Geschichte wird lebendig
1736 - Chronik einer KopfgeldjagdBuchmeinung zu David Petry – »1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd«
»1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd« ist ein Historischer Roman nach einer wahren Begebenheit von David Petry, die 2026 beim Verlag Nürnberger ...
Buchmeinung zu David Petry – »1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd«
»1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd« ist ein Historischer Roman nach einer wahren Begebenheit von David Petry, die 2026 beim Verlag Nürnberger Presse erschienen ist.
Zum Autor:
David Petry, geboren 1979, ist promovierter Historiker. Er liebt es, alte unerzählte Geschichten aus Archiven auszugraben und neu zu erzählen, insbesondere aus der Frühen Neuzeit. So wie die historische True Crime Story “1736. Chronik einer Kopfgeldjagd”, die zugleich sein erstes belletristisches Werk ist. David Petry arbeitet als Kommunikationsmanager und lebt in der Region Nürnberg.
Zum Inhalt:
Agnes und Andreas Roß haben als Meisterdiebe in Süddeutschland eine gewisse Berühmtheit erlangt. 1736 geraten sie in die Fänge der Strafjustiz und werden drastisch bestraft. Als ihnen die Flucht gelingt zieht Geheimrat Dr. Pistorius alle Register, um ihrer erneut habhaft zu werden und das Ansehen der Staatsmacht wieder herzustellen. Eine erbarmungslose Jagd beginnt.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von Beginn an mitgenommen. Pistorius und Agnes Roß sind zwei intelligente Figuren, die sich einen verbissenen Kampf liefern. Jeder versucht die Absichten und die nächsten Schritte der Gegenseite zu erahnen und ihnen die Wirkung zu nehmen. Ohne Zweifel sind Agnes und Andreas Roß Mitglieder einer gewaltbereiten Diebesbande, die eine verschworene Gemeinschaft bilden. Gerade Agnes Roß verfügt über unerwartete Kenntnisse und Fähigkeiten, während ihr Mann ungehobelt und furchtlos wirkt. Trotzdem erscheinen sie mir sympathischer als ihr Gegenpart Dr. Pistorius, der rücksichtslos und zunehmend skrupellos die Menschenjagd organisiert.
Archivunterlagen liefern das Gerüst der Geschichte, die aber dennoch fiktiv bleibt. Man spürt die umfangreichen Recherchen des Autors und sein Wissen über die Zeit und das harte Leben der damaligen Menschen. In den einzelnen Szenen werden Figuren und Zeit lebendig. Auch die Atmosphäre stimmt. Immer wieder habe ich gedacht, dass es genauso passiert sein könnte. Ein besonderes Schmankerl ist eine zweite Variante, wie es denn zu Ende gegangen sein könnte.
Mich hat dieser Titel blendend unterhalten und einige vergnügliche Lesestunden bereitet. Was will man mehr?
Fazit:
Ein Historischer Roman, der mich in vielerlei Hinsicht begeistern konnte. Deshalb gebe ich dem Titel die Höchstwertung von fünf Sternen (100 Punkten). Selbstverständlich spreche ich auch eine klare Leseempfehlung für interessierte Leser aus.