Ein Portrait über eine dysfunktionale Familie
Ein Familienportrait über eine dysfunktionale Familie und dem Wunsch in einem solchen Konstrukt als Individuum wahrgenommen und anerkannt zu werden.
Bei den Flynns wird es nie langweilig. Catherine hat ...
Ein Familienportrait über eine dysfunktionale Familie und dem Wunsch in einem solchen Konstrukt als Individuum wahrgenommen und anerkannt zu werden.
Bei den Flynns wird es nie langweilig. Catherine hat beschlossen ihr Ehe nun offen zu führen und beginnt mit den Nachbarn zu flirten. Bud, ihr Ehemann, der mit diesem Arrangement nicht sehr zufrieden ist, verbringt die Nächte im gemeinsamen Familienvan und findet auf der Arbeit Ungereimtheiten bei gewissen Transaktionen. Er ermittelt auf eigene Faust und entdeckt dabei Missstände, die eine Nummer zu groß für ihn sind…
Währenddessen schleicht sich die älteste Tochter Abigail auf die Party eines zwielichtigen Millionärs und lernt dort einen Mann namens Kriegsverbrecher-Wes lernen und lieben. Louise, die Zweitgeborene, fühlt sich von allen übersehen und sucht in christlichen Internetforen nach Anerkennung. Das dort auch Menschen lauern, die nichts Gutes im Schilde führen ist erstmal zweitrangig. Und dann wäre da noch Harper. Die Jüngste der Flynn-Töchter scheint die häusliche Situation damit zu kompensieren, dass sie ihr überdurchschnittlich intelligentes Gehirn dafür nutzt, semi-illegalen Tätigkeiten nachzugehen.
"Verlorene Schäfchen" war ein Fiebertraum von einem Buch, welches mich sehr unterhalten und zum Lachen gebracht hat. Madeline Cash hat eine besondere humorvolle Art, wenn es darum geht, triviale aber auch komplexe Beziehungen darzustellen. Die Übersetzung von Sophie Zeitz greift diesen Ton haargenau auf und macht ihn nun auch für die deutschsprachigen Leser*innen zugänglich.
Die Flynns wirken auf den ersten Blick wie eine ganz außergewöhnliche Familie, aber auf den zweiten stehen sie für so viele Familien(-konstrukte), wenn auch etwas überzeichnet. Es hat so viel Spaß gemacht, jedes einzelne Familienmitglied kennen zu lernen. Mein Favorit ist Harper. Ein hochintelligentes Kind, welches sich durch seine differenzierte Art zu denken und die Welt wahrzunehmen oft selbst im Weg steht und für so einigen Ärger sorgt.
Große Leseempfehlung!