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Veröffentlicht am 28.06.2020

Wieviel Realität steckt in diesem düsteren Actionthriller

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge
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Buchmeinung zu Alexander Oetker – Tödliche Zwillinge

„Tödliche Zwillinge“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2020 bei Droemer erschienen ist.

Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982 ...

Buchmeinung zu Alexander Oetker – Tödliche Zwillinge

„Tödliche Zwillinge“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2020 bei Droemer erschienen ist.

Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982 in Berlin, ist der Frankreich-Experte der neuen Generation - und politischer Journalist im Zentrum der Macht. Er war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv, berichtete über Terroranschläge und Bandenkriminalität. Nun arbeitet er als politischer Reporter in Deutschland.

Klappentext:
Ein Terror-Anschlag erschüttert San Sebastián. Das Ziel: die Sommerakademie von Friedensnobelpreisträgerin Ashrami Rafiki. Die Opfer: über 1.500 junge Frauen aus aller Welt.
Mit dieser schrecklichen Vorahnung schreckt Terror-Profilerin Zara von Hardenberg aus einem Alptraum hoch. Die beste Profilerin von Europol kann sich jedes Detail merken, entdeckt jeden noch so kleinen Hinweis und ahnt die nächsten Schritte ihrer Gegner voraus – doch sie kann keine Regeln brechen. Und um einen solchen schrecklichen Anschlag zu verhindern, werden legale Mittel nicht ausreichen.
Zara sieht sich gezwungen, erneut ihre Zwillingsschwester Zoë um Hilfe zu bitten. Denn die Profi-Killerin der korsischen Mafia schert sich nicht um Regeln und Gesetze und kennt nur eine einzige Grenze: sich selbst.
Also müssen sie wieder die Rollen tauschen, um den Terror zu stoppen und einen Fall zu lösen, der sie tief in ihre eigene Familiengeschichte führen wird.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich nachdenklich gestimmt, nicht wegen des eigentlichen Inhalts, sondern weil der Autor, ein renommierter Journalist, ein solches Buch geschrieben hat. Ist Kriminalität und Terror nur mit den im Buch erwähnten Methoden erfolgreich bekämpfbar.
Zurück zum Buch. Auch dieses Werk handelt von den ungleichen Schwestern Zara und Zoe, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und doch gemeinsame Ziele haben. Die Profilerin Zara bittet ihre Zwillingsschwester Zoe erneut um Hilfe und diese willigt unter Bedingungen ein. Während Zoe sich nun als Gesetzeshüterin austoben kann, wird Zara in eine Rolle gezwungen, die ihr nicht gefällt, die sie aber neu interpretiert. Die Figuren sind eher sparsam charakterisiert, auch weil actionreiche Handlung im Fokus des Buches liegt. Kurze Abschnitte mit vielen Perspektiv- und Schauplatzwechseln sorgen für ein enormes Tempo. Zwischendurch gibt es ruhigere Passagen, die sich der Familiengeschichte der Schwestern und einem umgedrehten Terroristen widmen. Auch die Vorgeschichte eines neuen Kollegen von Zara wirkt bedenklich. Tote und Gewaltszenen prägen die Handlung und ein Spitzenkiller sorgt für weitere Verwirrung. Die Geschichte spitzt sich zu und es kommt zu zwei dramatischen Showdowns.
Generell beschreibt der Autor eine dunkle Welt in Nordafrika und Südfrankreich, die geprägt ist von Gewalt und Korruption. Die journalistischen Erfahrungen des Autors verbunden mit einer schnörkellosen Handlung lassen mich befürchten, dass der Inhalt der Realität näher kommt als mir lieb ist.

Fazit:
Ein sehr temporeiche Dystopie, die Fiktion und Realität gekonnt verknüpft. Von mir gibt es vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und eine Leseempfehlung für die Freunde actionreicher Thriller.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2020

Ein Hochgenuss

SoKo Heidefieber
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Buchmeinung zu Gerhard Henschel – SoKo Heidefieber

„SoKo Heidefieber“ ist ein Kriminalroman von Gerhard Henschel, der 2020 bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

Zum Autor:
Gerhard Henschel, geboren ...

