Nöten, ihren Vorurteilen, ihrem Misstrauen, ihrer Verlogenheit, ihren Geheimnissen, ihrem Sarkasmus, ihren Affären, wie auch ihrer Missgunst, den kleinen Gehässigkeiten und den sich allmählich hochschaukelnden, nadelstichartigen Gängeleien untereinander. Das tut die Autorin auf ganz subtile Weise, indem sie die Geschehnisse der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit, wie aus dem wahren Leben gegriffen, geschickt ineinanderfließen lässt. So arbeitet sie die präzisen Charaktereigenschaften und die komplizierten, zwischenmenschlichen Beziehungen ihrer Protagonisten fein säuberlich heraus. Die Dorfbewohner sind sich alles andere als grün und tragen ihre Hahnenkämpfe nur allzu gerne untereinander aus. Selbst innerhalb der Ehen herrscht ein regelrechtes Sodom und Gomorrha und vielen Bewohnern wird die Tragweite ihrer verschwendeten Zeit in der Kleinstadt Gunthrum, mit einem Mal so richtig bewusst. Erin Flanagan hat eine exzellente Art, zwischenmenschliche Gefühle in Worte zu verpacken und obschon die Action nicht gerade in geballter Ladung auf den Leser einprasselt, ist das Drama "Dunkelzeit" rasant und mitreißend erzählt.

Nachdem das junge Mädchen immer noch nicht wieder aufgetaucht ist, werden erste Vorwürfe, Anschuldigungen und Vorurteile laut. In dem geistig minderbemittelten Hal Bullard ist schnell ein Schuldiger ausgemacht, doch Hal, der oftmals Probleme damit hat, die Konsequenzen seines Handelns nachzuvollziehen, verstrickt sich immer tiefer in seinen Lügen. Gerüchte verbreiten sich schnell in einer Ortschaft wie Gunthrum und während sich Peggys Bruder Milo immer mehr Sorgen macht, gerät sein Vater Joe allmählich außer Rand und Band. Obwohl keine Leiche gefunden wird, lassen die ersten dreisten Unterstellungen und offenen Anfeindungen nicht sonderlich lange auf sich warten.

Erin Flanagan geht des Öfteren auf den, in Gunthrum offen zur Schau gestellten Chauvinismus ein, bei dem die männlichen Dorfbewohner die weibliche Klientel oftmals als Objekte ohne eigenen Willen, als ihren persönlichen Besitz oder als grundlegend dämlich betrachten. Da klingt hier und da schon ein wenig resignierte Emanzipation durch. Aber es sind weniger die Klischees, denn die traurigen Tatsachen, auf die die US-Amerikanerin, die mit ihrem Mann, ihrer Tochter, zwei Katzen und zwei Hunden in Dayton, Ohio lebt, hier eingeht. Flanagan füttert den Leser immer wieder mit kleinen, spannungsgeladenen Häppchen an und macht ihn somit süchtig nach mehr Information. Die Charaktere sind ausführlich gezeichnet und wachsen einem im Laufe der starken Story regelrecht ans Herz. "Dunkelzeit" ist ein bockstarkes Debüt geworden, das erstklassige Unterhaltung bietet und daher uneingeschränkt weiterempfohlen werden kann!

(Janko)

https://erinflanagan.net/
https://www.instagram.com/erinlflanagan/

Brutalität/Gewalt: 22/100
Spannung: 86/100
Action: 57/100
Unterhaltung: 92/100
Anspruch: 56/100
Atmosphäre: 87/100
Emotion: 85/100
Humor: 11/100
Sex/Obszönität: 07/100

https://lackoflies.com - Wertung: 88/100

Erin Flanagan - Dunkelzeit
Atrium Verlag
Kriminalroman
ISBN: 978-3-85535-145-9
368 Seiten
Hardcover
Originaltitel: Deer Season (2021)
Aus dem amerikanischen Englisch von Cornelius Hartz, Stefanie Kremer
Erscheinungstermin: 18.05.2023
EUR 25,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Dunkelzeit" beim Atrium Verlag: https://www.w1-media.de/produkte/dunkelzeit-955501

Leseprobe: https://books.google.de/books?id=u1aeEAAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_atb#v=onepage&q&f=false

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Veröffentlicht am 23.06.2023

- bizarre Dystopie mit langatmigen Durststrecken -

Kälte
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Tom Rob Smith - Kälte
(Heyne Verlag)

- bizarre Dystopie mit langatmigen Durststrecken -

Lissabon, Portugal, in naher Zukunft. Die New Yorker Medizinstudentin Liza macht mit ihrer Familie eine Stadtführung ...

