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Veröffentlicht am 16.07.2026

Kleines Büchlein, großer Genuss

Sächsisches Spezialitäten-Backbuch
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In jeder Backbuchsammlung ist dieses kleine Büchlein ein großer Hit. Die Aufmachung ist mit ganz viel Liebe zur Region sehr gut gelungen. Kleine Geschichten rund um Sachsen und die Gebäcke setzen glänzende ...

In jeder Backbuchsammlung ist dieses kleine Büchlein ein großer Hit. Die Aufmachung ist mit ganz viel Liebe zur Region sehr gut gelungen. Kleine Geschichten rund um Sachsen und die Gebäcke setzen glänzende Highlights und machen das Büchlein noch schöner.

Einige der Rezepte kenne ich bereits ohne Bezug zu Sachsen. So ist hier bei uns der Dresdner Kaffeekranz als Frankfurter Kranz bekannt und war besonders in den 1970ern sehr beliebt. Einziger Unterschied ist, dass in Dresden Mandeln mit Zucker und Semmelbröseln zum Verzieren verwendet werden, in Frankfurt Krokant. Leider ist er irgendwie in Vergessenheit geraten. Vielleicht hilft dieses Büchlein dabei, ihn wieder öfter auf der Kuchentafel zu finden. Es finden sich aber auch viele Gebäcke, die ich bisher nicht kannte, die jedoch voll auf meiner Genuss-Welle liegen. Ganz vorne liegen da die Fürst-Pückler-Schnitte und der Dresdner Prasselkuchen. Und der Schlesische Mohnkuchen ist einer der Klassiker, die mir immer das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Das Büchlein startet mit einigen Kapiteln zu Sachsen als deutsches Kuchenmekka. Die nachfolgenden Rezepte sind dann unterteilt in die Kapitel Feine Torten und Sahnestücke; Feine Kuchen und Bäben mit Hefeteig; Echte Dresdner Stollen und Striezel; Windbeutel und Spritzkuchen; Konfekt und Pfefferkuchen; Feine Blätterteig- und Plunderstückchen; Feine Rührkuchen und Küchlein; Feines Kaffee- und Teegebäck; Spezialitäten mit Kartoffelteig. Abgeschlossen wird das Büchlein vor dem Inhaltsverzeichnis mit ein paar Kapiteln zu Sachsens Spezialitäten-Bäcker Dr. Quendt.

Die 51 Rezepte sind übersichtlich gestaltet. Sie füllen immer eine Doppelseite. Links findet sich die Zutatenliste, daneben werden die Arbeitsschritte im Fließtext erklärt, dann folgt ein verführerisches Bild und daneben häufig noch ein wenig Info rund um das Gebäckstück. Erfreulicher Weise verderben einem keine Nährwertangaben den Appetit. Es werden nur alltägliche Zutaten verwendet, die man oft sogar im Vorrat hat. Mir macht das Büchlein riesig Freude. Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 15.07.2026

Rache und Gerechtigkeit

Sunshine Man
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Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.

Die ...

Birdie Kellers Schwester wurde vor 18 Jahren ermordet. Jetzt soll ihr Mörder Jimmy Maguire entlassen werden. Birdie macht sich mit einem Plan und einer Waffe auf eine Reise, die alles verändern wird.

Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da ist Birdie, die nie mit dem Tod der Schwester klarkommen konnte, noch immer leidet Und da ist Jimmy Maguire, den die Zeit im Gefängnis natürlich verändert hat. Doch schnell merkt man, dass nichts so ist, wie man zunächst annahm und man leidet mit den Protagonisten.

Wer nicht in sich gefestigt ist, wer in einem Tief steckt, sollte keinesfalls dieses Buch lesen oder hören. Es ist wunderbar, aber düster, es zieht runter, es macht traurig, es verteilt Nierenschläge. Das muss man verkraften. Ja, es ist in sich stimmig und all die deprimierenden Dinge, die geschehen, kann man nicht fröhlich erzählen. Dennoch verlangt das Buch Stabilität beim Leser oder Hörer, die man nicht jeden Tag hat.

Zunächst hat man den Eindruck, es wird planlos drauflosgeplappert. Doch nach und nach erkennt man, dass ohne dieses weite Ausholen die Story nicht komplett und nicht zu verstehen wäre. Wenn man so will, braucht es diesen langen Anlauf, um alles richtig einordnen, verstehen, sehen zu können. Das Buch zeigt, dass Außenstehende niemals einen Sachverhalt wirklich richtig erfassen können, weil sie nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Auch zeigt es, wie tief die Sehnsucht nach Gerechtigkeit sein kann, von zwei unterschiedlichen Sichtweisen her gesehen sogar. Enorm beeindruckend!