Buchmeinung zu Gerhard Henschel – SoKo Heidefieber

„SoKo Heidefieber“ ist ein Kriminalroman von Gerhard Henschel, der 2020 bei Hoffmann und Campe erschienen ist.

Zum Autor:
Gerhard Henschel, geboren 1962, lebt als freier Schriftsteller in der Nähe von Hamburg. Sein Briefroman Die Liebenden (2002) begeisterte die Kritik ebenso wie die Abenteuer seines Erzählers Martin Schlosser, die mit dem Kindheitsroman 2004 ihren Anfang nahmen. Henschel ist außerdem Autor zahlreicher Sachbücher. Er wurde unter anderen mit dem Hannelore-Greve-Literaturpreis, dem Nicolas-Born-Preis und dem Georg-K.-Glaser-Preis ausgezeichnet.

Klappentext:
Kurz nach einer Lesung aus seinem neuen Kriminalroman Heidefieber wird der Schriftsteller Armin Breddeloh in einem Teich bei Bad Bevensen gefunden. Tot und mit zwei Glasaugen – genau wie ein Opfer in seinem Roman! Hauptkommissar Gerold und Oberkommissarin Schubert aus Uelzen nehmen die Ermittlungen auf und haben einen ersten Verdacht: Missgönnte ein anderer Krimiautor dem Kollegen den Erfolg? Schon wenig später trifft es die Verfasser der Romane Spiel mir das Lied vom Westerwald und Showdown auf Juist, und auch am Tegernsee, im Fläming und in der Steiermark gibt es bald Opfer. Die SoKo Heidefieber tappt jedoch im Dunkeln und der vom Verband deutschsprachiger Krimiautoren engagierte Privatdetektiv erweist sich als Niete. Erst als der Täter ein Bekennerschreiben hinterlässt, kommt plötzlich Bewegung in die Sache ...

Meine Meinung:
Es hat ein wenig gebraucht bis ich die Satire, denn um eine solche handelt es sich, erkannt habe. Dann jedoch kannte mein Lesevergnügen kaum noch Grenzen. Schon das Attribut „Überregional-Krimi“ bringt es auf den Punkt, über Regionalkrimis wird erzählt. Typische Merkmale der Regionalkrimis wie Abschnitte in Dialekt, ausgefallenste Todesarten und Einsichten in das Privatleben der Ermittler werden wunderbar auf die Schippe genommen. Die fiktiven Auszüge aus mehreren Regionalkrimis, meist in gerade noch verständlichen Dialekt geschrieben, sind kleine Meisterstücke und dabei keinesfalls bösartig. Natürlich fliest auch das ein oder andere Klischee in das Buch ein. Und dann ist da noch die unglaubliche Geschichte um den Schriftsteller Frank Schulz, der einen Leidensweg sondergleichen absolviert. Der Autor lässt seiner Phantasie freien Raum und ganz im Sinne von „Schlimmer geht immer“ treffen ungeahnte Strapazen auf den leidensfähigen Autor. Ganz im Stile eines klassischen Kriminalromans gibt es einen Showdown, der in diesen Roman passt. Es ist ein unglaubliches Vergnügen, dieses Werk zu lesen und zu genießen.

Fazit:
Eine wunderbare Satire über Regionalkrimis, die mich begeistert hat. Deshalb vergebe ich die Höchstwertung (fünf Sterne, 100 Punkte) und natürlich spreche ich eine Leseempfehlung aus, denn sonst entgeht ein Hochgenuss.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2020

Zurück im Dienst

Provenzalischer Stolz
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Buchmeinung zu Sophie Bonnet – Provenzalischer Stolz

„Provenzalischer Stolz“ ist ein Kriminalroman von Sophie Bonnet, der 2020 im Blanvalet Verlag erschienen ist. Dies ist der siebte Fall für Pierre ...

