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Veröffentlicht am 15.08.2026

Märchenhaft

Ms. Atkins und die Bibliothek der Träume
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Amanda Atkins hat sich weitgehend von allen sozialen Kontakten zurückgezogen. Sie geht arbeiten, hat ihre Routinen und gönnt sich freitags den Besuch der Bibliothek. Eines Tages ist die Bibliothekarin ...

Amanda Atkins hat sich weitgehend von allen sozialen Kontakten zurückgezogen. Sie geht arbeiten, hat ihre Routinen und gönnt sich freitags den Besuch der Bibliothek. Eines Tages ist die Bibliothekarin nicht mehr da, dafür eine Vertretung, ein Schüler, der ihr einen geheimen Leseraum zeigt. Ms Atkins ist durch die Änderung ihrer Routine etwas mürrisch, doch nach und nach lässt sie sich immer mehr auf diesen neuen, wunderbaren und doch auch erschreckenden Ort ein. Und dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit Xiao Mei, Robert und Henry zusammen das Rätsel um die verschlossene Tür zu lösen.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, aber auch ein wenig so, als würde sie die Story einem Kind erzählen. Ich empfand den Stil passend für ein Kinder- oder Jugendbuch, weniger typisch für ein Buch für Erwachsene. Die Geschichte selbst ist sanft und ruhig. Hin und wieder geschehen Dinge, die nicht wirklich schön sind und möglicher Weise fühlen sich manche Menschen hier arg getriggert. Es kommen Szenen häuslicher Gewalt vor, auch werden Schuldgefühle behandelt und Einsamkeit, Verlorenheit, verletzte Gefühle, Unsicherheit von Adoptivkindern und einiges mehr. Das ist natürlich nicht wirklich typisch für Kinder- und Jugendbücher, rüttelt aber definitiv auch auf.

Die Figuren sind einzigartig, kein bisschen stereotyp. Ein bisschen klischeehaft möglicherweise, aber nicht zu sehr. Man hat sie direkt vor Augen, von der etwas steifen Ms Atkins über den netten Robert Joy und die unsichere Xiao Mei bis zum schüchternen Henry. Es ist spannend, die vier in ihre Träume und auf dem gemeinsamen Weg bei der Suche nach der Lösung für Ms Atkins‘ Problem zu begleiten. Für meinen Geschmack lässt Vanessa Göcking die Leser jedoch zu oft mit ihren Überlegungen alleine und geht hier und da nicht tief genug ins Thema. Das ist schade!

Die Aufmachung des Buches ist auffallend liebevoll und detailreich. Die Kapitel sind recht kurz und lesen sich blitzschnell weg. Langweilig wird es nicht. Hier und da fand ich ein paar Stellen nicht ganz logisch, es fehlten mir immer mal wieder mehr oder weniger wichtige Informationen. Dennoch ist das Buch rundum zauberhaft und kurzweilig. Das Ende ist ganz anders, als erwartet und vielleicht etwas zu kurz geraten. Hier hätte das Potenzial gut noch weiter ausgenutzt werden können. Ein wenig wünscht man sich eine Fortsetzung, weshalb ich gerne vier Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 16.07.2026

Kleines Büchlein, großer Genuss

Sächsisches Spezialitäten-Backbuch
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In jeder Backbuchsammlung ist dieses kleine Büchlein ein großer Hit. Die Aufmachung ist mit ganz viel Liebe zur Region sehr gut gelungen. Kleine Geschichten rund um Sachsen und die Gebäcke setzen glänzende ...

In jeder Backbuchsammlung ist dieses kleine Büchlein ein großer Hit. Die Aufmachung ist mit ganz viel Liebe zur Region sehr gut gelungen. Kleine Geschichten rund um Sachsen und die Gebäcke setzen glänzende Highlights und machen das Büchlein noch schöner.