Tom Rob Smith - Kälte
(Heyne Verlag)

- bizarre Dystopie mit langatmigen Durststrecken -

Lissabon, Portugal, in naher Zukunft. Die New Yorker Medizinstudentin Liza macht mit ihrer Familie eine Stadtführung durch Portugals Hauptstadt. Bei einer kurzen Verschnaufpause trifft sie auf den jungen Reiseführer Atto, der Liza unentgeltlich auf eine Sonnenuntergangsfahrt auf dem Rio Tejo einlädt. Als sie nach der Fahrt wieder am Pier anlanden, bemerken die beiden, dass die Praça do Comércio menschenleer ist, die anderen Boote unvertäut im Hafen treiben und ihre Handys nicht mehr funktionieren. Plötzlich tauchen am Himmel lauter helle Punkte auf, die sich als Raumschiffarmada herausstellen. Die Menschheit dreht daraufhin vollends durch und verstopft die Straßen. Unfälle geschehen, es wird geplündert, gerangelt, getreten, geschlagen. Alles gerät außer Rand und Band. Der Flughafen wird geschlossen, die Armee schießt auf jeden, der sich nähert. So bleibt Liza und ihrer Familie keine Möglichkeit mehr, das Land Richtung USA zu verlassen. Doch die Botschaft der Außerirdischen weist ohnehin in eine gänzlich andere Richtung: Die Menschheit solle sich innerhalb von 30 Tagen auf den Kontinent Antarktika begeben. Dem kältesten, windigsten und lebensfeindlichsten Kontinent auf dem gesamten Planeten. Wer es bis dahin nicht schafft, wird vernichtet.

Tom Rob Smith ist ein wahnsinnig guter Erzähler. Das hat er bereits mit seiner dreiteiligen Erfolgsserie um den ehemaligen MGB Agenten Leo Stepanowitsch Demidov bewiesen. Selbst unwichtig erscheinenden Nichtigkeiten haucht der, 1979 in London geborene Schriftsteller, Drehbuchautor und Fernsehproduzent, in einer intelligenten, niveauvollen und flamboyanten Erzählkunst, Leben ein. Allerdings wechselt Tom Rob Smith, in seinem neuesten Roman "Kälte", für meinen Geschmack, etwas zu abrupt die Themenfelder. Auch der Notwendigkeit, auf Teufel komm raus in die Antarktis ausweichen zu müssen, hätte der Brite gerne eine plausible Erklärung folgen und somit mehr Nachdruck verleihen dürfen. Einen Grund dafür nennt er nämlich nicht. Eine solch kriegerische Spezies wie sie der Mensch darstellt, ließe sich sicherlich nicht so mir-nichts-dir-nichts von seinem geliebten und gelobten Land vertreiben und seien die Folgen für seine Spezies auch noch so katastrophal. Das utopische und zukunftsorientierte Gedankenkonstrukt gerät im weiteren Verlauf der Story leider zu einer bizarren Dystopie mit enormen Durchhängern, was sich äußerst negativ auf die anfängliche Spannung auswirkt.

Neben etlichen Fremden gelingt Liza, ihrer kleinen Schwester Emma und Atto die Überfahrt an Bord des Supertankers Axios. Doch in der Antarktis angekommen, merken alle recht schnell, dass ihre Kleidung gegen die starken Winde und die Temperaturen von unter -50° Celsius keinen ausreichenden Schutz bieten. Viele der Abermillionen an Menschen, die von Bord der unzähligen angelandeten Schiffe an Land gehen, sterben bereits nach kurzer Zeit. Etliche fallen ins eisige Wasser, andere fallen den frostklirrenden Temperaturen zum Opfer. Ein Kampf ums Überleben im ewigen Eis beginnt.

Das Leben und Wirken der Protagonisten stellt sich schon ein wenig skurril, konstruiert und an den Haaren herbeigezogen dar. Das muss man schon abkönnen. Der vollkommen überzeichnete, 464 Seiten umfassende Plot zu "Kälte", welcher im englischen Original Anfang 2023 unter dem Titel "Cold People" erschien, geht vielleicht gerade deswegen nicht so recht an mich. Verhalten und Kommunikation der einzelnen Charaktere sind für mich ebenfalls nicht immer stimmig. Hier bleibt mir deutlich zu viel Authentizität auf der Strecke. Die Geschichte ist zum Teil widersprüchlich, zieht sich, wie ein frisch verdauter Kaugummi, lässt sich aber, trotz seiner Widrigkeiten recht gut lesen, das muss man Tom Rob Smith schon lassen. Dennoch kommt innerhalb der lahmen Schreckensvision selten Atmosphäre, Spannung oder Action auf.

