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Veröffentlicht am 01.04.2026

Freiheit kann auch ein Gefängnis sein

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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Lales Start ins Leben ist schon unglücklich, denn da ihre Mutter drogenabhängig ist, hat sie direkt nach der Geburt einen Entzug. Sie landet im Heim, bei Pflegeeltern, in einer WG, Drogen sind immer ein ...

Lales Start ins Leben ist schon unglücklich, denn da ihre Mutter drogenabhängig ist, hat sie direkt nach der Geburt einen Entzug. Sie landet im Heim, bei Pflegeeltern, in einer WG, Drogen sind immer ein Teil ihres Umfelds. Sie weiß, dass andere Kinder ein völlig anderes Leben führen und versucht, einfach nur zu überleben. Dabei geht sie durch jede Menge schlimme Zeiten und Phasen.

Es gibt hier massig Themen, die triggern. Ist es tatsächlich autobiografisch? Ich weiß es nicht. Das spielt für mich aber auch keine wirkliche Rolle. Die Erzählkunst ist gigantisch, die Direktheit beängstigend, die Ehrlichkeit erschreckend. Und genau das bewirkt, dass man mit Lale durch die Jahre geht und an ihrer Seite sein möchte, ihr helfen möchte, ihr alles Gute wünscht, Glück, Liebe, ein echtes Zuhause.

Der Erzählstil ist etwas gewöhnungsbedürftig durch die durchgehende Gegenwartsform. Alles passiert jetzt. Lale, die in den 1980ern aufwächst, blickt nur sporadisch zurück, gar nicht nach vorne, lebt im Augenblick, erzählt fast emotionslos. Und das, obwohl so viele Gefühle in ihr stecken. Es ist jedoch ein gutes Bild dafür, wie wenige von ihren Gefühlen erwidert werden, wie viele ihrer Gefühle aber immer wieder verletzt werden. So unbequem das Stilmittel ist, so gut funktioniert es auch.

Die Story ist schwer, oft belastend, aber erstaunlicher Weise unfassbar bereichernd. Wohl fühlt man sich nicht beim Hören, obwohl Aileen Wrozyna eine echt tolle Sprechstimme hat und sie auch gekonnt einsetzt. Trotzdem hab ich keine Minute bereut. Sterne abziehen wäre unfair, denn gerade diese schweren Geschichten haben viel zu sagen und passen ins wahre Leben. Ob nun autobiographisch angehaucht oder nicht, ich gebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Schöne Rezepte!

Türkiye – Türkisch backen
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Eigentlich kein Wunder, dass ich mal wieder vor diesem Buch nichts von der Autorin mitbekommen hatte. Aber es wäre für mich eher erstaunlich, wenn ein Koch- oder Backbuch nicht von einer Influencerin käme! ...

Eigentlich kein Wunder, dass ich mal wieder vor diesem Buch nichts von der Autorin mitbekommen hatte. Aber es wäre für mich eher erstaunlich, wenn ein Koch- oder Backbuch nicht von einer Influencerin käme! Macht ja nichts, so kommen auch Leute wie ich in den Genuss ihrer Rezepte!

Ehrlich gesagt hätte ich mehr süßes Gebäck erwartet und auch weniger Variationen ein und desselben Rezepts. Schlecht ist das Buch dennoch nicht. Ich habe sehr viele neue Anregungen gefunden. Ich liebe die türkische Küche, ob Kochen oder Backen. Und dass es für jedes Gebäck gern mal zig Varianten aus den unterschiedlichsten Gebieten gibt, ist nicht allzu überraschend. Ist es doch in Italien nicht anders!

Eine Seite des Buches ist immer für Zutatenlisten und Arbeitsschritte, sowie die eine oder andere Bemerkung. Ab und an findet sich auch ein QR-Code zu einer Videoanleitung. Hier fiel mir auf, dass es dann nicht immer die gleichen Mengen sind und sich auch Backzeiten unterscheiden. Das irritiert ein wenig. Die andere Seite wird mit einem Foto ausgefüllt, das das fertige Ergebnis zeigt. Leute, da bekommt man Hunger! Nährwerte oder Kalorienangaben finden sich keine. Das dürfte auch besser so sein, denn alles ist echt verführerisch!