Einige der Rezepte kenne ich bereits ohne Bezug zu Sachsen. So ist hier bei uns der Dresdner Kaffeekranz als Frankfurter Kranz bekannt und war besonders in den 1970ern sehr beliebt. Einziger Unterschied ist, dass in Dresden Mandeln mit Zucker und Semmelbröseln zum Verzieren verwendet werden, in Frankfurt Krokant. Leider ist er irgendwie in Vergessenheit geraten. Vielleicht hilft dieses Büchlein dabei, ihn wieder öfter auf der Kuchentafel zu finden. Es finden sich aber auch viele Gebäcke, die ich bisher nicht kannte, die jedoch voll auf meiner Genuss-Welle liegen. Ganz vorne liegen da die Fürst-Pückler-Schnitte und der Dresdner Prasselkuchen. Und der Schlesische Mohnkuchen ist einer der Klassiker, die mir immer das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Das Büchlein startet mit einigen Kapiteln zu Sachsen als deutsches Kuchenmekka. Die nachfolgenden Rezepte sind dann unterteilt in die Kapitel Feine Torten und Sahnestücke; Feine Kuchen und Bäben mit Hefeteig; Echte Dresdner Stollen und Striezel; Windbeutel und Spritzkuchen; Konfekt und Pfefferkuchen; Feine Blätterteig- und Plunderstückchen; Feine Rührkuchen und Küchlein; Feines Kaffee- und Teegebäck; Spezialitäten mit Kartoffelteig. Abgeschlossen wird das Büchlein vor dem Inhaltsverzeichnis mit ein paar Kapiteln zu Sachsens Spezialitäten-Bäcker Dr. Quendt.

Die 51 Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Sie füllen immer eine Doppelseite. Links findet sich die Zutatenliste, daneben werden die Arbeitsschritte im Fließtext erklärt, dann folgt ein verführerisches Bild und daneben häufig noch ein wenig Info rund um das Gebäckstück. Erfreulicher Weise verderben einem keine Nährwertangaben den Appetit. Es werden nur alltägliche Zutaten verwendet, die man oft sogar im Vorrat hat. Mir macht das Büchlein riesig Freude. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Rache und Gerechtigkeit

Sunshine Man
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Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.

Die ...

Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.

Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da ist Birdie, die nie mit dem Tod der Schwester klarkommen konnte, noch immer leidet Und da ist Jimmy Maguire, den die Zeit im Gefängnis natürlich verändert hat. Doch schnell merkt man, dass nichts so ist, wie man zunächst annahm und man leidet mit den Protagonisten.

Wer nicht in sich gefestigt ist, wer in einem Tief steckt, sollte keinesfalls dieses Buch lesen oder hören. Es ist wunderbar, aber düster, es zieht runter, es macht traurig, es verteilt Nierenschläge. Das muss man verkraften. Ja, es ist in sich stimmig und all die deprimierenden Dinge, die geschehen, kann man nicht fröhlich erzählen. Dennoch verlangt das Buch Stabilität beim Leser oder Hörer, die man nicht jeden Tag hat.

Zunächst hat man den Eindruck, es wird planlos drauflosgeplappert. Doch nach und nach erkennt man, dass ohne dieses weite Ausholen die Story nicht komplett und nicht zu verstehen wäre. Wenn man so will, braucht es diesen langen Anlauf, um alles richtig einordnen, verstehen, sehen zu können. Das Buch zeigt, dass Außenstehende niemals einen Sachverhalt wirklich richtig erfassen können, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Auch zeigt es, wie tief die Sehnsucht nach Gerechtigkeit sein kann, von zwei unterschiedlichen Sichtweisen her gesehen sogar. Enorm beeindruckend!

Das Ende hat einen Knalleffekt parat. Ich bin regelrecht hilflos und auch ein wenig sprachlos. Für diese Kunst gebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Gaumenschmeichler

Always tasty
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Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler ...

Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler selbst auch. Daher wundert es nicht, dass noch vor dem Vorwort drei Rezepte für den perfekten Tag vorgestellt werden. Danach folgen die üblichen theoretischen Kapitelchen. Ganz im Zeitgeist ist alles mit Anglizismen gespickt. Die Rezepte sind dann eingeteilt in die Themenbereiche Sandro Snackeler – Scnacks & Kleinigkeiten; Für die Morgenstunden – Frühstück; All Day Long – Lunch und Dinner; Süßes zum Schluss – Desserts und Gebäck.