Nach einem Sprung ins Jahr 2043 nimmt der komplexe, literarische Trip im ewigen Eis, abermals eine deutliche Wende. Besser wird er dadurch allerdings nicht! Zwei Millionen Überlebende, die sich 20 Jahre nach der Verbannung auf insgesamt drei Siedlungen aufgeteilt haben, meistern ihr Leben unter den extremen Umständen so gut es geht. Atto und Liza leben in Hope Town ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Nur den eisadaptierten Kindern aus McMurdo Citys Kältemenschen-Projekt scheint die Kälte, aufgrund der dort durchgeführten Genmanipulationen, nichts auszumachen. Sie sollen den Fortbestand der menschlichen Rasse sichern. So wie Attos und Lizas gemeinsame Tochter Echo. Die immer radikalere Vorgehensweise innerhalb der geheimen, experimentellen Genveränderung in McMurdo City hält unvorhersehbare Nebenwirkungen bereit und schnell gerät eine neue Variante der Eisadaptierten mit den restlichen Bewohnern der Siedlungen in eine blutige Fede um Leben und Tod.

(Janko)

https://tomrobsmith.com/
https://www.facebook.com/tom.r.smith.92
https://www.instagram.com/tomrobsmith/

Brutalität/Gewalt: 26/100
Spannung: 62/100
Action: 52/100
Unterhaltung: 70/100
Anspruch: 23/100
Atmosphäre: 57/100
Emotion: 52/100
Humor: 03/100
Sex/Obszönität: 02/100

https://www.lackoflies.com - Wertung: 64/100

Tom Rob Smith - Kälte
Heyne Verlag
SciFi-Thriller
ISBN-13: 978-3-453-27413-6
464 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
Originaltitel: Cold People
Aus dem Englischen von Michael Pfingstl
Erscheinungstermin: 12.04.2023
EUR 22,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-641-29481-6
Erscheinungstermin: 01.02.2023
EUR 13,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Kälte" beim Heyne Verlag: https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Kaelte/Tom-Rob-Smith/Heyne/e612360.rhd

Leseprobe: https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Kaelte/leseprobe_9783453274136.pdf

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2023

- spannender, abstrakter Genremix aus Science-Fiction, Thriller und ein wenig Slasher -

Die 22 Tode der Madison May
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Max Barry - Die 22 Tode der Madison May
(Heyne Verlag)

- spannender, abstrakter Genremix aus Science-Fiction, Thriller und ein wenig Slasher -

Clayton "Clay" Hors ist nicht von dieser Welt. Während einer ...

Max Barry - Die 22 Tode der Madison May
(Heyne Verlag)

- spannender, abstrakter Genremix aus Science-Fiction, Thriller und ein wenig Slasher -

Clayton "Clay" Hors ist nicht von dieser Welt. Während einer Hausbesichtigung, bei der er sich als Kaufinteressent ausgibt, versucht er der jungen Immobilienmaklerin Madison "Maddie" May klarzumachen, dass er in ihre Welt gereist sei, um sie zu schützen. Maddie sei in großer Gefahr. Er wolle sie mitnehmen.

Einige Zeit später erhält die dreiunddreißigjährige Journalistin der New Yorker Zeitung Daily News Felicity Staples den Auftrag, Recherchen bezüglich des Mordes an einer weißen Frau anzustellen, die erstochen wurde, als sie einem potenziellen Käufer ein Haus an der 177th Street in Jamaica zeigte. Der Name des Opfers sei Madison May. Sie wurde nur 22 Jahre alt.

Der 1973 in Australien geborene Schriftsteller Max Barry beschreibt die mysteriösen Geschehnisse seines neuesten, fiktionalen Genremix "Die 22 Tode der Madison May" mit einem humorvollen Unterton und einer blühenden Fantasy. Das hierzulande am 15.03.2023 erschienene Crossover aus Science-Fiction, Thriller und Slasher, welches zu einer unbestimmten Zeit in der Gegenwart oder der näheren Zukunft angesiedelt ist, verspricht eine hohe Schlagzahl an Spannung, Action und Abenteuer. Barry, beziehungsweise seine Protagonisten, stoßen darin immer wieder auf Probleme, die "normale" Menschen gar nicht haben, geschweige denn kennen. "Die 22 Tode der Madison May" ist eine interessante Mischung aus hypothetischen Gedankenspielen, Ideen, Illusionen, Utopien, Spekulationen, Traumbildern und Blendwerken. Ein Thriller mit kleineren Längen, der sich seltsam geradlinig über mehrere Ebenen zu erstrecken vermag.