Unterteilt sind die Rezepte in die Kapitel Klassiker; Regionale Spezialitäten; Pide; Pogaca; Börek; Frittiertes Gebäck; Süßes. Hier sucht man die Rezepte im vorderen Teil nach den türkischen Bezeichnungen. Im Register am Ende des Buches sucht man nach Zutat, alphabetisch sortiert.

Insgesamt mag ich das Buch sehr, ziehe aufgrund der kleinen Kritikpunkte jedoch einen Stern ab. Somit gebe ich vier sehr gute Sterne!

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Brutal, widerlich, dennoch zäh

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7)
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Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen ...

Ein Stromausfall lässt die Küste Schwedens in Dunkelheit fallen. Es scheinen in der Zeit unerklärliche Dinge geschehen zu sein, die Fabian Risk und seine Kollegen vor schwierige Aufgaben stellen. Menschen verhalten sich seltsam, ein Kind wurde entführt, die Mutter wird vom Mann unterdrückt. Aber sie kennt Risk und wendet sich heimlich an ihn. Der ahnt bald, dass all die Vorfälle keine Zufälle sind.

Okay, ich habe die vorherigen Bände weder gelesen noch gehört, also bin ich vielleicht teilweise selbst Schuld daran, dass ich nicht so wirklich warm wurde mit den Figuren und der Story. Selbst David Nathan, den ich als Sprecher sehr schätze, konnte wenig retten. Irgendwie waren die einzelnen Erzählstränge jeweils für sich und auch zusammengenommen reichlich wirr und konfus. Zudem mochte ich keine Figur wirklich, hatte eher mit so gut wie jeder Figur richtige Probleme.

Die einzelnen Erzählstränge sind für sich schon heftig, die verarbeiteten Themen ebenfalls. Von häuslicher Gewalt über Deepfakes bis zu Mord ist alles dabei. Einige der Themen sind heftig. Für einige wäre hier vermutlich eine Triggerwarnung gut, dennoch erwähne ich sie hier nicht, um nicht versehentlich zu spoilern.

Für mich ist die Story ab einem gewissen Punkt ins Abstruse abgebogen, gekrönt von widerlichen und unnötig brutalen Szenen. Möglich, dass ich mit den Jahren empfindlicher geworden bin. Insgesamt aber habe ich nur durchgehalten, um herauszufinden, ob es überhaupt einen Sinn in allem gibt. Das hätte es vermutlich auch nicht, wenn ich die Vorgänger kennen würde. Im kompletten Verlauf hatte ich nirgendwo den Eindruck, dass mir irgendwelche Infos fehlen würden. Kleiner Funfakt am Rande, eine Logik ist da, aber einen Sinn hat für meinen Geschmack hier nichts wirklich. Selbst die tolle Stimme von David Nathan, die nicht ohne Grund auch bei meinem Lieblings-Radiosender zu hören ist, konnte nichts mehr retten. Gerade mal eben so drei Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Sommer-Rezepte

Gut bei Hitze
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Das Buch bietet Rezepte zu den Kapiteln Zum Trinken; Kaltes; Warmes; Süßes. Wie der Titel schon sagt, sollen sie besonders bei Hitze gut tun und gut schmecken. Zudem sind sie nicht kompliziert, also erfrischend ...

Das Buch bietet Rezepte zu den Kapiteln Zum Trinken; Kaltes; Warmes; Süßes. Wie der Titel schon sagt, sollen sie besonders bei Hitze gut tun und gut schmecken. Zudem sind sie nicht kompliziert, also erfrischend einfach.

Die selbstgemachten Getränke sind tatsächlich sehr ansprechend und lecker. Kaltes bietet Rezepte für Fermentiertes, kalte Suppen, Salate und belegte Brote. Warmes bietet leichte Gerichte von lauwarm bis heiß. Süßes schließlich zeigt sommerliche Desserts und Leckereien.