Buchmeinung zu Sophie Bonnet – Provenzalischer Stolz

„Provenzalischer Stolz“ ist ein Kriminalroman von Sophie Bonnet, der 2020 im Blanvalet Verlag erschienen ist. Dies ist der siebte Fall für Pierre Durant.

Zum Autor:
Sophie Bonnet ist das Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Autorin. Mit ihrem Frankreich-Krimi »Provenzalische Verwicklungen« begann sie eine Reihe, in die sie sowohl ihre Liebe zur Provence als auch ihre Leidenschaft für die französische Küche einbezieht. Mit Erfolg: Der Roman begeisterte Leser wie Presse auf Anhieb und stand monatelang auf der Bestsellerliste, ebenso wie die darauffolgenden Romane um den liebenswerten provenzalischen Ermittler Pierre Durand. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Klappentext:
Die Angst geht um in der Camargue. Während Pierre Durand in einem Hausboot durch das Rhônedelta fährt, um über seine berufliche Zukunft nachzudenken, verbreitet sich ein Kettenbrief mit einer Weissagung, die den Tod dreier Sünder ankündigt. Tatsächlich wird kurz darauf ein Toter mit geschwärztem Gesicht aufgefunden. Es handelt sich um einen Kriminalbeamten, der verdeckt im Milieu der »gens du voyage« ermittelt hatte. Doch es gibt einen Zeugen, der sich an Bord von Pierres Hausboot versteckt und behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben. Der Präfekt bittet den ehemaligen Dorfpolizisten um Unterstützung. Mit Hilfe einer »gitane« versucht Pierre, dem Geheimnis der Kettenbriefe auf die Spur zu kommen. Alles deutet auf einen Konflikt zwischen den Kulturen hin, doch ein weiterer Mord rückt die Verbrechen in ein neues Licht. Pierre erkennt, dass er auf seine Intuition vertrauen muss, um zu verhindern, dass sich auch noch der letzte Teil der Prophezeiung erfüllt

Meine Meinung:
Pierre Durant ist mir sympathisch, auch oder gerade weil er ein paar Kanten hat. Momentan ist er durch den Bürgermeister suspendiert und sein Stolz verbietet ihm, um Unterstützung zu bitten. Dies sehen aber nicht alle seiner Freunde und Bekannten so. Erfreut ergreift Pierre die Gelegenheit ein Hausboot für einen Freund zu überführen. Doch dies führt in mitten in seinen nächsten Fall. Neben atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen erfährt der Leser einiges über ethnische Minderheiten und ihr Leben in Frankreich. Auch sie sind meist stolze Menschen und ihren Traditionen verbunden. Nun gibt es wieder etwas zu tun für den Dorfpolizisten und Pierre blüht sichtlich auf. Er arbeitet mit der Kriminalpolizei zusammen, hat jedoch seine eigene Sicht der Dinge. Pierre lässt seine Verbindungen spielen und wird auch selbst aktiv. Auch im Rathaus seiner Heimatgemeinde gibt es Geheimnisse zu lüften und Pierre findet besonders in der Damenwelt rege Unterstützung. Der Schreibstil der Autorin ist eindringlich, bleibt aber angenehm zu lesen. Neben dem Kriminalfall finden sich immer wieder Abschnitte, die Atmosphäre, das Leben der Minoritäten oder Entwicklungen in Sainte-Valerie als Schwerpunkt haben. Dabei bleibt die Spannung aber erhalten.
Zum Ende hin spitzen sich die Geschehnisse zu und es gibt einen formidablen Showdown.
Das Buch wird durch ein Glossar, ein Nachwort der Autorin und einigen Rezepten zu Gerichten aus dem Buch abgerundet.

