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Veröffentlicht am 19.03.2026

Hat mich in den ruhigen Passagen beeindruckt

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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Buchmeinung zu Peter Dempf – »Teufelsreigen«

»Teufelsreigen« ist ein Historischer Roman von Peter Dempf, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Reihe »Im Auftrag der Fugger«.

Zum ...

Buchmeinung zu Peter Dempf – »Teufelsreigen«

»Teufelsreigen« ist ein Historischer Roman von Peter Dempf, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Reihe »Im Auftrag der Fugger«.

Zum Autor:
Peter Dempf, 1959 in Augsburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte. Der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor schreibt neben Romanen und Sachbüchern auch Theaterstücke, Drehbücher, Rundfunkbeiträge und Erzählungen. Bekannt aber wurde er durch seine Historischen Romane, die häufig in Augsburg angesiedelt sind, wo Peter Dempf lebt.

Zum Inhalt:
Überfälle auf Warenlieferungen und Anschläge auf Einrichtungen alarmieren im Jahr 1505 Jakob Fugger, der seine Boten Afra und Herwart mit der Klärung beauftragt. Der angehende Kaiser will Augsburg besuchen und Fugger will sich sein Wohlwollen sichern und hofft auf lukrative Geschäfte.

Meine Meinung:
Der Einstieg in diesen Titel ist mir leicht gefallen, denn es begang rasant mit dem Brand in der Handelsniederlassung der deutschen Kaufleute in Venedig. Die beiden Hauptfiguren Afra und Herwart sind sympathisch, wirken aber auch mehrfach recht naiv. Sie geraten immer wieder in tödliche Gefahr und meist rettet sie ihr großer Hund Fugger. Dieses Muster zieht sich durch weite Teile der Handlung, wirkt auf Dauer aber etwas eintönig. Der Schreibstil ist nüchtern und eindringlich zugleich. In vielen Details wird die umfassende Recherche des Autors deutlich. Beeindruckt haben mich die ruhigeren Passagen, wenn der Leser den Gedanken Jakob Fuggers in Gesprächen mit Maximilian, dessen Beratern und anderen Augsburger Kaufleuten folgen kann. Jakob Fugger zeigt sich als charismatische Persönlichkeit, die den wachsenden Einfluss der Kaufleute und Finanziers symbolisiert. Eine weitere interessante Figur in der undurchsichtige und skrupellose Spion Zeno, der für einige Aufregung sorgt.
Einige historische Persönlichkeiten haben den Weg ins Buch gefunden und wirken durchaus bereichernd. Im lesenswerten Nachwort erläutert der Autor, welche Ergänzungen er zu den historischen Fakten hinzugefügt hat. Ein Glossar rundet das Werk ab.
Die ruhigen Passagen haben mir weitaus besser gefallen (vier bis fünf Sterne) als die oft wiederkehrenden Szenen mit Mord und Totschlag (zwei bis drei Sterne). .

Fazit:
Ein Historischer Roman, der mich nur in den ruhigen Passagen fesseln konnte. Somit bewerte ich den Titel mit dreieinhalb Sternen, die ich diesmal zu vier von fünf Sternen aufrunde (70 von 100 Punkten). Für diesen Titel gebe ich eine bedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Angenehmer Schreibstil und abbauende Handlung

Mord à la Lavande
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Buchmeinung zu Robert de Paca – »Mord a la Lavande«

»Mord a la Lavande« ist ein Kriminalroman von Robert de Paca, der 2025 als Book on Demand erschienen ist.

Zum Autor:
Robert de Paca lebt seit rund ...

Buchmeinung zu Robert de Paca – »Mord a la Lavande«

»Mord a la Lavande« ist ein Kriminalroman von Robert de Paca, der 2025 als Book on Demand erschienen ist.

Zum Autor:
Robert de Paca lebt seit rund dreissig Jahren in Südfrankreich. Die ersten fünfzehn Jahre davon an der Côte d’Azur, wo er unter anderem ein Tourismusportal betreute und in Monaco eine Internetkochschule samt online-shop betrieb. Seit 2012 lebt er mit seinen beiden Kindern in der Provence, zwischen Aix und dem Luberon.