Das Ende hat einen Knalleffekt parat. Ich bin regelrecht hilflos und auch ein wenig sprachlos. Für diese Kunst gebe ich vier Sterne.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2026

Gaumenschmeichler

Always tasty
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Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler ...

Der Autor war mir bisher nicht bekannt, doch das hat nichts zu heißen, lehne ich doch die heutzutage allgegenwärtigen Social Media rigoros ab. Das Buch ist jung und energiegeladen, wie Sandro Zinggeler selbst auch. Daher wundert es nicht, dass noch vor dem Vorwort drei Rezepte für den perfekten Tag vorgestellt werden. Danach folgen die üblichen theoretischen Kapitelchen. Ganz im Zeitgeist ist alles mit Anglizismen gespickt. Die Rezepte sind dann eingeteilt in die Themenbereiche Sandro Snackeler – Scnacks & Kleinigkeiten; Für die Morgenstunden – Frühstück; All Day Long – Lunch und Dinner; Süßes zum Schluss – Desserts und Gebäck.

Die Rezepte sind schlicht und übersichtlich aufgebaut. Nie zu viel Text, aber immer mindestens ein Foto, gern auch mal eine Fotostrecke. Wer jedoch Wert auf Nährwertangaben legt, wird vergeblich danach suchen. Die verwendeten Zutaten sind nicht extrem exotisch, bei manchen jedoch könnte es etwas schwierig werden. Nicht jeder hat z.B. Reisessig, Taggiasca-Oliven, Zitronenthymian, frische Trüffel oder Tapiokamehl zu Hause. Einige Rezepte erfordern auch recht viel Zeit, weil man zusätzliche Arbeitsschritte einplanen muss, z.B. für geklärte Butter.

Die Rezepte sind zumindest für mich erfrischend anders, also alles andere als Klassiker. Nicht alles entspricht meinem Geschmack, doch das liegt an meinen Abneigungen gegen gewisse Lebensmittel und Konsistenzen. Ob man sich selbst oder Gäste damit verwöhnt, für besondere Tage und Anlässe sind die Rezepte optimal. Richtig gut essen von früh bis spät stimmt auch. Doch für die Alltagsküche sehe ich sie nicht. Auch für Küchenneulinge und Kochanfänger finde ich das Buch ungeeignet.

Schön ist es, interessant ist es, aber eben nur dann klasse, wenn man sich nicht scheut, viel Aufwand für die Mahlzeiten zu betreiben. Auf gesunde Küche wird hier weniger geachtet, sondern mit viel Fett und Süße der Gaumen verwöhnt. Schnell, lecker und modern wird versprochen. Für mich normal schnell oder langsam, lecker ja, modern nur bedingt und dann im Hinblick auf die Zusammenstellungen, weniger die Zutaten. Schlicht und einfach ist hier wenig. Lecker ganz viel. Dennoch bleiben da leider nur drei Sterne.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Große Enttäuschung

REM
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Alysee, die ihre Mutter nie kennenlernte, verliert mit vier Jahren ihren Vater. Sie erinnert sich nur noch an viel Blut. Und sie hat panische Angst zu schlafen und zu träumen. Daher bleibt sie so lange ...

Alysee, die ihre Mutter nie kennenlernte, verliert mit vier Jahren ihren Vater. Sie erinnert sich nur noch an viel Blut. Und sie hat panische Angst zu schlafen und zu träumen. Daher bleibt sie so lange es geht mit Hilfsmitteln wach und schläft nur selten und dann mit Schlaftabletten, die keine Träume zulassen. Anfang 20 erfährt sie auf seltsame Weise, dass sie von ihrem Vater und dessen Geschäftspartner ein altes Hotel geerbt hat. Das stand zwei Jahrzehnte leer und Alysee macht sich mit ihrem Adoptionsbruder auf den Weg, das Geheimnis des Gebäudes zu lösen und somit vielleicht herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist.

Tja, was soll ich sagen? Ich bin ja immer total gespannt, wie ich das neueste Werk von und mit Sebastian Fitzek finde. Das schwankt von total mies zu klasse, die volle Bandbreite. Diesmal bin ich leider bei der Wertung ganz unten angelangt. Es liest sich, als hätte ein Teenager versucht, einen Horrorroman zu schreiben. Logikfehler und halbgare Ideen, gewürzt mit kranken Szenen machen es nicht besser. Aber man kann nicht aufhören zu lesen, weil man wissen will, was dieser ganze Murks denn eigentlich soll.