Fazit:
Ein angenehm zu lesender Kriminalroman, der Spannung, Atmosphäre und Privates gekonnt mit Informationen über die Bevölkerungsgruppe der Gitanes verbindet. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Kriminalromane aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Total vorhersehbar, aber wundervoll erzählt

Ein Sommer auf Sylt
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Buchmeinung zu Lena Wolf – Ein Sommer auf Sylt

„Ein Sommer auf Sylt“ ist ein Roman von Lena Wolf, der 2020 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Das von Sandra Voss gelesene ungekürzte Hörbuch ist 2020 ...

Buchmeinung zu Lena Wolf – Ein Sommer auf Sylt

„Ein Sommer auf Sylt“ ist ein Roman von Lena Wolf, der 2020 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Das von Sandra Voss gelesene ungekürzte Hörbuch ist 2020 im Audiobuch Verlag OHG erschienen.

Zum Autor:
Lena Wolf ist das Pseudonym einer erfolgreichen Autorin. Im Gegensatz zu ihrer Protagonistin fährt sie durchaus gerne mit ihrem Mann und ihrer Mutter gemeinsam in den Urlaub. Am liebsten nach Südfrankreich.

Sprecher:
Sandra Voss moderiert Konzerte und Podcasts, spricht Hörbücher und synchronisiert Fernsehformate, unter anderem für Arte und 3sat.

Klappentext:
Sylt hat immer Saison und bietet wunderschönes Lokalkolorit für eine charmante Liebesgeschichte: Eigentlich wollte Julia nur eine Auszeit nehmen. Doch nun sitzt sie mit drei Streithähnen im Autozug nach Sylt: ihrer Mutter und zwei Tanten. Die Schwestern sind uneins, was mit dem Haus auf Sylt geschehen soll. Früher haben sie dort unbeschwerte Familienurlaube verbracht - bis sich alle in den gleichen Mann verliebten: Julias Vater. So einfach ist das mit Verkaufen aber ohnehin nicht, denn wie sich herausstellt, ist das Haus vermietet. Und zwar an die letzte Geliebte des Vaters. Notgedrungen kommen Julia und ihr kapriziöser Anhang in einer Pension unter. Zwischen dem Besitzer und Julia knistert es schon bald. Aber damit fangen Julias Probleme erst an...

Meine Meinung:
Wir begleiten die Ich-Erzählerin Julia, die ihr geerbtes Haus auf Sylt verkaufen möchte. Zusammen mit ihrer Mutter und ihren beiden Tanten fährt sie nach Sylt. Ihr Freund Jo kümmert sich während dieser Reise um ihre gemeinsame Firma. Gleich nach der Ankunft trifft sie auf einen jungen Mann, der ihr das letzte Fischbrötchen vor der Nase weg kauft und Julia gleich unangenehm in Erinnerung bleibt. Wenig später entpuppt sich dieser Mensch als Mats, der die Pension betreibt, in der die Frauengruppe untergekommen ist. Julia bezweifelt bald, ob die Syltreise eine gute Idee gewesen ist, denn zwischen ihrer Mutter und deren Schwestern gibt es Spannungen ohne Ende, die wohl schon aus grauer Vorzeit herrühren. Zudem lebt in dem geerbten Haus Charlotte Engel, die langjährige Geliebte ihres Vaters. Mats und Julia verbringen viel Zeit gemeinsam und doch kommen sie sich nur sehr langsam näher. Als dann auch noch Jo der Insel einen Kurztripp abstattet, entwickeln sich die Dinge nicht wie erwartet. Einen großen Raum nimmt das Zerwürfnis der Schwestern ein und Julia erfäher so einige Geschichte aus der Familie. Julia tut sich mich Charlotte sehr schwer, weil sie Ihr die Zerstörung ihrer Familie vorwirft, aber die Überfrau Charlotte zeichnet ein anderes Bild der Beziehungen.
Auch wenn das Buch weitgehend gewohnten und bekannten Schemata folgt hat mich das Werk sehr gut unterhalten. Das Ende musste so sein und der Weg dahin war gefüllt mit wundervollen Episoden über letztendlich gute Menschen.
Die Sprecherin Sandra Voss macht einen ausgezeichneten Job und wirkt maßgeblich am sehr guten Gesamteindruck mit.