Zum Inhalt:
Vor den Augen des Krimiautors Maxim Marchal wird in Aix-en-Provence ein Journalist von einem Auto überfahren. Im Gegensatz zur Polizei vemutet Maxim ein Verbrechen und beginnt zu ermitteln. Unterstützung erhält er von einer Journalistin und einer Mitarbeiterin des Tourismusbüros.

Meine Meinung:
Der Einstieg in dieses Buch ist mir durch den atmosphärischen Schreibstil leicht gefallen. Maxim Marchal wirkt sympathisch und geht die Dinge gelassen an. Er ist zudem hartnäckig und fantasievoll. Im Zuge der Ermittlungen erfährt der Leser einiges über den Lavendelanbau und die daraus entstehenden Produkte. Zwei sympathische Damen unterstützen den Krimiautor mit ihren Ideen und Kontakten. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, meist jedoch begleiten wir Maxim. Die Figurenzeichnung ist nicht sonderlich tief und ich hätte den Figuren ein paar Ecken und Kanten gewünscht. Die Spannung ist eher moderat, aber der angenehme Schreibstil hilft darüber hinweg. Dann gibt es aus meiner Sicht einen deutlichen Bruch in der Handlung durch den Bezug zu einem Jahre zurückliegenden Gewaltverbrechen, das aus dem Nichts kommt. Nun wird es zwar spannender, aber auch hektischer und weniger atmosphärisch. Am Ende steht ein vollständig und nachvollziehbar gelöster Fall, aber gut unterhalten fühlte ich mich nur in der ersten Hälfte.

Fazit:
Ein Krimi aus der Provence, der zu Beginn mit Atmosphäre und sympathischen Figuren punktet, aber im weiteren Verlauf den Faden zu verlieren scheint. Dank des guten Starts bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Begeisterung pur

Die blaue Liste
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Buchmeinung zu Wolfgang Schorlau – »Die blaue Liste«

»Die blaue Liste« ist ein Kriminalroman von Wolfgang Schorlau, der 2003 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe um ...

Buchmeinung zu Wolfgang Schorlau – »Die blaue Liste«

»Die blaue Liste« ist ein Kriminalroman von Wolfgang Schorlau, der 2003 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe um den Privatdetektiv Georg Dengler.

Zum Autor:
Wolfgang Schorlau lebt und arbeitet als freier Autor in Stuttgart. Neben den elf Dengler-Krimis hat er die Romane »Sommer am Bosporus« und »Rebellen« veröffentlicht sowie »Das brennende Klavier«, die Biografie der Jazzlegende Wolfgang Dauner – und zusammen mit Claudio Caiolo die Venedig-Krimis um Commissario Morello. 2006 wurde er mit dem Deutschen Krimipreis, 2012 und 2014 mit dem Stuttgarter Krimipreis sowie 2019 und 2025 mit dem Stuttgarter Ebner-Stolz-Wirtschaftskrimipreis ausgezeichnet.

Zum Inhalt:
Georg Dengler war früher Zielfahnder beim BKA und arbeitet nun als Privatdetektiv in Stuttgart. Sein erster Fall beginnt mit Ermittlungen zur Frage, ob ein Wirtschaftswissenschaftler bei einem Flugzeugabsturz in Thailand ums Leben gekommen ist. Es besteht der Verdacht, dass er eventuell gar nicht im Flugzeug gewesen ist.