Dabei wird es durch einen unausgereiften Schreibstil und blasse Charaktere schwer, nicht immer wieder frustriert aufzuschreien. Trotz vieler Worte und Beschreibungen finde ich zu keiner Figur einen Zugang. Diese große Distanz ist mit ein Grund, weshalb mich die Story nicht fesselt. Wieso Fitzek hier nicht korrigierend eingegriffen hat, sondern auch noch von großem Spaß beim Schreiben redet, ist mir unverständlich. Horror finde ich trotz der brutalen Szenen wenig. Unrealistische Begebenheiten gehören für mich zu manchen Büchern fast schon dazu, aber hier wurden einfach ein paar grobe Ideen zusammengewürfelt und was herauskam ist einfach nicht nur nicht gut, sondern grottenschlecht, selbst für Science Fiction nicht plausibel.

Das Ende gipfelt dann ins absolut Unglaubwürdige. Auch die allergrößte Fantasie wird hier mit lächerlicher Paranormalität beleidigt. Für den einen oder anderen kleinen guten Ansatz gebe ich insgesamt gerade noch so eben zwei Sterne, aber ich werde keinesfalls mehr von diesem Duo lesen.

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Veröffentlicht am 06.07.2026

Buddha und Wunder

Klein aber tot
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In Knuffingen herrscht Idylle. Eigentlich. Doch dann wird der Schmähkritiker Friedrich Frank ermordet. Kommissar Jojo Wunder muss bangen, dass ausgerechnet seine heimliche Angebetete oder sogar seine eigene ...

In Knuffingen herrscht Idylle. Eigentlich. Doch dann wird der Schmähkritiker Friedrich Frank ermordet. Kommissar Jojo Wunder muss bangen, dass ausgerechnet seine heimliche Angebetete oder sogar seine eigene Mutter Rache für einen Verriss geübt haben. Mit Bernhardiner Buddha, der eigentlich seinem Chef, der niemals auftaucht, gehört, im Schlepptau, folgt er den vorhandenen Spuren, die alles nur noch schlimmer zu machen scheinen!

Knuffingen liegt im Miniatur-Wunderland und die Figuren haben davon eindeutig keine Ahnung. Das macht es für mich ein wenig schwer. Mein Kopf will sich dauernd einschalten, dass die Figuren doch die Besucher sehen müssten, ständig an Grenzen stoßen müssten usw. Da merke ich, wie schwer mir das Loslassen fällt! Es gibt kleine Hinweise, die witzig sind, wie die Styroporkugeln, das zerbrochene Matterhorn, Wolken wie gemalt, immer wieder Feuer beim Schloss usw. Insgesamt aber lässt das die Knufflinger kalt. Der Krimi selbst ist cosy und humorig, aber nicht ohne Spannung. Die vielen kleinen skurrilen Szenen sind einfach nur köstlich! Ganz genial finde ich, dass alles so erschreckend logisch und stimmig ist.

Die Figuren sind zauberhaft! Auch ihre Namen sind einfach nur genial. Da hat der Autor viel Liebe zum Detail bewiesen! Fischler lässt die Charaktere mit wenigen Worten vor dem geistigen Auge entstehen und Simon Jäger macht sie wunderbar lebendig. Und wenn Dr. Bohne eins ums andere Mal „Wunder, oh Wunder“ ruft, muss man einfach grinsen. Simon Jäger hat jeder einzelnen Figur eine eigene Stimme gegeben und das in bewundernswerter, gelungener Art und Weise. Der Krimi ist ein gemütlicher Cozy Crime, der mit Schwung ein gar nicht so harmloses Ende findet.

Da ich die Bücher von Jan Beck liebe, war ich super gespannt auf die Bücher unter seinem weiteren Pseudonym bzw. Realnamen Jo Fischler. Dieser erste Band vom Miniatur-Wunderland ist kein schlechter Anfang! Allerdings sind die Anspielungen auf den fiktiven Ort ganz selten eingestreut, wodurch der Krimi auch an jedem anderen, realen Ort spielen könnte. Vielleicht wird das ja in den Folgebänden spezieller. Vielleicht sind die Wunderland-Macher ja Wunders Chef? Für diesmal also vier Sterne.

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