Fazit:
Mich hat diese Geschichte von Beginn an gefesselt und auch wenn viele Entwicklungen vorhersehbar waren habe ich mich glänzend unterhalten. Wunderbare Dialoge, gefühlvolle Entwicklungen und atmosphärische Beschreibungen schaffen ein einzigartiges Erlebnis. Deshalb bewerte ich das Hörbuch mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Wird nach schwachem Start deutlich besser

Die Schwestern vom Ku'damm: Tage der Hoffnung
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Buchmeinung zu Brigitte Riebe – Tage der Hoffnung

„Tage der Hoffnung“ ist ein Roman von Brigitte Riebe, der 2020 bei Wunderlich erschienen ist. Dies ist der dritte Teil der Serie um „Die Schwestern vom ...

Buchmeinung zu Brigitte Riebe – Tage der Hoffnung

„Tage der Hoffnung“ ist ein Roman von Brigitte Riebe, der 2020 bei Wunderlich erschienen ist. Dies ist der dritte Teil der Serie um „Die Schwestern vom Ku‘damm“.

Zum Autor:
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte lebendig werden lässt. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Klappentext:
Berlin 1958: Farben und Formen, Augenblicke, eingefangen mit Bleistift und Papier. Seit sie denken kann, will Florentine Thalheim nur eines: sich ganz dem Zeichnen und der Malerei hingeben. Die jüngste von drei Töchtern hatte schon immer einen rebellischen Geist. Nur wenn sie zu malen beginnt, wird alles hell und leicht, dann singen die Farben in ihr. Während ihrem Vater für Florentine eine Zukunft im Kaufhaus am Ku’damm vorschwebt, beginnt sie ein Studium an der Kunstakademie. Hier ist sie voll in ihrem Element, arbeitet wie im Rausch. Doch schon bald legt sich ein Schatten auf ihr Glück. Rufus Lindberg, ihr herrischer Lehrer, macht ihr das Leben an der Schule zur Hölle, und die politischen Spannungen zwischen Ost und West drohen die Stadt und die Thalheims zu entzweien. Gibt es Hoffnung für Florentine und ihre Familie? Gibt es Hoffnung für Berlin?

Meine Meinung:
Nachdem mir die beiden Vorgänger sehr gut gefallen hatten, hatte ich sehr hohe Erwartungen, die leider nur zu Teilen erfüllt wurden. Aus meiner Sicht zerfällt das Buch in zwei Teile. Im ersten Teil begleiten wir Florentine während der Zeit ihres Studiums in Berlin. Dieser Abschnitt hat mich weniger überzeugt, weil mir das Verhalten der Hauptfigur so gar nicht gefallen wollte. Sie gestaltete ihr Leben ohne Kompromisse und mit wenig Rücksicht auf ihre Verwandten. Für Florentine entwickelte ich keine Sympathie und ihr weiterer Weg war mir sogar egal. Im zweiten Teil spielten historische Ereignisse eine größere Rolle und Florentine fand einen Weg, der neben ihren eigenen Interessen auch die Interessen der Familie berücksichtigte. Zudem gefällt mir in diesem Teil die Verquickung von realen und fiktiven Geschehnissen besonders. Dies ist eine Stärke der Autorin, die sie im ersten Abschnitt kaum einbringt. In diesem zweiten Abschnitt wurden meine Erwartungen erfüllt, auch weil die bekannten Figuren aus den ersten beiden Bänden eine größere Rolle bekamen. Zum Abschluss gab es noch eine Episode um einen Bösewicht, die es nicht gebraucht hätte.

Fazit:
Nach schwachem Start wurde es deutlich besser, aber insgesamt vergebe ich nur drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere