- mysteriöser, rasanter und mitreißender Psychothriller -
Giftiger GrundSieben Jahre nach einem Überfall auf eine Tankstelle in der ländlichen Provinz, folgt die Bloggerin Charu einem neuen Eintrag auf der Urbex Guild Map. Die junge Frau möchte die erste sein, die eine Zeitraffer-Nachtaufnahme ...
Sieben Jahre nach einem Überfall auf eine Tankstelle in der ländlichen Provinz, folgt die Bloggerin Charu einem neuen Eintrag auf der Urbex Guild Map. Die junge Frau möchte die erste sein, die eine Zeitraffer-Nachtaufnahme dieser, mittlerweile zum Lost Place verkommenen Tankstelle postet. Dass Charu jedoch nicht die erste vor Ort ist, muss sie sich schnell eingestehen. Vandalismus, Partys und Obdachlose haben ihren Tribut gefordert. Als sich während der unbeaufsichtigten Videoaufnahme der Influencerin ein Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln auf der nächtlichen Aufnahme verewigt, legt sich Charu in der darauffolgenden Nacht auf die Lauer. Das junge Mädchen kehrt tatsächlich wieder, doch als die Kleine Charu bemerkt, flüchtet sie in das nahe Waldstück. Die Bloggerin verfolgt das Mädchen und rennt dabei in den etwas konfus wirkenden Joran. Was hat die Kleine hier nachts zu suchen? Warum liegt sie nicht im Bett, wie alle anderen Kinder ihres Alters auch? Warum ist sie überhaupt nachts alleine unterwegs? Und was macht der junge Mann hier? Gehört er zu dem Mädchen oder hat er es verfolgt? Fragen über Fragen, die beginnen Charus Gedanken zu martern.
Aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Akteure und im Präsens verfasst, birgt Thomas Knüwers 336 Seiten starker Psychothriller "Giftiger Grund" einen stakkatoartig pointierten, mitreißenden und endgültigen Erzählstil. Das ist zwar nicht neu, aber höchst effektiv. Die modern aufgepimpte, prägnante und eindringliche Gen-Z-Sprache, des 1983 im Münsterland geborenen und heute mit seiner Frau und drei Kindern in Hamburg ansässigen Schriftstellers, ist düster, brutal, mysteriös und spannend. Eingebettet in eine pessimistisch resignierte Grundstimmung ist Knüwers eigensinniger Schreibstil in eine, vor Sarkasmus triefende Metaphorik getaucht, die schon mal mit obszönen Untertönen belegt ist. Der Leiter einer Hamburger Digitalagentur neigt jedoch, im Gegensatz zu vielen seiner Genrekollegen, selten zu Übertreibungen, zur Dramaturgie oder zur Effekthascherei, was sich positiv auf die Glaubwürdigkeit seiner, teils regelrecht ekligen Szenarien auswirkt. Und so lässt er seine potenzielle Leserschaft an seinen Seiten kleben, wie ein Neugeborenes an den Brüsten seiner Mutter.
Ein weiterer Erzählstrang befasst sich mit dem bereits erwähnten Joran Horvat. Nach sechs Jahren und acht Monaten frisch aus dem Knast entlassen, kommt der 26-Jährige zunächst in einem schäbigen Hotel unter. Er will sein Leben auf die Kette kriegen, was sich als gar nicht mal so einfach herausstellt. Als Joran erfährt, dass die Tankstelle, die er damals mit Marvin und Aras überfallen hat, mittlerweile leer steht, macht er sich noch in derselben Nacht auf den Weg, in der Hoffnung, dass sich das gestohlene Geld noch immer in dem einstigen Versteck befindet. Doch was Joran in dem alten Schacht nahe der ehemaligen Tanke findet ist nicht das Geld, sondern eine verrottende und brutal stinkende Leiche. Nachdem er seine DNA, in Form seines halbverdauten Mageninhaltes, großzügig um den männlichen Leichnam verteilt, ist es auch mit seiner Anonymität zum Teufel. Da Joran befürchtet, dass man ihn mit dem Toten in Verbindung bringt und er wieder einfährt, will er sich aus dem Staub machen. Dabei rennt ein kleines Mädchen an ihm vorbei, das von einer jungen Frau verfolgt wird, die Joran beinahe über den Haufen rennt. Als tags darauf auch noch sein damaliger, gewaltbereiter Kumpel und Mittäter Marvin vor dem Hotel steht, um ihm einen Job anzubieten, ist dies der Beginn eines perfiden und infamen Albtraums für Joran.
Knüwers vielschichtiger, rätselhafter und spannungsvoller Plot baut auf den vielen verpassten Chancen seiner Charaktere auf, die sich immer tiefer in ihrer eigenen Scheiße vergraben. Teilweise selbstverschuldet, oft auch unverschuldet, zumeist aber einfach nur ungerechtfertigt! Fairness ist nun mal nicht die Priorität des Lebens. Und so werden Joran immer wieder Steine in den Weg gelegt. Er sucht Arbeit, findet aber keine. Und anstatt Marvin die kalte Schulter zu zeigen oder sich gegen selbigen zur Wehr zu setzen, benimmt sich Joran wie ein Hosenscheißer. "Giftiger Grund" ist eine emotional breitgefächerte, unkonventionelle und rätselhafte Geschichte über Opferrollen, (Macht-)Missbrauch, Elend, Hilflosigkeit, Mord, Vertuschung und die Frage nach Schuld, mit einem Ende wie ein Faustschlag ins Gesicht! Den Gemütlichkeit bevorzugenden Lesern sei an dieser Stelle eine Warnung anheimgestellt: "Giftiger Grund" ist alles andere als ein cozy crime!
(Janko)
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Brutalität/Gewalt: 48/100
Spannung: 81/100
Action: 72/100
Unterhaltung: 86/100
Anspruch: 58/100
Atmosphäre: 76/100
Emotion: 66/100
Humor: 17/100
Sex/Obszönität: 32/100
https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Wertung: 85/100
https://www.lackoflies.com" target="_blank">https://www.lackoflies.com - Altersempfehlung: ab 15 Jahren (aufgrund der allgemeinen Thematik, der Obszönitäten und der Gewaltdarstellungen)
Thomas Knüwer - Giftiger Grund
Droemer Knaur
Kriminalroman / Psychothriller
ISBN: 978-3-426-56846-0
336 Seiten
Paperback
Erscheinungstermin: 02.03.2026
EUR 18,00 Euro [DE] inkl. MwSt.
Weitere Formate:
ISBN eBook (epub): 978-3-426-56657-2
Erscheinungstermin: 03.03.2026
EUR 12,99 Euro [DE] inkl. MwSt.
ISBN Download - Streaming (Ungekürzt): 978-3-7324-8718-9
Erscheinungstermin: 02.03.2026
EUR 20,95 Euro [DE] inkl. MwSt.
"Giftiger Grund" bei Droemer Knaur: https://www.droemer-knaur.de/buch/thomas-knuewer-giftiger-grund-9783426568460
Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783426568460
Hörprobe: https://www.argon-verlag.de/hoerbuch/thomas-knuewer-giftiger-grund-9783732487189