Alle Rezepte kommen mit Foto. Mir ist das immer super wichtig, weil ich dazu tendiere, Rezepte ohne Foto einfach zu überlesen. Kleine Texte stehen den eigentlichen Rezepten immer vor, dann kommen die Zutaten und die Arbeitsschritte. Alles ist gut verständlich formuliert und erklärt. Angaben zur Portionsanzahl sind vorhanden, Nährwertangaben nicht. Vegetarische und vegane Rezepte sind auch vorhanden. Im Register sind sie am V im Kreis zu erkennen, wobei die veganen Rezepte mit einem blauen Punkt mit weißem V und die vegetarischen Rezepte mit einem weißen Punkt mit blauem V zu erkennen sind.

Die Zusammenstellung gefällt mir sehr. Alle Bereiche sind abgedeckt und die Zubereitung ist zumeist schnell zu schaffen und vor allem einfach. Die Zutaten sind teilweise etwas exotisch. Zumindest weiß ich nicht, was Favabohnen sind und wo ich die auftreibe, zumal frisch. Trotzdem gefällt mir das Buch sehr gut und auch Anfänger können die Rezepte gut nacharbeiten. Ich gebe vier Sterne!

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Veröffentlicht am 25.03.2026

Nudeln mal ganz schnell, mal etwas aufwendiger

Pasta Pronto
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Hier merkt man bei jedem einzelnen Rezept, dass Mateo Zielonka zurecht The Pasta Man ist. Die Liebe zur Nudel ist nicht zu übersehen! Sehr schön finde ich von daher, dass die Rezepte in den meisten Fällen ...

Hier merkt man bei jedem einzelnen Rezept, dass Mateo Zielonka zurecht The Pasta Man ist. Die Liebe zur Nudel ist nicht zu übersehen! Sehr schön finde ich von daher, dass die Rezepte in den meisten Fällen für frische, wie auch getrocknete Pasta ausgelegt sind. Bei wenigen Ausnahmen ist dies nicht der Fall. Das sind die Rezepte, die einfach besser mit getrockneter Pasta gelingen, weil deren Bissfestigkeit besser passt.

Bevor es an die eigentlichen Rezepte geht, bekommt man eine Reihe toller Informationen über Pasta allgemein, wie man sie richtig und perfekt kocht, den idealen Pasta-Vorrats-Schrank, Küchengeräte. Dann folgten die Rezepte zum klassischen Pastateig, reichhaltigen Eierteig, glutenfreiem Eierteig, veganem Semmola-Teig; das richtige Ausrollen und das Formen. Mateo beschränkt sich hier auf wenige Formen, doch das sind genug, um in die Materie hineinzufinden.

Die nun folgenden Rezepte sind unterteilt in die Kapitel Pronto, Pronto!; Pronto!; Nicht ganz so Pronto; Burrata, Gemüse und mehr. Vor jedem Kapitel ist ein kleiner, einführender Text. Auch den Rezepten sind einige Zeilen vorangestellt. Ich mag das gern. Anschließend findet man klassisch die Anzahl der Portionen und die Zutaten sowie die Zubereitungsschritte. Die Anweisungen sind klar und verständlich formuliert, trotz der knappen Worte. Zu jedem Rezept bekommt man ein ansprechendes Foto. Das ist mir immer besonders wichtig, da ich dazu neige, Rezepte ohne Foto zu ignorieren. Ich lasse mich gern bildlich inspirieren. Wer Wert auf Nährwertangaben legt, wird hier enttäuscht. Mich persönlich stört das nicht. Bei einigen Rezepten sind noch Hinweise zu finden, wie sie vegetarisch oder vegan werden können. Teilweise werden etwas ausgefallenere Zutaten verwendet, doch sind diese nicht allzu schwer im Handel zu finden.

Insgesamt begeistert mich dieses Buch total! Es macht nicht nur Lust darauf, Pasta selbst zu machen, es liefert auch gut erklärte Rezepte und Anleitungen für den Pastateig. Die Saucenrezepte sind mal weniger, mal mehr aufwendig, eben wie die Kapitel es versprechen. Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass dies gerade mein liebstes Pasta-Buch ist. Besonders die Wodkasoße ohne Wodka ist der Hit! Die Rezepte sind alltagstauglich und auch von weniger Geübten zu schaffen. Für mich ist dies ein 5-Sterne-Buch!

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