Die Rezepte sind schlicht und übersichtlich aufgebaut. Nie zu viel Text, aber immer mindestens ein Foto, gern auch mal eine Fotostrecke. Wer jedoch Wert auf Nährwertangaben legt, wird vergeblich danach suchen. Die verwendeten Zutaten sind nicht extrem exotisch, bei manchen jedoch könnte es etwas schwierig werden. Nicht jeder hat z.B. Reisessig, Taggiasca-Oliven, Zitronenthymian, frische Trüffel oder Tapiokamehl zu Hause. Einige Rezepte erfordern auch recht viel Zeit, weil man zusätzliche Arbeitsschritte einplanen muss, z.B. für geklärte Butter.

Die Rezepte sind zumindest für mich erfrischend anders, also alles andere als Klassiker. Nicht alles entspricht meinem Geschmack, doch das liegt an meinen Abneigungen gegen gewisse Lebensmittel und Konsistenzen. Ob man sich selbst oder Gäste damit verwöhnt, für besondere Tage und Anlässe sind die Rezepte optimal. Richtig gut essen von früh bis spät stimmt auch. Doch für die Alltagsküche sehe ich sie nicht. Auch für Küchenneulinge und Kochanfänger finde ich das Buch ungeeignet.

Schön ist es, interessant ist es, aber eben nur dann klasse, wenn man sich nicht scheut, viel Aufwand für die Mahlzeiten zu betreiben. Auf gesunde Küche wird hier weniger geachtet, sondern mit viel Fett und Süße der Gaumen verwöhnt. Schnell, lecker und modern wird versprochen. Für mich normal schnell oder langsam, lecker ja, modern nur bedingt und dann im Hinblick auf die Zusammenstellungen, weniger die Zutaten. Schlicht und einfach ist hier wenig. Lecker ganz viel. Dennoch bleiben da leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Große Enttäuschung

REM
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Alysee, die ihre Mutter nie kennenlernte, verliert mit vier Jahren ihren Vater. Sie erinnert sich nur noch an viel Blut. Und sie hat panische Angst zu schlafen und zu träumen. Daher bleibt sie so lange ...

Alysee, die ihre Mutter nie kennenlernte, verliert mit vier Jahren ihren Vater. Sie erinnert sich nur noch an viel Blut. Und sie hat panische Angst zu schlafen und zu träumen. Daher bleibt sie so lange es geht mit Hilfsmitteln wach und schläft nur selten und dann mit Schlaftabletten, die keine Träume zulassen. Anfang 20 erfährt sie auf seltsame Weise, dass sie von ihrem Vater und dessen Geschäftspartner ein altes Hotel geerbt hat. Das stand zwei Jahrzehnte leer und Alysee macht sich mit ihrem Adoptionsbruder auf den Weg, das Geheimnis des Gebäudes zu lösen und somit vielleicht herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist.

Tja, was soll ich sagen? Ich bin ja immer total gespannt, wie ich das neueste Werk von und mit Sebastian Fitzek finde. Das schwankt von total mies zu klasse, die volle Bandbreite. Diesmal bin ich leider bei der Wertung ganz unten angelangt. Es liest sich, als hätte ein Teenager versucht, einen Horrorroman zu schreiben. Logikfehler und halbgare Ideen, gewürzt mit kranken Szenen machen es nicht besser. Aber man kann nicht aufhören zu lesen, weil man wissen will, was dieser ganze Murks denn eigentlich soll.

Dabei wird es durch einen unausgereiften Schreibstil und blasse Charaktere schwer, nicht immer wieder frustriert aufzuschreien. Trotz vieler Worte und Beschreibungen finde ich zu keiner Figur einen Zugang. Diese große Distanz ist mit ein Grund, weshalb mich die Story nicht fesselt. Wieso Fitzek hier nicht korrigierend eingegriffen hat, sondern auch noch von großem Spaß beim Schreiben redet, ist mir unverständlich. Horror finde ich trotz der brutalen Szenen wenig. Unrealistische Begebenheiten gehören für mich zu manchen Büchern fast schon dazu, aber hier wurden einfach ein paar grobe Ideen zusammengewürfelt und was herauskam ist einfach nicht nur nicht gut, sondern grottenschlecht, selbst für Science Fiction nicht plausibel.

Das Ende gipfelt dann ins absolut Unglaubwürdige. Auch die allergrößte Fantasie wird hier mit lächerlicher Paranormalität beleidigt. Für den einen oder anderen kleinen guten Ansatz gebe ich insgesamt gerade noch so eben zwei Sterne, aber ich werde keinesfalls mehr von diesem Duo lesen.

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