Meine Meinung:
Dieses Buch vermischt reale Begebenheiten mit einer fiktiven Handlung und hat mich mehr und mehr in seinen Bann gezogen. Der Mord am ersten Chef der Treuhandgesellschaft, die aus dem Ruder gelaufene Festnahme eines Terrorristen in Bad Kleinen, der Absturz einer voll besetzten Passagiermaschine der Lauda-Air in Thailand und Ergebnisse eines Forschungsprojekts eines österreichischen Wirtschaftsprofessors werden auf höchst interessante Weise in die Handlung diesen Krimis integriert. Georg Dengler ist eine faszinierende Figur, die erst mal nachdenkt und dann zu handeln beginnt. Schon die Nebenhandlung, die ihn mit seiner späteren IT-Fachkraft zusammenbringt, ist ein Knüller. Ab und zu ein Rückblick auf seine BKA-Arbeit, der er noch einige wenige Kontakte verdankt. Es wird klar, warum er dort ausgeschieden ist und welche Werte für ihn, Georg Dengler, wichtig sind. Ist der Auftakt noch recht ruhig, so wird es später ziemlich aufregend und actionlastig. Aber auch hier zeigt Georg Dengler seine Qualitäten. Er ist kein Supermann und gerät schon mal in Schwierigkeiten, aber sein Einfallsreichtum und sein Können helfen ihm meist.
Die Gedanken des Autors zum Vorgehen der Treuhand und einer alternativen Idee sind faszinierend und ich habe mich gefragt, was bei der Umsetzung der alternativen Idee hätte passieren können.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und die Gedanken der betroffenen Figuren ergeben ein vielschichtiges Bild. Die meisten Figuren sind vielschichtig und lassen Überraschungen zu. Der politische Aspekt wird zunehmend deutlicher und die Frage nach dem was wäre wenn bringt viele Fragen auf dem Tisch. Dazu ist es aber ein überaus spannender Kriminalroman, der mich begeistern konnte und wunderbar unterhalten hat. Das ich über die inhaltlichen Themen nachgedacht habe ist ein klares Plus. Ganz sicher werde ich diese Serie weiterverfolgen.

Fazit:
Ein politischer Kriminalroman, der mich uneingeschränkt begeistern konnte und zum Nachdenken angeregt hat. Dies macht den Titel zu einem absoluten Lesehighlight und wird mit der Höchstwertung von fünf Sternen (100 Punkten) belohnt. Selbstverständlich spreche ich auch eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein Fall von Mobbing und seine Folgen

Kripo Nordsee – Hasserfülltes Borkum: Küstenkrimi
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Buchmeinung zu Roland Hebesberger – »Hasserfülltes Borkum«

»Hasserfülltes Borkum« ist ein Kriminalroman von Roland Hebesberger, der 2025 im Empire-Verlag erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe ...

Buchmeinung zu Roland Hebesberger – »Hasserfülltes Borkum«

»Hasserfülltes Borkum« ist ein Kriminalroman von Roland Hebesberger, der 2025 im Empire-Verlag erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Reihe Kripo Nordsee.

Zum Autor:
Roland Hebesberger, geboren im Jahr 1986 in Tamsweg, wollte schon als Kind Drehbuchautor werden. Im Jahr 2000 begann er damit, Fanfictions zu schreiben. Ab 2004 verfasste er virtuelle Serien, die viele Awards abräumten.

Zum Inhalt:
Auf Borkum finden die Eltern die Leiche ihres Sohns Tim, der wohl Opfer eines aus dem Ruder gelaufenen Streiches wurde. Kommissarin Hanna Janssen muss mit Hauptkommissar Lasse Klaasen zusammenarbeiten, den sie aus ihrer Jugend in sehr schlechter Erinnerung hat. Eine Anschlagserie auf die Familien der mobbenden Jugendlichen lässt die Situation eskalieren.

Meine Meinung:
Dieses Buch widmet sich dem schwierigen Thema Mobbing. Der jugendliche Tim erleidet bei einem Streich einen tödlichen allergischen Schock. Hanna Janssen trifft bei den Ermittlungen auf Lasse Klaasen, den sie aus der gemeinsamen Schulzeit kennt und der sie damals gemobbt hat. Lasse Klassen hat daran keine Erinnerung, merkt aber, dass seine Kollegin ihm gegenüber Vorbehalte hat. Ein klärendes Gespräch bleibt aus. Ähnlich ist es beim aktuellen Fall. Die Jugendlichen und ihre Familien leugnen jede Form von Mobbing, schweigen eisern und weisen stattdessen auf die Außenseiterrolle der Opferfamilie hin. Selbst ein Anschlag ändert nichts. Bald wird deutlich, dass ein Rächer die Familien der Mobber im Visier hat. Diese brechen ihr Schweigen aber auch weiterhin nicht und die Ermittler tappen im Dunkeln. Es kommt zu einem Showdown in der örtlichen Sporthalle.
Die Schilderung der Vorgänge ist sehr emotional und sehr deutlich wird die unterschiedliche Bewertung der Mobbingvorgänge. Für die einen sind es harmlose Streiche ohne weitere Bedeutung, während die anderen teilweise extrem leiden und sogar Traumata erleiden. Am Beispiel der Kommissare wird deutlich, dass eigentlich niemand über das Mobbing reden will und schon gar nicht Täter und Opfer gemeinsam.
Der Fall entwickelt sich spannend und der Showdown ist angemessen. Die beiden Ermittler sind einzeln sympathisch, aber ihre Weigerung, die Vorgänge aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten wurde mit der Zeit nervig. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und die Emotionen stehen im Vordergrund. Die Figur des Rächers war mir sogar sympathisch und hatte einen Hauch von Gerechtigkeitskämpfer. Auf der anderen Seite ist es schwer zu sagen, wie groß oder wie klein die Schuld der Familien ist. Es gibt nur eine Lösung und die lautet: Wehret den Anfängen!

