Ein ungewöhnlicher Kriminalroman, aber irre gut
Buchmeinung zu Thomas Knüwer – »Giftiger Grund«
»Giftiger Grund« ist ein Kriminalroman von Thomas Knüwer, der 2026 bei Droemer erschienen ist.
Zum Autor:
Thomas Knüwer wurde 1983 im Münsterland geboren. ...
Buchmeinung zu Thomas Knüwer – »Giftiger Grund«
»Giftiger Grund« ist ein Kriminalroman von Thomas Knüwer, der 2026 bei Droemer erschienen ist.
Zum Autor:
Thomas Knüwer wurde 1983 im Münsterland geboren. Der studierte Grafik-Designer arbeitet in der Werbe- und Kommunikationsbranche und leitet eine Digitalagentur in Hamburg. Seine Kampagnen wurden vielfach national und internationale ausgezeichnet. Thomas Knüwers schriftstellerische Laufbahn begann im Selfpublishing, mit seinem Verlagsdebüt, »Das Haus in dem Gudelia stirbt« hat er den Deutschen Krimipreis 2024 und den Stuttgarter Krimipreis 2025 gewonnen..
Zum Inhalt:
Bei einer aufgegebenen Tankstelle treffen Charu, Joran und Edda aufeinander. Allen drei ist gemeinsam, dass sie große Probleme haben und auf der Suche nach einer besseren Zukunft sind. Ihre Probleme werden durch das Auftauchen von Marvin und Maik verschlimmert.
Meine Meinung:
In diesem Buch gibt es eigentlich keinen Ermittler, der ein Verbrechen aufklären soll, sondern nur drei Figuren, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Charu produziert Videos, die an Lost Places spielen, kommt damit aber nicht wirklich über die Runden. Sie wohnt bei ihrer Schwester. Deren Freund Maik ist für sie ein Unding. Joran saß wegen eines Überfalls sieben Jahre im Gefängnis und versucht einen Neuanfang. Dem steht sein alter Kumpan Marvin im Weg, der ihn für seine kriminellen Geschäfte rekrutieren will. Edda ist ein junges Mädchen, das auf der Tankstelle einen ruhigen Platz für einen kurzen Teil der Nacht gefunden hat. Die Figuren Charu, Edda und Joran sind mit Ecken und Kanten gezeichnet, wirken aber meist positiv sympathisch. Maik und Marvin verkörpern das Böse und greifen nach den drei Hauptfiguren. Charu, Edda und Joran hegen untereinander großes Misstrauen und können kaum Vertrauen aufbauen. Edda braucht aber ihre Hilfe und getrennt, aber irgendwie auch gemeinsam wollen Charu und Joran ihr helfen. Das zarte Pflänzchen Vertrauen nimmt immer wieder Schaden und doch bleiben Charu und Joran hartnäckig. Als ihnen die Dinge über den Kopf zu wachsen drohen, kommt es auf der Tankstelle zu einer Gewaltexplosion.
Mich hat die Geschichte von Beginn an mitgenommen und die kurzen Kapitel, die jeweils aus der Sicht einer der drei Hauptfiguren erzählt werden, sorgen für Tempo und Intensität. Mal steht eine einzelne Figur im Fokus und dann geht es zurück zur Tankstelle mit Szenen von zwei oder drei Figuren. Es ist eine düstere Geschichte über drei Menschen, denen nur gemeinsam ist, nicht aufzugeben und einen Weg zu finden. Ich fand die Handlung extrem spannend und habe mit den Figuren gelitten. Das Ende fand ich passend und überzeugend. Mich hat dieses Buch exzellent unterhalten.
Fazit:
Ein Kriminalroman ungewöhnlicher Prägung, der mich schlicht begeistert hat. Figurenzeichnung, Handlung, Schreibstil und Intensität machen diesen Titel zu einem Highlight des Jahres. Deshalb bewerte ich diesen Titel mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und gebe eine klare Leseempfehlung. Es lohnt sich.