Als die Journalistin Felicity Staples eine Art Logo, das offensichtlich mit einem Messer in eine Wand des Mordhauses geritzt wurde, ebenfalls auf der Basecap eines der Schaulustigen entdeckt, ist ihr Ehrgeiz und ihr Interesse an dem Fall Madison May endgültig geweckt. Bei ihrer Recherche stolpert sie über das Firmenlogo der THE SOFT HORIZON JUICE COMPANY und einem, zur Fahndung ausgeschriebenen Typen namens Hugo Garrelly. Als Felicity dessen Verfolgung in die New Yorker U-Bahn aufnimmt, trifft sie dort auch auf Clayton Hors, den vermeintlichen Mörder der Immobilienmaklerin. Völlig perplex, dass sich Hugo und Clayton offensichtlich zu kennen scheinen, nimmt sie den Gegenstand in Form eines metallenen Eies von Garelly entgegen, der Felicity anschließend vor einen einfahrenden Zug auf die Bahngleise stößt. Von nun an ist Felicitys Staples Welt eine andere, wenn auch nur marginal, denn ihr Leben zeigt fortan kleinere Unregelmäßigkeiten auf. So auch das Leben der Madison May, denn plötzlich sind die Umstände ihres Todes grundlegend anders, was die Journalistin vollends an sich selbst zweifeln lässt. Felicity ist fortan in großer Gefahr, denn der Killer und sein Widersacher scheinen es nun auch auf sie abgesehen zu haben. Wem kann sie in dieser, ihr fremd gewordenen Welt noch trauen, wenn sie sich nicht einmal mehr selbst trauen kann? Die Erkenntnisse, die Felicity an diesem suspekten Ort erlangt, sind weitaus erschreckender und wesentlich weitreichender als ihr reines Vorstellungsvermögen.

Der 432-seitige Mystery/Fiction Roman, der im Original im Jahre 2021, unter dem Titel "The 22 Murders of Madison May" erschien, hat schon eine skurrile Ader, bleibt dabei aber stets bodenständig, zugänglich und klar strukturiert. Max Barry, der mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Melbourne lebt, weiß wie man Spannung erzeugt und den Leser auch mal ordentlich zappeln lässt. Es sind die authentischen Ideen eines Fantasten, die der intelligenten, humorvollen Fiktion ihren Drive verleihen. Die abwechselnde Sicht auf das Leben und Sterben der Madison May, sowie das unbekannte Entdecken der Felicity Staples während ihres ungewollten Worldhoppings, verleihen dem vielschichtigen Gedankenkonstrukt zusätzlich Schub. Der australische Schriftsteller nötigt seiner Leserschaft durchaus abstraktes Denken ab, überfordert sie dabei aber eher selten und hat die Idee zu seinem ganz speziellen SciFi-Thriller bestens umgesetzt.

(Janko)

www.maxbarry.com
https://www.facebook.com/maxbarry

Brutalität/Gewalt: 35/100
Spannung: 84/100
Action: 82/100
Unterhaltung: 84/100
Anspruch: 46/100
Atmosphäre: 78/100
Emotion: 42/100
Humor: 14/100
Sex/Obszönität: 06/100

LACK OF LIES - Wertung: 82/100

Max Barry - Die 22 Tode der Madison May
Heyne Hardcore
Fiction Thriller
ISBN: 978-3-453-32235-6
432 Seiten
Paperback, Broschur
Originaltitel: The 22 Murders of Madison May
Aus dem amerikanischen Englisch von Dr. Bernhard Kempen
Erscheinungstermin: 15.03.2023
EUR 15,00 Euro [DE] inkl. MwSt.

Weitere Formate:
eBook (epub) ISBN: 978-3-641-29444-1
Erscheinungstermin: 15.03.2023
EUR 11,99 Euro [DE] inkl. MwSt.

"Die 22 Tode der Madison May" beim Heyne Verlag: https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Die-22-Tode-der-Madison-May/Max-Barry/Heyne/e605944.rhd

Leseprobe: https://www.penguinrandomhouse.de/leseprobe/Die-22-Tode-der-Madison-May/leseprobe_9783453322356.pdf

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