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Veröffentlicht am 17.01.2026

Stellenweise genial, aber oft auch überzogen

Bad Actors
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Buchmeinung zu Mick Herron – »Bad Actors«

»Bad Actors« ist ein Kriminalroman von Mick Herron, der 2025 bei Diogenes in der Übersetzung von Stefanie Schäfer erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe ...

Buchmeinung zu Mick Herron – »Bad Actors«

»Bad Actors« ist ein Kriminalroman von Mick Herron, der 2025 bei Diogenes in der Übersetzung von Stefanie Schäfer erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Bad Actors« und ist 2022 erschienen. Dies ist der achte Band mit den Slow Horses.

Zum Autor:
Mick Herron, geboren 1963 in Newcastle-upon-Tyne, studierte Englische Literatur in Oxford, wo er auch lebt. Seit 2024 ist er Mitglied der Royal Society of Literature. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theakston's Old Peculier Crime Novel und dem Ellery Queen Readers Award; für sein Lebenswerk erhielt er 2025 den CWA Diamond Dagger.

Zum Inhalt:
Das Verschwinden einer wichtigen Mitarbeiterin des Premierministers bringt das fragile Gleichgewicht zwischen Politik und leitenden Spionen ins Wanken. Natürlich sind auch Jackson Lamb und seine Slow Horses involviert und tragen ihren Teil zum ausufernden Chaos bei.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist meine erste Begegnung mit den Slow Horses und sie war anders als ich es erwartet hatte. Schwarz humorig bis zum Abwinken, Figuren jenseits jeder Normalität, ans Absurde grenzende Handlung unnd gnadenlos überzeichnete Gewaltszenen. Die Krone gebührt aber der grauen Eminenz Jackson Lamb. Seine Sympathiewerte sind unterirdisch und sein Auftreten ist abstoßend und doch ist er die Figur, die der Handlung Sinn und Leben einhaucht. Ihm scheint Erfolg unwichtig zu sein, aber er sieht und lenkt Entwicklungen und bringt die Leser auf den Stand. Wer sich mit ihm anlegt hat schon verloren. Zeuge ich Jackson Lamb etwa Respekt? Nur durch ihn blieb ich bei der Stange und die total überzogenen Szenen wurden erträglich. Manche Stellen gefielen mir sehr, aber das ausufernde Chaos nervte mich zunehmend. Das Ende war dann überraschend normal. Noch bin ich im Unklaren, ob ich ein weiteres Buch der Serie lesen will, denn diese Mischung war trotz grandioser Szenen nicht meins.

Fazit:
Dieser Titel mag an einigen Stellen genial sein, aber insgesamt konnte er mich nicht begeistern, weil er zu überzogen auf mich wirkte. Deshalb bewerte ich dieses Teil mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Fünf Erzählungen, die zum Nachdenken anregen

Der Fluss der Zeit
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Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«

»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.

Zum Autor:
Peter Bieri (geboren ...

Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«

»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.

Zum Autor:
Peter Bieri (geboren 23. Juni 1944 in Bern; gestorben 27. Juni 2023 in Berlin) war ein Schweizer Philosoph mit Beiträgen insbesondere zur Analytischen Philosophie, Erkenntnistheorie und Ethik. Ab 1995 wurde er unter dem Pseudonym Pascal Mercier vor allem als Autor von fünf literarischen Werken bekannt. Besonders erfolgreich war der Roman Nachtzug nach Lissabon.

Zum Inhalt:
Das Buch enthält die Erzählungen
- Die Übergabe
- Die Wohnung
- Warten auf den Befund
- Tödlicher Lärm
- Noch einmal die Mansarde

Meine Meinung:
Mich haben jede der fünf Geschichten beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Meist konnte ich mich in die Figuren hineinversetzen und ihre Situation nachvollziehen. Aus eigener Erfahrung hat mich das Warten auf den Befund besonders mitgenommen. Der Ton der fünf Erzählungen ist eher leicht dunkel und doch entsteht ein positiver Eindruck. Der alte Mann, der sich nur schwer von seinem Geburtshaus trennen kann, hatte etwas anrührendes. Der Zusammenhang zwischen Generösität und Dankbarkeit und die Auswirkungen auf die Beteiligten wird am Beispiel einer geschenkten Wohnung diskutiert. Tödlicher Lärm war die Erzählung, mit der ich wenig anfangen konnte. In der fünften Erzählung erlebt ein Professor, das die Erinnerungen manchmal mehr versprechen als die Realität bieten kann.
Jede der Erzählungen bot Ansätze zum eigenen Nachdenken und was kann man mehr von kurzen Erzählungen erwarten.

Fazit:
Fünf Erzählungen, die unspektakulär wirken, und mich doch zum Nachdenken gebracht haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Solider Reihenauftakt mit Potential zu mehr

Ich bin Single, Kalimera
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Buchmeinung zu Friedrich Kalpenstein – »Ich bin Single, Kalimera«

»Ich bin Single, Kalimera« ist ein humoristischer Roman von Friedrich Kalpenstein, der 2015 bei Tinte & Feder erschienen ist. Dies ist ...

Buchmeinung zu Friedrich Kalpenstein – »Ich bin Single, Kalimera«

»Ich bin Single, Kalimera« ist ein humoristischer Roman von Friedrich Kalpenstein, der 2015 bei Tinte & Feder erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Herbert-Reihe.

Zum Autor:
Friedrich Kalpenstein ist ein waschechter Bayer und wurde 1971 in Freising bei München geboren. Heute lebt der #1-Kindle- und BILD-Bestseller-Autor unweit seiner Heimatstadt im Ampertal. Die Leidenschaft fürs Erzählen begann mit Gutenachtgeschichten. So schrieb er zunächst Kinderbücher, ehe er seinen Schwerpunkt auf humoristische Romane verlagerte.

Zum Inhalt:
Herbert ist ein Single, der seinen Urlaub auf Rhodos diesmal in einem Familienhotel verbringen will. Natürlich will er auch etwas erleben und hofft auf eine Urlaubsbekanntschaft. Der Weg dahin ist aber steinig und manchem Urlauber dürfte der ein oder andere Aspekt bekannt vorkommen.

Meine Meinung:
Die Geschichte wird komplett aus der Perspektive des Singles Herbert erzählt. Herbert ist ein erfahrener Urlauber, der mit allerlei Wassern gewaschen ist. Manchmal wirkt er sympathisch, aber oft auch nicht. Um seine eigenen Ziele zu erreichen oder auch nur, um der Unterhaltung willen macht er sein Ding, oft auch auf den Rücken der Mitreisenden. Durchaus humorvoll werden Szenen aus einem normalen Urlaub beschrieben, der nicht ganz so abläuft wie geplant. Herbert teilt kräftig aus, muss aber auch etliches einstecken. Auch wenn nicht alle Ideen zünden, so habe ich mich doch gut unterhalten. Viele Passagen basieren auf Beobachtungen alltäglicher Urlaubsmissgeschicke, die in den Roman eingeflossen sind.

Fazit:
Ein humoristischer Roman zum Thema Urlaubsreisen mit einem Single, der mich gut unterhalten konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 01.01.2026

siebzehn böse Weihnachtsgeschichten

Arsen und Butterplätzchen
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Buchmeinung zu Christine Rechl (Hrsg.) – »Arsen und Butterplätzchen«

»Arsen und Butterplätzchen« ist eine Kurzgeschichtensammlung, die von Christine Rechl 2025 bei Pattloch Geschenkbuch herausgegeben ...

Buchmeinung zu Christine Rechl (Hrsg.) – »Arsen und Butterplätzchen«

»Arsen und Butterplätzchen« ist eine Kurzgeschichtensammlung, die von Christine Rechl 2025 bei Pattloch Geschenkbuch herausgegeben wurde.

Zum Autor:
Christine Rechl ist in München aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Coburg, wo sie sich ihren großen Garten mit Rehen, Hasen und anderen Tieren teilt. Kreativität und Erfindungsreichtum haben von Kindesbeinen an ihr Leben geprägt. Sie ist Grafik- und Textildesignerin mit internationalen Kunden und Autorin zahlreicher Bücher.

Zum Inhalt:
Diese Sammlung enthält 17 böse Weihnachtsgeschichten deutschsprachiger Autoren.