Fazit:
Ein schwieriges Thema, dessen Umsetzung in diesem Krimi mich nur teilweise überzeugen konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten), spreche aber wegen der Brisanz des Themas eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Gefährliche Erinnerungen

Die Tote von Nazaré
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Buchmeinung zu Miguel Silva – »Die Tote von Nazare«

»Die Tote von Nazare« ist ein Kriminalroman von Miguel Silva, der 2026 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Miguel Silva ist das Pseudonym ...

Buchmeinung zu Miguel Silva – »Die Tote von Nazare«

»Die Tote von Nazare« ist ein Kriminalroman von Miguel Silva, der 2026 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Miguel Silva ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der bereits zahlreiche Kriminalromane geschrieben hat. Zudem war er viele Jahre als Lektor und Verlagsleiter tätig. Miguel Silva lebt im Rheinland und in einem kleinen Dorf in der Nähe von Nazaré.

Zum Inhalt:
Maren Berger, Hauptkommissarin aus Köln, wurde bei einem Banküberfall schwer verletzt und traumatisiert. Nun sucht sie Erholung in dem portugiesischen Küstenort Nazaré, stolpert aber über die Leiche einer jungen Frau. Da die Leiche kurz darauf verschwunden ist, beginnt sie zusammen mit Inspektor Ferreira zu ermitteln.

Meine Meinung:
Nach anfänglichen Problemen hat mich dieses Buch doch noch gut unterhalten. Ich brauchte ein wenig, um mich an die traumatisierte Hauptfigur zu gewöhnen. Maren Berger hat eine große Gedächtnislücke und ist im Umgang nicht ganz einfach, weil sie mit Ecken und Kanten gezeichnet ist. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und ihr Bemühen, die Lücken zu schließen, ist spürbar. Doch dies ist ein langwieriger Prozess und Informationen dazu liefert ihre Schwester, die als Staatsanwältin arbeitet. Das Verhältnis zur Kölner Polizei ist belastet, auch wenn die Gründe dafür lange Zeit unklar bleiben. Die Entwicklung der Handlung erfolgt einerseits durch aktuelle Ereignisse in Portugal und andererseits durch wiederkehrende Erinnerungen und weitere Informationen, die sie aus Deutschland erhält. Inspektor Ferreira bleibt lange Zeit als Ermittler blass, wirkt aber auf Maren Berger als Womanizer. Mit der Ankunft eines Kölner Kommissars in Lazare nimmt die Handlung deutlich Fahrt auf und die Spannung steigt rapide. Maren Berger gerät in Lebensgefahr und das Team um Inspektor Ferreira zeigt überraschende Fähigkeiten. Die Handlung erreicht mit einem harten Showdown ihren Höhepunkt und dabei werden nahezu alle Fragen beantwortet. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist atmosphärisch und die Gedanken und Emotionen der Protagonistin werden deutlich. Die Handlung ist komplex und bietet einige überraschende Wendungen.

Fazit:
Ein atmosphärischer Krimi aus einer beliebten Urlaubsregion in Portugal, der nach ruhigem Start merklich Fahrt aufnimmt. Mir hat der Titel gut gefallen und der Unterhaltungswert war hoch. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.

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