Meine Meinung:
Die Kurzgeschichten sind zwischen vier und fünfzehn Seiten lang und haben einen Bezug zum Weihnachtsfest, seien es Weihnachtsmänner, Bescherungen, festliche Aktivitäten oder Gäste zum Fest. Gemeinsam ist allen Geschichten ein böser Grundton zum eigentlich so friedvollen Fest. Manche Geschichten sind wirklich bitterböse, während andere eher hellgrau wirken. So dürfte für jeden Leser etwas dabei sein. Mir haben fast alle Kurzgeschichten gefallen und manche haben mich sogar begeistert.

Fazit:
Eine gelungene Sammlung von bösen Weihnachtsgeschichten, die mich bestens unterhalten haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Krimispaß vom Feinsten

Tod zur Teestunde
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Buchmeinung zu Anthony Horowitz – »Tod zur Teestunde«

»Tod zur Teestunde« ist ein Kriminalroman von Anthony Horowitz , der 2025 im Insel Verlag in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff erschienen ist. Der ...

Buchmeinung zu Anthony Horowitz – »Tod zur Teestunde«

»Tod zur Teestunde« ist ein Kriminalroman von Anthony Horowitz , der 2025 im Insel Verlag in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Marble Hall Murders« und ist 2025 erschienen.

Zum Autor:
Anthony Horowitz, geboren 1956 in Stanmore, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der englischsprachigen Welt, in Deutschland ist er vor allem durch seine Jugendbuchreihe um Alex Rider bekannt. Neben zahlreichen Büchern hat Anthony Horowitz Theaterstücke und Drehbücher zu verschiedenen Filmen und Fernsehserien (unter anderem Inspector Barnaby) verfasst. Seit seiner Jugend ist er Sherlock-Holmes-Fan. Im Insel Verlag erschien zuletzt Mord stand nicht im Drehbuch (2024). Anthony Horowitz lebt mit seiner Familie in London.

Zum Inhalt:
Eliot Grace, Enkel einer überaus erfolgreichen Kinderbuchautorin, soll die Serie um den Privatdetektiv Atticus Pünd fortsetzen. Lektorin Susan Ryeland soll ihn dabei unterstützen und gerät in Gefahr, als sie Informationen zum vermeintlichen Mord an seiner Großmutter einholt, den Eliot im Buch thematisieren will.

Meine Meinung:
Die Idee dieses Buches ist faszinierend. Ein Autor will in seinem Buch Hinweise auf einen realen Mord verstecken und den Täter aufzeigen. Die Protagonistin Susan Ryeland hatte eine längere Auszeit genommen, weil der ursprüngliche Autor der Serie einen Mord begangen hatte und auch Susan umbringen wollte. Ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte ist der Teil des Manuskripts, den Susan lektorieren soll. Als sie die Absicht des Autors erkennt, einen realen Mord im Buch zu thematisieren, stellt sie eigene Nachforschungen an und gerät mit der Familie Grace in Konflikt.
Schließlich gerät sie in Verdacht, Eliot nach einem Streit mit ihrem Auto überfahren zu haben. Der ermittelnde Kommissar ist Fan der Reihe um Atticus Pünd und führt intensive Gespräche mit Susan, auch über die vorhandenen Teile des Manuskripts.So sind nun drei Haupterzählstränge zu erkennen, der Mord im Buch, der Tod der Kinderbuchautorin und die Verwicklung von Susan Ryeland am Tod von Eliot Grace. Jeder dieser Stränge hat seinen Reiz und ich war mehrmals auf der Suche nach Hinweisen im Manuskript zum Tod der Kinderbuchautorin. Der Autor beleuchtet auch die Situation der Buchverlage und das Ausschlachten besonders erfolgreicher Werke inklusive Sightseeing, Film- und Fernsehrechte. Viele der Figuren im Manuskript als auch in der realen Welt hatten Ecken und Kanten und boten Platz für Überraschungen. Susan Ryeland überzeugte mich mit ihrer Hartnäckigkeit und dem Willen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Der ermittelnde Kommissar war der Sympathieträger schlechthin. Weniger gelungen fand ich den Showdown um Susan Ryeland, in dem sie sich massiv ihrer Haut erwehren musste. Die Auflösungen aller drei Stränge haben mich überzeugt und Lust auf eine Fortsetzung gemacht.

Fazit:
Eine Krimi in Krimi Geschichte, die mich prächtig unterhalten und Lust auf mehr gemacht hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde eher ruhig angelegter Krimis aus.

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